Archiv für 26. Januar 2014

„Haltet den Dieb“ – eine primitive Masche im Kampf gegen Sahra Wagenknecht und alles Linke   Leave a comment

Man kann die Angriffe gegen Sahra Wagenknecht von Seiten der Herren Lanz und Joerges nur als primitiv bezeichnen. Joerges unterstellt Wagenknecht häufig Unwahrheiten und Halbwahrheiten auszusprechen. Dieser Vorwurf fällt aber auf Joerges zurück. Mit Jörges, der Mitglied der Chefredaktion des „Stern“ ist, erlebt der Stern einen Qualitätseinbruch. Wagenknecht wird zur Zielscheibe vom bürgerlichen Lager und ebensolchen Medien, weil Wagenknecht sich als Alternativen zur herrschenden Linie präsentieren kann.
Von Markus Lanz und Jörges wurde in der Sendung vom 16.01. penetrant versucht Sahra Wagenknecht eine Europa- und eurofeindliche Haltung zu unterstellen. Die Forderung nach Europabekenntnissen von Wagenknecht kann man geradezu inquisitorisch nennen. Bekenne, oder du landest auf dem Scheiterhaufen des EU-Altars. Mit dieser Feststellung glaubt man Wagenknecht am besten diskreditieren zu können. Man versucht die EU-Spar-Politik, die für das Desaster in den Südstaaten verantwortlich ist unter den Tisch zu kehren.

Hier ein Auszug von nachdenkseiten.de

Gegen das Verhalten von Markus Lanz und Joerges in der Sendung des ZDF vom 16. Januar gab es massiven Widerspruch. Wie bekannt, ist die Petition gegen Lanz sehr erfolgreich. Jetzt sind es rund 170.000 Unterzeichner (inzwischen sind es schon 200.000). Bitte unterschreiben Sie dort, wenn Sie den Vorstoß richtig finden.
Offenbar tut der Widerspruch gegen das ZDF, gegen Lanz und gegen Jörges weh.
Letzterer greift jetzt mit einem Video Sahra Wagenknecht und die Linke insgesamt („shitstorm“) an – so primitiv wie in der Sendung des ZDF und nach der Methode „Haltet den Dieb“. Hier ein Einordnungsversuch der Vorgänge. Von Albrecht Müller

1)    Der Vorgang zeigt: Kampagnenjournalismus ist die vorherrschende und alles überlagernde Form der journalistischen Tätigkeit in Deutschland.

Ohne Zweifel gibt es in deutschen Medien gute und auch kritische Artikel. Aber diese sind leider ziemlich irrelevant, weil die großen Linien der politischen Strategen konsequent durchgehalten und verfolgt werden. Die großen Linien im Kontext der Sendung von Lanz sind der Versuch, eine für das konservative Lager und für das konservativ gewordene sozialdemokratische Lager gefährliche Politikerin auszuschalten, und generell der Versuch, keine Alternative zum schwarzgelbrotgrünen Lager aufkommen zu lassen.

Ein Teil der Linkspartei wird nicht mehr sonderlich gefährlich, weil angepasst. Sahra Wagenknecht und ihre Gruppe kann dem Dauer-Machtanspruch des konservativen und neoliberal eingefärbten Lager jedoch gefährlich werden, weil sie in das so genannte bürgerliche Lager hinein wirkt, und insgesamt sie und ihre Verbündeten im linken Lager sachlich und inhaltlich – etwa in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, wie auch in der Europa- und Währungspolitik – Alternativen zur herrschenden Linie präsentieren.

2) „Haltet den Dieb“ in Sachen Europa

Es ist typisch für diese Konstellation, dass in der Sendung von Markus Lanz von diesem und Jörges penetrant versucht worden ist, Sahra Wagenknecht eine Europa- und eurofeindliche Haltung zu unterstellen. Mit den permanenten Fragen der Beiden – Euro raus oder rein usw.

– wird unausgesprochen der Eindruck und die Botschaft transportiert, dass diese Herrschaften und die sie vertretenden politischen Kräfte – konkret: die Große Koalition – für Europa und für den Euro seien. Damit wird verdeckt, dass die Regierenden und ihre Medienvertreter zum Beispiel mit ihrer aggressiven Haltung gegen die Südländer wie auch mit den praktischen Folgen der Austeritätspolitik und der Weigerung etwas zur Angleichung der Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Staaten des Euroraums zu tun, Europa und den Euro wie auch den Geist der guten Nachbarschaft in Europa massiv beschädigen.
So gesehen war das primitive Spielchen von Lanz und Jörges mit ihrer permanenten Forderung nach Europabekenntnissen der Sahra Wagenknecht eben auch ein Versuch, „haltet den Dieb“ zu rufen und damit von der eigenen Verantwortung für das kommende Desaster in Europa und die existente wirtschaftliche und soziale Not vieler Europäer abzulenken.
    Das ist ein äußerst cleverer Schachzug, ein wirksamer propagandistischer Trick: Niemand aus den famosen Medien unseres Landes fragt die Regierenden und die regierungstreuen Medien nach ihrer tatsächlichen Europafreundlichkeit. Niemand attackiert sie wegen ihrer faktischen Europafeindlichkeit.
3)   Die Medien werden ihrer eigentlichen Aufgabe, das politische Geschehen kritisch und damit konstruktiv zu begleiten, nicht gerecht. Sie sind mitverantwortlich dafür, dass man deshalb auch im Blick auf Deutschland von einer funktionierenden Demokratie nicht sprechen kann.

