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Irgendwann

 

Totenklage für eine nahe Zukunft

 
Irgendwann
Wird uns ein kluges Kind fragen,
Warum wir ein blühendes Land,
Das die Welt einst
Als Nation der Dichter und der Denker beschrieb,
Widerstandslos
Einer Horde skrupelloser Raubtiere
Überliessen.
Irgendwann
Werden wir uns fragen lassen müssen,
Warum wir unser mündiges Denken
Völlig grundlos gegen
Abgestumpfte Dummheit tauschten.
Irgendwann
Wird man uns die Frage kiesen,
Warum wir uns nicht wehrten,
Als jegliche
Wirtschaftlichen, politischen oder gesellschaftlichen Unternehmungen
Ihren kleinsten gemeinsamen Nenner
Im Betrug am Bürger fanden.
Irgendwann
Schulden wir eine Erklärung,
Warum wir eine selbst ernannte Kaiserin
Frenetisch dafür bejubelten,
Dass sie ihr Volk
In die geregelte Armut führte.
Irgendwann
Werden wir bekennen müssen,
Ob wir dem Schmierentheater
Opportunistischer Regierungszwerge
Tatsächlich Glauben schenkten,
Die unter dem Deckmantel einer so genannten Koalition
Und der Behauptung das Volk zu vertreten,
Nur ihre eigene Macht mehren wollten,
Irgendwann
werden wir triftige Gründe komponieren müssen,
Warum wir uns mutlos
In behaglicher Gleichgültigkeit einrichteten,
Während vor unserer Tür
Die totale Verrohung von Seele und Geist
Die soziale Gemeinschaft verrecken liess.
Irgendwann
Werden wir erkennen,
Dass es zu spät ist,
Etwas zu ändern,
Weil wir dann schon
Zu müde, zu krank und zu mittellos sind,
Die Verbrecher aus den Palästen des Kapitals
Und deren hilflos regierende Marionetten
Aus den Gemächern der Macht
Zu vertreiben.
Und dann,
Irgendwann
Werden uns unsere Kinder in die Augen schauen
Und sie werden uns abgrundtief hassen.
Nicht nur weil wir ihnen
Zerstörte Städte und verrottete Dörfer,
Vergiftete Erde, kontaminierte Luft und verseuchtes Wasser
Hinterliessen,
Sondern weil wir im Namen angeblich traumhafter Profite
Auch die letzten Reste menschlicher Würde
Aus den drei Ingredienzien
Wissen, Moral und Nächstenliebe vernichtet haben.
Irgendwann
Werden die Kinder der nächsten Generation,
Im irrigen Glauben klüger zu handeln,
Als ihre Eltern,
Ihre Hand erst gegen uns
Und dann gegen sich selbst erheben,
Bis sie merken,
Dass es nichts mehr gibt,
Wofür es zu morden
Noch lohnen würde.
Das
Irgendwann
Wird dann
Das Heute von Morgen sein
Und es hat schon begonnen.
Jetzt.
(© by Dadalus Uggla, 2013)

 

Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 1. Januar 2014 von hubert wenzl in Politik

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