Archiv für 8. Februar 2016

Vier Pfoten: CDU boykottiert Bundesminister Schmidt beim Schutz von Pelztieren   Leave a comment

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„Laut Aussagen der CDU-Fraktionsspitze gäbe es Bedenken hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit eines Pelztierhaltungsverbotes.“

Warum soll ein Pelztierhaltungsverbot gegen die Verfassung sein? Dort steht ja nicht drin, dass man Tiere grausamst quälen darf.

Foto: Vier Pfoten/Fred Dott
Foto: Vier Pfoten/Fred Dott

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Die Tierschutz-Stiftung “Vier Pfoten” ist empört: Im letzten Jahr hatten sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und die Bundesregierung öffentlich zu einem Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland bekannt. Nun aber macht die CDU-Bundestagsfraktion eine überraschende Kehrtwende und stellt sich gegen die Linie ihres Bundesministers. Laut Aussagen der CDU-Fraktionsspitze gäbe es Bedenken hinsichtlich der Verfassungsmäßigkeit eines Pelztierhaltungsverbotes. Man befürchte, dass ein solches Verbot auch andere Bereiche der Nutztierhaltung in Frage stellen könnte. Stattdessen plädieren Teile der Fraktion für eine freiwillige Einigung mit den Nerzfarmbetreibern.

Doch damit gibt sich Vier Pfoten nicht zufrieden: „Interne Streitereien in der CDU/CSU auf Kosten des Tierschutzes auszutragen ist unverantwortlich! Dass nun die Union ihrem eigenen Minister und ihrem Koalitionspartner SPD in den Rücken fällt, ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir rufen alle Parteien dazu auf, sich umgehend für ein Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland einzusetzen.“

Detaillierte Informationen zum Thema Pelz/Pelztiere/Pelzfarmen finden sich auf der Vier Pfoten Homepage.

 

Vier Pfoten: CDU boykottiert Bundesminister Schmidt beim Schutz von Pelztieren

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Hier genaueres zu Pelztieren, Pelzfarmen.

Pelztiere

Leiden für die Mode

Millionen Wildtiere leiden und sterben auf Pelzfarmen unter grausamen Bedingungen, um als Pelzmantel oder -accessoire zu enden.

 Pelzindustrie – ein weltweites Geschäft

 

85 Prozent der gehandelten Felle stammen aus der Pelztierzucht, der restliche Teil des weltweiten Pelzhandels wird durch Jagd und Fallenfang gespeist. 2009 wurden weltweit etwa 100 Millionen Tiere unter grausamen Bedingungen gezüchtet und getötet.

Die meisten Pelzfarmen sind in Europa und China angesiedelt. China gilt mittlerweile als der größte Pelzproduzent der Welt, und auch als Handelsplatz für Felle hat Asien große Bedeutung.

In der EU gibt es noch etwa 7.200 Pelzfarmen. Diese liegen vor allem in Dänemark, den Niederlanden und Finnland. Etwa 35 Millionen Nerzfelle und zwei Millionen Fuchsfelle werden jährlich in europäischen Farmen erzeugt.

Nerze leiden in Drahtgitterkäfigen.
© VIER PFOTEN / Fred Dott
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Pelzfarmen: Leben hinter Gittern

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Millionen Wildtiere wie Nerze, Füchse und Marderhunde werden unter grausamen Bedingungen gezüchtet. In winzige Drahtkäfige gepfercht, leben die Tiere unter Dauerstress, Gitter an Gitter mit ihren Artgenossen.

In langen Reihen sind die Käfige etwa einen halben Meter über dem Boden aufgehängt. Kot und Urin fallen durch das Bodengitter, damit der Pelz nicht verschmutzt. Die mit einem sehr guten Geruchssinn ausgestatteten Raubtiere sind ein Leben lang einem unerträglichen Gestank ausgesetzt. Ihre empfindlichen Pfoten sind durch das Leben auf dem Käfigboden sehr häufig verletzt. Lediglich Nerzen steht eine Schuhkarton-große Wohnbox zur Verfügung, ansonsten fehlen jegliche Strukturen.

Die meisten Pelztiere sind von Natur aus Einzelgänger und bewegen sich in freier Wildbahn in riesigen Revieren. Die Gefangenschaft auf engstem Raum ist für sie enorm belastend. In Pelzfarmen können die Tiere, die noch die gleichen Bedürfnisse wie ihre wildlebenden Artgenossen haben, ihr natürliches Verhalten nicht im Ansatz ausleben. Klettern, jagen oder baden ist nicht möglich.

Viele Pelztiere zeigen unter diesen Bedingungen starke Verhaltensstörungen, oft kommt es sogar zu Kannibalismus und Selbstverletzungen. Nach einigen Monaten des Dahinvegetierens werden die Tiere bei der sogenannten „Pelzernte“ vergast, vergiftet oder durch Stromschläge getötet.

