Mir wurde vorgeworfen als Hausmann wäre ich ein Parasit   1 comment

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Einem Mann wurde vorgeworfen, er wäre ein Parasit, weil er Hausmann sei, seine Frau ausnutze und sich auf ihre Kosten ein schönes Leben mache. Wenn es Gleichberechtigung geben soll, dann auch hier. Wobei ich gerne zugebe, dass es nicht meine Sache wäre den Hausmann zu machen. Ich beneide ihne also nicht um das „schöne Leben“.
Früher wurde von feministischer Seite immer Männern vorgeworfen sie gäben sich zu wenig mit Kinder ab und sie kümmerten sich nicht um die Erziehung. Wie hätten sie es dann denn gerne? Wenn da ein Mann den Hausmann macht,  ist es auch wieder verkehrt. Wenn ein Mann, der zu Hause beim Kind bleibt und den Haushalt schüsselt, ein Parasit ist, was ist dann eine Hausfrau? Da kann ich nur sagen: Hirn einschalten und dann reden. Der Mann dürfte, wenn es nach Radikalfeministinnen ginge, nur noch den rechtlosen Samenspender spielen.

XY: „Mir wurde vorgeworfen, ich wäre kein Mann, sondern ein Parasit“

Von Arne Hoffmann

Für den heutigen Beitrag habe ich den Männerrechtler XY über die Schwierigkeiten befragt, mit denen ein Leben als Pionier im Bereich neuer Geschlechterrollen noch immer verbunden ist.

Arne Hoffmann: XY, wie bist du zur Männerbewegung gekommen, und in welcher Form engagierst du dich dort?

XY: Mit Gleichberechtigung beschäftige ich mich schon seit ungefähr 20 Jahren. Schon damals kam mir der Eindruck, dass zwar die feministische Seite männliche Privilegien oder scheinbare Vorteile eroberte (was ich für vollkommen legitim halte), im Gegenzug aber kein Millimeter an Rechten und Vorteilen in typisch weiblichen Gebieten (z.B. Familienrecht und Rollenfreiheit) aufgegeben werden sollte. Im Gegenteil, diese Rechte wurden noch zusätzlich massiv ausgebaut.

Die Bestätigung meiner Annahme bekam ich vor ca. zwölf Jahren als ich Hausmann und Berufsvater wurde. Die größten Anfeindungen bezüglich dieser Rolle kamen von Frauen, insbesondere von Feministinnen, hatte ich mich doch ihrer Ansicht nach aus der Versorgerrolle herausgemogelt und weibliches Hoheitsgebiet betreten.

Dazu kamen Ungerechtigkeiten Männern gegenüber hinsichtlich der Wehrpflicht, Gesundheitsversorgung, früherer Rentenanspruch bei gleichzeitiger höherer Lebenserwartung von Frauen.

Was mich aber am meisten schockierte, war die faktische Entrechtung von Vätern (insbesondere von nicht verheirateten Vätern) nach einer Trennung sowie die beliebige Austauschbarkeit von biologischen, sozialen und juristischen Vätern unter anderem durch das Verbot heimlicher Vaterschaftstests.

Irgendwann stieß ich dann im Internet auf den Verein MANNdat und war erfreut zu sehen, das dort einige Menschen meine Gedanken zum Thema formulierten und aktiv wurden. Ein paar Jahre später wurde dann der Verein AGENS gegründet, in dem ich Mitglied bin und mich engagiere.

Meine Interessenschwerpunkte sind Väterrechte und Jungenförderung.

Arne Hoffmann: Du berichtest, dass du die größten Anfeindungen wegen deiner Rolle als Hausmann von Feministinnen erhalten hast …

XY: Das hat hauptsächlich im Internet stattgefunden, da man dort ungehindert durch soziale Regeln anonym das schreiben kann, was man auch wirklich denkt.

Da wurde mir vorgeworfen, ich wäre kein Mann, sondern ein Parasit, der seine Frau ausnutzt und sich auf ihre Kosten ein faules Leben macht. Das Kind, so hieß es, gehöre vor allem in den ersten Lebensjahren – aber auch danach – gefälligst zur Mutter. Aus dem Slogan „Mein Bauch gehört mir!“ wurde also „Mein Kind gehört mir!“

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Man fragte mich, was wäre, wenn meine Frau sich ein weiteres Kind von einem anderen Mann wünschen würde, und es hieß, so wäre die Emanzipation aber nicht gemeint, dass jetzt Väter zu Hausmännern würden! Ich wäre berechnend vorgegangen und hätte meine Frau durch unsere Heirat nur als Versorgerin für mein faules Leben benutzt.

