Archiv für 16. August 2015

Der Mensch – eine biochemische Maschine   Leave a comment

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Der Titel ist sicher zu zugespitzt, aber Hormone bestimmen über unser Wohlbefinden, über Lust, Unlust, über Knochendichte, Muskeln, Gedächtnisleistung, psychische Störungen und vieles mehr. Erstaunlich ist auch, dass Hormonmengen im Tausendstelgrammbereich schon allergrößte Auswirkungen haben. Schlußendlich ist am Hormonhaushalt auch zu erkennen ob wir noch jünger oder schon älter sind. Schließlich sollen und wollen wir ja nicht ewig leben, sage ich mal, oder?

Erst im Alter kommt es zu einer langsamen Reduktion der Testosteronmenge, mit der Konsequenz einer Abnahme von Antrieb und Libido. Sehr kontrovers wird diskutiert, ob Testosteron das „Lebenselixier“ des Mannes sei, das bei zusätzlicher Zufuhr seine Tatkraft und Aktivität bis ins hohe Alter erhalten könnte.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Schwankungen der Hormonspiegel von Östrogen und Progesteron sowie die Menge an Testosteron im Körper das Denken, Fühlen und natürlich das Lustempfinden deutlich beeinflussen können.

Zwar wird es noch lange dauern, bis auch bei Männern klare Daten verfügbar sein werden, aber schon jetzt deutet sich an, dass bei bestimmten Formen von Hormonschwächen ähnlich wie bei Frauen mit dem Auftreten von Erkrankungen gerechnet werden muss. Potenzstörungen sind dabei nur ein mögliches Symptom. Später oder gleichzeitig auftretende Erkrankungen aber sind auch Osteoporose oder verschiedene Herz – Kreislauferkrankungen und natürlich psychische Störungen verschiedener Art.

Der Vortrag unternimmt den Versuch, das jetzt bekannte Wissen über die hormonellen Alterungsvorgänge bei Männern darzustellen und ist nicht nur für Männer, sondern ebenso für deren Frauen interessant. Aufgezeigt werden sollen Therapiemöglichkeiten sowie deren Risiken.

Es zeigten sich nahezu unglaublich erscheinende Dinge wenn Frauen mit massiven Hormonausfallerscheinungen die fehlenden natürlichen Hormone ersetzt wurden. Aus von extremen Beschwerden geplagten, verschiedenste Krankheitssymptome bietenden Patientinnen wurden plötzlich wieder attraktive sich blendend fühlende, strahlende und lebenslustige attraktive Frauen.
Der ungebremst bei deren Männern voranschreitende Alterungsprozess, der vorher wegen der multiplen eigenen Probleme nicht wahrgenommen werden konnte, war häufig für die betroffenen Frauen kaum erträglich. Eine Powerfrau neben einem schlaffen Schatten. 😉 Alles nur wegen winziger Hormonmengen im Tausendstelgrammbereich.

(Die Quelle ist mir hier nicht mehr bekannt).

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Hier noch ein Auszug aus der Ärztezeitung zum viel geschmähten Testosteron, bei dem man erst erkennt, welche negativen Wirkungen es hat, wenn nicht mehr genügend da ist. Da würden manche Frauen auch erflehen, Herr gib ihm mehr Testosteron 😉
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Testosteron erhöht Libido nur bei Androgenmangel
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Doch auch bei der sexuellen Funktion gilt: Ohne Testosteron zwar keine Libido, damit Mann aktiv wird, braucht er jedoch nicht nur das Hormon, sondern auch einen Stimulus. Klar wird dies zudem aus vielen Studien zur Testosteron-Substitution: Libido und sexuelle Funktion werden dabei nur besser, wenn tatsächlich ein Androgenmangel vorliegt, bei normogonadalen Männern bringt zusätzliches Testosteron nicht mehr Lust und auch nicht mehr sexuelle Leistung.

Insgesamt scheint vor allem die Libido vom Testosteronspiegel abzuhängen – so ist die Libidoabnahme oft eines der ersten Symptome bei einem klinisch relevanten Testosteronmangel. Zudem begünstigt das Hormon bei Männern auch sexuelle Fantasien, spontane nächtliche und morgendliche Erektionen, die Ejakulation, sexuelle Aktivitäten mit dem Partner und Orgasmen.

Testosteron ist jedoch nicht nur für die männliche Sexualfunktion entscheidend, das Androgen ist auch wichtig für die sexuelle Aktivität, Zufriedenheit und vor allem die Appetenz bei Frauen. Besteht eine Hypoactive Sexual Desire Disorder (HSDD), etwa nach einer Ovarektomie, so lässt sich nach Studiendaten die sexuelle Funktion per Androgen-Substitution deutlich bessern. Für Frauen mit HSDD steht seit 2006 in Europa ein transdermales Testosteron-Pflaster zur Verfügung.

Das Androgen hat jedoch noch weitere wichtige Funktionen im Gehirn: Es sorgt mit für die kleinen Unterschiede zwischen Männern und Frauen beim Denken, Wahrnehmen und Verhalten, indem es die geschlechtsspezifische Hirnentwicklung vom Fetus bis zum Teenager steuert. Die Wirkung zielt vor allem auf Hypothalamus, Hippocampus, limbisches System und die Area präoptica. Als eine Folge haben Männer zwar meist ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen, sind Frauen aber bei sprachlichen Aufgaben unterlegen, weil sie dafür in der Regel nur eine Hirnhälfte aktivieren.

Noch unklar ist die Bedeutung des Androgens bei psychischen Störungen. Zwar haben Depressive im Schnitt keine erniedrigten Testosteronwerte, bei Depressiven mit Testosteronmangel ließ sich jedoch in Studien die Stimmung verbessern – was nicht überrascht, da ja Testosteron Männern mit Androgenmangel wieder mehr Energie gibt.

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/article/630711/mythos-testosteron-nicht-zuwenig-bringt-gehirn-takt.html

Gruß Hubert

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Veröffentlicht 16. August 2015 von hubert wenzl in Medizin

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