Archiv für 12. März 2014

Wir haben den Aufbau der neuen Konfrontation West-Ost verschlafen   1 comment

 

Dass der Westen, und da vor allem die USA die NATO vor der Haustür Russlands stationieren will geht gar nicht. Es bräuchte keinen großen Hausverstand um das einzusehen. Wie würde die USA reagieren wenn Russland das umgekehrt vor der Nase der USA tun würde, zum Beispiel in Mexiko. Die Antwort kann man sich sparen. Jedenfalls würden sie das als Riesen-Provokation sehen und sie würden das ganz sicher nicht hinnehmen. Umgekehrt soll das aber in der Ukraine gehen – warum denn?

Hier ein guter Artikel der nachdenkseiten.de von Albrecht Müller.

Kriegsgefahr? Jedenfalls haben wir den Aufbau der neuen Konfrontation West-Ost verschlafen. Friedensbewegung – wo bist Du geblieben?

Verantwortlich:

Seit meinem Beitrag vom 4. März über die Notwendigkeit, von der Konfrontation zur europäischen Friedensordnung zu kommen, habe ich die öffentliche Debatte beobachtet und mit vielen Menschen, die mir nahe stehen, gesprochen. Darunter gibt es erstaunlich viele, die meine und anderer Menschen Sorgen und Ängste nicht nachvollziehen können. Sie sind an Militäreinsätze gewöhnt, sie haben zum Beispiel den Aufbau des Raketenschilds der USA in Polen als nicht besonders aufregend akzeptiert, und regen sich deshalb auch nicht über die Verlegung einer Flugzeugstaffel der USA nach Polen auf. So wie die meisten von uns das Heranrücken der NATO an die Grenzen Russlands mit einem müden Lächeln quittierten. Und auch die systematische Pflege eines neuen Feindbilds „Die Russen“, festgemacht an der Person Putin, hat die Reste der Friedensbewegung, so es solche gibt, nicht auf den Plan gerufen. Die Kriegsgefahr und die existenzbedrohenden Seiten eines Krieges, sieht die Mehrheit wohl nicht.

Die Gefahr und die Gefährlichkeit eines Krieges?

Im Beitrag vom 4. März hatte ich einen Unterschied zur Auffassung Egon Bahrs festgestellt. Der Schreiber eines Leserbriefes fand meine Formulierung zu kritisch. Dazu merke ich gerne an, dass Bahrs Wirken und Reden in der jetzigen Situation noch Gold wert ist im Vergleich zu den meisten anderen Einlassungen. Es ging mir doch nur um die Frage, ob wir dem Treiben zum Wiederaufbau einer Konfrontation gelassen zu sehen können. Ich kann es nicht und möchte noch einmal und erweitert begründen, warum Sorgen um die Bewahrung des Friedens angebracht sind und warum es höchst angebracht ist, dass die Reste der alten Friedensbewegung zusammen mit einer Neuen aufwachen.

Dreizehn Beobachtungen, die nahe legen, Gefahren für einen heißen Krieg zu sehen:

