Archiv für 3. Januar 2014

NSA soll an Quantencomputer arbeiten   2 comments

Die NSA will wirklich gar alles durchwühlen. Sie kann es nicht ertragen, dass sie gut verschlüsselte Nachrichten nicht entschlüssen kann. Deswegen will sie jetzt an einem Quantencomputer arbeiten.
Etwas zur Quantenmechanik vorne weg: „Wenn du denkst, du verstehst die Quantenmechanik, verstehst du sie nicht“, zitiert die Zeitung den 1988 gestorbenen Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman, der als Experte für die Quanten-Theorie galt.

Hier ein Bericht von dsl-magazin

Der US-Geheimdienst NSA arbeitet einem Zeitungsbericht zufolge an der Entwicklung eines sogenannten Quantencomputers. Mit diesem soll es möglich sein, nahezu alle Verschlüsselungen zu knacken.

Washington (AFP/dpa/red) – Der Supercomputer solle in der Lage sein, nahezu alle Verschlüsselungen zu knacken, berichtete die Zeitung „Washington Post“ unter Berufung auf Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Mit dem Supercomputer könnte sich der Geheimdienst dem Bericht zufolge umfangreichen Zugriff auf Bank-, Gesundheits-, Regierungs- oder Wirtschaftsdaten verschaffen.

Technologieunternehmen wie der US-Konzern IBM arbeiten schon seit längerer Zeit an der Entwicklung von Quantencomputern, die wesentlich schneller und sicherer sein sollen als normale digitale Computer. Laut dem Bericht der „Washington Post“ betreibt die NSA ihre Forschungen zu Quantencomputern in großen, abgeschirmten Räumen, sogenannten Faradayschen Käfigen. Die NSA wolle sich zu dem Bericht nicht äußern.

Ist die NSA weiter als andere Forscher?

Experten sagten der Zeitung, es sei unwahrscheinlich, dass der Geheimdienst die Entwicklung von Quantencomputern ohne Wissen der Technologieindustrie vorantreibe. Er glaube nicht, dass die NSA weiter sei als andere Forscher, „ohne das jemand davon weiß“, sagte Scott Aaronson vom renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). Nach Einschätzung von Experten könnte es bis zum Bau eines einsatzbereiten Quantencomputers noch einige Jahre dauern.

Gängige Verschlüsselungen kein Problem mehr

Ein Quantencomputer könnte heute gängige Verschlüsselungstechniken, die beispielsweise beim Online-Banking und im E-Mail-Verkehr genutzt werden, problemlos knacken. Wie die Zeitungen „New York Times“, „Guardian“ und das US-Nachrichtenportal „ProPublica“ im September berichteten, sind die Geheimdienste aus den USA und Großbritannien allerdings auch heute schon in der Lage, verschlüsselte Kommunikation im Internet zu knacken. Gängige Verschlüsselungstechniken für E-Mails, Banküberweisungen oder Telefonate seien für die NSA und ihren britischen Partnerdienst GCHQ keine Hindernisse.

Vorschläge an Präsident Obama

Seit Juni kamen durch die Enthüllungen Snowdens eine Reihe von Spähaktivitäten der NSA und verbündeter Geheimdienste ans Licht. Zu den Abhörzielen gehörte auch das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Vor einigen Tagen legte eine Expertengruppe US-Präsident Barack Obama 46 Vorschläge für eine Begrenzung der Geheimdienstbefugnisse vor. Obama will sich im Januar dazu äußern.

Hintergrund: Was ist ein Quantencomputer?

Der Quantencomputer ist eine von mehreren Alternativen, die Wissenschaftler seit Jahren erforschen, damit auch weiterhin der wachsende Bedarf an Rechenleistung gedeckt werden kann. Zudem könnten Quantencomputer heute kaum vorstellbare Rechenleistungen ermöglichen.

Bei herkömmlichen Computern nehmen die kleinsten Bestandteile (Bits) nach den Gesetzen der Physik jeweils den Zustand Null oder Eins ein. Beim Quantencomputer können die einzelnen, Qubit genannten Teilchen dagegen mehrere Zustände gleichzeitig darstellen. Wie die „Washington Post“ am Freitag schreibt, verstehen selbst Experten der Theoretischen Physik dieses scheinbare Paradox nicht vollständig. „Wenn du denkst, du verstehst die Quantenmechanik, verstehst du sie nicht“, zitiert die Zeitung den 1988 gestorbenen Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman, der als Experte für die Quanten-Theorie galt.

http://www.dsl-magazin.de/news/nsa-soll-an-quantencomputer-arbeiten_134201.html?utm_source=nl_dsl-magazin&utm_medium=emailmarketing&utm_campaign=kw1_2014

Gruß Hubert

Nicht Technologie, sondern Politik führt v.a. zum Verlust von Arbeitsplätzen   Leave a comment

Vor allem politische Entscheidungen führten vorwiegend zum Verlust von Arbeitsplätzen.
Das wird im folgenden Artikel von annotazioni.de ausgeführt.

Auszug.

Nicht zuletzt in den aktuellen Diskussionen um Niedriglöhne und Mindestlöhne taucht bisweilen das Argument auf, dass die zunehmende Lohn-Ungleichheit auf technologischen Wandel zurückzuführen sei. Die Handlungsmöglichkeiten, so wird dann suggeriert, seien angesichts dieser nicht-politischen und kaum beeinflussbaren Ursache begrenzt.

