Archiv für 21. August 2015

Zum Film „Rundumschlag“   Leave a comment

Ich stelle mir diesen Film, der in „Freitag“ vorgestellt wurde sehr amüsant vor, wobei ich sagen muss, dass mir Satire, die im Film auch vorkommt, allgemein gut gefällt, egal wer da auf die Schippe genommen wird.

Rundumschlag

Zum Film.

Auszug.

Ein Schwarzer, der durch eine Neonazikeule das Gedächtnis verliert und daraufhin durch die Talkshows tingelt und rechte Parolen verbreitet – in HEIL ist dies nur die Spitze des satirischen Eisbergs

Rundumschlag

Foto: X Verleih

KURZINHALT

Willkommen in Prittwitz. Der gefeierte afrodeutsche Autor Sebastian Klein (JERRY HOFFMANN) ist auf Lesereise in der ostdeutschen Provinz und wird von den ortsansässigen Neonazis standesgemäß begrüßt: mit einem Schlag auf den Kopf. Sebastian verliert prompt sein Gedächtnis und plappert alles nach, was man ihm sagt. Nina (LIV LISA FRIES), Sebastians hochschwangere Freundin in Berlin, ist in höchster Aufregung. Kurzerhand fährt sie nach Prittwitz und setzt sich zusammen mit dem Dorfpolizisten Sascha (OLIVER BRÖCKER) auf die Fersen ihres Freundes. Der ist in der Hand der rechten Kameraden und ihres Anführers Sven (BENNO FÜRMANN) und fühlt sich pudelwohl. Feixend tingelt er durch die Talkshows und drischt die Parolen, die Sven ihm einflüstert. Ein „Schwarzer“, der gegen Integration wettert – die Öffentlichkeit ist aus dem Häuschen. Und Sven sieht sich endlich auf dem Weg zum Meinungsführer. Bei seiner Angebeteten, der Nazibraut Doreen (ANNA BRÜGGEMANN), kann er damit aber nicht punkten. Die will Taten sehen. Historische Taten. Und so rüstet Sven seine Leute zum großen Showdown – während beim Verfassungsschutz die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut, und beide gerade nicht ins Internet kommen. Was kann die Welt jetzt noch retten? Und was die Liebe von Nina und Sebastian?

INTERVIEW MIT AUTOR, REGISSEUR UND CO-PRODUZENT DIETRICH BRÜGGEMANN

IST DIE ZEIT REIF FÜR EINE KOMÖDIE ÜBER NEONAZIS?

Mit genau dieser Frage fing es an. Ich fuhr mit dem Rad in Berlin an einem riesengroßen Plakat von KRIEGERIN vorbei, saß dann mit Michael Lehmann, dem Produzenten von meinem Film, zusammen und hörte mich sagen: Wäre es nicht mal an der Zeit für eine Komödie mit Neonazis? Das war im Frühjahr 2012. Natürlich hatte ich die ganze NSU-Geschichte im Hinterkopf, und die schien mir insgesamt so absurd, dass auf den üblichen Drehbuchpfaden von Einfühlung und Identifikation da nichts zu holen sein würde. Eher schon müsste man da anknüpfen, wo die Nazis in unserem Land das Licht ausgeknipst haben. Nämlich bei Tucholsky und Lubitsch und Billy Wilder.

WAS KÖNNEN KOMÖDIE UND SATIRE, WAS EIN ERNSTHAFTERPOLITISCHER FILM IHRER MEINUNG NACH VIELLEICHT NICHT KANN?

Satire erscheint mir die einzig mögliche Form, der komplexen Realität überhaupt irgendwie filmisch habhaft zu werden. Man findet im Internet einen Text von Ulrich Köhler, in dem er erläutert, warum er keine politischen Filme macht. Er argumentiert stringent, ich stimme ihm völlig zu – nur die Möglichkeit der Komödie hat er gar nicht auf dem Horizont. Weil wir das erstens in Deutschland sowieso nicht haben und weil zweitens das ganze Genre so auf den Hund gekommen ist, dass man sich als seriöser Künstler meist mit Grausen abwenden muss.