Pelzfarmen in Europa erzeugen pro Jahr etwa 35 Millionen Nerzfelle.
© VIER PFOTEN / Fred Dott
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 Fallenfang – unnötig und grausam

 Millionen Rotfüchse, Waschbären und Biber werden jährlich in Fallen gefangen. In den USA, Kanada und Russland werden dazu heute noch Tellereisen eingesetzt. Diese Fallen sind extrem brutal – aber schonend für den Pelz. Tellereisen bestehen aus zwei Metallbügeln, die nach dem Auslösen zusammenschlagen und das Tier festhalten. Gefangene Tiere sterben an Erschöpfung oder Unterkühlung. Sie beißen oder drehen sich das eingeklemmte Bein ab und erliegen dann dem Blutverlust. Überlebende Tiere werden schließlich von den Fallenstellern brutal getötet.

 Auch bei Totschlag- und Schlingenfallen werden die Pelztiere keineswegs immer sofort getötet. Einmal gefangen, kämpfen die Tiere oft stunden- oder tagelang um ihr Leben, bevor sie an Erschöpfung, Hunger, Durst oder an ihren Verletzungen sterben. Aus Lebendfallen versuchen verängstigte Tiere ebenfalls zu fliehen und verletzen sich dabei schlimmstenfalls.

In den USA werden immer noch Tellereisen-Fallen eingesetzt.
© Born Free USA Respect for Animals

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Online Protest

Für Mode ohne Pelz: Jetzt online protestieren!

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Pelztiere – Leiden für die Mode

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Gruß Hubert

 

 

 

„Herr Ex-Finanzminister, warum wirken die Milliardenkredite in Griechenland nicht?“   Leave a comment

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Hier beim Interview mit dem ex-Finanzminister von Griechenland, Varoufakis, sieht man wieder einmal was dem Volk vorgekaukelt wurde und immer noch wird. Mir gefallen vor allem die wirtschaftspolitischen Aussagen von Varoufakis, die politischen teile ich lange nicht alle.

Varoufakis: „Niemand hat daran geglaubt, dass der Kompromiss etwas bringt, weder die IWF-Chefin Christine Lagarde, noch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Kanzlerin Angela Merkel tat es nicht und der griechische Staatschef Alexis Tsipras ebenfalls nicht. Es war nur eine Show, die gezeigt hat, das Europa nicht funktioniert.

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Yanis VaroufakisCarsten Koall / Getty

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Um unseren liebsten Krisenstaat Griechenland ist es ruhig geworden. Die täglichen Streiks wegen der geplanten Kürzung der Renten fallen angesichts der Flüchtlingskrise in den Medien beinahe unter den Tisch. Dabei steht es um Griechenland nach wie vor schlecht: Es fehlt an Investitionen. Zwar ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr nicht ganz so stark geschrumpft, wie befürchtet. Aber die milliardenschweren Hilfspakete der EU scheinen nur wenig zu helfen. Ex-Finanzminister Yanis Varoufakis (54) erklärt Business Insider im Interview warum das so ist und die Eurozone kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Herr Varoufakis, wir treffen Sie hier beim Fonds professionell Kongress in Mannheim nach einem Vortrag vor lauter Bankern – was haben Sie als Linker dieser eher konservativen Branche denn zu sagen?

Yanis Varoufakis: „Viel natürlich, wir leben ja in einer Demokratie! Nichts ist langweiliger als mit Menschen zu sprechen, die meine Meinung ohnehin teilen. Außerdem betrifft die Fondsmanager und Banker hier die Krise der Griechen ebenfalls: Die großen Pensionsverwalter können kaum noch Gewinn erwirtschaften, was älteren Deutschen und Sparern große Probleme verursacht. Zudem versteht jeder vernünftige Banker, dass Griechenland kein weiteres Geld hätte erhalten dürfen: Ein bankrotter Staat, der die Kredite vorrausichtlich nie zurückzahlen kann, ist kein guter Schuldner.“

Wir bewerfen die Probleme mit Geld, das wir von den Ärmsten nehmen

Griechenland hat die Kredite nach langen Verhandlungen um Reformen im vergangenen Jahr jedoch bekommen. Könnte das nicht doch etwas bringen?

Varoufakis: „Das glaube ich nicht. Wenn Sie wissen wollen, wie es in diesem Jahr weitergeht, brauchen Sie nur die vergangenen fünf Jahre anzuschauen: Die Wirtschaftsleistung wird weiter zurückgehen.“

Also war das viele Geld eine Verschwendung?