Wir veröffentlichen im Folgenden die deutsche Übersetzung eines Artikels, der sich am Beispiel der USA kritisch mit diesem Argument auseinandersetzt und stattdessen überzeugendere Ursachen der zunehmenden Lohn-Ungleichheit aufführt.

. . . . .

In Kreisen der Eliten ist die Ansicht weit verbreitet, dass der rasche Anstieg der Ungleichheit in den USA in den letzten drei Jahrzehnten ein bedauerlicher Nebeneffekt des technologischen Fortschritts sei. Gemäß dieser Erzählung hatte Technologie den Effekt, mehrere zehn Millionen Jobs mit mittlerem Einkommen für Fabrikarbeiter, Buchhalter und ähnliche Tätigkeiten auszulöschen. Dies seien Jobs gewesen, durch die Menschen mit begrenzter Ausbildung gemeinsam mit ihrer Familie den Lebensstandard der Mittelschicht erreichten. Computer, heute Roboter und andere technologische Innovationen, reduzierten allerdings dramatisch den Bedarf an solcher Arbeit. Dies habe zur Folge, dass viele der verbleibenden Jobs in diesen Sektoren schlechter bezahlt werden und dass viele Menschen, die eigentlich Arbeitsplätze mit einem mittleren Lohneinkommen gehabt hätten, nun in die schlechter bezahlten Sektoren des Arbeitsmarkts drängten.

Diese Erzählung beruhigt und ermutigt die Eliten, denn sie bedeutet, dass Ungleichheit etwas ist, das einfach passierte – und nichts, was sie selbst herbeigeführt hätten.

Die Eliten stünden auf der Gewinnerseite, schlicht weil sie die Fähigkeiten und die Intelligenz hätten, um in einer dynamischen Wirtschaft Erfolg zu haben; anders als die großen Massen der Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihnen gegenüber zurückfallen.

[…]
Seit dem Jahr 2000 ist Beschäftigungswachstum fast vollständig auf Niedriglohn-Arbeitsplätze beschränkt gewesen. Die Beschäftigung in Arbeitsplätzen mit mittleren wie auch mit hohen Löhnen ist relativ dazu zurückgegangen. Wenn diese Verschiebung von Tätigkeiten allerdings tatsächlich die Ursache von Lohn-Trends wäre, so wäre zu erwarten, dass die Löhne etwa von Beschäftigten im Einzelhandel und von anderen Arbeiterinnen und Arbeitern im Niedriglohnbereich deutlich ansteigen.

Natürlich beobachten wir das Gegenteil. Die Beschäftigten in diesen Tätigkeitsfeldern verloren in den 2000er Jahren weiter an Boden – wie sie es auch in den beiden Jahrzehnten davor taten. In den letzten 30 Jahren hielten ihre Löhne kaum mit der Inflation Schritt.

Die Veröffentlichung von Mishel/Schmitt/Sheirholz präsentiert überzeugende Argumente dafür, dass Technologie nicht der wichtigste Faktor ist, um den Anstieg der Ungleichheit zu erklären. Tatsächlich räumt dies selbst David Autor ein, Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und ein führender Vertreter der Verschiebungsthese. In einer Kolumne der New York Times wurde er mit folgenden Worten zu der Sichtweise zitiert, dass Technologie Ungleichheit erkläre:

Das kann der politischen Debatte die Luft entziehen… Alle Ökonomen sollten diese vereinfachende Sichtweise zurückweisen.

[…]

Eine Handelspolitik, die absichtlich Fabrikarbeiterinnen und Fabrikarbeiter in direkten Wettbewerb mit niedrig bezahlten Arbeiterinnen und Arbeiter in Entwicklungsländern setzt, während Ärzte und andere hochbezahlte Berufe geschützt werden, führt erwartbar zur Umverteilung von Einkommen von ersteren zu letzteren.

Die Schwächung der Gewerkschaften ist wahrscheinlich gleichfalls ein wichtiger Faktor. Der Organisierungsgrad im Privatsektor der USA ist von über 20 Prozent in den 1970ern auf heute weniger als sieben Prozent zurückgegangen. In die gleiche Richtung wirkte sich auch die Deregulierung der großen Branchen wie Luftfahrt, Telekommunikation und Transport aus; auch sie bildete einen Faktor, der den Druck auf die Löhne erhöhte. Die höheren Arbeitslosenraten, die wir – verglichen mit der Nachkriegszeit – nicht nur in den letzten fünf Jahren, sondern in den letzten 35 Jahren beobachteten, haben gleichfalls die Verhandlungsmacht der Arbeiterinnen und Arbeiter im mittleren und unteren Lohnbereich geschwächt.

Wir haben ferner große Veränderungen gesehen, die zum Wachstum der obersten Einkommen beigetragen haben. In dieser Kategorie wären insbesondere die Deregulierung des Finanzsektors sowie Veränderungen in der Betriebsführung zu nennen, letztere ermöglichen es dem Top-Management, seine Lohnschecks weitgehend selbst auszufüllen.

Der große Unterschied zwischen diesen Punkten und der Technologie-Erzählung ist, dass diese Punkte politische Entscheidungen beinhalten.

http://www.annotazioni.de/post/1278

Gruß Hubert

Veröffentlicht 3. Januar 2014 von hubert wenzl in Politik

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