Erdogan könnte den IS ohne einen Schuss entmachten – aus diesem Grund tut er es nicht   2 comments

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Die Terroristen des Islamischen Staates müssen um ihre vermutlich lukrativste Einnahmequelle fürchten: den Handel mit Erdöl. Zwar gibt es Hinweise, dass die Türkei den Handel der Terroristen mit dem Rohstoff mindestens toleriert, aber Russland und Frankreich bombardieren teils erfolgreich die nötigen Anlagen in den von Terroristen kontrollierten Gebieten.

Erdogan könnte den IS ohne einen Schuss entmachten – aus diesem Grund tut er es nicht

Veröffentlicht: 30/11/2015
Recep Tayyip Erdogan

Foto: AP

Protest in support of arrested Cumhuriyet newspaper journalists

Foto: The Huffington Post

Demonstranten protestierten gestern in Istanbul gegen die Verhaftung zweier Journalisten

 

Wie reagiert Europa? Niemand fordert Aufklärung von Erdoğan, ob der türkische Geheimdienst wirklich Waffen an den IS geliefert hat. Stattdessen lässt die EU-Kommission vermelden, sie sei „besorgt“ über die Entwicklung der Pressefreiheit in der Türkei. Mehr passiert nicht.
Zweites Ereignis, nur wenige Tage später. Die Europäische Union hat am Sonntag mit der Türkei einen Pakt geschlossen, um den Zustrom syrischer Flüchtlinge nach Europa einzudämmen. Beide Partner einigten sich bei einem Sondergipfel am Sonntag in Brüssel auf einen gemeinsamen Aktionsplan.

Die EU zahlt drei Milliarden Euro für zwei Millionen Flüchtlinge in der Türkei. Die Gespräche zum visafreien Reisen und die Beitrittsverhandlungen werden beschleunigt. Ankara sichert zu, heimische Küsten besser zu schützen und effektiver gegen Schlepper vorzugehen.
Erdogan bietet sich dem Westen als Partner an – spielt aber ein doppeltes Spiel. Er stellt den USA seine Basis in Incirlik für Luftangriffe und verspricht Europa, den Flüchtlingsstrom einzudämmen. Gleichzeitig toleriert er aber den Islamischen Staat und unterstützt ihn unter Umständen sogar aktiv.

Es gibt unzählige Medienberichte über eine mögliche türkische Unterstützung für den IS.

Sie reichen von Waffenlieferungen über mögliche Trainingslager bis hin zum Handel mit geschmuggeltem Öl. Im Mai führten US Spezialeinheiten eine Razzia im Osten Syriens durch, bei der sie einen IS-Anführer namens Abu Sayyaf töteten. Sie fanden Unterlagen und USB-Sticks, die auf einen umfangreichen Öl-Handel zwischen der Türkei und der Terrororganisation hinwiesen.

Sicher ist. Die Türkei hat das Mittel, um dem IS den vernichteten Schlag zu verpassen, ohne einen Schuss abzufeuern – aber sie tut es nicht.

Der IS ist umgeben von ihm feindlich gesinnten Völkern und Staaten:

das Regime Assads, die Kurdengebiete, der irakische Staat. Lediglich mit der Türkei hat er ein langes Stück gemeinsame Grenze, über welche er sich versorgen kann. Wäre der IS von der Türkei abgeschnitten, wäre es um das Kalifat geschehen. Würde das Land sich entschlossen gegen die IS stellen würde, gäbe es das Kalifat nicht mehr.

Im August war es fast so weit. Nach ihrem Sieg in Kobane machte sich die kurdische Miliz YPG daran, die vom IS gehaltene Stadt Jarablus anzugreifen. Über diese letzte verbliebene Grenzstadt des IS läuft die Versorgung des Regimes mit Waffen, Materialien und Kämpfern.
Wie reagierte Erdoğan? Er erklärte, dass die Kurden bei einem Angriff auf Jarablus eine „rote Linie“ überschreiten würden. Im Falle eines Angriffs würden türkische Truppen gegen die YPG vorgehen. Daher bleibt die Stadt in der Hand der Terroristen – unter türkischem Schutz.
Erdogan sieht die Kurden als eine größere Gefahr für die Türkei an als den Islamischen Staat. Nichts fürchtet er mehr als einen Kurdenstaat an der südlichen Grenze der Türkei.

Doch die Kurden sind die einzigen, die den IS besiegen könnten. Alle Seiten sind sich einig, dass Luftangriffe nicht ausreichen. Nur durch Bodentruppen könnten die Dschihadisten beseitigt werden. Weit und breit gibt es nur eine einzige Armee, die effektiv und motiviert kämpft: die Kurden im Norden Syriens und des Iraks.
Der Schlüssel zu einem Sieg über den IS liegt nicht in Syrien – sondern in der Türkei. Nur wenn das Land seine Politik der Tolerierung des IS und eine friedliche Lösung mit seiner kurdischen Minderheit findet, kann die Terrormiliz besiegt werden. Aber das wird nicht passieren, wenn der Westen weiter Erdogans doppeltes Spiel akzeptiert.