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Wenn sich die Regierenden wie zum Beispiel Angela Merkel praktisch alles leisten können, die Spaltung unserer Gesellschaft in Superreich und Arm wie auch den Ruin anderer Volkswirtschaften und damit der europäischen Einigung und des gemeinsamen Währungsraums, weil fundierte Kritik in den Medien ausbleibt oder nur in Nischen jenseits der Linien der großen Kampagnen stattfindet, dann kann man von einer funktionierenden Demokratie nicht mehr sprechen. Dies in Deutschland zu sagen, ist gefährlich, weil man dann sofort als radikal abgestempelt wird. Aber diese Gefahr muss man hinnehmen, wenn man die Realität beschreiben will.

Die Sendung mit Lanz war auch für dieses Thema lehrreich: Immer wieder wird nämlich von den Pächtern der Demokratie, wie sie etwa Lanz und Joerges darstellen, der Versuch gemacht, das Bestehen demokratischer Verhältnisse bei uns dadurch als selbstverständlich darzustellen, dass man anderen vorwirft, sie würden das infrage stellen. Sahra Wagenknecht wurde heftig angekreidet, dass der diskutierte Text der Linken den Vorwurf enthalte, die EU sei undemokratisch. Die normale Wirkung dieses Vorwurfs beim Publikum ist die unterschwellige Behauptung, die EU sei selbstverständlich eine demokratische Einrichtung. Damit wird verunmöglicht, eine sachliche Diskussion über den tatsächlichen Zustand der EU zu führen.

Das gleiche gilt für den Vorwurf, der Text der Linkspartei unterstelle, die EU sei militaristisch. Dieser Vorwurf wird gezielt eingesetzt, auch nach der Methode haltet den Dieb, um zu verhindern, dass man die steigende Tendenz zu militärischen Interventionen und Aktionen der Europäischen Union wie auch der Bundesrepublik Deutschland kritisch hinterfragt.

[…]
5) Der Niedergang des „Stern“ ist geradezu sagenhaft.Jörges, das Mitglied der Chefredaktion des „Stern“, ist geradezu das Sinnbild des Niedergangs dieses Organs. Viele Leser erinnern sich nicht mehr, weil das lange her ist: der „Stern“ war einmal ein wirklich fortschrittliches und aufklärerisches Medium.

Verantwortlich:

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http://www.nachdenkseiten.de/?p=20257

Gruß Hubert

Neuer Kardinal wirbt offen für Homo-„Heilung“   Leave a comment

 

Es ist schon seltsam dass es immer noch Kreise gibt, die behaupten Homosexualität wäre eine Krankheit und somit heilbar. Die kath. Kirche glaubt das ja schon seit Urzeiten, wie sie ja auch anderen Unsinn für immer glauben wird (z.B. an die Jungfrau Maria, und und…) Seltsam sind auch die Allianzen, in der sich die Kirchen bei der Homophobie befinden. Dass vom neuen Papst keine große Reformen zu erwarten sind, sieht man auch an der Ernennung des neuen konservativen Kardinals Fernando Aguilar. Man tut so als ob Homosexualität eine „psychische Verirrung“ wäre. Spätesten seit den 60-er 70-er Jahren ist wissenschaftlicher Kenntnisstand, dass diese Orientierung angeboren ist. Glauben die Anhänger der Theorie, dass Homosexualität eine (psychische) Krankheit wäre…, dass die Homosexuellen sich das aussuchen und sich hartnäckig und uneinsichtig einer „Heilung“ widersetzen?? Wenn der neue Kardinal glaubt, dass Homosexualität eine Krankheit wie Bluthochdruck sei, dann ist er nicht ganz dicht – und alle anderen die solchen Quatsch glauben.
Der zentrale Punkt um der es den Kirchen bei der Sexualität geht ist die Fortpflanzung. Schließlich ist ihre Macht ja viele Mitglieder zu haben. Ein bisschen Lustgefühl duldet sie gerade noch – aber da ist man schon nahe an der Sündhaftigkeit. Aber geht ja leider (für die Kirche) nicht anders. Ein nicht tolerierbarer Punkt ist auch, dass man Homosexuelle von mancher Seite auch gerne in die Nähe von Pädophilen rückt.

Wie wäre es denn Herr Kardinal, wenn man bei der kath. Kirche mit der „Heilung“ der vielen Homosexuellen in ihren Reihen anfinge?! Da würde es dann ein ganzes Heer von Psychologen brauchen.

