Archiv für 4. November 2015

Mike Oldfield – Moonlight Shadow ft. Maggie Reilly   Leave a comment

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Mike Oldfield – Moonlight Shadow ft. Maggie Reilly

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Es war das letzte Mal das sie ihn jemals sah,
davongetragen von einem Schatten des Mondlichts.
Er starb besorgt und warnend,
fortgetragen von einem Schatten des Mondlichts.
Verloren in einem Rätsel diese Samstagnacht,
weit weg, auf der anderen Seite.
Er war gefangen inmitten eines verzweifelten Kampfes
und sie wusste nicht wie sie zu ihm durchkommen sollte.

Die Bäume, die abends flüstern,
davongetragen von einem Schatten des Mondlichts,
singen ein Lied von Leid und Trauer,
fortgetragen von einem Schatten des Mondlichts.
Alles was sie sah, war der Umriss einer Waffe.
Weit weg, auf der anderen Seite.
Ein Mann auf der Flucht schoss sechs Mal auf ihn
und sie wusste nicht wie sie zu ihm durchkommen sollte.

Ich bleibe, ich bete,
sehe dich im Himmel, weit weg…
Ich bleibe, ich bete,
sehe dich im Himmel, eines Tages.

Vier Uhr morgens,
davongetragen von einem Schatten des Mondlichts,
beobachtete ich wie sich dein Traumbild formte,
fortgetragen von einem Schatten des Mondlichts.
Ein Stern funkelte in der silbernen Nacht.
Weit weg, auf der anderen Seite,
wirst du diese Nacht zu mir kommen und mit mir reden?
Aber sie wusste nicht wie sie zu ihm durchkommen sollte.

Ich bleibe, ich bete,
sehe dich im Himmel, weit weg…
Ich bleibe, ich bete,
sehe dich im Himmel, eines Tages.

Weit weg, auf der anderen Seite,
gefangen inmitten von hundert und fünf (Menschen – Menschenmenge).
Die Nacht war drückend und die Luft lebendig.
aber sie wusste nicht wie sie zu ihm durchkommen sollte.
Davongetragen von einem Schatten des Mondlichts,
fortgetragen von einem Schatten des Mondlichts.
Weit weg, auf der anderen Seite…

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http://www.songtexte.com/uebersetzung/mike-oldfield/moonlight-shadow-deutsch-bd6996e.html

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 4. November 2015 von hubert wenzl in Musik

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„Spötterdämmerung“ oder vom langsamen Sterben des Friedrich Hollaender   Leave a comment

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Das Leben von Friedrich Hollaender spiegelt auch einen Teil des letzten Jahrhunderts wieder. Im Februar 1933 flieht er nach Paris, nachdem die Nazis seine Wohnung verwüstet hatten. In letzter Minute kann er entkommen. 1934 zog er nach Hollywood.

Friedrich Hollaender, auch als Frederick Hollander bekannt – seinem Namen im amerikanischen Exil –, war ein deutscher Revue- und Tonfilmkomponist, Kabarettist und Musikdichter. Friedrich Hollaender wurde in London geboren. Sein Vater war der damals bekannte Operettenkomponist Victor Hollaender. Seine Mutter Rosa Perl war Revuesängerin im Zirkus. Der kleine Friedrich wurde sozusagen in die Bühne hineingeboren.
Nach dem Ersten Weltkrieg traf Hollaender mit Gleichgesinnten wie Kurt Tucholsky, Klabund, Walter Mehring, Mischa Spoliansky, Joachim Ringelnatz und der jungen Schauspielerin Blandine Ebinger zusammen, um ein Kabarett zu gründen. Es trat im Schall und Rauch im Keller von Max Reinhardts Großem Schauspielhaus auf. Das Gebäude stand am Zirkusplatz, Friedrichstraße Ecke Schiffbauerdamm, wurde nach dem Krieg als Friedrichstadtpalast genutzt und in den 1980er Jahren wegen Baufälligkeit abgerissen.
Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Hollaender

