Referendum um Rechte für Homosexuelle spaltet die Slowakei   Leave a comment

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Es ist für mich schwer nachvollziehbar, warum sich manche, vor allem aus kirchlichen und rechten Kreisen so über die Homosexuellen aufregen und ihnen keine Rechte gewähren wollen, die teilweise auch von Menschenrechten gedeckt sind. Die Homosexuellen nehmen den Heteros ja nichts weg und jeder soll sich nach seiner sexuellen Orientierung vergnügen dürfen. Was stört manche „normale“ Heteros daran? Geschlechtsverkehr ist ja nicht nur zum Zweck der Fortpflanzung vorgesehen. Wenn es so wäre, gäbe es ja nur einen sehr geringe Anzahl von Sexualkontakten zwischen den Ehepartnern, auch wenn sich einige vermehren würden wie die Karnickel, wie neulich der Papst meinte. (übrigens früher noch massiv gepredigt von der Kirche, inklusive Hausbesuche). Bei durchschnittlichen ein bis zwei Kindern würde es da ja dürftig mit den Sexualkontakten aussehen. Da könnte man auch darauf verzichten und es so machen lassen wie zwischen Stier und Kuh (ohne einen Sexualkontakt zwischen dem Stier und der Kuh).
Laut psychologischer Erkenntnis ist die Sexualität ein integraler Bestandteil menschlicher Existenz. Da kann man nicht von Homosexuellen verlangen, wie es die katholische Kirche tut, sie sollen auf die Sexualität verzichten. Aber wer auf die Kirche hört, der …. ich erspare mir laut zu denken.

Dass es über dieses Thema von Rechten für Homosexuelle ein Referendum in der Slowakei gibt kann nur verwundern und vor allem dass die Diskussionen darüber so hitzig verlaufen.
Treibende Kraft hinter dem Referendum ist die kirchennahe Allianz für die Familie. Sie hat die Volksabstimmung mit mehr als 400.000 Unterschriften durchgesetzt.

Aus der ZEIT, Auszug.

Toleranztest für die Slowakei

Ein Referendum spaltet die Slowakei: Eine kirchennahe Organisation will verhindern, dass Homosexuelle mehr Rechte erhalten. Nach hitziger Debatte wird heute abgestimmt. von Silja Schultheis, Bratislava

 

Ein Plakat mit der Abbildung des Papstes wirbt für die Teilnahme am Referendum gegen die Gleichberechtigung Homosexueller in der Slowakei.

Ein Plakat mit der Abbildung des Papstes wirbt für die Teilnahme am Referendum gegen die Gleichberechtigung Homosexueller in der Slowakei.  |  © Vladimir Simicek/AFP/Getty Images

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„Dass eine Debatte das Land so sehr spaltet und der Streit quer durch die Familien verläuft, haben wir in der Slowakei schon lange nicht mehr erlebt“, sagt der Journalist Matúš Kostolný. Es ist das Referendum gegen die Gleichberechtigung Homosexueller, das die Slowaken derzeit so umtreibt. Mit der Abstimmung an diesem Samstag will eine kirchennahe Organisation verhindern, dass künftig eine rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften erfolgen könnte. So wie es andere EU-Staaten bereits vorgemacht haben. In der slowakischen Gesellschaft tobt eine hitzige Debatte über den Sinn einer solchen Abstimmung.

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Treibende Kraft hinter dem Referendum ist die kirchennahe Allianz für die Familie. Sie hat die Volksabstimmung mit mehr als 400.000 Unterschriften durchgesetzt. Damit das Referendum gültig ist, muss über die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Massive Unterstützung kommt von der katholischen Kirche, der über 60 Prozent der Slowaken angehören. Gleichzeitig haben sich mehrere gläubige Katholiken gegen das Referendum ausgesprochen.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-02/slowakei-referendum-homosexuelle-partnerschaften-gleichstellung

Manchen glauben auch, dass es die Homosexualität nur spezifisch bei den Menschen gäbe, und bei Tieren kaum. Dass dem nicht so ist, zeigen spezielle Untersuchungen.

Homosexualität unter Tieren weit verbreitet

http://www.handelsblatt.com/technik/forschung-innovation/wissenschaft-homosexualitaet-unter-tieren-weit-verbreitet/3201092.html

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Verlogene Berichte aus dem Tierreich

Bewusst haben Forscher in der Vergangenheit über homosexuelles Verhalten im Tierreich hinweggesehen. Für die unwissenschaftliche Scheu gibt es ein starkes Motiv, das der kanadische Verhaltensbiologe Paul Vasey offen benennt: Die Angst, mit dem zur Sprache gebrachten Tabu selber als schwul zu gelten. Immerhin hinterließ das eine Fülle von verlogenen, aber interessant-amüsanten Berichten aus dem Tierreich: Trieben es zwei Giraffenmännchen miteinander, war von „Revierkämpfen“ die Rede.

[…]
„Die Schwulenbewegung nutzt die Forschungen als politisches Instrument. Allerdings fühlen sich beide Seiten bestätigt: So greifen auch Anti-Homosexuellen-Verbände oder konservative Christen auf diese Forschungen zurück. Jeder nutzt und dreht die Fakten in seine Richtung. Ich halte beide Argumentationen für unvertretbar. Was an schwulen Tieren als natürlich zu gelten hat und was nicht, ist mit wissenschaftlicher Methodik nicht feststellbar.“

http://www.welt.de/vermischtes/article125832354/Von-wegen-Revierkampf-Liebesspiele-unter-Tieren.html

Homosexualität ist keine Eigenschaft, die nur beim Menschen auftritt, sondern ist auch in der Tierwelt zu finden. Bei mindestens 1500 Tierarten ist homosexuelles Verhalten bisher beobachtet worden. Und bei rund 500 davon sind die Beobachtungen auch sehr gut dokumentiert. Ist Homosexualität also wider die Natur? – Wohl kaum. „Die Tiere wollen Spaß – in welcher Konstellation auch immer“, lautet die These der Macher der Ausstellung „Schwule Tiere“ in einem Museum in Oslo.

http://german.china.org.cn/environment/txt/2012-05/18/content_25416945.htm

Die folgende Sichtweise lehne ich natürlich strikt ab:

„Man geht davon aus, dass der Mensch nichts ist als ein etwas höherentwickelteres Tier. Aber das ist nicht die Sicht der Bibel. Die Bibel macht einen Unterschied zwischen Menschen und Tieren, weswegen wir nicht von Tieren auf den Menschen schließen können.“
Wen, außer einem Gläubigen interessiert denn die Sicht der Bibel? Die Bibel ist ja kein wissenschaftliches Buch.

http://www.bibel.com/faq/homosexualitaet-bei-tieren.html

Das ist ja klar, war zu erwarten und überrascht nicht. Bischöfe machen offen Wahlkampf

In seinem Internet-Blog berichtet Branislav Ondrasik seit Jahren über die Probleme von Schwulen und Lesben in der Slowakei. Die Volksabstimmung sei ein Prüfstein für die Toleranz der slowakischen Gesellschaft: In Bratislava sei es in den vergangenen Jahren besser geworden, aber auf dem Land würden Schwule und Lesben immer noch offen diskriminiert. „Die Volksabstimmung wird zeigen, wie konservativ unsere Gesellschaft ist und wieviel Macht die katholische Kirche in unserem Land noch hat.“

http://www.tagesschau.de/ausland/slowakei-referendum-homosexualitaet-101.html

 

Gruß Hubert

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