  1. Wir haben gelernt, dass Kriege geführt werden können, dass sie als Fortsetzung der Außenpolitik mit anderen Mitteln betrachtet werden. Noch vor 25 Jahren war das unvorstellbar. Die Bundeswehr hatte einen Verteidigungsauftrag. Außerhalb des NATO-Bereichs hatte sie und auch die NATO nichts zu suchen. Inzwischen soll Militär auch der Sicherung der Seewege und der wirtschaftlichen Interessen dienen, und selbstverständlich wird ihm eine Mission für Frieden und Menschenrechte angedichtet. Beim Kosovo Krieg haben wir diese Sicht der Dinge eingeübt. Und dann später in Afghanistan.
  2. Kriege dienen deutlich sichtbar der innenpolitischen Stabilisierung der Machthaber – so zu beobachten beim Falkland-Feldzug von Premierministerin Thatcher, beim Libyenfeldzug der Briten und Franzosen, beim ersten und zweiten Irak-Krieg der Amerikaner. Auch Putins Härte in der jetzigen Auseinandersetzung wird teilweise von innenpolitischen Stabilisierungserwägungen bestimmt.
  3. Kriege erscheinen vergleichsweise harmlos. Sie sind bisher in der Regel weit weg gewesen. Unsere Kinder und wir selbst haben die Gewalt mit zunehmender Kommerzialisierung der elektronischen Medien und der elektronischen Spiele eingeübt – auch mit elektronischen Waffen.
  4. Auf beiden Seiten gibt es Hardliner, die keine friedlichen Absichten haben. Im Westen, vor allem in den USA, sind religiös bestimmte Kräfte, stark. Für sie steht ihre Auseinandersetzung mit dem sozialistischen Anti-Christ immer noch auf der Tagesordnung, auch wenn Russland nicht mehr von sozialistischen Ideologien und Gedanken geprägt ist. Das macht nichts. Das alte Feindbild passt. Auch in Russland gibt es jene, die von der Wiederherstellung der Sowjetunion träumen.
  5. Solche Kräfte sind fähig, der Eigendynamik eines Konfliktaufbaus Futter zu bieten – durch Intervention, durch selbst organisierte oder finanzierte Kommandoaktionen, durch Propaganda und De-Stabilisierung.
  6. Es gibt im heutigen Westen viele einzelne Personen, Gruppen und Völker, die Rechnungen mit den Russen offen haben. Genauer müsste man sagen: die meinen, Rechnungen mit den Russen offen zu haben. Das gilt bei uns für einen Teil der so genannten Bürgerrechtsbewegung und viele andere in der ehemaligen DDR. Namentlich ist in diesem Zusammenhang Bundespräsident Gauck zu nennen, aber auch Werner Schulz von den Grünen. Sie reden für das Gute, für die Freiheit, für den Kampf für Menschenrechte in den ehemaligen Ostblockstaaten. Und je lauter sie reden, umso schweigsamer werden jene echten Bürgerrechtler, die zugleich Teil der Friedensbewegung waren. Konkret und beispielhaft: Werner Schulz übertönt Friedrich Schorlemmer und alle anderen, die „Schwerter zu Pflugscharen“ umschmieden wollten und erfolgreich umgeschmiedet haben. Ein Beispiel für die Argumentation von Werner Schulz siehe hier.
  7. Russland ist umgeben von Staaten, deren Führungspersonal meist auch noch meint, Rechnungen mit Russland offen zu haben. Das gilt für die baltischen Staaten, für Polen, für Tschechien, für Georgien und für Teile der Ukraine. In den meisten Staaten gibt es radikale Kräfte und in den meisten dieser Staaten leben Russischstämmige mit der Mehrheit zusammen. Aus diesem Zusammenleben folgen mit weitergehender Konfrontation handfeste Konfliktmöglichkeiten. Und dieser Konfliktmöglichkeiten sind gepaart mit der Ausdehnung der NATO und damit mit der Gefahr, dass Bündnisfälle eintreten, wir NATO Partner also aufgerufen sind, bei solchen Konflikten Beistand zu leisten. Alleine dies ist eine bemerkenswerte Veränderung zum Schlechteren.
  8. Jene Kräfte im Westen, die die Rohstoffe anderer Länder und auch das Eigentum von Unternehmen und dienInfrastruktur in anderen Ländern, konkret in der Ukraine oder in Russland, ausbeuten wollen, sind mächtig, sie bestimmen die politische Willensbildung und die Entscheidungen weit über ihr in einer Demokratie angemessenes Maß hinaus.
  9. Die Medien sind über weite Strecken eingespannt in den Aufbau der Konfrontation. Das gab es in den vierziger und fünfziger Jahren und Anfang der Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts auch, aber dann folgte eine Periode beachtlicher Abrüstung der Sprache, des Tons und der Inhalte in den meisten Medien. Das ist vorbei.
  10. Auch eigentlich kritisch denkende Medienschaffende und vor allem Teile des kritischen Bürgertums sind als Mahner vor der Eskalation und vor kriegerischen Handlungen ausgeschieden. Bei meinen Gesprächen in diesen Kreisen muss ich feststellen, dass die Anti-Putin-Agitation und der Hinweis auf die Verletzung der Menschenrechte im Osten zieht. Dies kombiniert mit einer Verklärung der Verhältnisse im Westen macht auch diese eigentlich kritischen Kreise anfällig für die Unterscheidung „Hier der gute Westen, dort der Osten und die Russen“.
  11. Die Generation der heute 30-50-jährigen ist beachtlich entpolitisiert und der allgemein üblichen Propaganda erlegen. Die Träger der früheren Friedensbewegung und der Studentenbewegung haben es nicht geschafft, ihre Aufmerksamkeit und ihre Wachsamkeit und ihren kritischen Verstand und ihr Interesse am Allgemeinwohl und vor allem am Frieden an die nächste Generation weiter zu vermitteln. Damit will ich keinesfalls sagen, dass diese mittlere Generation nicht am Frieden und nicht am Gemeinwohl und an Mitmenschlichkeit interessiert sei, im Gegenteil. Aber es fehlt das Bewusstsein für die Gefährdung dieser wunderbaren Welt.
  12. Je schlimmer die inneren Verhältnisse im Westen sind, umso attraktiver ist der Aufbau des Feindbilds des Bösen im Osten.
  13. Die Wühlarbeit zur De-Stabilisierung von Staaten im Umfeld Russlands kann heute auf vielfältige Weise organisiert und von professionellen PR-Strategien begleitet werden. An der De-Stabilisierung wird Geld verdient. Die PR Strategen sind politisch einflussreich.
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http://www.nachdenkseiten.de/?p=21077#more-21077