„Spötterdämmerung“ oder vom langsamen Sterben des Friedrich Hollaender

Stuttgart (Korrespondenz): „… Als er sich nach Arbeit umsah,
war er nirgends erwartet. Türen öffneten sich –
höflich ist das Land -, aber sie schlossen sich schnell.
Kurz waren die Unterredungen, die ihm gewährt,
knapp die Worte nur, die gewechselt wurden.
Auf den Listen und vor den Toren standen sie
Überall, zu stummen Kolonnen zusammengedrängt,
die hundert grauen Gesichter, wartend, lauschend
auf den Ton, auf den einen Glockenton:
Stelle frei. Todesfall. …“

Dieser Text stammt von Friedrich Hollaender. Ja, richtig, der Hollaender, der auch die Musik komponierte, die Marlene Dietrich weltbekannt gemacht hat: „Ich bin die fesche Lola“ oder „Jonny, wenn du Geburtstag hast“, aber  vor allem „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ – allesamt Weltschlager aus den 1930er Jahren, die noch heute (fast) jeder kennt. Aber den „anderen“ Hollaender kennt man kaum noch: den aus dem Land Gejagten, den unliebsamen Spötter aus der nationalsozialistischen braunen Ära, der ins Exil muss, wie so viele zu dieser Zeit …

Kindheit und erste musikalische Versuche

Als Friedrich Hollaender 1896 geboren wird, sind die Eltern beim weltberühmten Zirkus Barnum & Bailey unter Vertrag, der gerade in London gastiert: Vater Victor ist Dirigent der Zirkuskapelle, die Mutter, Rosa Perl, ebendort Sängerin. Nach Berlin zurückgekehrt,  macht der Vater schnell Karriere als musikalischer Leiter und Komponist der Metropol-Revue, er schreibt Opern, Operetten, Oratorien, Kantaten und Klaviermusik.
Aber auch die anderen Mitglieder dieser deutsch-jüdischen Großfamilie haben Künstlerblut in den Adern: Onkel Gustav leitet das renommierte Sternsche Konservatorium, komponiert und dirigiert ebenfalls, Onkel Felix, ist bekannter Dramaturg bei Max Reinhardt, ist zudem Schriftsteller und Dramatiker. Wen wundert es, dass Friedrichs Vorschul-ABC Notenköpfe und lange Hälse hatte, er aus Lust am Improvisieren schon als Kind zu Stummfilmen am Klavier spielte – Fingerübungen für etwa 180 Filmmusiken, die er dann im Laufe seines Lebens schreiben sollte.

Hollaender als Rebell und Kabarettist

Als Jugendlicher gründet er zusammen mit seinem Freund Heinz Baruch eine literarische Zeitschrift. Der Titel ist schon Programm: „Neue Jugend“ heißt sie und will den Expressionisten, die gegen Militär und Spießertum zu Felde ziehen, ein Forum sein.
1915 tritt er dann sein erstes Engagement in Prag an als Volontär am Theater, wo er seine ersten Versuche als Dirigent macht. Wenig später ruft man ihn zum Dienst an der Waffe nach Frankreich. Er hat Glück, vielleicht auch Beziehungen, vor allem aber ist es seinem Talent und musikalischem Können zu verdanken, dass er den Weltkrieg mit dem Taktstock verteidigen darf als musikalischer Leiter des Deutschen Theaters an der Westfront. Kriegsende und Zusammenbruch des Kaiserreichs erlebt der 22jährige im unruhigen Berlin.
Das Erlebnis des großen Völkermordens hat ihn wie seine Generationsgenossen politisiert, erwachsen werden lassen und kritisch gemacht. Er hofft, wie alle jungen Künstler damals, auf eine neue Weichenstellung, auf Veränderung, auf den neuen Anfang. Als der, wie sich bald zeigen sollte, ausbleibt, als sich die alten Kräfte unter veränderten Bedingungen neu zu formieren beginnen, regt sich in Berlins Künstlerkreisen Widerspruch und oppositioneller Kampfgeist. Hollaender erinnert sich später an seine Zeit als Gesinnungsgenosse der Arbeiter- und Soldatenräte: „O du mein Deutschland! Es bekam seine Revolution wie der Säugling die erste Klapper, es wusste nichts damit anzufangen. Es klapperte ein bisschen, aber nicht genug.“
In den nächsten Jahren arbeitet Hollaender als Komponist, Pianist und musikalischer Leiter des neuerstandenen Kabarett-Theaters „Schall und Rauch“. Durch die Zusammenarbeit mit Walter Mehring, Kurt Tucholsky, Klabund werden seine Texte kritischer, schärfer und politischer.

