Archiv für 24. Juli 2012

Phimose – Krankheit oder „Lizenz zum Gelddrucken“?   Leave a comment

Ich möchte hier einen Bericht von Inaktiv-Online wiedergeben, der besagt, dass viel zu oft und zu leichtfertig Phimose-Operationen gemachte werden, die überhaupt nicht notwendig wären. Phimose kommt im Kindesalter oft vor, wächst sich in den allermeisten Fällen bis zur Pubertät aus. Operationen sind nur in den seltensten Fällen notwendig.

Wenn die WHO die Beschneidung mal vor 25 Jahren propagiert hat, kann ich nur den Kopf schütteln. Wie konnte eine Weltgesundheits-Organisation für so ein Unding Werbung machen?

„Da wird von „besseren hygienischen Bedingungen“ gesprochen, so als ob man zur Reinigung des Penis die Vorhaut amputieren müsste. Das ist natürlich reiner Schwachsinn, fachlich unhaltbar und unwahr. Die Anatomie des männlichen Genitales ist von der Natur so konstruiert worden, daß man es problemlos reinigen kann.“
http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/beschneidung–warum/

Hier nun Inaktiv-Online

Phimose – Krankheit oder „Lizenz zum Gelddrucken“?

Als medizinischer Grund für die operative Entfernung der Penisvorhaut wird in den allermeisten Fällen eine Phimose bzw. Vorhautverengung genannt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es sich hierbei um einen entwicklungsphysiologisch völlig normalen Zustand handelt, der, solange er symptomfrei bleibt, eigentlich gar nicht behandlungsbedürftig ist. Erfahrungen aus den skandinavischen Ländern belegen eindeutig, dass sich die meisten kindlichen Vorhaut- „Probleme“ (Verengung oder Verklebung) bis zur Pubertät von selbst erledigen. Dementsprechend sind in diesen Ländern ERHEBLICH weniger Phimose-Operationen zu verzeichnen.

[…]
Hinsichtlich Bekanntheit, Verfügbarkeit und ärztlicher Aufklärung über nichtoperative oder gering invasive Alternativen zur Beschneidung scheint aber noch vieles im Argen zu liegen.

Dazu Kinderarzt Dr. Martin Lang, Augsburg, auf seiner Homepage:

„Zur Behandlung einer Phimose im Wachstumsalter gibt es eine Vielzahl von Therapiemöglichkeiten operativer und nichtoperativer Art. Leider werden die Eltern und betroffenen Kinder hierzulande selten umfassend und sachgerecht vor einer Phimose-Behandlung aufgeklärt.“

Und weiter:

„In Deutschland besteht ein hohes Maß an Unzufriedenheit nach Phimose-Operationen. Ich meine: aus gutem Grund. Denn häufig wird hierzulande zu früh, zu viel und zu „radikal“ operiert.“

[…]
Ähnliche Kritik kommt aus Österreich. Prim. Univ. Doz. Dr. Michael Rauchenwald, Vorstand der Abteilung für Urologie und Andrologie am Donauspital Wien:

„Auch in Österreich ist die Operation bei Phimose … mit fast 9.400 Eingriffen pro Jahr wahrscheinlich die häufigste chirurgische Intervention … Zieht man die knapp 40.000 männlichen Geburten pro Jahr in Betracht, so ergibt sich eine Rate von Vorhautoperationen von etwa 7% in den ersten vier und etwa 13% innerhalb der ersten neun Lebensjahre. Diese Zahlen erscheinen als eindeutig zu viel.