Ich wurde sozial isoliert, verhöhnt und verlacht – schlimmer und perfider als dies ein Macho jemals könnte.

Es klangen auch gefährlichere Töne an, die sich in Formulierungen fanden wie: „Man muss sich fragen, warum ein Mann, statt einem ordentlichen Beruf nachzugehen, sich lieber den ganzen Tag mit Kindern beschäftigt …“ Die gehässigen Andeutungen und Unterstellungen, die mit solchen Sätzen verbunden waren, waren unüberhörbar.

Eine mir bekannte Diplom-Psychologin, die als Betreuerin (Vormund) arbeitet, nannte mich in ihrer Wut einen „verantwortungslosen Verpisser“ und drohte mir an, sie wolle mich durch eine befreundete Psychiaterin entmündigen lassen (was mich natürlich schwer geschockt hat).

Dazu kamen permanente ungefragte Einmischungen in meine Rolle als Vater hinsichtlich der Erziehung meiner Kinder, zum Beispiel ob ich denn auch gesund kochen würde, ob ich den Haushalt überhaupt zur Zufriedenheit meiner Frau führen würde und so weiter.

Die Anfeindungen liefen schließlich auf die Forderung hinaus, Ehe und Familie abzuschaffen zugunsten eines Kollektivs, in dem die Gesellschaft alle Kinder von Geburt an betreut, also angefangen bei der Kinderkrippe bis hin zum Schulabschluss.

Biologische Vaterschaft wäre nur insofern von Bedeutung, als man eben männliches Sperma brauche. Männer werden in diesem Weltbild auf rechtlose Samenspender und finanzielle Versorger reduziert.

Während die Hausfrau als abhängige Sklavin ihres Ehemanns angesehen wird, ist der Hausmann in den Augen dieser Feministinnen ein Schmarotzer. Und so wie alle Frauen werden auch Familienernährerinnen in dieser Ideologie als Opfer gesehen.

Wie schon Warren Farrell erkannte, wird Vätern das Privileg der Rollenfreiheit schlicht nicht zugestanden.

Arne Hoffmann: Nun würden die wenigsten Feministinnen eine Hausfrau als Parasitin bezeichnen. Kaum tut ein Mann genau das, was traditionellerweise Frauen tun, geht massive Hetze los. Wie erklärst du dir diese Aggressionen gegen dich?

XY: Dahinter steckt nichts anderes als Machtstreben. Das Kind wird als Eigentum betrachtet. Es geht den Ideologinnen im Endeffekt um die Schaffung eines Matriarchats und damit die Abschaffung jeglicher Väterrechte.

Arne Hoffmann: Soviel also zu den Reaktionen aus dem Feminismus. Wie sieht der Rest der Gesellschaft aus? Die Medien feiern die „neuen Väter“, Politiker beschimpfen Männer, die dem klassischen Rollenmodell anhängen, als von der Evolution überholte Dinosaurier … Bist du in deinem Alltag als Rollenpionier so umjubelt und gefeiert, wie das Politik und Medien zufolge der Fall sein müsste?

XY: Na ja, wirklich gefeiert werden nur die erziehenden Väter, die auch Karriere machen und Frau und Kinder versorgen, also die eierlegende Wollmilchsau. Ich bin im Alltag überhaupt nicht umjubelt und gefeiert worden – im Gegenteil, ich bin von Männern und Frauen jeglicher politischer Coleur verachtet worden, mit Ausnahme von wirklich freiheitlich-liberalen Menschen.

Arne Hoffmann: Du wurdest schon in verschiedene Fernsehsendungen eingeladen, um über deine Erfahrungen zu berichten. Ins SWR-„Nachtcafé“ bist du noch gegangen, aber bei „Hart aber fair“ und „Frau TV“ hast du dankend abgelehnt. Warum?

XY: Die Redaktion von „Hart aber fair“ bei denen ich mich als Hausmann für ein Väterthema beworben hatte, wollte mich als gescheiterten Hausmann darstellen, also jemanden, der öffentlich erklärt, mit dieser Rolle einen Fehler begangen zu haben. Ich empfand das als Unverschämtheit und sagte, das ich trotz der massiven sozialen Isolation diese Rolle erneut übernehmen würde, wollten wir noch ein Kind haben. Ich hatte den Eindruck, nur als Statist für ein von der Redaktion vorgegebenes Konzept dienen zu sollen, und habe daher abgelehnt. Bei „Frau TV“ hatte ich das mulmige Gefühl, dass man mich vorführen wollte, deshalb war das auch nichts für mich.

