Archiv für 22. Februar 2014

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Knackte einer der talentiertesten deutschen Hacker, Tron, einen Code zu viel?

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Whistleblower sterben einsam
Mitglieder der Regensburger Piraten demonstrieren für den Whistleblower Edward Snowden. (Foto: Piraten Regensburg)

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Whistleblower sterben einsam

Geschrieben von: Online-Autor 15. Dezember 2013 unter Medien

Im Oktober 1998 wurde der talentierteste deutsche Hacker, Tron, erhängt in einem Berliner Park aufgefunden. Er war für Geheimdienste und Großkonzerne zur Gefahr geworden – wie einige andere ebenso. Von Jan Gaspard
«Ein Mitglied des Chaos Computer Clubs (CCC), bekannt unter dem Namen Tron, ist gewaltsam zu Tode gekommen. Die Polizei spricht von mutmaßlichem Selbstmord. Wir können uns das nicht vorstellen», hieß es in einer Mitteilung des CCC Ende Oktober 1998. «Knackte er einen Code zuviel…?», fragte damals auch Bild.

Tron, eigentlich Boris Floricic, war trotz seiner Jugend – er starb mit gerade 26 Jahren! – das größte Talent der deutschen Hacker-Szene. Er hatte eine «Wunderkarte» produziert, eine falsche Telefonkarte, die sich selbständig wieder aufladen konnte. Meiner Meinung nach war zum Beispiel auch der Zusammenbruch des Medien-Imperiums von Leo Kirch (Sat1, Pro Sieben) eigentlich Tron zu verdanken: Er entschlüsselte noch kurz vor seinem Tod die Codierung der Pay-TV-Schlüssel von Premiere, nur um zu zeigen, wie schlecht das alles gesichert war. Irgendwer stellte Trons Hack damals ins Internet (ohne sein Wissen), was man anhand einer versteckten «Signatur» von Tron im Programm-Code seiner Arbeit nachvollziehen konnte. Wenig später stieg Bertelsmann bei Premiere aus – vermutlich, weil Tron bewiesen hatte, dass diese Verschlüsselungen für Pay-TV niemals sicher sein würden, was das Risiko von Investitionen in diesem Bereich damals ins Unermessliche steigerte. Kirch ging daraufhin langsam das Geld aus, er musste seinen Konzern verkaufen.

Trons bekannteste Erfindung war das «Cryptophon», ein ISDN-Telefon mit integrierter Sprachverschlüsselung, das er im Wintersemester 1997/1998 im Rahmen seiner Diplomarbeit an der Technischen Fachhochschule Berlin entwickelt hatte. Es sollte später zu «Cryptron» weiterentwickelt werden, welches auch Datenverbindungen hätte verschlüsseln können. Beide Systeme zusammen hätten Spionageprogramme wie Prism von Anfang an ins Leere laufen lassen können, umso mehr, als Tron so simple Technik verwendete, dass sie sich jeder für kleines Geld mit Material «aus dem Baumarkt» hätte nachbauen können. «Ihm traute man zu, Codes von Geheimdiensten zu dechiffrieren. Hatte er jetzt ihre Computer angezapft?», fragte die Bild-Zeitung.

Die Ermittlungsbehörden bezeichneten – nach anfänglichen Zweifeln – Trons Tod schließlich als Selbstmord. Aber sie können nach wie vor nicht erklären, wieso er sich in einem Park in Berlin-Britz Süd mit einem Gürtel erhängt haben soll, der nie ihm gehört hat. Oder warum er am 22. Oktober 1998 (als er gefunden wurde) noch ein Nudelgericht mit einer ganz speziellen Basilikum-Sorte im Verdauungstrakt hatte (so das Obduktionsergebnis), wie er es nachweislich zuletzt am 17. Oktober gegessen hatte – dem Tag seines Verschwindens. Der Verdacht des Rechtsanwaltes Johnny Eisenberg: Tron muss bereits am 17. Oktober unter Fremdeinwirkung gestorben sein; danach wurde seine Leiche «postmortal gekühlt». Und nie geklärt wurde auch, was denn eigentlich das Motiv gewesen sein sollte für Tron, sich das Leben zu nehmen. Denn außer den offiziellen Ermittlern hatte keiner aus seinem Umfeld den Eindruck, dass Tron ein debiler Depressiver war, der unter seinen im Asperger-Syndrom begründeten Schwächen im sozialen Umgang mit anderen Menschen litt. Ganz im Gegenteil.
Der Artikel ist der Auszug eines Textes aus der Oktober-Ausgabe. Diese ist über das Heftarchiv zu beziehen: https://www.compact-magazin.com/compact-oktober-2013/

