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Unfassbar welche Gesetze es in manchen islamischen Staaten gibt, wie zum Beispiel in Saudi Arabien, wenn es auch nicht das einzige islamische Land mit empörenden Gesetzen ist. Der Blogger Raif Badawi hatte nur das harte Vorgehen der religiösen Polizei (welch Anachronismus…!) kritisiert. Für so eine Harmlosigkeit (aus westlicher Sicht) bekommt man in Saudi Arabien zehn Jahre Haft und 1000 Peitschenhiebe. Trotzdem hatte man die Unverfrorenheit einen saudi-arabischen Vertreter zur Solidaritätskundgebung nach Paris zu schicken. Was soll das?

SPON:
„Der 30-jährige Aktivist hatte auf seiner Internetseite Liberal Saudi Network immer wieder die Religionspolizei für ihre harte Durchsetzung der in dem wahhabitischen Königreich vorherrschenden strengen Auslegung des Islam kritisiert. Im Jahr 2012 wurde er deshalb festgenommen und im vergangenen Jahr wegen „Beleidigung des Islam“ zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und den 1000 Peitschenhieben verurteilt.“
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http://www.spiegel.de/panorama/justiz/raif-badawi-blogger-geht-es-vor-erneuter-auspeitschung-sehr-schlecht-a-1013095.html
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Ebenfalls aus SPON:

 

1000 Peitschenhiebe soll der saudi-arabische Blogger Raif Badawi als Strafe bekommen. Nach den ersten 50 geht es dem 30-Jährigen so schlecht, dass der Vollzug laut Amnesty International nun ausgesetzt wird.

Dschidda/Brüssel – Vor einer Woche bekam der saudi-arabische Blogger Raif Badawi die ersten 50 Peitschenhiebe seiner Strafe wegen angeblicher „Beleidigung des Islam“. Die restlichen 950 sollte der 30-Jährige in den kommenden Wochen erhalten. Nun scheint der für Freitag angekündigte Vollzug der nächsten 50 Schläge verschoben worden zu sein. Das meldet die Menschenrechtsorganisation Amnesty International auf Twitter. Auch die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle von dem Aufschub.

Badawi sitzt derzeit in einer Gefängniszelle in Dschidda. Der Aktivist hatte auf seiner Internetseite Liberal Saudi Network immer wieder die Religionspolizei kritisiert. Diese setzt mit harter Hand die strenge Auslegung des Islam durch, die in dem Königreich vorherrscht. Im Jahr 2012 wurde er deshalb festgenommen und im vergangenen Jahr zu zehn Jahren Haft, einer Geldstrafe und den 1000 Peitschenhieben verurteilt.

„Empörende Unmenschlichkeit“

Badawai habe die ersten 50 Schläge nicht gut verkraftet, berichtete der „Guardian“ unter Berufung auf Amnesty International. Sein gesundheitlicher Zustand ist laut Amnesty auch der Grund für die Aufschiebung der Strafe. Die Entscheidung, die Peitschenhiebe auszusetzen, liegt beim Gefängnisarzt.

Die Verschiebung der Strafe aus Gesundheitsgründen zeige die „absolute Brutalität dieser Bestrafung und unterstreicht ihre empörende Unmenschlichkeit“, sagte Amnesty-Vertreter Said Boumedouha. Es sei makaber, dass Badawi nach jedem Mal Auspeitschen erst wieder gesund werden müsse, um die Fortsetzung der Bestrafung zu ermöglichen. Badawis Frau sagte, die nächste Auspeitschung solle nun wahrscheinlich am Freitag kommender Woche stattfinden.

Der Fall Raif Badawi hat international Entsetzen ausgelöst. Nach der ersten Auspeitschung in der vergangenen Woche hatte die Organisation Human Rights Watch König Abdullah aufgefordert, die Verurteilung Badawis aufzuheben und den Blogger „umgehend zu begnadigen“. Auch die EU und die US-Regierung kritisierten das Vorgehen.

Hoffnung setzt die Frau des Verurteilten, Ensaf Haidar, darauf, dass das Büro des saudischen Königs Abdullah die Akte bereits vor einem Monat an das höchste Gericht verwiesen habe, wie sie der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Damit könnte der Fall möglicherweise neu aufgerollt werden.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/raif-badawi-auspeitschung-von-blogger-verschoben-a-1013316.html

Übersetzung aus The Guardian, Auszug.

Smialowski/AFP/Getty Images

 

Badawi Ehefrau Ensaf Haidar, sagte dem Guardian von Montreal am Sonntag: „Viele Regierungen in aller Welt haben über den Fall meines Mannes protestiert. Ich war optimistisch, bis zur letzten Minute dass die Auspeitschung nicht erfolgt. Aber die saudische Regierung benimmt sich wie Daesh [abwertend arabische Name für islamischen Staat oder Isis].“

Dabei verurteilte Saudi-Arabien zusammen mit anderen arabischen und muslimischen Ländern die Ermordung von 12 Menschen der Pariser Satirezeitung Charlie Hebdo. Böse Kommentare geißeln die Doppelmoral bei der grausame Strafe für einen Mann, der der angeblichen Beleidigung des Islam beschuldigt wurde. (Dabei hatte er nur das harte Vorgehen der religiösen Polizei kritisiert).
Eine Karikatur, die in den Sozialmedien zirkulierte, zeigte einen Mann der Badawi ähnelte, die das Vorgehen von Saudi Arabien geißelte: „Saudi-Arabien verurteilt den Terroranschlag auf die Freiheit der Meinungsäußerung in Paris …“

Badawis Anwalt, Waleed Abu al-Khair, wurde im Juli vergangenen Jahres zu 15 Jahren Haft wegen der Kritik an Menschenrechtsverletzungen verurteilt.
Quelle:
http://www.theguardian.com/world/2015/jan/11/flogging-global-outrage-saudi-arabia-silent

 

Gruß Hubert