Hollaender und „Der blaue Engel“

Im Jahr 1932 hat er finanziell mehr als je zuvor die Möglichkeit, seine Vorstellungen vom Kabarett auch praktisch umzusetzen, – im eigenen Tingel-Tangel-Theater. Das nötige Kleingeld für diese Unternehmung hat er sich mit der ersten Filmmusik verdient, die gleich ein Riesenerfolg wird und zur eigenen Überraschung seinen Weltruhm begründet. Hollywood-Regisseur Josef von Sternberg war 1929 nach Deutschland gekommen, um Heinrich Manns „Professor Unrat“ zu verfilmen. Der Film hieß „Der blaue Engel“. Eine der Hauptrollen spielte eine damals gänzlich unbekannte junge Berliner Schauspielerin: Marlene Dietrich. Die Musik hierzu schreibt Hollaender. Alle Schlager aus diesem Film werden wahre Gassenhauer und sind der Beginn einer Weltkarriere von Marlene Dietrich, die sofort nach der Premiere vom Blauen Engel mit Josef von Sternberg nach Hollywood fliegt und dort auch bleibt.

Hollaender und der Nationalsozialismus

Hollaender indes hat noch viel vor: Er will „ein Programm machen voller satirischer Anspielungen, ein scharfes, politisches Programm“. Und das in einer Zeit, in der es immer gefährlicher wurde, so etwas zu tun, denn die Vorboten, die die „neue Zeit“ ankündigen, mit der Deutschland völkisch erwachen soll, sind nicht mehr zu übersehen. Auch im Kabarett sind sie neuerdings zu besichtigen – in unauffällig auffallende Staub- und Ledermäntel gekleidet, sitzen die Nazi-Spitzel im Kleinkunstkeller und notieren sich Pointen und die Namen der Künstler, von denen sie über die Rampe gebracht werden. Hollaenders „Spuk“-Nummern rangieren auf den Denunzianten-Zetteln ganz oben: das Lügen-Chanson etwa, oder die ironisch-sarkastische Entlarvung dümmlich-dreister Vorurteile, nach denen die Juden -„Kind, das verstehst du nicht!“ – eben an allem schuld seien. Aber das Publikum nimmt die Zeitzeichen, die jetzt deutlich auf Sturm stehen, nicht ernst genug. Man amüsiert sich auch noch, als Hollaender den „Spuk persönlich“ auf die Bühne bringt: „Huhu, Du Du! Ich bin der kleine Hitler und beiße plötzlich zu! Ihr werdet alle in den bösen Sack gesteckt!“ Aber der Spuk aus Braunau wird nicht ernst genommen. Welch fürchterliche Fehleinschätzung des politischen Parketts von links bis rechts: „Kein Aas hat sich erschreckt!“

Flucht ins Exil


Anfang Januar 1933 aber kommt das Aus: Sein Tingel-Tangel-Theater wird geschlossen. Die Ereignisse überstürzen sich. Ende Januar wird Hitler Reichskanzler, und die Nazis feiern mit brachialen Sprechchören und martialischem Marschlied-Gegröhle die Machtübernahme. Im Februar 1933 verwüsten die Nazis Hollaenders Wohnung. In letzter Minute kann er entkommen. In der Nacht, in der der Reichstag brennt, flieht er zusammen mit Hedi Schoop, seiner zweiten Frau, nach Paris. Kaum einem, dessen künstlerischer Weg den Hollaenders auf der Revue-Bühne, im Theater oder Kabarett gekreuzt hat, bleibt dieses Schicksal erspart. Fast alle werden ins Exil getrieben, ihre Werke werden verboten und verbrannt. Viele Freunde Hollaenders überleben das Exil nicht, sind der Einsamkeit in der Fremde nicht gewachsen: Kurt Tucholsky, der Freund aus früheren Schall-und-Rauch-Tagen, nimmt sich in Schweden das Leben, Ernst Toller wählt in New York den Freitod, Walter Hasenclever in Frankreich, Egon Friedell in Wien. Andere Kollegen sterben, wie Paul Graetz, im amerikanischen Exil „an Heimweh“.