Jan Gaspard ist ein Pseudonym. Unter seinem richtigen Namen hat unser Autor für Unternehmen von Axel Springer, Leo Kirch, Rupert Murdoch, Ross Perot, Dick Cheney und vielen mehr gearbeitet. Ausgebildet unter anderem von einem ehemaligen Agenten des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) ist er Vertrauensperson von unzufriedenen Ermittlern, wenn diese bei ihrer offiziellen Arbeit von Vorgesetzten behindert werden. Von ihm sind (auch unter weiteren Pseudonymen) insgesamt über 60 Hörspiele,  Hörbücher, Romane, Sachbücher und Ratgeber erschienen. Hinzu kommt ein journalistisches Gesamtwerk aus knapp 30 Jahren bei Tageszeitungen, Magazinen, Radio- und TV-Sendern. Zuletzt war Jan Gaspard herausgebender Chefredakteur eines Internet-TV-Senders und hier auch Moderator des eigenen investigativen Talk-Formats Café 23.

https://www.compact-magazin.com/whistleblower-sterben-einsam/

Gruß Hubert

Veröffentlicht 22. Februar 2014 von hubert wenzl in Internet, Politik

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Krise macht Griechen krank   Leave a comment

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Zu welchem Elend die EU mit ihren Spardiktaten führt sieht man in diesem Artikel. Die Folge ist, dass mehr Menschen durch mangelnde oder ganz ausfallende Versorgung sterben und dass die Selbstmordrate emporgeschnellt ist.

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Die Euro-Krise trifft Griechenland nicht nur im Geldbeutel: Menschen verlieren ihr Heim, frieren im Winter, haben keinen Zugang mehr zu medizinischer Versorgung. Solche Zustände wirken sich früher oder später auch körperlich auf die Bürger aus. Dieser Effekt ist in Griechenland besonders verheerend, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Ein Mann über den Dächern Athens. (© Bild: Peeter Viisimaa, Getty Images)

Bild: Peeter Viisimaa, Getty Images

Die schwere Finanzkrise in Griechenland hat auch dramatische Auswirkungen auf die Gesundheit der Bürger. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie von Forschern um den Soziologen Alexander Kentikelenis hervor. Demnach ist die Zahl der HIV-Infektionen, Tuberkulosefälle, psychischen Leiden und sogar Totgeburten seit Beginn der Krise sprunghaft angestiegen.

Finanzkrise hat starke negative Effekte auf die Psyche und Schwangere

Besonders alarmierend ist die weite Verbreitung von Depressionen. Allein zwischen 2008 und 2011 hätten sich die Fälle psychischer Niedergeschlagenheit wegen der schweren wirtschaftlichen Lage mehr als verdoppelt, hieß es.

Schon frühere Studien hatten ergeben, dass die Zahl der Tötungen durch die eigene Hand in Griechenland zwischen 2007 und 2011 um 45 Prozent gestiegen sind. Das Problem sei „womöglich nur die Spitze des Eisbergs“, sagte Kentikelenis, der an der Universität Cambridge lehrt.

Der Forscher und sein Team stellten zudem fest, dass die Zahl der Totgeburten um 21 Prozent angestiegen sei. Etliche Schwangere hätten keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung mehr und litten daher im Verlauf ihrer Schwangerschaft unter mehr Komplikationen. Für den Zeitraum von 2008 bis 2010 registrierten die Forscher auch eine signifikante Zunahme von Kindstoten.

http://money.de.msn.com/wirtschaft/eurokrise-macht-griechen-krank

Gruß Hubert

Veröffentlicht 22. Februar 2014 von hubert wenzl in Politik

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