[…]
Trotzdem wird die Indikation meist nur wenig hinterfragt, der Eingriff selbst wird häufig als banale Operation abgetan und dem chirurgischen „Schüler“ überlassen. Eine fehlerhaft durchgeführte radikale Zirkumzision hat jedoch mitunter lebenslange funktionelle, kosmetische und psychosoziale Folgen für den jeweils betroffenen Patienten.“

Zu den Folgen nochmals Kinderarzt Dr. Lang:

„Eine … schlecht durchgeführte totale Beschneidung kann erhebliche lebenslange Missempfindungen beim Patienten auslösen (z. B. Spannungen am Penisschaft, Überempfindlichkeit/ Empfindungsverlust an der Eichel, Trockenheitsgefühl, Schmerzen beim Beischlaf, Amputationsgefühl u. a.). Zudem können … nach einer Totalbeschneidung nur schwerlich Korrektureingriffe vorgenommen werden.“

Einige dieser Symptome können auch dann auftreten, wenn der Eingriff lege artis (nach den Regeln der ärztlichen Kunst) ausgeführt wurde. Einen Korrektureingriff, etwa zur Behebung eines Empfindungsverlustes im Bereich der Eichel, gibt es nicht.

Fazit

Überall auf der Welt, in unterschiedlichen Kulturen und aus unterschiedlichen Gründen, werden also Kinder, Mädchen wie Jungen, ohne objektiv haltbaren Grund an ihren Genitalien verletzt und dabei erheblichen Schmerzen und Gefahren ausgesetzt.

„Es ist Zeit, anzuerkennen, dass das Recht auf genitale Selbstbestimmung allen Kindern zusteht, unabhängig von ihrer Rasse, ihrer Kultur und ihrem Geschlecht.“

Quelle:
http://www.intaktiv-online.de/sexuelle-selbstbestimmung/sexuelle-selbstbestimmung/phimose-krankheit-oder-lizenz-zum-gelddrucken.html

Veröffentlicht 24. Juli 2012 von hubert wenzl in Medizin

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Beschneidung – warum? – III   Leave a comment

Selbst auf die Gefahr hin, dass jemand das Wort Beschneidung nicht mehr hören will, möchte ich hier noch einen Bericht eines kompetenten Mediziners, des Männerarztes Dr. Georg Pfau, zur Beschneidung, hier bringen. Uninteressierte müssen ja nicht lesen.

Beschneidung – warum?

Vorwort
Kommt ein junger Vater in meine Praxis. Ziemlich aufgeregt beginnt er zu erzählen. „Herr Doktor, ich komme eben aus dem Krankenhaus. Ich habe meinen Sohn Tim (4 Jahre) mitgebracht, denn eigentlich geht es ja um ihn. Wir, na eigentlich er, waren bestellt um seine Vorhautverklebungen zu lösen, – so war es wenigstens ausgemacht. Doch heute redete die Ärztin ganz plötzlich von einer Beschneidung. Ich fragte sie warum denn das sein müsse. Ihre Antwort war kurz und bündig. Erstens, sagte sie, ginge das jetzt in einem, und ausserdem sei die Vorhaut sowieos für nichts gut. Daaufhin habe ich ihn gepackt und das Krankenhaus fluchtartig verlassen.“

So erlebt im Oktober 2011. Als Arzt vertrete ich die Meinung, daß eine Vorhauterkrankung der einzige Grund dafür sein kann, einen Mann oder Jungen der Vorhaut zu berauben. Alle anderen Gründe sind nicht haltbar, auch wenn dieses Vorgehen noch so wortreich und scheinheilig begründet wird. Da wird von „besseren hygienischen Bedingungen“ gesprochen, so als ob man zur Reinigung des Penis die Vorhaut amputieren müsste. Das ist natürlich reiner Schwachsinn, fachlich unhaltbar und unwahr. Die Anatomie des männlichen Genitales ist von der Natur so konstruiert worden, daß man es problemlos reinigen kann.

Der schmerzlich traumatische Eingriff an gesunden jungen Männern im libidinös und narzistisch hochbesetzten Genitalbereich muß zu Langzeitfolgen auf das männliche Selbstwertgefühl und das Rollenverhalten führen…..(Hirsch: „Das Kindesopfer“)

Warum also sind dann Millionen gesunde Männer beschnitten, noch als Säuglinge ohne medizinische Indikation oder mit fadenscheinigen Begründungen der Vorhaut beraubt worden, in einem Alter, in dem sie dazu noch gar keine eigene Meinung haben können….? Ganz einfach: aus rituellen Gründen, was nichts anderes heisst wie aus religiösen Gründen.

