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Sahra Wagenknecht sagt, dass es zum Vorwurf geworden ist etwas zu verstehen, Stichwort Putinversteher.
Bei den Europawahlen haben nationalistische, rechtspopulische, teils offen faschistische Kräfte wie die Griechische Morgenröte kräftig zugelegt. Wenn das nicht als Weckruf verstanden wird, dass es mit Europa nicht so weitergehen kann wie bisher, sagt sie an Frau Merkel gewandt, worauf wollen sie noch warten? Sagen sie nicht Deutschland habe mit der wirtschaftlichen Misere in Frankreich nichts zu tun. Mit Die Agenda 2010 war nicht nur eine massenhafte Enteignung deutscher Arbeitnehmer, die heute im Schnitt 3,6% weniger Lohn bekommen als im Jahr 2000. Sondern dass durch Leiharbeit, Werkverträge, Minijobs ermöglichte Lohndumping in Deutschland war natürlich auch ein massiver Angriff auf die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Konkurrenten, denen solche Knebelverträge ihrer Arbeitnehmer nicht zur Verfügung standen. Immer mehr Menschen sehen die EU als Bedrohung sehen, für die Zerstörung ihrer Arbeitsplätze, für die Zerstörung ihrer sozialen Sicherheit und ihres Wohlstands. Immer mehr Menschen wenden sich von Europa und der EU ab, die nichts mehr zu tun hat mit den großen Ideen von Freiheit, der Sozialstaatlichkeit, der Demokratie und der Solidarität. Immer mehr Menschen sehen die EU als Lobbyistenclub für Banken und große Unternehmen. Die EU entmündigt die Bürger Europa und schränkt ihre demokratischen Entscheidungsmöglichkeiten ein.

Wenn die Armut weiter wächst und der soziale Ausgleich scheitert DANN scheiter Europa. Das ist dann auch die Mitverantwortung von Merkel. In der Ukraine ist Europa schon gescheitert. Das Land versinkt in einem blutigen Bürgerkrieg.

Heute unterstützen sie Frau Merkel eine Regierung, der vier Minister einer offen antisemitischen und antirussischen Nazi-Partei angehören. Eine Regierung die den Konflikt erst recht angeheizt hat und heute brutal Krieg gegen die eigene Bevölkerung führt. Heute unterstützen sie einen Präsidenten der seine Präsidentschaftskampagne mit einem milliardenschweren Raubvermögen und einem eigenen Fernsehsender betrieben hat.
Einem Oligarchen, der einem Janukowitsch an Korruption und Gangstertum und krummen Geschäften in nichts nachsteht.

Man muss die legitimen Interessen aller Seiten ernst nehmen und genau das hat der Westen gegenüber Russland über Jahre sträflich vernachlässigt. Heute sieht es sogar der frühere US-Verteidigungsminister Robert Gates so, dass die NATO-Osterweiterung ein Fehler war. Die russischen nationalen Interessen wurden damit verantwortungslos ignoriert. Genau so verantwortungslos ist es auch die Ukraine in eine gemeinsame Verteidigungspolitik mit der EU und damit faktisch in eine Kooperation mit der NATO einzubinden.

Und genau so verantwortungslos ist die verantwortungslose und absurde Sanktionsdebatte, die das Klima weiter verschlechtert und die das Potential hat der europäischen und deutschen Wirtschaft massiv zu schaden, während sich US-amerikanische Öl- und Gas-Konzerne sich doch längst ins Fäustchen lachen. Es gibt keinen Frieden und keine Sicherheit in Europa ohne und gegen Russland.
Obamas Kriegsrhetorik und dessen Ruf nach Aufrüstung ist mit Entschiedenheit entgegen zu treten.
Es liegt deshalb in der unbedingten Verantworung der Bundesregierung sich gegen Obamas erschreckende Kriegsrhetorik und die angekündigte Truppenstationierung in Osteuropa auszusprechen. Wir brauchen keine weiter militärische Provokation.

Wer nach genau hundert Jahren nach dem Beginn des 1. Weltkrieges und wer nach den Gräueln der 2. Weltkrieges, immer noch über führbare Kriege inmitten von Europa nachdenkt und Phantasien entwickelt, ich muss sagen der ist KRANK IM KOPF und der muss in die Schranken gewiesen werden, egal ob er Obama, Rasmussen oder sonstwie heißt.

Und deshalb Frau Merkel lösen sie sich von dieser Kriegspolitik. Setzen sie sich möglichst mit Frankreich gemeinsam dafür ein, dass sich Europa diesem Eskalationskurs verweigert.
Der französische Historiker Emanuel Todd sagte unbewusst sind die Deutschen heute dabei ihre katastrophenbringende Rolle für die anderen Europäer und eines Tages auch für sich selbst einzunehmen.


http://www.4shared.com/video/QPX6XY3Jba/Sahra_Wagenknecht_-_zu_Merkel_.html

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Oskar Lafontaine über den Vorwurf „Putin-Versteher“

 

Es sollte Grundlage jeder Außenpolitik sein, dass man den jeweils anderen versteht. Mittlerweile ist es aber ein Vorwurf, dass man den anderen versteht.

 

Gruß Hubert