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Erdogan könnte den IS ohne einen Schuss entmachten – aus diesem Grund tut er es nicht
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Gruß Hubert

Veröffentlicht 1. Dezember 2015 von hubwen in Politik, Uncategorized

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2 Antworten zu “Erdogan könnte den IS ohne einen Schuss entmachten – aus diesem Grund tut er es nicht

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  1. Hi Hubert,

    Turkei = 99.8% Muslime – das ist das Ausschlaggebende. Nicht Erdogan.
    Erdogan hat ein Problem mit den Kurden, darum paktiert er mit dem IS.
    Über die Türkei wickelt der IS seine gesamten Finanzierung ab. Vom Erdölverkauf bis zum Sklavenhandel.
    Die westliche Welt sollte ihre Haltung zur Türkei als NATO-Mitglied und EU-Anwärter überdenken.
    Auch die feudalen Emirate finanzieren sowohl offen als auch verdeckt den IS.
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    Man muss da anfangen wieso der IS überhaupt entstehen konnte?
    Die Radikalisierung des ISLAM ist erst durch die US-Amerikanischen Kriege im mittleren- und fernen Orient entstanden. Es ist ja nicht nur der IS, nur weil der in aller Munde ist. auch Boko Harm, Al-Qaida, Hamas, . . . Salafisten ist ISLAM. Und alle berufen sich auf den Koran. Und wir sind schon wieder im nächsten Krieg. Endlich auch mit deutscher Beteiligung. Es geht ja gar nicht gegen den IS. Assad will man weg haben. Und was wird dann danach sein? Irak, Libyen sind die besten Beispiele dafür. Ein Syrien ohne Assad wird zu einem zweiten Libyen. Und wieder wird der ISLAM seinen Herrschaftsbereich ausdehnen.
    Der Islam hat zum Dschihad, dem heiligen Krieg gegen die Ungläubigen aufgerufen. Diesen krieg wird er aber nicht in Syrien gegen die westliche Anti IS Allianz führen, sondern in Europa, mitten unter uns. Und dank Merkel und ihren offenen Grenzen, sind wir dem nahezu wehrlos ausgesetzt. Wir wissen ja selbst nicht mehr wer sich wo in unserem land aufhält. Einige 100.000 vermeintliche Flüchtlinge sind unregistriert untergetaucht. Es brauchen nur einige hundert gut ausgebildete IS-Kämpfer oder auch Selbstmordattentäter darunter sein, die auf ihren Zeiche waren. Handys / Smartphones haben sie ja alle.
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    Den IS kann man nicht militärisch besiegen. Afghanistan hat gezeigt, dass für jeden getöteten Taliban 100 Neue freiwillige Kämpfer rekrutiert werden. Und der Fundus des IS ist schier unendlich. Aus aller Welt, schließen sich junge Menschen aus allen sozialen Schichten dem IS an. Sogar Mädchen sind davon fasziniert.
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    Was bewegt sie dazu?
    Letzten Endes vollziehen sie damit einen totalen Bruch mit den westlichen Wertevorstellungen. Und damit vor unserer „verlogenen“ Moral.
    Ich finde hier sollten wir mit Selbstkritik ansetzen dass das Leben in unserem Land wieder ehrlich, lebenswert wird. Die Menschen eine Perspektive haben sich zu verwirklichen. Das Leben muss bei uns wieder Lukrativ werden. Dann werden sie auch nicht dem Islam zuwenden. Das Leben in Deutschland besteht doch nur noch aus Reklementiereungen und Verboten. Um politisch korrekt zu sein,darf man nicht mehr sagen was man denkt.
    Wen verwundert es da, dass Menschen nach einem Sinn des Lebens suchen. Der sich total von unseren westlichen Wetrevorstellungen absetzt.
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    Nur so kann man den IS besiegen, indem man ihm die Möglichkeit nimmt zu expandieren, sowohl territorial als auch ideologisch.

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    Wer den Wind sät . . . (G) [audio]
    http://www.4shared.com/video/NkRSmDv6ce/Wer_den_Wind_st_____G__audio.html
    http://www.4shared.com/web/embed/file/NkRSmDv6ce
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    Wer den Wind sät . . . 1v5 (G) [audio]
    http://www.4shared.com/video/uKv2K4xWba/Wer_den_Wind_st____1v5__G__aud.html
    http://www.4shared.com/web/embed/file/uKv2K4xWba
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    Wer den Wind sät . . . 2v5 (G) [audio]
    http://www.4shared.com/video/DBZ46J4Lba/Wer_den_Wind_st____2v5__G__aud.html
    http://www.4shared.com/web/embed/file/DBZ46J4Lba
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    Wer den Wind sät . . . 3v5 (G) [audio]
    http://www.4shared.com/video/cXglNenXce/Wer_den_Wind_st____3v5__G__aud.html
    http://www.4shared.com/web/embed/file/cXglNenXce
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    Wer den Wind sät . . . 4v5 (G) [audio]
    http://www.4shared.com/video/6XBdPjRbce/Wer_den_Wind_st____4v5__G__aud.html
    http://www.4shared.com/web/embed/file/6XBdPjRbce
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    Wer den Wind sät . . . 5v5 (G) [audio]
    http://www.4shared.com/video/6E6alHk6ba/Wer_den_Wind_st____5v5__G__aud.html
    http://www.4shared.com/web/embed/file/6E6alHk6ba


