Archiv für 18. Oktober 2013

Neues von Tebartz van Elst   Leave a comment

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Dieser Bischof Tebartz van Elst liefert Atheisten eine Steilvorlage nach der anderen. Bei Recherchen fand ich heraus, dass der aus bäuerlichen Verhältnissen stammende TVE seinen Schäfchen Bescheidenheit predigt. Wie man weiß hält der Protz-Bischof ja nicht viel davon. Der Vatikan tut sich ja schwer Bischöfe des Amtes entheben, das tut der Papst partout nicht gern. Er wäre sehr erleichtert, wenn das TVE selbst tun würde. Der macht aber bis jetzt keine Anstalten dazu. Jedenfalls freuen sich Satiriker, Kabarettisten und Atheisten über diesen Mann.

tammox2 schreibt folgendes:

Das nennt man wohl „Opfer der eigenen Erfolgs werden.“

Da ich immer ein Kamphaus-Fan war; sofern man überhaupt einen katholischen Pfaff nett finden kann – aber immerhin hat er sich hart gegen Ratzinger gewehrt – beobachtete ich seinen Nachfolger TVE natürlich sehr genau.
Ratzinger erhob während seines Pontifikats ohnehin nur erzkonservative Fundis in höhere Positionen. Daß er aber in Limburg nach dem renitenten Franz Kamphaus, der sich hartnäckig weigerte schwangere Frauen, die Hilfe suchten, wie vom Vatikan gewünscht mit einem Fußtritt vor die Tür zu setzen, ein Exempel statuieren würde, erwartete ich von Anfang an.
Und was hatte ich dann für ein Glück!
Der Papst mit den Panzerknackeraugenringen, der Palpatine-Optik, dem scharfen Verstand („Kondome verschlimmern das Aidsproblem“), dem Herz für Kinderficker und Holocaustleugner ernannte einen Bischof, der schon bald auf Limburger Ebene ebenso viele Christen aus der Kirche treiben sollte, wie Ratzi auf europäischem Niveau.
Der schönste und bescheidenste Bischof Deutschlands ist natürlich mein Lieblingsbischof; der hier schon viel zitierte Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst.
Er liebt Prunk und Protz, er hat keine Skrupel zu lügen oder gar falsche Eidesstattliche Erklärungen abzugeben und ist zudem auch noch stramm konservativ.
Das Bistum Limburg brachte er wieder auf strammen Vatikankurs.
Gläubige jagte er in Scharen davon.
Einsam, einsamer, Franz-Peter Tebartz-van Elst: Erst distanzierten sich ranghohe Kirchenleute von dem Bischof. Jetzt laufen ihm auch noch seine Schäfchen davon: Nach Informationen des SPIEGEL hat die Zahl der Kirchenaustritte im Bistum Limburg angesichts des anhaltenden Skandals um den Bischof erheblich zugenommen; das zeigen die Zahlen mehrerer Amtsgerichte. Insgesamt haben seit seinem Amtsantritt zum Jahresbeginn 2008 bis Ende vergangenen Jahres rund 25.000 Katholiken die Limburger Kirche verlassen.  So war die Zahl der Austritte beim Amtsgericht Limburg im Jahr 2012 mehr als doppelt so hoch wie 2004, als Tebartz-van Elst noch nicht im Amt war. Eigentlich müssen Katholiken ihren Austritt aus der Kirche nicht begründen und dennoch tun es manche: Sie stören sich demnach am „Protzbau“ des Bischofs, an seinem autoritären Führungsstil, an seinem Erste-Klasse-Flug nach Indien. […]
 (Spon 29.09.13)

Während für Normalsterbliche ein Flug in der Business Class schon wie der pure Luxus erscheint und man über die enorme Beinfreiheit und den Service staunt, ist dieser um ein vielfaches als die Holzklasse teurere Flug noch lange nicht gut genug für TVE. Exzellenz fliegt First Class in die Indischen Elendsviertel zu den hungernden Kinderchen und kann das auch sehr gut begründen.

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Tebartz van Elst_Bischof
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Stellen sie sich vor, ich wäre in Angesicht derer, die sich so auf den Besuch gefreut haben, die ich vier Jahre vertrösten mußte, bis ich endlich kommen konnte, eingeschlafen, weil ich übermüdet gewesen wäre! Ich glaube, das hätte keine Freude gefunden.

