Archiv für 22. November 2012

Das zweite Experiment – Griechenland als neues Chile   Leave a comment

Laut diesm Artikel dient Griechenland als Experimentierfeld für marktradikale Strategien. Es ist zynisch wie mit Völkern umgegangen wird als wären es nur Schachfiguren und jeder Normalbürger nur eine Nummer. Man testet in Griechenland wie radikal und in welchem Tempo marktradikale Konzepte umzusetzen sind.

Hier nun der Artikel.

Gerard McGovern, „Griechisches Parlament“. Some rights reserved (CC). Quelle: wikimedia.orgNach der Finanzkrise ist der Neoliberalismus so lebendig wie nie zuvor. Die Apologeten des freien Marktes sind dabei die öffentliche Debatte zu drehen und liefern eine neue Erklärung für die Krise: Nicht zuviel, sondern zu wenig freier Markt wäre die Ursache für den Crash gewesen. Damit wird die Legitimation für die Wirtschaftspolitik der EU gleich mitgeliefert.

Von Sebastian Müller
Man trifft auf diese Erzählung immer häufiger: Die Finanzkrise geht auf die Kappe der Staaten, sprich auf ihre Eingriffe in das Marktgeschehen. Erst die Vorgabe der US-Regierung, finanziell schwache US-Bürger mit günstigen Immobilienkrediten zu versorgen, konnte zu jener Immobilienblase führen, die die Finanzkrise 2008 ausgelöst hatte.

Diese Erzählung teilt natürlich die INSM, teilen Politiker wie Frank Schäffler und etliche Ökonomen aus der nach wie vor neoklassisch geprägten Wirtschaftswissenschaft. Zwar hat sie ihren wahren Kern, doch sie greift nicht nur zu kurz, sondern wird auch für den darauf aufbauenden Mythos instrumentalisiert, der da lautet: Der Freie Markt kann nicht an der Krise schuld sein, weil er kaum existiert. Ergo ist nicht das Versagen der Märkte, sondern die sozial temperierte Regulierungspolitik der Staaten der Krisenauslöser, so jene Logik, die die Geschichte der Finanzkrise umschreiben will.

Es bedarf eigentlich nicht der Erwähnung, dass diese Sichtweise angesichts einer nun über 30 Jahre währenden Epoche des staatlichen Rückzuges, der Deregulierung und Privatisierung unter der Regie des Neoliberalismus entweder zynisch oder aber paradox ist. Doch genau hier ist man an einem zentralen Punkt der neoliberalen Strategen angelangt: Für sie ist der Neoliberalismus nicht existent. Dieser Begriff ist für die Befürworter eines deregulierten Marktes lediglich ein linkes Hirngespinst. Die Freiheit des Marktes hingegen ergibt sich aus ihrer Sicht ganz allein aus einer pragmatischen Weltsicht.

Und als hätte es die “Reformen” der letzten Jahrzehnte nicht gegeben, fordert man nun noch mehr von der Dosis, die den Patienten krank gemacht hat.

Rezept “Schocktherapie”

Ganz zufällig weist man so nicht nur die geistige Verantwortung für die Finanz- und sogenannte Staatsschuldenkrise weit von sich, sondern legitimiert damit auch die “Reformen” der Troika (IWF, EZB und EU-Kommission), die sich mit Griechenland ein neues Laboratorium für eine neoliberale “Schocktherapie” eingerichtet hat.

Es handelt sich nicht nur um einen historischen Rückgriff auf eine unheilvolle Geschichte – im wirtschaftspolitischen Kontext wird der Begriff vor allem mit den radikal-marktwirtschaftlichen Reformen in den Ostblockländern der 90er Jahre in Verbindung gebracht, und bereits im März 1975 sprach auch Milton Friedman bei einem Besuch in Chile von der Notwendigkeit einer „Schockbehandlung“ – sondern auch um den zweiten großen Streich des Hegemonialapparates Neoliberalismus.

Was Friedman unter einer Schockbehandlung verstand, sollte sich unmittelbar nach dem erfolgreichen Putsch gegen den marxistischen Präsidenten Salvador Allende zeigen. Mit der Unterstützung des brutalen Pinochet-Regimes war den marktradikalen Experimenten anders als in den westlichen Demokratien de facto keine Grenzen gesetzt.

Augusto Pinochet ließ Friedmans monetaristische Preisstabilitätspolitik gnadenlos umsetzen. Unter extrem hohen sozialen Kosten wie Armut, Repression und Unterdrückung konnte das Regime die unter der Allende-Regierung und durch die Boykottaktionen der USA stark angestiegene Inflation erfolgreich senken. Dabei stiegen die Lebenshaltungskosten 1973 auf über 500 Prozent, bis Juli 1974 weiter um 176 Prozent. Im Ausland stießen diese Maßnahmen auf Wohlwollen, bereits wenige Tage nach dem Staatstreich rief die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu Investitionen in Chile auf, die USA leisteten wieder massive Wirtschaftshilfe.

