Archiv für 10. Februar 2014

Gier zerstört die Welt – Kapitalismus   Leave a comment

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Der Kapitalismus wird immer skrupelloser und nach dem Fall des Kommunismus fielen auch alle moralischen Schranken. Ich weiß nicht welches System den Kapitalismus ablösen könnte, aber sicher ist, dass es so nicht mehr lange weitergehen kann. Gewinnmaximierung kann nicht der Sinn des Lebens sein. Diese Gier im Kapitalismus und an den Börsen steht menschlichem Zusammenleben enorm entgegen. Um des Geschäftes willen, wird belogen und betrogen ohne Gewissensbisse.

Hier ein Artikel von rtl.de

Wie die Gier die Welt zerstört: Kapitalismus gerät an seine Grenzen

Ein Kommentar von Oliver Scheel

Die weltweiten Privatvermögen haben sich einer Studie der Schweizer Großbank Credit Suisse zufolge seit dem Jahr 2000 auf 241 Billionen Dollar verdoppelt (derzeit 177,5 Billionen Euro). Der Zuwachs von Mitte 2012 bis Mitte 2013 habe 4,9 Prozent betragen. In Deutschland wuchs die Zahl der Millionäre in US-Dollar seit 2012 am drittstärksten nach den USA und Frankreich. Die Deutschen horten seit Herbst 2013 erstmals mehr als fünf Billionen Euro. Immobilien und Vermögensgegenstände wie Luxusautos sind da noch nicht einmal eingerechnet.

 Börse, Gier, KapitalismusDie Gewinnmaximierung der börsennotierten Unternehmen treibt massenhaft Menschen in die Armut.

Was geschieht mit diesem Geld? Die Reichen haben viel zu viel davon, um es auszugeben. Das Geld gelangt daher nicht in den Wirtschaftskreislauf, sondern es wird an den Finanzmärkten eingesetzt. Dort soll es sich vermehren. Und das tut es. Immer mehr Reiche lassen immer mehr Geld für sich arbeiten. Und dabei kennen sie keine moralischen Grenzen.

„It’s the economy, stupid.“ Mit diesem Satz gewann Bill Clinton 1992 die Präsidentschaftswahl in den USA. Doch es war genau der Bill Clinton, der mit seiner Fixierung auf das absolut freie Spiel der Wirtschaft die aktuelle Krise überhaupt erst ermöglichte. Denn nur ein Jahr nach seiner Wahl zum US-Präsidenten schaffte er das Trennbankensystem ab. Dieser sogenannte ‚Glass-Steagall-Act‘ wurde nach der Weltwirtschaftskrise 1932 eingeführt, damit massive Verluste durch Spekulation an der Wertpapierbörse keine negativen Auswirkungen auf klassische Sparguthaben haben können. Die Banken sollten sich spezialisieren. Das wollte Clinton nicht, er wollte, dass die Banken frei sein sollten in ihrem Tun. Wozu das führte, ist uns allen bekannt.

Jetzt – nach der Krise – wurde durch die Schaffung der Bad Banks das Prinzip aus den 30er Jahren wiederbelebt. Unter diesen Umständen bekommt Clintons berühmter Satz einen sehr faden Beigeschmack und es stellt sich die Frage, wer hier eigentlich ‚stupid‘ war.

Und während Clinton Millionen mit Vorträgen verdient und damit unter Beweis stellt, dass er zum Großkapital gehört, ging sein damaliger Vize Al Gore einen anderen Weg. Er wurde zum großen Warner vor dem Klimawandel, der Ausbeutung der Erde und erhielt dafür sogar den Friedensnobelpreis. Jenen Preis, den Clinton so gerne gewonnen hätte.

Nur in Bulgarien und Rumänien geht die Arm-Reich-Schere weiter auf als in Deutschland

Der Kapitalismus hat viel mit der Umwelt und ihrer Zerstörung zu tun. Denn Gewinnmaximierung, auch Abschöpfung genannt, beruht auf Ausbeutung. Auf Ausbeutung der natürlichen Ressourcen und der humanen Ressourcen, also der Arbeitskräfte.

Und deshalb sind wir ins Endzeitalter des Kapitalismus eingetreten. Wenn die Erde nicht mehr genug Rohstoffe hergibt, wenn die Menschen sich nicht mehr zufrieden geben mit der Bezahlung von Hungerlöhnen, dann ist es vorbei mit der günstigen Produktion und den damit verbundenen riesigen Gewinnmargen.

Während die Löhne und Gehälter seit Jahren stagnieren, macht sich eine finanzielle Oberschicht von Tag zu Tag immer reicher.

Die 85 reichsten Menschen der Welt haben laut der Hilfsorganisation Oxfam das gleiche Vermögen wie die arme Hälfte der Weltbevölkerung.

Auch und im Besonderen sogar in Deutschland. In der EU hat sich die finanzielle Schere zwischen 2000 und 2010 von den 20 Prozent Reichsten und den 20 Prozent Ärmsten nur in Rumänien und Bulgarien noch weiter geöffnet als in Deutschland. Und die Regierung lässt die Unternehmen an der langen Leine. Und so geht die Hatz nach dem schnellen Geld immer weiter.