Arne Hoffmann: Auf ganz besondere Weise „dankt“ dir die Heinrich-Böll-Stiftung deine Vorreiterfunktion, was neue Geschlechterrollen angeht: Dort bringt man (also Ilse Lenz und Hinrich Rosenbrock) dich als AGENS-Mitglied auf reichlich absurde Weise mit Rechtsextremen in Verbindung – als ob es das erklärte Ziel der NPD wäre, allen Männer das Hausmänner-Dasein als eines von vielen denkbaren Lebenskonzepten anzubieten – und nennt AGENS schließlich sogar in einem Atemzug mit dem Massenmörder Anders Breivik. Das dürfte der bisherige Höhepunkt der Diffamierungen gegen dich sein. Wie hast du auf diese Veröffentlichung der Böll-Stiftung reagiert?

XY: Zuerst wollte ich nicht reagieren, weil das Ganze nach Satire klang, so unglaublich war das. Da ich aber nicht möchte, das meine Kinder und meine Frau und natürlich ich selbst auch in die Nähe von Rechtsradikalismus gerückt werden, schrieb ich der Heinrich-Böll-Stiftung. Ich fragte sie, wie ein Hausmann, der seine Kinder von Geburt an erzogen hat, bei der Polizei Selbstverteidigungkurse für Teenagerinnen gibt und ehrenamtlich in einem Altenheim gearbeitet hat, rechtsradikal sein kann!? Einfach nur absurd, so etwas!

Arne Hoffmann: Wie hat die Böll-Stiftung auf deine Klarstellung reagiert?

XY: Überhaupt nicht. Was hätten sie auch schreiben sollen – bin ich doch ein politisch gewollter „neuer Vater“ ..?

Arne Hoffmann: Zyniker würden jetzt sagen, dass du als Hausmann wegen dieser Kampagne gegen dich und andere AGENS-Mitglieder wenigstens nicht mit negativen Folgen im Beruf zu rechnen hättest. Aber stimmt das überhaupt? Welche Schäden, fürchtest du, können dir durch diese Denunziationen entstehen?

XY: Massive Schäden. Ich suche seit einigen Jahren verzweifelt einen Teilzeitjob, da meine Kinder (Kindergarten und Gesamtschule) mittlerweile halbtags betreut sind, stoße aber immer wieder auf große Ablehnung meiner Person, da ich es wagte, Hausmann zu werden. Jetzt komme ich als Dank für meine Vorreiterrolle auch noch in die Nazi-Ecke. Das reduziert meine Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden, erheblich! Und was würde die Belegschaft der Firma, in der meine Frau arbeitet, über einen „rechten“ Ehemann sagen? Ihr Job und damit die wirtschaftliche Existenz unserer Familie ist aufgrund dieser Denunziationen in Gefahr.

Arne Hoffmann: Was sagt deine Frau eigentlich zu diesem ganzen Irrsinn?

XY: Bisher nichts. Sie steht hinter mir und ich hinter ihr. Unser Modell funktioniert seit zwölf Jahren.

Arne Hoffmann: Du würdest dich also tatsächlich noch einmal dafür entscheiden, Hausmann zu werden, auch wenn du vorher gewusst hättest, dass sich unsere Gesellschaft trotz aller Lippenbekenntnisse dermaßen schwer mit Genderpionieren tut? Oder würdest du irgendetwas anders machen, wenn du geahnt hättest, was mit deiner Entscheidung alles auf dich zukommt?

XY: Nein, ich würde es wieder machen, weil ich mir keine schönere und sinnvollere Arbeit vorstellen kann. Noch lebe ich in einer freien Gesellschaft und lasse mich nicht durch sozialen Druck davon abhalten, mein Leben so zu leben, wie ich möchte.

Arne Hoffmann: Herzlichen Dank für dieses Gespräch. Gute Nacht und viel Glück!

http://www.cuncti.net/lebbar/85-hans-alef-qmir-wurde-vorgeworfen-ich-waere-kein-mann-sondern-ein-parasitq

Gruß Hubert

 

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Veröffentlicht 2. März 2014 von hubwen in Politik

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Eine Antwort zu “Mir wurde vorgeworfen als Hausmann wäre ich ein Parasit

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