Debatte über die Hautfarbe – „Aktenzeichen XY“ zeigt Beitrag doch   2 comments

.

Es gab also noch in letzter Minuten richtigerweise ein Umdenken. Es wäre höchst skandalös gewesen, wenn das ZDF einen Vergewaltiger wegen seiner dunklen Hautfarbe nicht ausgestrahlt hätte. Man sieht aber welche Geisteshaltung schon vorherrscht, wo man am liebsten vor lauter Rücksichtnahme vor Migranten, Flüchtlingen oder was auch immer, deutsche Frauen lieber ungestraft vergewaltigen ließe, um ja nicht in den Verdacht der Fremdenfeindlichkeit zu kommen.

Mainz/Dortmund (dpa) – Inwieweit darf die Hautfarbe in den Medien eine Rolle spielen? Die Dortmunder Polizei fahndet nach einem Vergewaltiger. Sie hält einen dunkelhäutigen Mann für verdächtig. Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ greift den Fall auf, doch die Produktionsfirma hat zunächst Bedenken.

Die ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ wird trotz erster Bedenken der Produzenten einen Beitrag über einen mutmaßlichen Vergewaltiger mit dunkler Hautfarbe bringen. Das ZDF teilte am Freitag in Mainz mit, der Fall einer Vergewaltigung in Dortmund im vergangenen Jahr werde wie ursprünglich geplant am 2. September in der Sendung vorkommen. „Die Hautfarbe oder andere Persönlichkeitsmerkmale eines mutmaßlichen Täters spielen dabei keine Rolle“, erklärte ein Sprecher.

Die Produktionsfirma Securitel bestätigte am Freitag auf Anfrage, dass sie den Beitrag zunächst nicht senden wollte. Die Dortmunder „Ruhr Nachrichten“ (Freitag) hatten zuvor berichtet, Redaktionsleiterin Ina-Maria Reize-Wildemann habe dies mit aktueller Stimmungsmache gegen Flüchtlinge begründet. „Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen und keine schlechte Stimmung befördern. Das haben diese Menschen nicht verdient“, zitierte die Zeitung Reize-Wildemann.

Nach ZDF-Angaben korrigierten Redaktion und Produktionsfirma inzwischen diese Entscheidung. Ein Sprecher des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV) erklärte in Berlin zu dem Beschluss, den Fernsehbeitrag nun doch zu bringen: „Das war die richtige Entscheidung. Journalisten dürfen sich nicht von einem gesellschaftlichen Mainstream leiten lassen.“

Die Dortmunder Polizei hatte bedauert, dass der Beitrag nicht ausgestrahlt werden sollte. Die Ermittlungen hätten aus ihrer Sicht nicht weitergetrieben werden können. Aber: „Wir haben nicht die Absicht, die Entscheidung einer Redaktion zu beeinflussen“, betonte eine Polizeisprecherin am Freitag, bevor klar wurde, dass der Beitrag doch läuft. Den Fahndungsaufruf mit Fotos des Verdächtigen von einer Überwachungskamera in einer S-Bahn halten die Beamten für gerechtfertigt. Der Mann war von Zeugen identifiziert worden. „Erst wenn alle Ermittlungsmethoden ausgeschöpft sind, greifen wir zu diesem Mittel der Öffentlichkeitsfahndung.“

Der mutmaßliche Täter soll die 21-jährige Frau am 29. März 2014 in der Nähe der S-Bahn-Station Dortmund-Huckarde vergewaltigt haben. Zwei Tage später schrieb die Polizei in einer ersten Mitteilung über den Mann aufgrund der Aussagen: „Sehr dunkle Hautfarbe, beschrieben als „Schwarzafrikaner““.

Der Deutsche Presserat gibt zumindest Print-Journalisten in diesem Kontext eine Linie vor. „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte“, heißt es im Kodex. Diese Abwägung gehört zum journalistischen Alltag. Doch dass ein Thema wegen möglicher Diskriminierung ganz wegfällt, ist ungewöhnlich.

