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Ich weiß nicht was das soll mit dem Begriff „Putin-Versteher“. Es kann ja nicht zum Vorwurf gemacht werden, wenn man versucht jemand anderen zu verstehen. Wenn man den Willen dazu nicht hat, dann ist kein Dialog möglich. Was will man also von Putin? Will man Krieg. Wenn die westliche Politik dazu führt, dass man Putin nicht verstehen will, dann bleibt nur mehr Krieg übrig. Denn wie Carl von Clausewitz sagte: „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ Ist im Westen die Vernunft abhanden gekommen und sind alle verrückt geworden? Oder hätte man gern die russischen Ressourcen umsonst bzw. durch einen Krieg?

Hier ein Artikel von freigeistblog.com
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Russland, vertreten durch seinen Präsidenten Wladimir Putin, ist zum Feindbild des europäisch-anglikanischen Machtbündnis, der NATO geworden.

Der kalte Krieg, der seit über zwei Jahrzehnten überwunden schien, wurde innerhalb nur weniger Wochen, nicht nur wieder entfacht, sondern mit all seinen absurden Begrifflichkeiten und diffusen Ängsten, fest im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert. 25 Jahre bilaterale Annäherung scheinen vergebens gewesen zu sein.

Wie zu Zeiten des eisernen Vorhangs, ist sie plötzlich wieder da, die Angst vor der fünften Kolonne Moskaus, jene subversiven Gestalten, die schon immer im Verdacht standen, die demokratische Freiheit an den russischen Bären ausliefern zu wollen.
Mit ihr wurden die gleichen stereotypen Abwehrreflexe freigelegt, die sich schon damals ganz wunderbar, medial bedienen ließen. Man weiß offensichtlich noch, wie es geht.

Neu etikettiert sind nun es nicht mehr gut organisierte kommunistische Parteikader, die den vermuteten, schändlichen Verrat an den Werten der Freiheit betreiben, sondern Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft, die nur eines zu verbinden scheint. Das Medium mit dem sie sich Ausdruck verleihen. Das Internet, welches in etablierten politischen Kreisen, generell schon als konspirativ angesehen wird. Ein schwer zu kontrollierendes Medium, das sich oftmals dem politischen Mainstream entzieht und schon allein dadurch, verdächtig ist.

Diese vermeintlich alte, neu wieder auferstandene Klasse der Demokratiefeinde, wird medial als, die “Putin Versteher” klassifiziert. Gerade die Medien, deren Berufung es ist, sich der Sprache zu bedienen, als auch die Politik als Meisterklasse der Rhetorik, sollten zumindest ein rudimentäres Verständnis zur Semantik haben. Die Begrifflichkeit des Verstehens beschreibt das kognitive Erfassen von Begründungen, Erklärungen und Argumentationsketten. Verstehen bedeutet nicht zuzustimmen, zu unterstützen oder zu verteidigen. Dem Versuch, wider besseren Wissens, dem Begriff des Verstehens eine in dieser Frage negative, weil zustimmende Bedeutung zu geben, muss Vorsatz unterstellt werden.
Es ist die bewusste und undifferenzierte Diskreditierung vieler Menschen, die sich dem politisch gewollten Feindbild nicht anschließen können oder wollen.

Offensichtlich glauben die europäischen, sowie die amerikanische Regierung, dieses Feindbild zu brauchen, um ihre Politik durchsetzen zu können. Es stellt sich die Frage, welche Ziele eine Politik des nicht verstehen wollen verfolgt und aus welchem Grund der konträrer Standpunkt Russlands und seines Präsidenten, so unbedingt nicht verstanden werden soll. Kann es überhaupt eine sinnvolle Politik, ohne Verständnis geben?

Ich verstehe dass die NATO und Russland ihre Machtbereiche sichern und erweitern wollen. Ich verstehe auch dass Russland, sich vor dem Hintergrund der permanenten Expansion der NATO in den letzten Jahrzehnten, zunehmend in seinen Sicherheitsinteressen bedroht sieht und ich verstehe, das nur gegenseitiges Verständnis der Eskalationsspirale entgegen wirken kann.

Ich bin ein “Putin Versteher” und hoffe das die Anzahl derer, die das auch von sich sagen können, beständig zunimmt. Verständnis ist das einzige Mittel der Politik, welches dauerhaft Frieden sichern kann.
Von Heinz Sauren

http://freigeistblog.com/2014/09/10/putin-versteher/

 

Gruß Hubert