IN HEIL BREITEN SIE EIN PANORAMA DES SCHEITERNS AUS, IN DEM ETLICHE GESELLSCHAFTLICHE GRUPPEN IHR FETT WEGBEKOMMEN. DIE NEONAZIS NATÜRLICH, ABER ETWA AUCH DER VERFASSUNGSSCHUTZ UND DIE MEDIEN. WAS LÄUFT AUS IHRER SICHT SCHIEF IN UNSERER GESELLSCHAFT BEIM THEMA RECHTSRADIKALISMUS?

Ich sehe mich immer wieder in der Situation, dass man eigentlich nur in Gegensatzpaaren sprechen kann: Einerseits eine unglaubliche Wurstigkeit, ein Wegschauen und Sich-Arrangieren bis hin zur Komplizenschaft auf Seiten von Politik und Behörden, das ja im NSU-Fall ausführlich belegt ist. Auf der anderen Seite eine unerhörte Empfindlichkeit. Unser Trauma ist, dass in unserem Land der blanke Horror an die Macht kam und nur eine verschwindend kleine Minderheit dagegen aufstand. Das wollen wir immer noch irgendwie ausbügeln. Deswegen sind wir alle ein bisschen Sophie Scholl und haben einen wahnsinnig fein eingestellten Alarm, der ständig aufheult. Und dadurch sind wir wiederum so abgestumpft wie die Bewohner eines Villenviertels, in dem dauernd eine Autoalarmanlage losgeht, weil irgendwo ein Hund gebellt hat. Und dann wiederum findet man quer durch die Lager eine furchtbar engstirnige Rechthaberei, die mir auch ziemlich Deutsch erscheint. Die zeigt sich vor allem in Onlinediskussionen. Überhaupt sind viele Dialoge im Film angelehnt an den Tonfall, mit dem Leute einander im Internet beharken.

WAS IST FÜR SIE DIE HERAUSSTECHENDSTE CHARAKTEREIGENSCHAFT DER NEONAZIS IM FILM? DUMMHEIT?

Kalle und Johnny sind ausgesprochen dumm, ja. Dadurch sind sie aber auch immer sehr bei sich, also das, was gern als „authentisch“ bezeichnet wird. Sven, der Anführer, hält sich für intelligenter, ist aber genauso unfähig zur Selbstreflexion wie zur Kommunikation und stur fixiert auf seine zweieinhalb Ideen. Was aber eigentlich auf alle Figuren des Films zutrifft – und ein Stück weit auf uns alle. Deswegen schauen wir uns ja Komödien an.

[…]

EINE DER HAUPTFIGUREN VERLIERT IM FILM IHR GEDÄCHTNIS. GLEICH ZU BEGINN WIRFT EIN POLITIKER DIE FRAGE AUF, OB GEDÄCHTNISSCHWUND NEUERDINGS DIE BEDINGUNG SEI, WENN MAN DEUTSCHLAND REGIEREN WOLLE. IST HEIL AUCH EIN FILM ÜBER UND GEGEN DAS VERGESSEN?

„Vergessen“ ist ja das ganz große Schlagwort, wenn es um das Dritte Reich geht. Dieser Kampf gegen das Vergessen erscheint mir aber wie einer gegen Windmühlen, denn das organisierte Erinnern, das zur Substanz unseres Landes gehört, verändert seinen Gegenstand ja auch und schließt ihn ein in eine Form, mit der man umgehen kann. Das nackte, ungefilterte Entsetzen packt einen immer wieder ganz direkt. Da muss man nur ein Buch aufschlagen und Biografien, Briefe, Lebensgeschichten aus dieser Zeit lesen. Dieses konkrete Erinnern widersetzt sich der allgemeinen Erinnerungsrhetorik, die stets das Gute will und oft bei der Phrase endet. „Gegen das Vergessen“ ist auch so eine Phrase, der ganze Film ist ohnehin ein Festival des Phrasendreschens, also füge ich noch eine hinzu: Wer die Geschichte vergisst, ist verdammt, sie zu wiederholen. Und zwar als Farce.

[…]

DER BRAUNE BLOCK

Sven Stanislawski (Benno Fürmann), Johnny (Jacob Matschenz), Kalle Schulze (Daniel Zillmann), Heiko Georgi (Jörg Bundschuh) und Doreen Seiler (Anna Brüggemann)

Die Neonazis in Prittwitz setzen gegen den „solidarischen“ ihren „solide arischen“ Kampf. Deutschland könnte so schön sein ohne diese Ausländer. Und erst recht ohne diese Rechtschreibung. Gerade Johnny hat in der Schule nicht so gut aufgepasst. Wenn er mit der Sprühdose „White Power“ auf eine Wand sprayen will, kommt „Weit Pauer“ heraus. Wie sein Kumpel Kalle hat es Johnny mehr in den Fäusten als im Kopf. Ihr Ortsgruppenführer Sven ist da anders. Er ist eloquent und elegant. Ein Charismatiker mit Stil. Er findet, der Rassismus müsse moderner werden. Raus aus der Schmuddelecke, rein in die Popkultur. Die Nipster von der Konkurrenz-Kameradschaft in Hamburg um den großdeutschen Hünen Heiko Georgi machen es vor. Sie sind in der Sache urvölkisch, in der Verpackung aber stylish wie ein Turnschuh. Dahin muss die nationale Bewegung in Prittwitz auch kommen! Sonst ist man auf dem Markt der Machtübernahmen in Nullkommanix abgehängt.

Der ichamputierte Sebastian ist für Sven ein Geschenk des Himmels. Endlich hat er ein Medium, über das er seinen braunen Müll in der breiten Öffentlichkeit abladen kann. Das ist der Weg vom kleinen Ortsgruppen- zum großen Meinungsführer! Sven macht sich zum Manager von Sebastian und füttert ihn mit Hardliner-Thesen gegen Integration, die aus dem Mund eines „Schwarzen“ quer durch die Gesellschaft viel Beifall finden. Aber findet Sven mit seiner argumentativen Strategie auch das Herz von Doreen?

Doreen ist radikal militant. Gegen ihre Clique, die mehr einer wildgewordenen Wehrsportgruppe gleicht, sind Johnny und Kalle Rosenzüchter. Doreen mag es hart und schmerzhaft. Softies haben bei ihr keine Chance. Wenn sie den smarten Sven unter ihre gefärbte Mähne lassen soll, muss er schon mehr liefern als ein paar schicke Argumente gegen Einwanderung und Integration. In der idealen Welt von Doreen wird nicht debattiert, sondern okkupiert. Ein Einmarsch in Polen, der Dritte Weltkrieg, die globale Macht sind so das Mindeste, was ihr ein Verehrer bieten muss. Dann kann man auch über dieses Herz reden, wo auch immer sich das unter Doreens dicker brauner Schale verbirgt.

Film „Rundumschlag“

HEIL | Trailer (XV) german – deutsch [HD]

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 21. August 2015 von hubert wenzl in Kultur, Politik

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Debatte über die Hautfarbe – „Aktenzeichen XY“ zeigt Beitrag doch   2 comments

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Es gab also noch in letzter Minuten richtigerweise ein Umdenken. Es wäre höchst skandalös gewesen, wenn das ZDF einen Vergewaltiger wegen seiner dunklen Hautfarbe nicht ausgestrahlt hätte. Man sieht aber welche Geisteshaltung schon vorherrscht, wo man am liebsten vor lauter Rücksichtnahme vor Migranten, Flüchtlingen oder was auch immer, deutsche Frauen lieber ungestraft vergewaltigen ließe, um ja nicht in den Verdacht der Fremdenfeindlichkeit zu kommen.

Mainz/Dortmund (dpa) – Inwieweit darf die Hautfarbe in den Medien eine Rolle spielen? Die Dortmunder Polizei fahndet nach einem Vergewaltiger. Sie hält einen dunkelhäutigen Mann für verdächtig. Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ greift den Fall auf, doch die Produktionsfirma hat zunächst Bedenken.

Die ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ wird trotz erster Bedenken der Produzenten einen Beitrag über einen mutmaßlichen Vergewaltiger mit dunkler Hautfarbe bringen. Das ZDF teilte am Freitag in Mainz mit, der Fall einer Vergewaltigung in Dortmund im vergangenen Jahr werde wie ursprünglich geplant am 2. September in der Sendung vorkommen. „Die Hautfarbe oder andere Persönlichkeitsmerkmale eines mutmaßlichen Täters spielen dabei keine Rolle“, erklärte ein Sprecher.