In Redaktionen ist das Stimmungsbild geteilt. Manche finden die Vorgaben des Presserates zu restriktiv, anderen gehen sie nicht weit genug. 126 Beschwerden zum Thema Diskriminierung erreichten im vergangenen Jahr den Presserat als Selbstkontrollorgan der Zeitungen und Zeitschriften. Unter diesem Oberbegriff sind auch beanstandete Berichte etwa über Frauen oder sozial schwache Menschen gefasst. „Oftmals geht es aber um die ethnische Zugehörigkeit von Straftätern“, erläuterte eine Sprecherin des Presserats. Das Gremium sprach 2014 zum Thema Diskriminierung zwei Rügen, zwei Missbilligungen und neun Hinweise aus. © dpa

http://web.de/magazine/unterhaltung/tv-film/debatte-hautfarbe-aktenzeichen-xy-zeigt-beitrag-30865202

.

Gruß Hubert

2 Antworten zu “Debatte über die Hautfarbe – „Aktenzeichen XY“ zeigt Beitrag doch

Abonniere die Kommentare per RSS.

  1. Das Umdenken beim ZDFwie du das bezeichnest, wurde erzwungen!
    hätten n-tv
    http://www.n-tv.de/politik/XY-stoppt-Beitrag-wegen-Fluechtlingsdebatte-article15767526.html
    und die Ruhr Nachrichten
    http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44369-Huckarde~/Vergewaltigung-in-Huckarde-Taeter-hat-dunkle-Hautfarbe-XY-stoppt-TV-Beitrag;art2577,2795845
    den Vorgang nicht öffentlich gemacht würde dieser nicht gesendet werden.
    Man muss abwarten ob man mit der aktuellen Mitteilung nur Wogen glätten will.
    Noch ist er je nicht gesendet und es ist immer noch möglich, dass er doch noch auf der Strecke bleibt. Gründe lassen sich da garantiert konstruieren. Technische Probleme, Sendezeit war bereits überschritten .etc . .

    Ich traue dem ZDF jedenfalls nicht. Und das das so ist, haben die sich selbst zuzuschreiben. Alleine schon deren Ukraine Berichterstattung war unter aller Sau. Und in der Asylantenproblematik berichten sie auch nicht neutral. Es ist eben Regierungspropaganda.

    Wen die da gefragt haben ???? Mich jedenfalls nicht.


    glG Babette

    Liken

  2. Babette, da die Meldung von Web.de von heute ist: Aktualisiert am 21. August 2015, 16:51 Uhr,
    gehe ich davon aus, dass es der letzte Stand ist. Ich denke auch, dass das ZDF es sich nicht leisten kann, nach einer Zusage, den Beitrag am 2. September zu bringen, ihn dann doch nicht zu bringen.
    Zitat aus Web.de:
    „Das ZDF teilte am Freitag in Mainz mit, der Fall einer Vergewaltigung in Dortmund im vergangenen Jahr werde wie ursprünglich geplant am 2. September in der Sendung vorkommen. „Die Hautfarbe oder andere Persönlichkeitsmerkmale eines mutmaßlichen Täters spielen dabei keine Rolle“, erklärte ein Sprecher.“ Zitat Ende.

    Beim Wort „umdenken“ war auch eine gewisse Ironie von mir dabei – aber stimmt, hätte es dann in Anführungszeichen setzen sollen. Es ist mir schon klar, dass das „Umdenken“ auf Druck aus der Öffentlichkeit passiert sein wird. Ich glaube nicht, dass das ZDF sich dumme Ausreden wie: technische Probleme oder Sendezeit überschritten leisten kann. Sie wissen ja wie lange die Beiträge dauern. Wenn sie den Beitrag bringen wollen, dann ist er auch ohne Probleme in der Sendezeit drin. Prophet bin ich aber auch keiner, aber ich würde mich schon getrauen, sagen wir mal 50 Euro zu wetten. Es wäre ja lächerlich, wenn das ZDF sagt sie bringen den Beitrag am 2. September und bringen ihn dann trotzdem nicht. Dann wäre allerdings die letzte Reputation weg. Könnte man dann nur noch mit einer nordkoreanischen Sendeanstalt vergleichen. Es ist schon klar, dass ARD und ZDF sehr regierungstreu (entschuldige, mir fällt da gerade kein besseres Wort ein, wie vorher mit dem Wort umdenken) berichten, aber man muss heute allgemein sehr aufpassen, auch außerhalb Deutschlands, dass man nicht auf Propaganda reinfällt.

    .
    Gruß Hubert

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: