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Es ist kaum zu glauben wie schnell weiße Polizisten gegen Schwarze von der Schusswaffe Gebrauch machen. Sehr oft ohne zwingenden Grund. Dass es Notwehr war, ist in den allermeisten Fällen eine Schutzbehauptung. Ich wundere mich darüber welchen Rassismus in den USA noch gibt.
„US-Polizisten dürfen auf fliehende Verdächtige schießen – aber nur, wenn sie „eine bedeutsame Gefahr für das Leben oder einer schweren physischen Verletzung“ darstellen.“ Wie bitte?, wie soll denn das gehen, dass ein Fliehender eine bedeutsame Gefahr darstellt? Aber ich habe aufgehört mich in den USA noch über etwas zu wundern.
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Erneut ist in den USA ein unbewaffneter Schwarzer von einem weißen Polizisten erschossen worden. Doch diesmal existiert ein Video der Szene – und es widerspricht den Aussagen des Polizisten. Er wurde wegen Mordes angeklagt.
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Walter Scott war kein unbeschriebenes Blatt. Mit den Alimenten im Rückstand, verpasste Gerichtstermine, Waffenbesitz, Körperverletzung: Der 50-Jährige hatte eine lange Justizakte. Zuletzt aber habe er sein Leben in den Griff bekommen, hielten Angehörige in der Lokalzeitung „Post and Courier“ dagegen: „Scott war ein frisch verlobter Familienvater.“
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So oder so, sein Leben endete nun auf denkbar brutalste Weise. Am Samstag wurde Scott in North Charleston, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat South Carolina, von einem Polizisten angehalten. Das Vergehen: Sein Mercedes hatte ein kaputtes Rücklicht. Minuten später lag Scott tot im Gras – niedergestreckt von mehreren Schüssen aus der Polizeiwaffe.
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Der Polizist berief sich auf Notwehr: Scott habe versucht, ihn zu überwältigen, und ihm seinen Taser entrissen, seine Elektroschockpistole.
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Scott war schwarz, der Polizist weiß: Ein weiteres Beispiel rassistischer Polizeigewalt, so schien es. Empörend, entsetzlich – und doch eine tägliche Routine, die wieder ungesühnt bleiben würde.
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Aber jetzt ist alles anders.

Am Dienstag, drei Tage nach Scotts Tod, tauchte ein Handy-Video des Vorfalls auf. Wacklig und verschwommen, dennoch deutlich genug: Es entlarvte den Cop Michael S., 33, als Lügner – und eiskalten Killer.
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Die Behörden zogen sofort Konsequenzen und klagten Michael S. wegen Mordes an. „Wenn man falsch liegt, liegt man falsch“, sagte North Charlestons Bürgermeister Keith Summey. Wer eine „schlechte Entscheidung“ fälle, „der muss mit dieser Entscheidung leben“.
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So takt- und pietätlos das auch klang: Es war ein markanter Unterschied zu den jüngsten, vergleichbaren Fällen, in denen die – weiße – Justiz zögerte und mauerte, insbesondere beim Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown in Ferguson bei St. Louis.
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Das dreiminütige Video, das unter anderem CNN, der „New York Times“ und dem „Post and Courier“ zugespielt wurde, zeigt, wie Michael S. und Scott – in einem türkisen T-Shirt – kurz miteinander raufen. Dann läuft Scott davon, nicht besonders schnell, sondern fast lässig.
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Der Polizist hebt die Waffe und schießt auf den fliehenden Mann. Schießt auf seinen Rücken – hinterrücks, buchstäblich. Siebenmal, Pause, ein achtes Mal. Beim letzten Schuss stolpert Scott, fällt vornüber ins Gras.
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Gemächlich schlendert Michael S. auf den Getroffenen zu: „Hände auf den Rücken!“ Legt ihm Handschellen an. Scott bewegt sich, dann nicht mehr. Der Polizist geht dorthin zurück, wo die Konfrontation begonnen hat, hebt etwas auf und platziert es neben Scott im Gras – womöglich der Taser, den Scott ihm angeblich entrissen hat, wie Michael S. später sagt.
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Ein zweiter – schwarzer – Polizist kommt dazu, durchsucht Scott mit Handschuhen. Keiner ruft den Notarzt. Keiner macht Anstalten, dem Sterbenden zu helfen. Am Ende fühlt Michael S. ihm einmal kurz den Puls.
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Wer das Video aufnahm, blieb in der Nacht zum Mittwoch unbekannt. Dem Polizeibericht zufolge hielt sich Scotts Bruder Anthony „in der Nähe“ auf, sein Handy wurde als Beweismittel konfisziert. „Alles, was wir wollten, ist die Wahrheit“, sagte Anthony Scott am Dienstagabend.