Ich habe dazu Folgendes recherchiert:

Mathias Hirsch bezieht sich in seinem Buch „Das Kindesopfer“ auf Indizien, daß es sich bei der rituellen Bechneidung um eine Transformation des archaiiche Erstlingsopfers handelt. Das Opfern des Erstgeborenen wurde in das Ritual der Beschneidung der jüdischen männlichen Kinder ungewandelt (Wurmser 2001 und Maciejewski 2002). Konkretes Beispiel ist die gerade noch abgewandte Opferung des Sohnes Moses`, Gershom, der schliesslich von dessen Mutter Zippora (anstatt des zu erwartenden Opfertodes) beschnitten wurde. Ein ähnliches Schicksal hatte bekanntlich Isaak, der von seinem Vater Abraham als Opfer dargebracht werden sollte. Auch diese Opferung wurde in letzter Minute in eine Beschneidung umgewandelt.

Die Bibel schreibt (Gen 1, 17, 10-14): „Das aber ist mein Bund, den ihr halten sollt zwischen mir und euch und deinem Geschlecht nach dir: alles, was männlich ist unter euch soll beschnitten werden, eure Vorhaut sollt ihr beschneiden. Das soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und euch. Jedes Knäblein, wenn`s acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei euren Nachkommen (…). Wenn aber ein Männlicher nicht beschnitten wird an seiner Vorhaut, wird er ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund gebrochen hat.“

Sigmund Freud war in das Ritual der Beschneidung selbst religiös involviert, dennoch wurden seine beide Söhne nicht beschnitten. Freud sah in der männlichen Genitalbeschneidung ein Zeichen aus der Vorgeschichte der Menschheit, in welcher der Vater die Kastration seiner Söhne zu Sanktionszwecken und zur Aufrechterhaltung seiner sexuellen Dominanz in der Urhorde ausübte und sie später zur Beschneidung ermäßigte (Freud 1918b, S.119).

Als Quelle dieses Kapitels verweise ich auf die ausgezeichnete Publikation des Psychoanalytikers Mathias Hirsch. „Das Kindesopfer“ ist ein „Muß“ für den an solchen Themen interessiereten Mann.

(Lesen Sie weiter, indem Sie oben auf das gewünschte Kapitel klicken! [innerhalb des Links]
Die gesunde Vorhaut
Beschneidung beschneidet…die sexuelle Lust
Patientenbrief zur Beschneidung
Der Ausweg aus der Misere
Nicht zu glauben!)

„Nicht zu glauben“ ist sehr „interessant“ zu lesen (innerhalb des Links Unterlink anklicken) und wirklich kaum zu glauben. „Lehnen Sie sich zurück, halten Sie sich fest und lassen Sie die folgende Email auf sich wirken“.

http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/beschneidung–warum/nicht-zu-glauben/

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Patientenbrief zur Beschneidung

Guten Tag,
ich wurde leider als kleiner Bub wg angeblicher Phimose beschitten.

Nun habe ich nach vielen Jahren kaum noch Empfindlichkeit in meinem Glied und habe nicht einmal ein Gefühl beim Verkehr.

Haben Sie evtl. eine Ahnung wie man die Glans wieder emfpindlicher machen kann bzw ob die Keratinisierung aufzuhalten ist?

Als Möglichkeit fiele mir so eine Penishülle, eine Art „künstliche Vorhaut“ ein, oder gar die Operation, bei der eine Vorhaut reknostruiert wird. Was halten Sie davon?
Für eine Antwort wäre ich Ihnen dankbar!

Die Antwort: (Männerarzt Dr. Pfau antwortet)
Lieber ……..! Hier weiterlesen:

http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/beschneidung–warum/patientenbrief-zur-beschneidung/
Und hier die Hauptseite:

http://www.maennerarzt-linz.at/startseite_maennerarzt/beschneidung–warum/

Gruß Hubert