Ich kann diese Homophobie nicht ganz nachvollziehen, denn diese „anders gepolten“ Menschen tun den Heteros ja nichts und nehmen ihnen nichts weg. Man fragt ja Heteros auch nicht welche sexuelle Praktiken sie anwenden (stimmt nicht ganz – außer die kath. Kirche bei Ledigen, wenn jemand so idiotisch ist und zur Beichte geht). Wie man weiß gibt es auch bei Heteros Analverkehr. Was zwei in ihrem Schlafzimmer oder sonstwo machen ist ausschließlich ihre Sache. Und dass sie sich nicht fortpflanzen können verträgt die Gesellschaft gut. Es gibt ja genug andere die das tun können oder könnten. Es liegt auch an der Politik ein familienfreundliches Umfeld zu schaffen, zum Beispiel angemessene Löhne oder genügend Kitas, um nur zwei Felder zu nennen.

Hier ein Artikel von queer.de

Katholische Kirche

Neuer Kardinal wirbt offen für Homo-„Heilung“

Artikelbild
Fernando Aguilar: Homosexualität ist eine Krankheit wie Bluthochdruck

Ein von Papst Franziskus gerade zum Kardinal beförderter Geistlicher wirft Homosexuellen ihre „fehlerhafte“ Sexualität vor und fordert sie auf, sich behandeln zu lassen und heterosexuell zu werden.

Der spanische Ex-Erzbischof Fernando Aguilar hat in einem Interview mit der Lokalzeitung „Sur“ erklärt, dass Homosexualität keine akzeptable sexuelle Orientierung sei, sondern „geheilt“ werden solle.
Pikant: Papst Franziskus hatte erst vor gut einer Woche die Ernennung von Aguilar in den Kardinalsstand angekündigt, die Ende Februar vollzogen werden soll. Aguilar war von 1993 bis 2007 Erzbischof von Pamplona.

Im Interview erklärte der 84-Jährige: „Viele Menschen beschweren sich [über ihre Homosexualität] und tolerieren sie nicht. Ich sage mit allem Respekt, dass Homosexualität eine fehlerhafte Erscheinungsform der Sexualität ist“. Schließlich, so der katholische Würdenträger, sei die einzige wichtige Funktion der Sexualität die Fortpflanzung. Mit dieser Aussage wolle er Schwule und Lesben nicht beleidigen, so Aguilar weiter, schließlich habe er selbst auch viele „Unzulänglichkeiten“ wie seinen hohen Blutdruck.
„Es ist keine Beleidigung, wenn ich auf die Fehlerhaftigkeit von Homosexualität hinweise, sondern hilfreich. In vielen Fällen kann man sich von Homosexualität erholen und sich normalisieren, wenn man die richtige Behandlung erhält“.

(Hubert, Einige Bemerkungen dazu: der alte … (ginge es vielleicht nicht noch ein bisschen älter für die Ernennung zum Kardinal, zum Beispiel 90 Jahre, statt „nur“ 84) meint, dass die Fortpflanzung die einzige wichtige Funktion der Sexualität wäre. Da zieht er wohl ganz wichtige psychologische Elemente außer Betracht – aber dieses sexfeindliche Argument kennt man ja von der Kirche.
Aber die Spitze der Dummheit ist es, wenn er behauptet dass Homosexualität eine Krankheit sei, die man heilen könnte. Welche Pillen gäbe es denn da nach Aguilar? Er stellt das ja als organisches Leiden hin wie Bluthochdruck. Oder stellt der Vatikan diese Wunderpille her um Homos auf das „richtige“ Ufer zu ziehen?)

 

Aguilar: Papst ist meiner Meinung

Aguilar deutete ferner an, dass er in dieser Frage mit dem Papst einer Meinung sei. Er wurde etwa auf die homofreundlichen Äußerungen des Papstes angesprochen, der im vergangenen Jahr gesagt hatte: „Wenn jemand schwul ist und guten Glaubens den Herrn sucht – wer bin ich, über ihn zu urteilen?“ (queer.de berichtete) (Papst nennt Schwule „unsere [warmen?] Brüder“. Laut Aguilar seien diese missverstanden worden).
Franziskus habe „Respekt“ für alle Menschen, das ändere aber nichts daran, dass homosexuelle Praxis moralisch nicht gerechtfertigt werden könne.

LGBT-Gruppen verurteilten die Äußerungen des zukünftigen Kardinals. Die Organisation Colegas stellte Strafanzeige gegen den katholischen Würdenträger, weil er gegen Antidiskriminierungsrichtlinien verstoßen habe. „Diese Aussagen gefährden das Wohlergehen tausender homosexueller Teenager, die bereits jetzt unter massivem homophoben Mobbing zu leiden haben“, erklärte die Gruppe in einer Pressemitteilung.

Die Heilung von Homosexualität wird von allen etablierten Psychologenverbänden als Stigmatisierung einer Minderheit abgelehnt. Der Weltärztebund hat Homosexualität erst im vergangenen Jahr in einer Erklärung als „natürliche Variation menschlicher Sexualität ohne direkt daraus resultierende schädliche Auswirkungen“ beschrieben.

Schädlich für Schwule und Lesben seien lediglich „direkte und indirekte Diskriminierung, Stigmatisierung [und] die Ablehnung durch nahestehende Menschen und Mobbing“ (queer.de berichtete). (dk)

http://www.queer.de/detail.php?article_id=20859

Gruß Hubert