(Wenn man hier oben auf die 3 Zeilen klickt, sieht man ein VIDEO)
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Es ist doch schön, daß nach dem politischen Aus der Bundes-FDP wenigstens noch einer Futter für die Satiriker liefert.
Stellt man die Ironiemodus mal kurz aus, ist TVE tatsächlich ein Glücksfall für die Atheisten. Selbstherrliche völlig abgehobene Lebensweise, kombiniert mit absolut nicht mehr zeitgemäßen Ansichten und einer geradezu abstoßenden Physionomie.
Natürlich kann TVE nichts dafür wie er aussieht und seine Häßlichkeit hat auch keinerlei Relevanz für seinen Charakter.
Aber in der Metaphysik des Glaubens spielt Sympathie zwischen Gläubigen und ihrem Hirten eine enorme Rolle. Welche Religion ein Führer propagiert ist geradezu nachrangig, wenn er nur gemocht und adoriert wird.
Ich behaupte, daß einem schönen Bischof wie Gänswein, dem „George Clooney des Vatikans“ (ungerechterweise) die Herzen leichter zufliegen als den phänotypisch zumindest stark benachteiligten Gestalten wie Bischof Haas, Krenn oder TVE.
Ein TVE, der fest auf dem Bischofsthron verankert ist und kontinuierlich sein katholisches Unwesen treibt, während man von satirischer und atheistischer Perspektive über seine Machenschaften aufklärt, ist ideal. Schon im kleinen Limburg trieb er 25.000 zahlenden Kirchenmitglieder aus der RKK! Was hätte Er erst als Erzbischof, Kardinal und Apostolischer Legat von Köln erreichen können?
Es war eine ideale Symbiose .
TVE lieferte Vorlage um Vorlage und die (kleine) atheistische hatte beständig etwas zu lachen. Es gibt atheistische TVE-Fangruppen auf YouTube und auch der Postillion entdeckt die Witzfigur des deutschen Episkopats.
Ein TVE im Bistum wirkt wie eine Buttersäuregranate, die man in eine Hochzeitsgesellschaft wirft.
Was haben wir schon über IHN  gelacht.
Unglücklicherweise haben die TVE-Witze ihre Nische verlassen und breiten sich im Mainstreambereich aus. Oliver Welkes Heute Show berichtet ebenso zuverlässig über TVE wie der Postillon, das Titanic-Magazin oder Boulevardmagazine.
Ähnlich sieht es im seriösen Fach aus. Die liberaleren Journalisten der SZ senken ebenso die Daumen über TVE, wie die stramm konservativen Kollegen von WELT und FAZ.

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Autoritätsverlust eines überforderten Bischofs […]

Seit Monaten steht Tebartz wegen eines umstrittenen Neubaus in der Kritik. Auf dem Limburger Domberg ließ er ein „Diözesanes Zentrum“ mit Bischofswohnung, einem Schwesternhaus und weiteren Räumen bauen. Ursprünglich sollte der Komplex, der 2010 begonnen und im vergangenen Juni fertig gestellt wurde, 5,5 Millionen Euro kosten.
Nachdem schon länger absehbar war, dass die Summe in Wahrheit viel höher liegen würde, teilte das Bistum nun am Montagabend mit, das Ganze werde insgesamt rund 31 Millionen Euro teuer.
Das ist mehr als fünf Mal so viel wie ursprünglich veranschlagt. Damit steht Tebartz einmal mehr als überforderter Behördenleiter da, der ein Großprojekt nicht überblicken kann. Als Liebhaber von Protz und Pomp , der sich ein millionenschweres Luxusanwesen genehmigt hat. Als Problembischof, der nicht einmal mehr einen öffentlichen Auftritt in der hessischen Landeszentrale für politische Bildung wagen kann, aus Angst vor der Empörung der Menschen.   […]   Der Autoritätsverlust des Franz-Peter Tebartz-van Elst setzt sich damit fort. Gläubige unterschreiben Protestbriefe gegen ihn, Priester begehren öffentlich gegen ihn auf, Amtsbrüder wie die Kardinäle Reinhard Marx und Karl Lehmann gingen öffentlich auf Distanz. Der Sprecher des Limburger Priesterrats, Reinhold Kalteier, sagte der „Welt“: „Ich kann mir nicht vorstellen, wie der Bischof in dieser Situation sein Amt noch ausfüllen kann.“ Werner Otto, Frankfurter Pfarrer und Sprecher des bischofskritischen „Hofheimer Kreises“, forderte den Rücktritt des Oberhirten.