Doch woher kommt diese krasse Beschleunigung des Kapitalismus in den letzten 20 Jahren? Es hat auch etwas mit dem Fall der Mauer zu tun. Denn aus Sicht des Westens war der Kampf Kapitalismus gegen Kommunismus auch immer der Kampf Gut gegen Böse. Und deshalb gab es im Kapitalismus moralische Bremsen. Die USA und ihre Verbündeten wollten der Welt zeigen, dass man sowohl moralisch als auch wirtschaftlich das bessere System parat habe. Deutschland setzte auf den sogenannten rheinischen Kapitalismus, eine Form der sozialen Marktwirtschaft, die sich gegen neoliberale Thesen stemmte.

Doch mit der Niederlage der Sowjetunion, mit dem Untergang des Kommunismus, fielen auch alle moralischen Schranken. Der Kapitalismus hatte gesiegt und jetzt sollte der Lohn dafür eingefahren werden. Der Turbokapitalismus ging an den Start.

Doch auf wessen Kosten? Auf Kosten der Bürger. Wie die Bundeszentrale für politische Bildung berichtete, ist im Gefolge des neoliberalen Siegeszuges in Deutschland die Zahl der atypischen Beschäftigungsverhältnisse extrem gestiegen. Zwischen 1991 und 2011 stieg die Zahl derer, die teilzeitbeschäftigt, befristet oder von einer Zeitarbeitsfirma geschickt wurden um 3,67 Millionen an. Das ist ein Plus von 86,3 Prozent.

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Wie die Gier die Welt zerstört: Kapitalismus gerät an seine Grenzen
Gruß Hubert

Uno-Bericht zu Kinderrechten in der Kirche   Leave a comment

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Es ist unglaublich. Den Uno-Bericht zu dem Umgang des Vatikans mit Kindesmissbrauch, kritisiert die Kirche als Eingriff in die christliche Morallehre. Der Vatikan schützt nicht Kinder sondern sich selbst. Er belässt die verantwortlichen Priester weiter im Amt, versetzt sie nur.

Aus dem Standard:
Missbrauch in der katholischen Kirche: Einmischung notwendig

Wo Unschuldige zu Schaden kommen, ist Schluss mit der Trennung zwischen Kirche und Staat

 

Der Uno-Bericht über den Umgang des Vatikans mit Kindesmissbrauch ist schlichtweg vernichtend: Aus lauter Eitelkeit verfolge der Heilige Stuhl eine Politik, die es Priestern und Mitarbeitern erst erlaube, sich unbekümmert und wiederholt an Kindern zu vergehen.

Trotz vormaliger Beteuerungen wurden keine Maßnahmen umgesetzt, um Kinder vor Übergriffen zu schützen, die Täter seien in vielen Fällen straffrei davongekommen. Zudem weigere sich der Vatikan, den Vereinten Nationen Auskunft über Details und das Ausmaß von Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche zu geben.

Dem Vatikan fällt nichts Besseres ein, als den kritischen Bericht als „versuchten Eingriff“ in seine Lehre abzutun. Doch die Vorwürfe sind kein Resultat antikatholischer Reflexe. Wo Unschuldige zu Schaden kommen, ist Schluss mit der Trennung zwischen Kirche und Staat. Das Strafrecht gilt für alle Menschen, und Gewalt verträgt sich nun einmal nicht mit christlicher Moralvorstellung.

 

Papst Benedikt hat einen Anfang gemacht, indem er 400 Priester wegen Kindesmissbrauchs des Amtes enthob. Sein Nachfolger Papst Franziskus stieß ins selbe Horn und bezeichnete sexuellen Missbrauch als „die Schande der Kirche“. Dass der Vatikan jetzt einen selbstgefälligen Rückzieher macht, die verpflichtende Zusammenarbeit mit weltlichen Behörden ablehnt und Täter weiterhin schützt, ist die eigentliche Schande. (Julia Herrnböck, DER STANDARD, 6.2.2014)

http://derstandard.at/1389859440364/Missbrauch-in-der-katholischen-Kirche-Einmischung-notwendig

Auszug aus dem „Spiegel“

So sehr die katholische Kirche auf ihren Grundsätze beharrt, so sehr offenbar sich, wie lebensfern einige der Überzeugungen heute anmuten. Der Report der Vereinten Nationen macht deutlich, zu welchen Mitteln die Kirche greift, um die Diskrepanz zwischen Glaubensgrundsätzen und weltlicher Realität zu kaschieren.

Welche Punkte prangert der Uno-Bericht an?

1. Die Kirche schützt Kinder nicht ausreichend vor Diskriminierung.

Im Gegenteil: Allein durch die Bezeichnung ‚außereheliche Kinder‘ würden diese benachteiligt, schreibt die Uno. Zudem diskriminiere die Kirche Homosexuelle und somit auch Jugendliche und Kinder, die in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aufwachsen. Die Uno fordert den Vatikan auf, die Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung zu stoppen. Und in katholischen Schulbüchern auf Geschlechtsstereotype zu verzichten.

