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Es ist für mich unglaubwürdig, wenn der Chef von Pegida, Lutz Bachmann, sich für das ominöse Zitat des Deutsch-Türken Akif Pirinçci entschuldigt, indem Pirinçci von Alternativen redete, die es gäbe, „aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“ Akif Pirinçci hatte 25 Minuten lang Hasstiraden abgelassen. Wenn Lutz Bachmann Akif Pirinçci nach diesem unsäglichen Sager und dem Eklat von den KZs, die leider außer Betrieb seien, ihn noch 20 Minuten weiterreden ließ, dann kann er nicht nachträglich sagen, dass ihm das leid täte. Seine nachrägliche Entschuldigung auf Facebook war reines Lippenbekenntnis und politische Taktik.

Eklat bei Pegida-Demo: „Die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb“

Pegida-Demonstration in Dresden: Eklat bei Pirinçci-Rede

Pegida-Demonstration in Dresden: Eklat bei Pirinçci-Rede

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Der Autor Akif Pirinçci war einer der Hauptredner bei der Pegida-Kundgebung in Dresden. Er hetzte gegen Politiker und Muslime – bis es schließlich selbst den Demonstranten zu viel wurde.

„Das sind harte Rechtsextremisten. Sie bezeichnen Asylbewerber pauschal als Verbrecher, alle Politiker als Hochverräter. Jeder, der da hingeht, muss wissen, dass er Rattenfängern hinterherläuft.“ Mit diesen Worten hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Bürger aufgefordert, der Pegida-Demonstration in Dresden fernzubleiben.

Die Kundgebung zum ersten Geburtstag der islamfeindlichen Bewegung am Montag gab de Maizières Urteil recht. Hauptredner auf der Demonstration war der Autor Akif Pirinçci. Der deutsch-türkische Schriftsteller hatte Ende der Achtzigerjahre den erfolgreichen Katzenroman „Felidae“ geschrieben, in den vergangenen Jahren sorgte er als Autor rechtspopulistischer Pamphlete für Aufsehen. Seine jüngsten Bücher heißen „Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer“ und „Die große Verschwulung. Wenn aus Männern Frauen werden und aus Frauen keine Männer“.

In Dresden redete Pirinçci gut 25 Minuten lang – vulgär und voller Hass. Die Grünen bezeichnete er als „Kinderfickerpartei“, die Politiker seien „Gauleiter gegen das eigene Volk“, die eine „Umvolkung“ in Deutschland betrieben. Die Flüchtlinge, die in die Bundesrepublik kommen, bezeichnete er als „Invasoren“. Es schwadroniert von Muslimen, die „Ungläubige mit ihrem Moslemsaft vollpumpen“ und einer drohenden „Moslemmüllhalde“ in Deutschland.

In seiner Ansprache vor mehr als zehntausend Pegida-Anhängern schilderte Pirinçci eine Informationsveranstaltung in Hessen, auf der ein CDU-Politiker Asylgegnern nahegelegt haben soll, Deutschland zu verlassen.

„Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann, wenn er gefälligst nicht pariert“, sagte Pirinçci. Daraufhin skandierte die Menge „Widerstand, Widerstand“. Für den Redner offenbar die Aufforderung, nachzulegen:
„Es gäbe natürlich auch andere Alternativen“, so Pirinçci. „Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“ Applaus im Publikum.

Nach diesem verbalen Ausfall durfte der Redner noch mehr als 20 Minuten weitersprechen. Je länger aber Pirinçci redete, desto mehr Unmut regte sich jedoch bei den Demonstranten. Einige riefen „Keine Hetze“, anderen war die Rede wohl schlicht zu lang. Sie riefen „Aufhören.“

Schließlich, nach knapp einer halben Stunde, komplimentierte Pegida-Organisator Lutz Bachmann den Autor von der Bühne. Offiziell aus Zeitgründen.

Video: Aufgeheizte Stimmung beim Pegida-Jahrestag in Dresden

Ich hoffe es will niemand da wieder landen!
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Aus Radio Bremen

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Gruß Hubert