„Schüsse gefeuert, und das Subjekt ist getroffen“, rief Michael S. laut Polizeibericht nach der Schießerei in sein Funkgerät. „Er hat mir meinen Taser abgenommen.“ Das Video offenbart das als Lüge.
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Bestenfalls als Vertuschung entpuppt sich auch die erste Erklärung von Michael S. Anwalt David Aylor: „Dies ist ein sehr tragischer Vorfall für alle beteiligte Familien.“ Sein Mandant habe sich „bedroht gefühlt“. Doch in dem Video scheint der unbewaffnete Scott zu keinem Moment eine Bedrohung zu sein. Michael S. erschießt ihn gezielt und kaltblütig.
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Fünf Schusswunden

Der Gerichtsmediziner fand nach Angaben von Chris Stewart, dem Anwalt der Scott-Familie, fünf Schusswunden. Drei im Rücken, eine im Gesäß, eine im Ohr. Mindestens eine Kugel habe sein Herz durchbohrt.
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Vieles erinnert äußerlich an Ferguson. North Charleston, ein ärmerer Nachbarort des Südstaaten-Juwels Charleston, hat rund 104.000 Einwohner. 47 Prozent sind Schwarze, 37 Prozent sind Weiße. Die Polizei dagegen bestand zuletzt zu 80 Prozent aus weißen Beamten.
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Filmaufnahmen führten auch anderswo dazu, dass solche Fälle besser aufgeklärt wurden als in Ferguson. In Albuquerque, wo Polizisten einen Obdachlosen erschossen. In Cleveland, wo dem zwölfjährigen Tamir Rice sein Spielzeuggewehr zum Verhängnis wurde.
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Wäre Michael S. ohne das Video davongekommen? Nicht nur das öffentliche Bewusstsein ist seit den Schüssen von Ferguson im August vergangenen Jahres ist gewachsen, auch die US-Regierung hat ein schärferes Auge auf solche Vorfälle. Das FBI – ein Arm des Washingtoner Justizministeriums – bot in North Charleston sofort seine Hilfe an.
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Michael S. juristische Chancen, sich angesichts des Videos doch noch herauszureden, stehen schlecht. US-Polizisten dürfen auf fliehende Verdächtige schießen – aber nur, wenn sie „eine bedeutsame Gefahr für das Leben oder einer schweren physischen Verletzung“ darstellen.
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Sollte Michael S. verurteilt werden, droht ihm lebenslange Haft – oder die Todesstrafe.

US-Polizist: Kaltblütig in den Rücken geschossen

Hier gab es brutale Polizeigewalt auch gegen einen Weißen. Es schaut im Video so aus, als ob die Polizisten es gar nicht erwarten könnten auch mal auf den wehrlos liegenden Mann einzuprügeln und zu treten. Es scheint unter den Cops besonders viele Sadisten und Rassisten zu geben.
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Hier ein Auszug aus dem Spiegel.

Nur fünf Tage nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen wehrlosen Schwarzen sorgt ein neuer Fall offenkundiger Polizeigewalt – dieses Mal gegen einen Weißen – in den USA für Aufsehen. Ein Fernsehsender filmte aus einem Hubschrauber, wie bis zu elf Polizisten in Südkalifornien einen Flüchtigen vom Pferd holten, ihn mit einem Elektroschocker traktierten, Dutzende Male auf ihn eintraten, ihn mit den Fäusten schlugen und mit Gummiknüppeln auf ihn einhieben. Anschließend ließen sie den Mann dem Bericht zufolge 45 Minuten am Boden liegen, bevor sie ihn in ein Krankenhaus bringen ließen.
Der Vorfall ereignete sich in Apple Valley, 130 Kilometer von Los Angeles entfernt.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/polizeigewalt-in-den-usa-neues-video-von-pruegelattacke-a-1028080.html

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Gruß Hubert