Archiv für 10. April 2015

Gründe für einen EU-Austritt aus der Warte des Tierschutzes   Leave a comment

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Es gibt viele Gründe um einen EU-Austritt zu verlangen. Aber schon aus der Warte des Tierschutzes würde das genügen. Animal-spirit.at legt einige Gründe dafür dar.

Bereits Viktor Hugo (1802-1885, französicher Schriftsteller, großer Europäer und erster Präsident der Liga gegen Vivisektion), schrieb visionär:
„Einen Stier zu foltern zur Belustigung, zum Vergnügen, bedeutet weit mehr als ein Tier zu foltern; es bedeutet, ein Bewußtsein zu foltern!“

DAS EU-weite GESCHÄFT MIT DEM FLEISCH

Als langjähriger Tier- und Umweltschutzaktivist bin ich für den schnellstmöglichen Austritt Österreichs aus der EU, damit wir wieder selbständig vernünftige und für Bevölkerung, Umwelt und Tiere sinnvolle Gesetze – v.a. betreffend Agrarpolitik – machen können (siehe echte direkte Demokratie Schweiz). Denn die EU ist – gemeinsam mit den USA – durch die von ihr massiv geförderte Agrar- und Tierausbeutungsindustrie Hauptverursacher schrecklichen Tierleids, für massiven Einsatz von Pharmazeutika und damit verbundenen Antibiotika-Resistenzen, großflächige Umweltschäden, Seuchen und regelmäßige Fleischskandale – die Fakten rund um die industrielle Massentierhaltung in der EU liegen auf dem Tisch. Aber der Markt boomt, Fleisch ist ein gewinnbringendes Geschäft. Damit das so bleibt, bedient die Werbung unablässig das Klischee einer heilen – schon lange nicht mehr existierenden – Bauernhofromantik. Gleichzeitig werden Unmengen unserer Steuergelder, die wir als “Mitglied” zwangsweise an die EU abliefern müssen, verschwendet.
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Denn die Fleisch-Produzenten fetten ihre Gewinne mittels großzügiger staatlicher Subventionen auf, Kosten für verursachte Umweltschäden werden allerdings auf die Steuerzahler abgewälzt. Das Wachstumswunder Fleischindustrie ist überhaupt erst möglich, weil Fleisch von der EU-Politik mit Förderungen künstlich verbilligt wird. Statt im Interesse der Allgemeinheit Qualität zu fördern, werden in erster Linie Massenproduktion und somit Billigst-„Lebensmittel“ unterstützt – nach dem uralten Prinzip „Brot und Spiele“. So flossen allein im Jahr 2013 in der EU 60 Milliarden Euro (!) an Subventionen in die Landwirtschaft bzw. Agrarindustrie, das waren über 40 Prozent des gesamten EU-Haushaltes. Aberwitzig viel Geld für einen Wirtschaftszweig, der nicht einmal zwei Prozent des europäischen Sozialprodukts erwirtschaftet. Dazu zählten etwa auch milliardenschwere EU-Beihilfen in Form von sogenannten Flächenzahlungen und für die Bereitstellung von Verkehrsinfrastruktur, sowie Förderungen für den Futtermittelhandel. Die EU fördert Investitionen in noch größere Ställe mit bis zu 50 Prozent, während Bauern mit wenig Vieh leer ausgehen, und immer mehr der sog. “Kleinbauern” endgültig zusperren müssen. Allein 240 Millionen Euro aus EU-Töpfen wandern jährlich direkt in die fleischverarbeitende Industrie. Wir wollen daher wieder eine eigenständige, umwelt- und tierschutzgerechte Agrarpolitik ohne Gentechnik, Massentierhaltung, tagelanger internationaler Tiertransporte und Megatonnen importierter Futtermittel aus Drittweltländern, wo auch kleine und mittlere Betriebe mit Bezug zu ihren Tieren wieder eine Chance zum Überleben haben.
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Einige (weitere) Beispiele EU-bedingter Tier-Tötungen bzw. Tierquälereien:
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* Straßenhunde und Katzen sollen EU-weit – ähnlich Wildtieren – für „vogelfrei“ erklärt werden: Das Gesetz ist seit 2007 in der Vorbereitung und soll demnächst, also 2015, eingeführt werden. Das wäre das Ende einer moralisch-ethischen EU (so es eine solche jemals gegeben haben sollte…), mit großen Folgen für den Tierschutz in allen EU-Ländern. Eine Petition dagegen – als gemeinsame Aktion von „Occupy for Animals“ und „Rescue Association Hobo Dogs Finland“ – wurde am 21. Dezember 2014 gestartet und zur offiziellen Registrierung an den Petitions-Ausschuß des EU-Parlaments eingereicht:
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„Bisher hat die Kommission einen wesentlichen Unterschied zwischen Wildtieren und Haustieren gemacht. Leider würde sich dies nun mit der Einführung des neuen „EU Animal Health Law“ („EU- Tiergesundheitsgesetz“), das derzeit in der Endphase
diskutiert wird, ändern. In den letzten drei Jahren hat die EU-Kommission bereits den Entwurf eines Tiergesundheitsgesetzes vorgelegt, welches angeblich die meisten der derzeitigen EUBestimmungen über Tiergesundheit vereinfachen und somit angeblich größere Übereinstimmung der gemeinsamen Grundsätze und Regeln bringen soll. Streunertiere wie Hunde und Katzen sollen demnach als „wilde Tiere“ betrachtet werden, was sie nun nicht nur de facto (siehe Rumänien) sondern auch de jure völlig vogelfrei und schutzlos zurücklassen würde!