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Bischof Tebartz-van Elst „Er ist entweder ein Betrüger oder krank“

[…] Der Priesterrat in Limburg befürwortet den Rücktritt von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Der Sprecher des Priesterrates, Reinhold Kalteier, sagte am Dienstag im Hessischen Rundfunk: „Den Rücktritt zu fordern, das ist Sache des Papstes. Ich persönlich wüsste, was ich zu tun habe.“
Zuvor war bekanntgeworden, dass sich die Kosten für die Errichtung des Bischofshauses auf dem Limburger Domberg auf mindestens 31 Millionen Euro belaufen – das ist mehr als das Fünfzehnfache des ursprünglich vorgesehenen Betrags. Aus welchen Quellen das Geld stammt, ist bislang nicht bekannt. […] In der F.A.Z. ließen sich die drei Mitglieder des Rates, darunter der vormalige Chef der hessischen Staatskanzlei Riebel (CDU) und der Vorstandsprecher der in Köln ansässigen Josefs-Gesellschaft, einem der bundesweit größten kirchlichen Träger von Sozialeinrichtungen, daraufhin mit den Worten zitieren, sie seien  „durch den Bischof von Limburg hinter das Licht geführt worden“. Riebel sagte der F.A.Z. am Dienstagabend über das Verhalten des Bischofs: „Ich kann es mir nur so erklären, dass der Bischof von Limburg entweder ein raffinierter Betrüger oder krank ist.“
Auf die Frage nach den Konsequenzen, die der Bischof ziehen solle, sagte der frühere Politiker, das müssten der Bischof und der Heilige Vater in Rom entscheiden. „Wenn der Bischof ein Ehrenmann wäre, wäre die Entscheidung klar.“   […]
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Siehe auch:

Er liebt Prunk und Protz, er hat keine Skrupel zu lügen oder gar falsche Eidesstattliche Erklärungen abzugeben und ist zudem auch noch stramm konservativ.
Das Bistum Limburg, welches unter seinem äußerst beliebten Vorgänger Franz Kamphaus als liberal galt, brachte er wieder auf strammen Vatikankurs.
Der notorisch unprätentiöse Kamphaus, der so gar keine persönlichen Bedürfnisse hatte, sein Geld spendete, in einer kleinen Zelle des Priesterseminars wohnte, während er seinen Bischofssitz einer tamilischen Flüchtlingsfamilie überließ, ist in Vergessenheit geraten.
Heute steht das kleine Limburg, welches Teile der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz beinhaltet mit seinen 650.000 Katholiken und gut 300 Pfarreien für das diametrale Gegenteil: Uralte kirchliche Titel, teuren Tand, Luxusverliebtheit und Karrieredenken.
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Gruß Hubert
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Veröffentlicht 18. Oktober 2013 von hubert wenzl in Kirchenkritik, Religionskritik

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Die Tea Party und ihr radikaler Konservatismus   Leave a comment

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Es ist klar, dass die derzeitige Krise im amerikanischen System tiefere Gründe hat als ein paar durchgeknallte religiöse Ultras von der Tea Party. Es war auch kein Sieg für Obama, denn Mitte Jänner geht das Theaterspiel weiter. Aber mir geht es in diesem Artikel darum um die Denkweise dieser ultrarechten Radikalen, die mir nicht richtig zu ticken scheinen. Wie kann ein halbwegs normal Denkender zum Beispiel gegen die Gesundheitsvorsorge in den USA sein, die uns in Europa viel zu wenig weitreichend wäre? Erschreckend ist auch die gehässige und unnachgiebige Art Politik zu machen. Auch das Vokabular passt dazu: die Tea-Party habe nur eine Schlacht verloren und nicht den Krieg, meinten sie. Aber beim Hass tun sich ultrareligiöse Christen ja viel leichter als bei der Liebe. Liebe ist in der „Liebesreligion“ nur ein Wort.

Hier ein Artikel von tammox2

Auszug.
Geistig zurückgebliebene Radikalinskis wie Palin und Bachmann, sowie bösartige ultrarechte Demagogen und Lügner wie Rubio und Ryan sind für die Wähler aus der Mitte einfach zu extrem.

Andererseits vertreiben die wenigen verbliebenen Republikaner, die noch halbwegs zurechnungsfähig sind – wie zum Beispiel der neue Verteidigungsminister Chuck Hagel oder der einstige Hoffnungsträger Chris Christie – die fanatisierten Teebeutler von den Urnen.

Schwer vorstellbar, daß sich demnächst eine republikanische Führungsfigur finden läßt, die wie einst Ronald Reagan das ganze GOP-Spektrum abdeckt.

Das Spektrum ist nämlich breiter und bunter geworden.