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Gruß Hubert

Der undressierte Mann   Leave a comment

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Dressierte Männer lassen sich inzwischen auch alles bieten. Die Online-Ausgabe von „Bild“ am 19. 8. 2005 titelt:

„Ich hab’ meinen Mann verlängern lassen“ und berichtet, wie eine 51jährige Laborantin „aus dem Schwäbischen nicht mehr nur von leidenschaftlichen Nächten träumen“ wollte und deshalb ihren Mann „zur Penisvergrößerung“ geschickt hatte.
Na bravo kann ich da nur sagen! Der Mann degradiert zum willigen Werkzeug für weibliche Höchstbefriedigung. Ich kann mir vorstellen, dass sich dieser Mann ganz toll fühlt und vor Selbstbewusstein fast platzt. Endlich kann er seiner Angebetenen genügen. Was tut Mann nicht alles für Frau.

Hier ein Artikel von cuncti.net

2oo8 veröffentlichte Walter Hollstein im Aufbau-Verlag sein Buch „Was vom Manne übrig blieb“. Es entwickelte sich rasch zu einem Standardtext zur Problematik der wachsenden Männerfeindlichkeit. Seit Frühjahr 2012 ist der Band vergriffen. Er erscheint nun ganz neu bearbeitet, aktualisiert und um einige Kapitel erweitert im Verlag „Opus Magnum“ (Stuttgart). Wir veröffentlichen einen Ausschnitt aus dem Schlusskapitel.

voodoo

Am 27. 8. 2012 wurde die Polizei in Bochum zu einem außergewöhnlichen Einsatz gerufen. Anrufer hatten zwei verdächtige Personen gemeldet, einen Mann und eine Frau. Die Polizei entdeckte die beschriebenen Personen auf dem Bürgersteig in der Vierhausstraße: Eine Frau in martialischem Lederdress führte einen Mann an einer Hundeleine auf der Hauptverkehrsstraße aus – und der Mann war praktisch nackt. Er trug nur ein Stachelhalsband um den Hals, an dem die Leine befestigt war. Auf die Frage der Polizisten, was das Paar da mache, erklärte die 33jährige, der Mann müsse seine Notdurft verrichten – Mann als Hündchen.

Esther Vilar: Der dressierte Mann / Das polygame Geschlecht / Das Ende der Dressur

Dafür gibt es mittlerweile sogar eine Art „Selbsthilfeliteratur“, wie beispielsweise das Buch von Michele Weiner-Davis: „Jetzt ändere ich meinen Mann.“ Darin wird anhand spezieller Tipps dargestellt, wie ein Mann „nach dem Muster des klassischen Hunde-Trainings umgekrempelt“ werden kann.