Hollywood


Hollaenders Exil führt ihn von Paris nach Amerika, wo er versucht, aufgrund seiner Popularität durch seine Filmmusik im „Blauen Engel“ an seinen Erfolg anzuknüpfen. Aber europäische Erfolge zählen hier nicht viel, und das Traumland der Kino besetzten Sehnsüchte bleibt den meisten Emigranten fremd. Auch die wenigen Filmleute aus Übersee – meist sind es Regisseure und Musiker -, die sich hier in der „Neuen Welt“ durchzusetzen vermögen, kommen nur schwer mit der perfekt durchrationalisierten und kommerzialisierten „Movie“-Industrie zurecht. Sie arbeiten gegen geringes Entgelt zu  Knebelverträgen, in denen die Abtretung gewisser Urheberrechte festgeschrieben ist und eine Vielzahl von Sonderleistungen eingeklagt wird. Die besagten Knebelverträge zwingen Hollaender dort, für seinen Lebensunterhalt Filmmusiken am laufenden Band zu produzieren. Über 100 Titel liegen am Ende seiner 23-jährigen Hollywoodzeit vor, darunter bis heute unvergessene Welthits, wie „Moonlight and Shadows“ oder „Illusions“ und „The boys in the Backroom“. Aus den ersten Jahren in den USA stammt „Menschliches Treibgut“ – ein Schlüsselroman der damaligen Emigrantenszene. Ein Buch, über welches Thomas Mann, damals ebenfalls ein Flüchtling, sagte: „Ein außergewöhnliches und schönes Werk … Es überwindet das Elend dieser Zeiten durch Kunst, durch Liebe zum Leben, zu Schönheit und Geist.“

Rückkehr nach Deutschland


1955 kehrt er nach Deutschland zurück, schreibt für die Münchener „Kleine Freiheit“ vier Kabarettprogramme, deren scheinbare Wirkungslosigkeit ihn immer mehr entmutigen lassen. Er fühlt sich fremd im Land des Wirtschaftswunders mit Wiederaufrüstung und schnellem Vergessen des braunen Spuks. In einem seiner letzten großen Chansons kommt er auf den Punkt: „Clown, du hast deine Stellung verloren, sieh dich nach einer anderen um …“. Der dumme August, als den er sich sah, stopfte die Ulk-Trompete zu und gab endlich Ruh. Hollaenders Spötterdämmerung hatte sich erfüllt.
1961 gibt Hollaender das Kabarett auf, komponiert noch einige Filmmusiken – z.B. zum Film „Das Spukschloss im Spessart“ – und widmet sich dann ausschließlich der Schriftstellerei. 1965 erscheinen seine Lebenserinnerungen unter dem Titel „Von Kopf bis Fuß“, 1972 die Bücher „Die Witzbombe und wie man sie legt“, „Ärger mit dem Echo“ und „Ich starb an einem Dienstag“.

„Von einem gewissen Tage an fängt man an zu sterben“, schreibt er darin. „Und dann stirbt man und stirbt man und stirbt. Es ist nicht wahr, dass man bumms stirbt. Es kommt einem nur so vor. Es ist nur der letzte Strohhalm auf dem Rücken des Kamels, unter dem das Kamel zusammenbricht.“
Drei Jahre später stirbt Hollaender. Auf dem Münchner Ostfriedhof hat man ihn zu Grabe getragen. Keine zehn Menschen sollen seinem Sarg gefolgt sein. Er starb am 18. Januar 1976. Es war ein Sonntag.

Ingrid v. Staden

„Spötterdämmerung“ oder vom langsamen Sterben des Friedrich Hollaender

Der Blaue Engel: Marlene Dietrich

(https://youtu.be/Mfdu9tcTPkA)    Einbetten auf Anfrage deaktiviert

Marlene Dietrich – Johnny    

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 4. November 2015 von hubert wenzl in Kultur, Politik

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