Langfristig wird eine zerfasernde GOP die Mehrheitsfähigkeit verlieren und den Demokraten wieder Mehrheiten in beiden Kongresskammern ermöglichen.

Sie könnten sich dann auch wieder ein bißchen nach links orientieren – so wie es sich die Basis wünscht.

Dann könnte es wieder voran gehen in Amerika.

Insofern bin ich froh über jeden rechtsextrem-religiösen Spinner im GOP-Lager, der sich und seine Partei mehr ins Aus schießt.

Der elfte geistige Gigant des Konservatismus (GGK), den ich in dieser neuen Reihe vorstellen möchte bringt alles mit, das man sich von einem amerikanischen Fundi wünscht: John Anthony Barrasso (* 21. Juli 1952 in Casper, Wyoming) ist Republikaner aus Wyoming, seit 2007 US-Senator, Orthopäde, Tea Party Caucus-affin, ultrakonservativ, Anhänger der Lebensrechtsbewegung, fundamentalistisch christlich als gläubiger Presbyterianer und Mitglied der National Rifle Association.

Aus seiner medizinischen Ausbildung, er wurde einst mit dem Titel „Wyoming Physician of the Year“ ausgezeichnet, kann er die Gefährlichkeit von Homosexualität ableiten. Außerdem weiß er als Orthopäde natürlich genau, daß Masturbation Rückenmarksschwund verursacht.

Seine politischen Einstellungen waren nie ein Geheimnis und wurden schon vor seiner Vereidigung als Senator diskutiert.

(Es folgt jetzt ein Absatz in englischer Sprache, und später noch ein paar, wer will kann es ja bei tammox2 lesen, wenn des Englischen mächtig, bzw. es per Internet übersetzen lassen).

 Nun gut, daß die GOPer Schwulenhasser sich oft selbst als schwul herausstellen, ist eine Binsenweisheit. Das ist wie bei den Katholiban. Wer selbst NICHT schwul ist, dem kann es herzlich egal sein, wenn andere Männer in ihren Schlafzimmern zusammenliegen.

Sein Sprachrohr ist, wie sollte es anders sein, FOX-News. Auftritte kündigt Barrasso stolz über Facebook an.

[…]

Ein bißchen ungünstig kommt es natürlich, daß  Barrosso vor ein paar Tagen von dem Blogger Michael Rogers  (= D.C.-based LGBT advocate best known for outing closeted gay politicians who publicly oppose and vote against LGBT equality, struck again yesterday, outing anti-gay Wyoming Republican Senator John Barrasso on Twitter) als schwul geouted wurde.

Nicht gerade die feine englische Art, aber bei einem so dezidiert schwulenfeindlich agierenden Politiker ist das moralisch gerechtfertigt. Rogers weiß das und hat schon mehrere rechtskonservative GOPer geoutet.

Die Teebeutel wird diese Meldung allerdings nie erreichen, denn sie sehen nur FOX und dort ist Barrosso ein Held, und zwar ein Heterosexueller.

Der Republikaner John Barrasso, der seit 2007 im amerikanischen Senat seinen Heimatstaat Wyoming vertritt, ist von Blogger Michael Rogers geoutet worden. Auf Twitter schrieb Rogers am Sonntag:

 „Senator John Barrasso hatte bei [Nachrichtenmoderator] Chris Wallace die Chance, sich als schwul zu outen“. Danach verwendete Rogers die Hashtags „#maybenexttime“ (vielleicht nächstes Mal) und „#bustthehatecloset“ (lasst das Versteckspiel des Hasses auffliegen).

Barrasso ist einer der homofeindlichsten Senatoren in Washington. Die LGBT-Organisation Human Rights Campaign, die das Abstimmungsverhalten aller Volksvertreter misst, hat den gelernten Orthopäden immer wieder als einen der schlechtesten Abgeordneten bezeichnet; so habe der 61-Jährige in null Prozent der Fälle für Homo-Rechte gestimmt.

[….]  Privat ist Barrasso geschieden und hat 2008 erneut geheiratet. Er hat drei Kinder und beschreibt sich als gläubigen Presbyterianer. Er wurde zwei Mal mit je mehr als 70 Prozent der Stimmen von der Bevölkerung Wyomings in den US-Senat gewählt.

Rogers war bereits oft erfolgreich mit Outings

[…]

Rogers argumentiert, dass viele homophobe Politiker nur gegen Homo-Rechte stimmen, um ihre eigene sexuelle Orientierung zu verstecken. Daher oute er ausschließlich Politiker, „die Schwulen das Leben schwer machen und dabei selbst schwul sind“.