2. Die Kirche stellt ihre eigenen Interessen über die der Kinder.

„Das Komitee ist besorgt, dass die Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch stets den Ruf der Kirche und die Interessen der Täter über den Schutz der Kinder gestellt hat“, heißt es in dem Bericht. So deutlich wurde der Kirche ihr Versagen selten attestiert.

Die Uno rät dem Vatikan, ein Papier zu verteilen, welches darlegt, dass in Missbrauchsfällen das Interesse des Kindes im Vordergrund stehen solle.

3. Die Kirche nimmt Kinder nicht ernst genug.

Katholische Schulen und Einrichtungen der Erwachsenenbildung sollen Mädchen und Jungen anhören, wenn es um ihre Belange geht.

4. Die Kirche verwehrt Kindern das Recht auf Herkunft.

Vor allem die Kinder von Priestern erfahren oft nicht, wer ihr leiblicher Vater ist – die Kirche schützt die Vertuschung, statt Konzepte zu entwickeln, die der Vaterschaft von Geistlichen gerecht werden. Explizit prangert der Bericht an, dass Frauen, die ein Kind von einem Priester erwarten, durch Zahlungen der Kirche dazu bewegt werden sollen, zu schweigen. Durch das Geld erkauft sich die Kirche Verschwiegenheit, statt die Situation der Kinder zu verbessern.

Auch durch Baby-Klappen wird Kindern aus Sicht der Uno ihr Recht auf Herkunft verwehrt. Vielmehr müsse die Kirche Hilfestellungen bieten, um Schwangere zu unterstützen und über Verhütungsmöglichkeiten aufzuklären.

5. Die Kirche bietet Kindern keinen ausreichenden Schutz vor körperlicher Gewalt.

Als besonders grausames Beispiel nennt der Bericht die Magdalenenheime in Irland. Junge Frauen wurden dort bis zum Jahr 1996 gezwungen, ohne Entlohnung körperlich harte Arbeit zu verrichten. Es kam dort auch zu körperlichen Misshandlungen. Die Uno kritisiert: „Es wurde nichts unternommen, um das Verhalten der Ordensschwestern, die die Wäschereien betrieben, zu untersuchen
und es wurde nicht mit staatlichen Ermittlern kooperiert, um die für den Missbrauch Verantwortlichen und diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die von der Arbeit der Mädchen profitierten.“ Die Uno mahnt außerdem Ausgleichszahlungen an und eine intensive Aufarbeitung.

6. Die Kirche tut zu wenig, um körperliche Züchtigung zu verbieten.

Die Uno fordert vom Vatikan, Schläge in allen katholischen Schulen zu verbieten und zu ahnden.

7. Die Kirche schützt Kinder nicht ausreichend vor sexuellem Missbrauch.

Die Uno attestiert der Kirche Nachlässigkeit im Umgang mit den Tätern: Diese würden durch interne Versetzungen geschützt – und immer neue Kinder gefährdet. Die Kirche schützt laut Uno die Täter außerdem vor einer Strafverfolgung durch die staatlichen Behörden und sichert ihnen Stillschweigen zu.

Die Vereinten Nationen nennen den Fall des kolumbianischen Kardinals Hojos, der 2001 einem Bischof dazu gratulierte, des Missbrauchs verdächtige Geistliche nicht mit Namen zu nennen. Die Uno rät der Kirche, den Dialog mit Opferorganisationen zu suchen, mit staatlichen Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten und den Missbrauch ernst zu nehmen.

8. Die Kirche entzweit Kinder und ihre Eltern.

Organisationen wie die Legionäre Christi sorgen laut Uno dafür, dass sich Kinder und Jugendliche von ihren Familien entfremden. Die Uno spricht von einer Manipulation durch Gruppen, die der Kirche nahestehen. Vergleichbares schildern auch Eltern, die ihre Kinder an das Engelwerk verloren haben.

9. Die Kirche schützt die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen nicht ausreichend.

Die Uno kritisiert das grundsätzliche Verbot von Verhütung und Abtreibung. Benannt werden sexuell übertragbare Krankheiten sowie HIV. Außerdem weist die Uno auf die hohe Müttersterblichkeit in einigen Ländern hin.
10. Die Kirche tut zu wenig für den Opferschutz.

Der Report bemerkt, dass Familien, deren Kinder in katholischen Einrichtungen misshandelt wurden, durch religiöse Autoritäten eingeschüchtert worden sind. Ziel sei es gewesen, die Opfer und ihre Familien einzuschüchtern und klein zu halten.

Stattdessen müssten die Opfer bestärkt und unterstützt werden, schreibt die Uno.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/uno-bericht-zu-katholischer-kirche-report-der-doppelmoral-a-951744.html

Video vom Spiegel:
http://www.spiegel.de/video/uno-vatikan-soll-priester-nach-missbrauchsfaellen-entlassen-video-1325512.html

 

Gruß Hubert