Die Produktionsfirma Securitel bestätigte am Freitag auf Anfrage, dass sie den Beitrag zunächst nicht senden wollte. Die Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Freitag) hatten zuvor berichtet, Redaktionsleiterin Ina-Maria Reize-Wildemann habe dies mit aktueller Stimmungsmache gegen Flüchtlinge begründet. „Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen und keine schlechte Stimmung befördern. Das haben diese Menschen nicht verdient“, zitierte die Zeitung Reize-Wildemann.

Nach ZDF-Angaben korrigierten Redaktion und Produktionsfirma inzwischen diese Entscheidung. Ein Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) erklärte in Berlin zu dem Beschluss, den Fernsehbeitrag nun doch zu bringen: „Das war die richtige Entscheidung. Journalisten dürfen sich nicht von einem gesellschaftlichen Mainstream leiten lassen.“

Die Dortmunder Polizei hatte bedauert, dass der Beitrag nicht ausgestrahlt werden sollte. Die Ermittlungen hätten aus ihrer Sicht nicht weitergetrieben werden können. Aber: „Wir haben nicht die Absicht, die Entscheidung einer Redaktion zu beeinflussen“, betonte eine Polizeisprecherin am Freitag, bevor klar wurde, dass der Beitrag doch läuft. Den Fahndungsaufruf mit Fotos des Verdächtigen von einer Überwachungskamera in einer S-Bahn halten die Beamten für gerechtfertigt. Der Mann war von Zeugen identifiziert worden. „Erst wenn alle Ermittlungsmethoden ausgeschöpft sind, greifen wir zu diesem Mittel der Öffentlichkeitsfahndung.“

Der mutmaßliche Täter soll die 21-jährige Frau am 29. März 2014 in der Nähe der S-Bahn-Station Dortmund-Huckarde vergewaltigt haben. Zwei Tage später schrieb die Polizei in einer ersten Mitteilung über den Mann aufgrund der Aussagen: „Sehr dunkle Hautfarbe, beschrieben als „Schwarzafrikaner““.

Der Deutsche Presserat gibt zumindest Print-Journalisten in diesem Kontext eine Linie vor. „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte“, heißt es im Kodex. Diese Abwägung gehört zum journalistischen Alltag. Doch dass ein Thema wegen möglicher Diskriminierung ganz wegfällt, ist ungewöhnlich.

In Redaktionen ist das Stimmungsbild geteilt. Manche finden die Vorgaben des Presserates zu restriktiv, anderen gehen sie nicht weit genug. 126 Beschwerden zum Thema Diskriminierung erreichten im vergangenen Jahr den Presserat als Selbstkontrollorgan der Zeitungen und Zeitschriften. Unter diesem Oberbegriff sind auch beanstandete Berichte etwa über Frauen oder sozial schwache Menschen gefasst. „Oftmals geht es aber um die ethnische Zugehörigkeit von Straftätern“, erläuterte eine Sprecherin des Presserats. Das Gremium sprach 2014 zum Thema Diskriminierung zwei Rügen, zwei Missbilligungen und neun Hinweise aus. © dpa

http://web.de/magazine/unterhaltung/tv-film/debatte-hautfarbe-aktenzeichen-xy-zeigt-beitrag-30865202

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Gruß Hubert

Bundestag beschließt gigantische Geld-Vernichtung   Leave a comment

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Merkel will, dass ihre unveranwortliche Geldvernichtung, für die der deutsche Steuerzahler gerade stehen muss, erst nach ihrer Zeit als Bundeskanzlerin rauskommt. Mit diesen Milliarden-Beträgen wird nur Zeit für Griechenland gekauft.
Rettungs-Wahnsinn: Bundestag beschließt gigantische Geld-Vernichtung

Der Deutsche Bundestag beschließt heute einen Verlust von 41 Milliarden Euro, der für die europäischen Steuerzahler unausweichlich ist. Ein glatter Schuldenschnitt für Griechenland wäre wesentlich billiger. Er wird jedoch verweigert, weil Angela Merkel will, dass die Wahrheit erst nach ihrer Amtszeit ans Licht kommt.

