Archiv für 24. November 2015

Polytheistisches Christentum   Leave a comment

Gut gefällt mir in diesem Beitrag von tammox2 vor allem was Helmut Schmidt sagt. Dazu später weiter unten.

Erstaunlich was Gläubige so alles glauben. Es macht ihnen nichts aus, wenn sie dabei den Verstand ausschalten müssen.

 

Es liegt in der Natur des von Pharao Echnaton (1353–1336 v. Chr.) ersonnenen Monotheismus, daß er intoleranter als Vielgötterei ist.

Wenn nur ein Gott der Richtige ist, dann sind die Anderen falsch.

Damit ist die Saat der Intoleranz geschaffen. Monotheismus führt zu metaphysischem Konkurrenzverhalten, welches sich in den tausenden Religionskriegen manifestiert, die wir seit seiner Erfindung erlebt haben.

Wenn man als einziger in einer Religionskonkurrenz Recht haben will, dies aber prinzipiell nicht beweisen kann, weil es um Dinge nach dem Tod geht, muß es irrational und potentiell gefährlich zugehen.

Es sind nicht «Gottlose», die Flugzeuge in Hochhäuser fliegen oder Menschen in die Luft sprengen, weil sie meinen, im Jenseits für ihre Taten belohnt zu werden. Wer nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt, kann auch nicht mit der Aussicht auf postmortalen Koitus dazu verführt werden, sämtliche Grenzen der Menschlichkeit nieder zu reißen.

(Claude Fankhauser 20.11.2015)

Einfacher zu ertragen wäre der monotheistische Gottesglaube allerdings, wenn er nicht ganz so heuchlerisch wäre und sich das Fußvolk auch an die eigenen Regeln hielte, statt die Beachtung der Gebote immer nur öffentlich von anderen zu fordern.

Während Jesus noch die Menschen nach ihrem bedingungslosen Gehorsam bewertete, verlangte, daß sie nur ihm allein folgen dürften, wurde diese Maxime in den nächsten 1000 Jahren ziemlich aufgeweicht.

Wie Pilze schossen Heilige aus dem Boden. Inzwischen gibt es tausende Heilige, Selige und Schutzheilige, so daß sich jeder Christ einen raussuchen kann, dem er huldigen will.

Der Monotheismus ist im Christentum polytheistisch.

Auch der ursprüngliche „eine“ Gott hat sich mittlerweile vervierfacht.

Im Christentum steckt eine Reihe von seltsamen Phänomenen. Das Christentum bildet sich ein, eine monotheistische Religion zu sein, ist es aber gar nicht. Jesus Christus ist viel wichtiger als der liebe Gott. Und außerdem gibt es noch einen Heiligen Geist – den hat Jesus Christus nicht erfunden, den hat ein Konzil erfunden. Und neben dieser heiligen Dreieinigkeit gibt es noch die Gottesmutter Maria, die in Polen viel wichtiger ist als Jesus und als der liebe Gott. Der Monotheismus ist eine Selbsttäuschung. Das glaubt der Ratzinger, aber der auch nicht ganz. Es ist auch eine Selbsttäuschung der Protestanten. Die alten Griechen waren da viel ehrlicher, die haben gleich viele Götter erfunden. Und nicht bloß vier.

(Helmut Schmidt 2011)

Dier vier christlichen Gottheiten konkurrieren untereinander.

Jesus, mittlerweile zum „Lord“ geadelt, findet seine Anhänger in Nordamerika.

Der HeiGei ist der Snob im Führungsquartett. Er steht nicht so auf das einfache Volk und läßt sich vorzugsweise in den allerhöchsten klerikalen Kreisen blicken.
So guckt er beispielsweise im Konklave vorbei, wenn nur Kardinäle in ihren allerteuersten Purpur-Ballkleidern anwesend sind.

Gott, der Seniorchef zieht sich offensichtlich schon längere Zeit aus dem Geschäft zurück. Ich glaube, er sitzt in der Himmelsgeriatrie und chillt. Um eine Festigung der Kundenbindung müht er sich kein bißchen mehr.

Last, but not least: Mutter Maria. Die Frau, die ohne Erbsünde geboren wurde, ihrem Ehemann den Koitus verweigerte, schließlich vom HeiGei durch ihr Ohr penetriert wurde, Jesus entband und dieses Kunststück durch ein intaktes Hymen fertigbrachte, ist die Durchstarterin des Himmels.

Sie gewann durch ihre fleißige Reisetätigkeit viele Fans in Ost- und Südeuropa.

Da könnte sich Gott mal eine Scheibe abschneiden.

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Polytheistisches Christentum

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Gruß Hubert