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Es zeigt auch, dass eine Revolution bei weitem nicht immer ein besseres Leben für die Menschen bringt. Im Gegenteil, oft würden sich Menschen das Leben vor so einer Revolution wieder zurückwünschen. Ich hätte auch nie gedacht, dass die Verbindungen zwischen Iran und Deutschland so eng sind, sie gehen auf die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück.
Am Beispiel von Ayatollah Khomeini (Ayatollah bedeutet Wunder oder auch Zeichen Gottes – welche unglaubliche Selbst-Erhöhung!) kann man sehen welch abscheuliche Diktatur ein Gottesstaat ist.

Aus dem Buch von Hamed Abdel-Samad „Der islamische Faschismus“ S. 154 – 156 ( TB ).
Khomeini suchte aus dem Pariser Exil den Schulterschluss mit den Linken und den Bürgerlichen.
Am 1. Februar 1979 kehrte Khomeini aus dem Pariser Exil in den Iran zurück und sprach von „Freiheit für alle Iraner“. Im April lud er zu einem Referendum ein, das den Iran in eine islamische Republik umwandeln soll. Die Mehrheit der Iraner, darunter Linke und Bürgerliche, stimmte mit „ja“, als hätte niemand Khomeinis Buch „Der islamische Staat“ gelesen. Nach dem Referendum bestimmte allein er, wie die islamische Republik Iran aussehen sollte. (Anmerkung: welche unbeschreibliche Blödheit der Linken und Bürgerlichen, sie holten sich ihren Henker an die Macht).
Linke und Liberale, die bei der Revolution gegen den Schah eine weitaus aktivere Rolle als die Islamisten gespielt hatten und damit letztlich Khomeinis Rückkehr überhaupt erst ermöglich hatten, wurden hingerichtet oder ins Exil geschickt, sofern sie die Richtlinien des islamischen Regimes nicht akzeptierten. Allein in den ersten zwei Jahren nach der Revolution wurden 12000 (!) Menschen hingerichtet. Millionen Iraner gingen ins Exil, darunter ein Großteil der Bildungselite des Landes. 35 Jahre nach der Revolution hat die Zahl der Ermordeten die Hunderttausendgrenze deutlich überschritten.
(Anmerkung: Ich kann mich gar nicht mehr erinnern wo diese Millionen hin gingen).

Nach dem Vorbild der SA, beziehungsweise der SS wurden Milizen gebildet, die neben Armee und Geheimdienst die Bevölkerung einschüchtern sollten. Die Sepah-e Pasdaran, die Organistation der Revolutionswächter wurde bereits im Mai 1979 gegründet. Kurz danach folgte die Bassidsch-Miliz, die wie einst Hitlers Schlägerbanden auf der Straße jeden züchtigten, der es wagte, das Regime zu kritisieren. Sepah und Bassidsch können, was ihre Struktur und ihre Funktion angeht, mit der Waffen-SS verglichen werden. Denn beide Trupps entwickelten sich während des Krieges mit dem Irak zu Parallelarmeen, wie der Politologe Behrouz Khosrozadeh in einem am 27. November 2009 veröffentlichten Artikel auf heise.de feststellte.
( http://www.heise.de/tp/artikel/31/31570/1.html )

Heute hat die Sepah laut Kkosrozadeh 130.000  Mitglieder und verfügt über ein größeres Budget als die reguläre iranische Armee Artesh. Wie einst bei der SS werden Sepah-Mitglieder nach ihrer Weltanschauung und Loyalität zum Führer ausgesucht und müssen sich strengeren körperlichen und psychischen übungen unterziehen als die normalen Soldaten. Die Sepah-Mannschaften haben eigene Gefängnisse, wo an der Justiz vorbei Gefangene festgehalten und gefoltert werden.
Die Brutalität der Sepah- und Bassidsch-Milizen gegen die Zivilbevölkerung wurde während der grünen Revolution 2009 deutlich, als mehrere tausend Menschen verhaftet, gefoltert und vergewaltigt wurden, nur weil sie friedlich gegen Ahmadinedschad demonstriert hatten.

Eine weitere Parallele zum Nationalsozialismus ist der aggressive Antisemitismus im Iran, der auf den ersten Blick unerklärlich erscheint. Denn der Iran hatweder gemeinsame Grenzen, noch einen territorialen Konflikt mit Israel.
[…]
Der Antisemitismus im Iran speist sich aus drei anderen Quellen: Der Iran ist seit den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts politisch und wirtschaftlich eng mit Deutschland verbunden.
80 Prozent der Maschinen, die die Industrialisierung im Iran vorangetrieben haben, kamen aus Deutschland. Aber nicht nur die Maschinen wurden aus Deutschland importiert, sondern auch die NS-Ideologie, die via Radio während des Zweiten Weltkriegs auf Persisch im Iran verbreitet wurde. Die Nazis hatten in Zeesen bei Berlin einen eigenen Sender eingerichtet, von dem aus ihre Propaganda auf Persisch, Arabisch, Türkisch und Hindi in die islamische Welt gesandt wurde.
[…]
Und auch die Tatsache, dass die Perser anders als die Araber keine Semiten sind, machte eine Annäherung reizvoll.

Die Perser sehen sich als „indogermanische Arier“ und erfüllten insofern die „Rassenvorgaben“ weitgehend. Im Zweiten Weltkrieg drückte die Mehrheit der Iraner einschließlich der Mullahs Deutschland die Daumen.
Die zweite Quelle für die antijüdische Stimmung im Iran waren die Schriften von Sayyid Qutb, der den Kampf der Muslime gegen Juden als göttliche Bestimmung sah, die mit dem Propheten Mohamed begonnen hat und erst mit dem Ende der Welt aufhören wird.

Die dritte und wichtigste Quelle war aber die Hauptschrift des Islam, der Koran, in dem die Juden in einigen Passagen als Verräter und Nachfahren von Affen beschrieben werden.

Aus dem Buch von Hamed Abdel-Samad „Der islamische Faschismus“. ISBN 978-3-426-30075-6

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Gruß Hubert