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Die Architekten der Euro-Rettung: Angela Merkel und Wolfgang Schäuble am Mittwoch im Bundestag. (Foto: dpa)

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Deutschland haftet für den Fall einer Staatspleite Griechenlands bereits mit einem Betrag von 85,2 Milliarden Euro. Nachdem der Bundestag am Mittwoch dem neuen Kreditpaket von zusätzlich 86 Milliarden Euro zugestimmt hat,

erhöht sich der gesamte deutsche Haftungsanteil auf rund 108 Milliarden Euro. Das sind pro Kopf jedes Erwerbstätigen 2.530 Euro oder so viel wie der derzeitige Soli in etwas mehr als 7 Jahren an Steuern einbringt (er müßte also 7 Jahre lang verdoppelt werden, um den Verlust aus einer Griechenlandpleite bei völligem Forderungsausfall abzutragen).

Wenn es um die griechischen Schulden geht, sind die Bundesregierung und viele Medien jedoch gerade wieder einmal dabei, den deutschen Steuerzahler an der Nase herumzuführen. Da spricht Frau Merkel im Sommerinterview vom Sonntag von Laufzeitenverlängerungen und Zinssenkungen, ohne rot zu werden so, als bedeute das gar nichts und sei quasi das Gegenteil von einem Schuldenschnitt. Den Schuldenschnitt, der die ehrliche und wahrscheinlich auch billigere Lösung wäre, darf es schon deshalb nicht geben, weil dies einen sofortigen Verlust für den Bundeshaushalt mit wahrscheinlich steuerlichen Konsequenzen bedeuten würde und das noch zu Amtszeiten der Bundeskanzlerin, die die Kredite an Griechenland immer als sicher bezeichnet und dementsprechend in Schattenhaushalten versteck hat. Entsprechend groß ist das Erpressungspotenzial von griechischer Seite.

Also mogelt man sich weiter mit Laufzeiten- und Zinsregelungen durch, wie man das bisher schon getan hat, und tut so, als koste das nichts. Griechenland zahlt bereits jetzt auf seine bisherige Schulden gegenüber den Europartnern nur noch in geringem Umfang Zinsen und mit einem Zinssatz, der mit im Schnitt 1,5 % weit niedriger als bei den anderen Krisenländern ist, wobei die Kredite aus dem ESFS für 10 Jahre zinsfrei gestellt wurden und die Zinsen auf Kredite der EZB zurückerstattet werden. Rückzahlungen aus der Griechenland Fazilität beginnen erst 2020 und reichen bis 2041, während sie aus der EFSF auf 2023 bis 2055 hinausgeschoben sind, also bis auf 40 Jahre von heute (Abb. 18592). Für 2015 rechnet das Breugel-Institut mit einer Gesamtzinsbelastung von nur noch 2 % des BIP, wobei Zinsen an private Gläubiger einbezogen werden (gegenüber beispielsweise 5 % bei Portugal, Abb. 18898).
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Es ist nun damit zu rechnen, dass Irland, Portugal, Spanien und – warum nicht? – Italien ähnliche verlustreiche Umschuldungen verlangen werden, soweit sie es nicht schon – wie Irland (!) – getan haben. Und deren Schulden sind zusammen um ein Vielfaches höher als die Griechenlands. Allein die Staatsverschuldung des kleinen Irlands erreicht 58 % der griechischen, die Italiens ist fast sechsmal höher. Am Ende werden die Gläubiger eine Auflösung der Eurozone vorziehen, als ständig neue Belastungen auf sich zu nehmen. Letzteres freilich erst nach den Amtszeiten von Merkel und Schäuble.

Was hier mit der abgeblich kostenlosen Schuldenerleichterung läuft, ist nichts anderes als ökonomischer und finanzpolitischer Wahnsinn und zugleich ein undemokratisches Verschaukeln der deutschen Wähler.

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Bundestag beschließt gigantische Geld-Vernichtung

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 21. August 2015 von hubert wenzl in Politik

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