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* Derzeitiges Massaker an Rumäniens Streunerhunden: Jeder EU-Steuerzahler finanziert den Mord an bis zu 2,5 Mio. unschuldigen Hunden in Rumänien mit. Am 25.09.2013 hat das rumänische Verfassungsgericht ein „Euthanasiegesetz“ bestätigt und damit den kaltblütigen Mord an bis zu 2,5 Mio. Straßenhunden in Rumänien beschlossen. Somit hat es entschieden, daß dieses Gesetz der Massentötungen verfassungskonform ist! Hunde werden nach wie vor zu Tausenden getötet, obwohl das Apellationsgericht Rumäniens, das Curtii Apell, im Juni 2014 die Tötung von Straßen-Hunden für rechtswidrig erklärt hat! Das Kollegium der Tierärzte hat zudem in das Gesetz die Vorgabe eingebracht, daß die Tötung nicht mehr allein durch die in der EU akzeptierte Einschläferung (Vollnarkose und danach Todesspritze) durchgeführt wird, sondern sich den Richtlinien der rumänischen Tierärztekammer zu folgen hat.
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Das bedeutet: Die Hunde dürfen mit CO2, Kaliumchlorid, Stickstoff, „Frostschutzmittel“, Stromschlägen oder Bolzenschüssen „euthanasiert“ werden, also grausamen – aber kostengünstigeren – Tötungsmethoden, die dem Begriff der Euthanasie klar zuwiderlaufen.
Hintergrund des Massenmordes an Hunden ist ein höchst kriminelles und lukratives Geschäft mit dem Mord an Straßenhunden, mit dem „dog hunter“, Kommunen und Bürgermeister in Rumänien Millionen Euros machen. Bis zu € 250 pro Hund werden von Kommunen an Tierheime für Einfangen und Unterbringung gezahlt. Auf der anderen Seite erhalten genau diese Kommunen hohe EU-Subventionen, die mit unseren Steuergeldern finanziert werden. Und mit den dann freien Mitteln wird der Hundemord finanziert. Man sucht per Ausschreibung das günstigste Tierheim, wo die Tiere nach Ankunft oft gleich ermordet werden oder verhungern. Im Zeitraum zwischen 2004-2009 wurden unfaßbare 10 Mio. Straßenhunde in Rumänien getötet! Und trotzdem sind die Straßen immer noch voll. Jüngst (Ende Jänner 15) kam es – nach schweren Korruptionsvorwürfen gegen ihn – zu verleumderischen Vorwürfen des Koordinators der ASPA (der rumän. „Behörde für die Aufsicht und den Schutz der Tiere“!), Razvan Bancescu gegen deutsche und österr. TSOrganisationen: Diese würden die rumän. Hunde exportieren, nur um sie in „Tierbordelle“ oder „Tierversuchslabors“ zu verkaufen. Völlig absurde und unbewiesene Vorwürfe, die offenbar lediglich dazu dienen sollten, von den eigenen schweren Beschuldigungen abzulenken.
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Nach eigenen Angaben der ASPA wurden nämlich bereits 51.200 Hunde eingefangen, also ein mehrfaches Millionengeschäft, wobei ein Gutteil der Summen einfach „verschwunden“ sein sollen. Daraufhin hat der deutsche Europaabgeordnete Stefan Bernhard Eck, der bei einem Besuch in Rumänien (31.1. bis 3.2. 2015) vom Generalrat der Stadt sowie dem Bürgermeister von Bukarest den Rücktritt der gesamten Führung der ASPA wegen dieser Presse-Veröffentlichung von falschen, extrem schädlichen und viele seiner Landsleute empörenden Erklärungen in einem offenen Brief gefordert.
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ANIMAL SPIRIT hat bereits letztes Jahr, gemeinsam mit anderen TS-Orgas, Beschwerdebriefe an die EU-Kommission geschickt, bislang gab es keinerlei Reaktion… Darin wird die EUKommission u.a. aufgefordert, „unverzüglich zu handeln, zweckgebundene Gelder einzufrieren, massenhafte und grausame Euthanasie-Methoden zu ahnden und zu verurteilen“.
Von: Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann ANIMAL SPIRIT, Jänner 2015
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Hier nur zwei Beispiele für die inakzeptable Politik der EU.
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* Mega-Schlachthöfe mit EU-Steuergeldern: 430.000 Hühner werden täglich (wöchentlich 2,5 Mio. und jährlich 135 Mio.!) im niedersächsischen Wietze geschlachtet! Europas größter Schlachthof für Geflügel wurde mit 6,5 Millionen Euro aus Steuergeldern subventioniert! Das ist ein wieder nur ein weiteres Beispiel für die Art von subventionierter Agrarindustrie und Massen-Tötungsmaschinerie, die nicht nur menschen- und tierverachtend ist, sondern faire, ökologische und regionale Lebensmittelerzeugung systematisch zerstört! (Quelle: http://greenfairplanet.net).
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* Nov. 2013: EU schützt Fleisch-Mafia statt Konsumenten: Entgegen der vollmundigen Versprechen nach dem Pferdefleischskandal vom Februar 2013 spricht sich die EU-Kommission in einem Bericht gegen eine verpflichtende Kennzeichnung der Herkunft von Fleisch aus. Damit stellte sich die EU klar auf die Seite der Fleisch-Mafia, anstatt die Konsumenten zu schützen!
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Hier weiterlesen (bzw. auch Möglichkeit zum Download):
http://www.webinformation.at/material/EU%20TS,%20VB-PK%20080115_1.pdf

 

Gruß Hubert