Dressierte Männer lassen sich inzwischen auch alles bieten. Die Online-Ausgabe von „Bild“ am 19. 8. 2005 titelt: „Ich hab’ meinen Mann verlängern lassen“ und berichtet, wie eine 51jährige Laborantin „aus dem Schwäbischen nicht mehr nur von leidenschaftlichen Nächten träumen“ wollte und deshalb ihren Mann „zur Penisvergrößerung“ geschickt hatte. „‚Ich bin begeistert‘, strahlt Susanne […]. Susanne begleitete ihren Ewald zu den Messungen ins Krankenhaus. ‚Er ist jetzt auch viel härter geworden‘, diktierte sie dem Arzt dort stolz ins Protokoll.“ Geschmackvollerweise lässt sie sich mit ihrem Mann auch gleich noch in der Zeitung ablichten. Am 1. September 2012 gesteht eine Natalie in der schweizerischen Boulevardzeitung „Blick“, dass sie ihrem Freund nicht traue und ihm deshalb jetzt einen Keuschheitsgürtel verpassen wolle.

Diese Vision oder Realität des „dressierten Mannes“ hat Esther Vilar schon in den 70er Jahren beschrieben – ausgerechnet zur Hochzeit des Feminismus im deutschsprachigen Raum.

was-vom-manne-uebrigblieb-das-missachteteProf. Walter Hollstein: Was vom Manne übrig blieb – das missachtete Geschlecht

Nun sind die genannten Beispiele sicher eher episodisch. Es geht auch gar nicht darum, sie zu dramatisieren oder gar zu verallgemeinern. Sie sind aber symbolischer Ausdruck dafür, dass die Definitionsmacht über Geschlechterbeziehungen, geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und überhaupt alles, was mit der Geschlechterfrage zu tun hat, heute bei den Frauen liegt und in Sonderheit beim Feminismus. Man wird inzwischen noch weiter gehen müssen: Nicht nur die Definitionsmacht ist feministisch, sondern auch Widerspruch dagegen wird nicht mehr toleriert. Für den Soziologen Hinrich Rosenbrock zum Beispiel ist Antifeminismus „Hasspropaganda“. Wörterbücher zeigen sich neutraler. Antifeminismus – so heißt es da – „bezeichnet eine gegen den Feminismus gerichtete kritische Haltung“. Das können einige offenbar so nicht mehr denken; sie stellen den Antifeminismus a priori unter Verbotsschilder, und das heißt: ohne sachliche Prüfung.

Inzwischen ist die Situation so weit gediehen, dass eine kritische Auseinandersetzung mit feministischen Postulaten schon als undemokratisch oder sogar rechtsextrem diffamiert wird. Ein Beispiel dafür ist die Schrift „Geschlechterkampf von rechts“, die die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung 2010 herausgegeben hat. (…)

Die Friedrich-Ebert-Stiftung ist mittlerweile noch einen Schritt weiter gegangen, indem sie 2011 unter dem Titel „Gleichstellungspolitik kontrovers. Eine Argumentationshilfe“ ein Handbuch herausgegeben hat, das feministisches Denken vor „gegnerischen“ Angriffen schützen will. Daraus könnte geschlossen werden, dass der Feminismus mittlerweile als die eigentlich staatstragende Doktrin verstanden und akzeptiert werden soll.

2012 veröffentlichte dann auch die Heinrich-Böll-Stiftung eine „Expertise“ über die „antifeministische Männerrechtsbewegung“. Ihr Autor, Hinrich Rosenbrock, fährt sogleich heftiges Geschütz auf:

„Die Brisanz antifeministischer Ideologien wird in den Behauptungen des norwegischen Attentäters (…) Breivik deutlich.“ Der Verweis auf Brejvik findet sich in der Schrift gleich mehrmals und soll wohl drohend andeuten, zu welch grausamen Taten antifeministische Männerrechtler auch in unseren Breitengraden fähig sein könnten. (…)

Man sieht wo Feministinnen landen können, wenn sie Männern nur das Schlechteste andichten wollen.

 

Hier weiterlesen

http://www.cuncti.net/streitbar/280-der-undressierte-mann

 

Gruß Hubert