Das erste Experiment

Unter der Regie der sogenannten Chicago Boys setzte das Regime ein umfassendes Deregulierungs- und Privatisierungsprogramm durch, das auch weite Teile des Gesundheitswesens und der Bildung betraf. Bis 1979 wurden 20 Prozent der Staatsbediensteten entlassen und der Staatshaushalt um die Hälfte zusammengestrichen. Eine Steuerreform verringerte den Anteil direkter und progressiver Steuern. Auch das erste Kapitel der wenig später überall einsetzenden Liberalisierung der Finanzmärkte und des Kapitalverkehres (der Grundstein für den Finanzmarktkapitalismus und ein entscheidender Auslöser der heutigen Finanzkrise) wurde hier geschrieben. Im Arbeitsrecht wurden unter anderem der Kündigungsschutz in der Privatwirtschaft und das Streikrecht abgeschafft. Unter dem Chicago Boy José Piñera, seit 1978 Arbeitsminister, wurde das chilenische Rentensystem komplett von einem umlagenfinanzierten auf ein kapitalgedecktes System umgestellt.

Mit der neoliberalen Wirtschaftspolitik und der us-amerikanischen Unterstützung kam es zu zwischen 1977 und 1980 zu einem Wirtschaftsaufschwung. Gleichzeitig ging jedoch die Schere zwischen Arm und Reich wieder deutlicher auseinander, breite Bevölkerungsschichten verarmten und die Arbeitslosigkeit sank nicht unter 15 Prozent.

Neues Schlachtfeld Europa

Gut 30 Jahre später werden in Griechenland ganz ähnliche Methoden angewandt. Es wiederholt sich nun jenes Experiment auf dem europäischen Kontinent, mit dem die Pioniere des Neoliberalismus unter Friedman seit 1975 in Chile testen wollten, wie weit sich die Informationsgewalt des Marktes umsetzen ließ.

Der durch den finanziellen Bankrott entstandene nationale Souveränitätsverlust Griechenlands hat die Möglichket für ein europäisches Laboratorium geschaffen, um zu proben, wie radikal und in welchen Tempo marktradikale Konzepte umzusetzen sind, ohne dass es zu einem Volksaufstand kommt.

Nachdem das chilenische Modell in den 90er Jahren nicht nur in ganz Südamerika, sondern auch in Osteuropa Schule machte, dient Griechenland nun als Prototyp für eine zweite neoliberale Reformwelle in der gesamten EU. In letzterem Fall handelt es sich um ein radikalisiertes deutsche Agenda 2010-Konzept – wenn man so will um eine Agenda 2020.

Hier weiterlesen:

http://le-bohemien.net/2012/11/01/das-zweite-experiment/

Gruß Hubert

Veröffentlicht 22. November 2012 von hubert wenzl in Politik

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Evanescence – Bring me to life (Official Video)   Leave a comment

 

Evanescence – Bring me to life (Official Video)

 
Bring Me to Life – Songtext Übersetzung:

 
Wie kannst du in meine Augen
Wie durch offene Türen sehen
Ich führe dich hinunter in mein Innerstes
Wo ich so gefühlslos geworden bin
Ohne eine Seele
Mein Geist schläft irgendwo in der Kälte
Bis du ihn dort findest und ihn zurück in seine Heimat führst

(Wecke mich auf!)
Wecke mich innerlich auf
(Ich kann nicht erwachen)
Wecke mich innerlich auf
(Rette mich!)
Rufe meinen Namen und rette mich vor der Dunkelheit
(Wecke mich auf!)
Bringe mein Blut zum fließen
(Ich kann nicht erwachen)
Bevor ich in mir zusammenbreche
(Rette mich!)
Rette mich vor dem Nichts das ich geworden bin

Jetzt da ich weiß was mir fehlt
Kannst Du mich nicht einfach verlassen
Mache mich mit deinem Atem lebendig
Hole mich ins Leben

(Wecke mich auf!)
Wecke mein Innerstes auf
(Ich kann nicht erwachen)
Wecke mein Innerstes auf
(Rette mich!)
Rufe meinen Namen und rette mich vor der Dunkelheit
(Wecke mich auf!)
Bringe mein Blut zum fließen
(Ich kann nicht erwachen)
Bevor ich in mir zusammenbreche
(Rette mich!)
Rette mich vor dem Nichts das ich geworden bin
Hole mich ins Leben

(Ich habe eine Lüge gelebt)
(Es ist nichts innerhalb)

Hole mich ins Leben

Innerlich eingefroren ohne deine Berührung, ohne deine Liebe, mein Liebling
Nur du bist das Leben unter den Toten

Ich kann nicht glauben, dass ich es in der ganzen Zeit nicht sehen konnte
Tappte im Dunkeln, doch du warst direkt vor mir
Es scheint, als hätte ich tausend Jahre geschlafen
Mußte meine Augen für alles öffnen
Ohne einen Gedanken, ohne eine Stimme, ohne eine Seele
Lass mich hier nicht sterben
Es muss noch mehr geben
Hole mich ins Leben

(Wecke mich auf!)
Wecke mein Innerstes auf
(Ich kann nicht erwachen)
Wecke mein Innerstes auf
(Rette mich!)
Rufe meinen Namen und rette mich vor der Dunkelheit
(Wecke mich auf!)
Bringe mein Blut zum fließen
(Ich kann nicht erwachen)
Bevor ich in mir zusammenbreche
(Rette mich!)
Rette mich vor dem Nichts das ich geworden bin
Hole mich ins Leben

Ich habe eine Lüge gelebt
(Es ist nichts innerhalb)

Hole mich ins Leben

http://www.golyr.de/evanescence/songtext-bring-me-to-life-357275.html

Veröffentlicht 22. November 2012 von hubert wenzl in Musik

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