Archiv für 15. September 2013

Kirche & Vatikan   2 comments

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Die katholische Kirche betont ihre Wichtigkeit und ihre absolute Notwendigkeit indem sie behauptet außerhalb der Kirche gibt es kein Heil (extra ecclesiam salus non est). Siehe am Fußende die Erklärung *) Die Kirche hatte stets eine Abneigung dagegen, wenn Menschen aus eigenem Antrieb heraus ein ethisches Leben führten. Sie sah das als Ketzerei und Rebellion gegen ihre Autorität. Sie lehnt jede Art von Selbstbestimmung ab. Sie will den Kurs bestimmen – ist ja logisch – so ist auch ihre Macht erst möglich.

Auszug.

Kirche & Vatikan

Die Falschmünzung der Wahrheit durch Kirchenfürsten lässt sich bis zum heutigen Tag erstaunlich oft feststellen. So ließ sich der Wojtyla-Papst Johannes Paul II. als größter Friedensfürst der Erde feiern, weil er auf der Woge der (berechtigten) Empörungen gegen den Irakkrieg mitschwamm, nachdem er vorher zu Clintons Militärschlag gegen die irakische Zivilbevölkerung, zu Afghanistankrieg, zu den Verbrechen Scharons, Baracks und Netanjahus an den Palästinensern, dem Nato-Bombardement Serbiens, geschwiegen hat.

Seine Nachfolger Joseph Ratzinger und nun Papst Franziskus reihen sich nahtlos ein, viele systemkonforme – am Rande pseudokritische – Reden werden gehalten, doch der Machterhalt und die Kontrolle der gläubigen Schafe steht über der Wahrheit und Freiheit.

Wahrlich, Friedensfürsten, wie sie im Buche stehen!

Zum verlogenen Ideal der kirchlichen Bescheidenheit und Demut passt auch der päpstliche Wahn, „Stellvertreter Gottes“ auf Erden zu sein. Dass er sich außerdem die Titel „Beherrscher des Erdkreises“ und „Meister des Universums“ zugelegt hat, wissen die wenigsten, weil diese Titel von Päpsten des Mittelalters erfunden wurden. Aber es ist doch bezeichnend, dass kein Papst des 19., 20. oder 21. Jahrhunderts auch nur im Traum daran dachte, diese Titel zu streichen.

Auch leugnet die Kirche gern und häufig das Fehlen eines ökologischen Engagements und ihre tierfeindliche Haltung. Dennoch betont sie weiterhin die Seelenlosigkeit der Tiere und segnet die Jagd und die Jäger.

[…]
Schiller hat einmal gesagt: „Es ist gewiß von einem sterblichen Menschen kein größeres gesprochen worden als dieses Kantische.“

„Bestimme Dich aus Dir selbst!“

Genau gegen dieses Prinzip ist das kirchliche Denken gerichtet! Die Kirche hatte stets eine Aversion gegen jegliches Bestreben, aus eigenem Antrieb, aus sich selbst heraus, aus eigener Kraft ein ethisches Leben zu führen. Darin sah sie stets pelagianische (selbster-lösende) Ketzerei und Rebellion gegen ihre Autorität. In diesem Sinne haben auch beide Amtskirchen die lutherische Rechtfertigungslehre unterschrieben, die den Glauben grundsätzlich über die Ethik stellt. Gute Taten sind danach, wenn sie nicht aus dem Glauben und der Gnade entspringen, im Grunde wertlos.

Auch die katholische Kirche entmündigt ja den Menschen, zumal sie faktisch die Möglichkeit der Gewissenskontrolle durch die Kirche beinhaltet. Die Politik ganzer Staaten und Länder wurde negativ beeinflusst, dass Priester, insbesondere Jesuiten (Papst Franziskus), die Beichtväter von Kaisern, Königen und Fürsten waren.

Und schließlich muss noch auf das Christus-Dogma hingewiesen werden, wonach Christus die Sünden aller Menschen auf sich genommen habe. Dieses Dogma kommt der Vernichtung aller Ethik gleich – so gebietet sich die gegenwärtige oberflächliche Gesellschaft.

Denn wenn ein Mensch nicht über seine eigenen Sünden, seine eigene Schuld, seine eigene Schlechtigkeit verfügt, verfügt er logischerweise auch nicht über seine eigenen Tugenden, seine eigene Ethik. So stellt sich, wie auch Voltaire meinte, die Frage, wozu ein Mensch eigentlich existiert, wenn Christus seine Sünden auf sich nimmt.

Wie konnte es zur Inquisition kommen?

1. Die individuelle Vernunft und das individuelle Gewissen des Menschen bedeuten gar nichts, weil der aus sich selbst heraus denkende und handelnde Mensch ein Nichts darstellt. Nur durch Unterwerfung unter Thron und Altar erwirbt der Mensch überhaupt erst einen minimalen Wert.

2. Die Kirche ist absolut notwendig, um den Menschen erst zum Menschen zu machen. Wendet man sich von der Kirche und dem Staat ab, verliert man seinen Wert und seine Menschenrechte.

Das ist doch im Grunde auch heute noch die Ideologie des Kirchenstaates Deutschland, weil hier eben die Kirche im Widerspruch zum Gegensatz Staatskirche ist, alle anderen Religionsgemeinschaften als Sekten hinstellt und sie vom Staat, von willfährigen Politikern verfolgen lässt.

http://pravdatvcom.wordpress.com/2013/05/16/friedrich-schiller-die-rauber-von-heute/

*)

Extra ecclesiam salus non est – Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil.

Der Grundgedanke, dass es außerhalb der katholischen Kirche kein Heil gibt, wurde in der Allgemeinen Kirchenversammlung zu Florenz (1438–1445) als Dogma festgeschrieben:
„[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, daß ‚niemand außerhalb der katholischen Kirche — weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter — des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, daß die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und daß nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt‘ (Fulgentius).“
http://de.wikipedia.org/wiki/Extra_ecclesiam_nulla_salus

Gruß Hubert