Der Ton wird rauer   Leave a comment

Es ist ja nichts neues dass Kirchenkreise, Religiöse, nicht zimperlich sind, wenn es darum geht Gegner – von ihnen aus gesehen Feinde – zu diffamieren. Dafür gibt es genug Beispiele. Man denke da nur an bestimmte Bischöfe oder Kardinäle (Kard. Meisner).
Siehe:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/predigt-gegen-pid-kardinal-meisner-vergleicht-embryonentests-mit-biblischem-kindermord-a-736904.html
oder auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Joachim_Meisner

Hier aber nun zum Beitrag des „gbs“.

Warum die Kritiker der gbs (Giordano Bruno Stiftung) immer häufiger zu Diffamierungsstrategien greifen

Viel Feind‘, viel Ehr‘, heißt es. Tatsächlich lässt sich der Erfolg einer neuen sozialen Organisation daran bemessen, zu welchen Diffamierungsstrategien sich ihre Kritiker genötigt sehen. Insofern sind die massiven Angriffe, denen die Giordano-Bruno-Stiftung derzeit ausgesetzt ist, auch als Zeichen dafür zu betrachten, dass die Positionen, die die Stiftung vertritt, mehr und mehr Zustimmung in der Bevölkerung finden. Ein Kommentar von Michael Schmidt-Salomon.

Im letzten Jahrzehnt hat in vielen Ländern der Welt ein historisch einzigartiger Säkularisierungsschub stattgefunden, der allmählich auch auf politischer Ebene Wirkungen zeigt. So haben amerikanische Sozialforscher herausgefunden, dass Barack Obama seine Wiederwahl zum Präsidenten nicht zuletzt den religionsfreien Menschen (der am schnellsten wachsenden weltanschaulichen Gruppe in den USA – jeder vierte Obama-Wähler zählt dazu!) verdankt. Ausgehend von ihren Analysen prognostizieren Wahlforscher für die nähere Zukunft, dass die amerikanischen Säkularisten auf die Politik der Demokraten einen ähnlich großen Einfluss haben werden wie die Evangelikalen auf die Politik der Republikaner.

Noch stärker als in den USA fiel der Säkularisierungsschub in Deutschland aus. Eine stabile Mehrheit der deutschen Bevölkerung führt heute ein Leben frei von religiösen Dogmen und bezieht in ethischen Fragestellungen Positionen, die deutlich von traditionellen Glaubensvorstellungen abweichen. Dies wurde u.a. am vergangenen Montag im Rahmen der „hart aber fair“-Sendung zur Sterbehilfe mit gbs- und hpd-Fördermitglied Dr. Uwe-Christian Arnold wieder deutlich, sprachen sich doch über 90 Prozent der Website-Besucher für das Recht des Menschen auf ein selbstbestimmtes Sterben aus.
Kein Wunder, dass es Bruder Paulus Terwitte, der als Vertreter der Kirche zur Sendung eingeladen war, angesichts des verlorenen Postens, auf dem er sich befand („Das Leiden gehört zum Leben und Gott bestimmt, wann das Leben endet)“, ein wenig fröstelte.

Mittlerweile spiegelt sich die veränderte Sichtweise der Bevölkerung, die es nicht mehr hinnimmt, dass religiösen Gruppen verfassungswidrige Sonderrechte eingeräumt werden, auch in entsprechenden Gerichtsurteilen wider. In diesem Zusammenhang ist nicht nur das berühmte Beschneidungsurteil des Landgerichts Köln zu erwähnen, sondern auch die am gestrigen Dienstag veröffentlichte Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts, das das generelle Streikverbot in kirchlichen Unternehmen aufhob – ein wichtiger Schritt im Kampf für die Gewährung von Grundrechten in religiösen Institutionen.

[…]
Galt die Stiftung lange Zeit als Institution einer gesellschaftlichen Randgruppe, die man nicht sonderlich ernstnehmen müsse, wird sie nun mehr und mehr stilisiert zur „treibenden Kraft einer säkularen Mehrheit“, die angeblich „in aggressiver Weise die Rechte religiöser Minderheiten beschneiden möchte“.

Besonders deutlich wurde diese neue Argumentationsfigur im Rahmen der Debatte um die medizinisch nicht indizierte Knabenbeschneidung. In einem höchst tendenziösen Pro-Beschneidungsgutachten des American Jewish Committee (kritisch hierzu siehe u.a. die Stellungnahme des Präsidenten des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Dr. med. Wolfram Hartmann), das an sämtliche Bundestagsabgeordneten versandt wurde, wurden insbesondere der gbs „antisemitische Motive“ unterstellt – wobei die Autoren offenbar nur zu gerne übersahen, dass die gbs-Kinderrechtskampagne nun gerade von jüdischen (!) Beschneidungskritikern angeregt und unterstützt wurde.

In die gleiche Kerbe schlug Micha Brumlik mit einem Kommentar in der TAZ, der versuchte, die gbs und ihre Kinderrechtskampagne mithilfe vermeintlich antisemitischer Äußerungen Giordano Brunos aus dem 16. Jahrhundert zu diffamieren.

[…]
Woher nimmt er diese Sicherheit? Allem Anschein nach hat Brumlik die letzte Veröffentlichung der Hanns-Seidel-Stiftung (CSU) gelesen – zumindest wirken seine Anschuldigungen wie 1zu1-Kopien der Anwürfe aus dem kirchenfreundlichen Band „Staat und Kirche im 21. Jahrhundert“. Denn selbstverständlich gilt die Giordano-Bruno-Stiftung auch bei den CSU-Autoren als militant atheistisch, intolerant, oberflächlich, einseitig naturwissenschaftlich orientiert und dogmatisch. Aber immerhin weiß man bei ihnen, wie man das politisch einzuordnen hat. Schließlich ist es das Hauptziel ihrer Veröffentlichung, die ins Rutschen geratenen Kirchenprivilegien (etwa die Möglichkeit, homosexuellen Menschen zu kündigen, Angestellte weltanschaulich zu diskriminieren und Streiks zu verhindern) zu sichern. Das erklärt auch, warum sich die CSU-Kirchenapologeten so sehr bemühen, die deutsche Geschichte zu verfälschen, warum sie von einem „gottlosen Nationalsozialismus“ sprechen, obwohl der Atheismus unter den Nazis als Ausdruck einer „jüdisch-bolschewistischen Weltanschauung“ galt, warum sie die katholischen Stimmen zu Hitlers „Ermächtigungsgesetz“ und das zum Teil bis heute gültige „Reichskonkordat“ ebenso verschweigen wie das Herausschleusen von Nazi-Verbrechern über den Vatikan.

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Der-Ton-wird-rauer

Gruß Hubert

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