    glG Sabine

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  2. Hi Sabine,

    eine nicht unbedeutende Rolle spielt in einem islamischen Land schon auch wer Regierungschef ist. Und Erdogan ist halt ein äußerst autoritärer Herrscher, der mit Demokratie und Pressefreiheit absolut gar nichts am Hut hat, der kritische Journalisten der Reihe nach verhaften lässt. Jeder türkische Regierungschef würde ja auch nicht den Befehl zum Abschuß des russischen Kampfjets gegeben haben. Er scheint auch unter Größenwahnsinn zu leiden, denn heute las man ja, dass er Putin zum Rücktritt auffordert, wenn er nicht belegen kann dass die Türkei mit dem IS Ölhandel betreibt. Nicht viel weniger als die Kurden stört ihn auch Assad, den will er auch weghaben, (neben den vielen im Westen auch). Beim Islam spielt es auch eine Rolle ob jemand „normaler Muslim“ ist, oder die radikale, fundamentalistische Ausprägung des Islam, wie Salafisten oder Wahabiten. Es gibt auch nicht DEN Islam, sondern in verschiedenen Ländern verschiedene Auslegungen davon. Einen geistlichen Führer für alle (wie der Papst bei den Katholiken) gibt es ja nicht bei ihnen. Man braucht nur daran zu denken welchen erbitterten Kampf sich Schiiten und Sunniten liefern, dem der IS angehört. Es gibt eben auch gemäßigtere Muslime und radikalere. So wie es auch im Christentum gemäßigte, eventuell auch laue oder fundamendalistische Christen gibt, so wie neulich christliche, militante Fanatiker, die in den USA in einer Abtreibungsklinik Ärzte erschossen (ist auch kein Einzelfall, das sind dann richtige Lebensfreunde 😉 …)
    Das ist schon ein älterer Fall, zeigt aber wie militante, gewaltbereite und fundamentalistische Abtreibungsgegner ticken.
    http://www.sueddeutsche.de/panorama/usa-mord-an-abtreibungsarzt-der-pro-life-killer-1.441499

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    Keine Frage, dass die Bombardierungen des US-Militärs im Irak und anderen Ländern erst eine große Anzahl von Terroristen schuf.

    Dass sich westliche Jugendliche dem IS anschließen kann ich nicht nachvollziehen und ich habe auch Null Verständnis dafür. Ich kann das auch nicht mit den westlichen Werten und einer verlogenen Moral rechtfertigen. Denn es kann ja keine Alternative sein, sich einer Mörderbande anzuschließen. Noch tiefere „Werte“ als solche gibt es nicht. Das sind einfach psychisch labile Typen, die teilweise einen nicht zu kleinen Dachschaden haben müssen. Am ehesten stelle ich mir noch vor, dass sie sich rächen wollen an unserer westlichen Gesellschaft, weil sie arbeitslos und ohne oder wenigen Perspektiven waren. Bei Mädchen muss es ja total im Kopf ausschalten, wenn sie sich da anschließen, denn welche Rolle Frauen im Islam haben braucht man nicht breit zu treten. Oder es sind Mädchen mit masochistischen Neigungen, die sich schon auf die Schläge und schlechte Behandlung freuen 😉
    Die Gehirnwäsche muss jedenfalls enorm sein. Aber es müssen schon psychische Voraussetzungen dafür vorhanden sein.
    So eine Sinnsuche kann ich nur für total verrückt erklären.
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    Dass man den IS nicht militärisch besiegen kann, davon bin ich auch überzeugt.
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    Es mag im Westen vieles nicht zum Besten stehen, aber solche Zustände wie im IS oder auch nur islamischen Staaten, wie zum Beispiel Saudi-Arabien, gibt es zum Glück doch nicht. Ich glaube da muss sich schon jemand ganz genau überlegen was er sagen darf oder nicht. Ich bin jedenfalls froh im Westen leben zu dürfen und nicht zum Beispiel in Saudi-Arabien wo man für leise Kritik am Islam 1000 Peitschenhiebe bekommt oder gleich zum Tode verurteilt wird, Todesurteile gibt es ja in Saudi-Arabien und auch im Iran einige hundert im Jahr.
    Eines ist sicher, gleich welche Religion – ohne Religion wäre die Welt besser dran.

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    Bild von Jürgen Todenhöfer
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    glG Hubert

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