Varoufakis: „Niemand hat daran geglaubt, dass der Kompromiss etwas bringt, weder die IWF-Chefin Christine Lagarde, noch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. Kanzlerin Angela Merkel tat es nicht und der griechische Staatschef Alexis Tsipras ebenfalls nicht. Es war nur eine Show, die gezeigt hat, das Europa nicht funktioniert. Wir bewerfen die Probleme mit Geld, das wir von den Ärmsten nehmen. Weil das in allen Ländern die Menschen aber frustriert, haben rechte Parteien wie der Front National in Frankreich hohen Zulauf. Die profitieren also davon.“

Dabei ist doch zumindest die Arbeitslosenquote in Griechenland gesunken…

Varoufakis: „…die geht nur zurück, weil junge, ausgebildete Menschen nach Deutschland auswandern. Obwohl die Arbeitslosenquote niedriger wird steigt die Beschäftigung nicht wesentlich. Das ist verheerend für die Wirtschaftsleistung. Die Investitionen sind nahezu bei null.“

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Business Insider Redakteurin Birgit Haas im Interview mit Griechenland Ex-Finanzminister Yanis VaroufakisCarsten Koall / Getty

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Warum läuft es in Griechenland nicht so gut wie bei den vorbildlichen Krisenmanagern in Portugal oder Irland?

Varoufakis: „Bei denen ist auch nicht alles super. Portugal hat immer noch eine der höchste Verschuldungsraten der EU im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt in der EU. Das Land ist eine Blase. Und Irland überlebt nur, weil es Unternehmen wie Google hilft, in Europa Steuern zu sparen. Als Steueroase aber schwächt Irland die anderen EU-Länder. Dass diese Länder als positive Beispiele herangezogen werden, zeigt nur, wie dringend die EU gute Nachrichten braucht.“

Dass die Griechen mit 60 Jahren bereits in Rente gehen, verstehen viele Deutsche nicht. Mit dem letzten Reformpaket hat sich die griechische Regierung dazu verpflichtet, die Pensionskosten zu senken. Um 15 Prozent, so der derzeitige Stand. Jetzt wird gestreikt.

Varoufakis: „Eine Kürzung der Pensionskosten ist auch keine Lösung. Bei uns leben viele Familien von 600 oder 700 Euro Rente eines älteren Familienmitglieds im Monat. Die anderen haben keine Jobs. Wenn wir jetzt diese Leistung um hundert Euro kürzen, dann geben die Menschen sie auch nicht mehr aus und die Nachfrage sinkt. Das wird weitere Jobs kosten.“

Was wäre eine Lösung?

Varoufakis: „Das viele Geld, das durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken auf dem Markt ist, muss in Investitionen umgewandelt werden. Vor allem in den USA kaufen die Unternehmen allerdings lieber ihre Aktien zurück. Das ist zwar gut für den Kurs, bringt aber der Wirtschaft nichts. Im Rahmen des Anleihenkaufprogramms muss die Europäische Zentralbank sich in der Auswahl an der Wirtschaftsgröße orientieren. Das heißt, sie kauft viel mehr deutsche als spanische Anleihen. Deutschland braucht dieses Programm aber gar nicht und Spanien hilft es so nicht. Wir bräuchten ein europäisches Investitionsprogramm, etwa in grüne Technologien.“

Derzeit droht die Eurozone auch an den vielen Flüchtlingen zu zerbrechen. Griechenland soll nun die Grenzen schließen. Wie finden Sie das?

Varoufakis: „Die Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel war fantastisch. Wenn jemand in Not ist, müssen wir die Türen öffnen. In Griechenland helfen besonders die Inselbewohner sehr engagiert. Aber wenn wir die Grenze zu Mazedonien versiegeln, stecken hundertausende Flüchtlinge fest. Was sollen die in Griechenland machen? Die Wirtschaftskrise hat die EU über Jahre geschwächt. Nun versuchen alle Länder, die Flüchtlinge einfach nur in die nächsten Länder weiterzuschieben. So zerstören wir den Rest der EU. Zäune und Grenzen sind ein Zeichen von Schwäche. Und das schlimmste ist, dass sie sich in unseren Köpfen manifestieren und wir uns in den Gedanken an eine Rückkehr zum konservativen Nationalstaat einigeln.“

Die Dämonisierung des Landes muss aber aufhören, wenn wir ein starkes Europa wollen

Die Briten liebäugeln ja mit dieser Idee. Noch in diesem Jahr sollen sie über einen Brexit abstimmen.

Varoufakis: „Wenn die Briten glauben, dass sie sich einfach so vom Kontinent lösen können und Richtung USA oder China segeln können, dann haben sie sich geschnitten. Es gibt Industriestandards und Arbeitsstandards, von denen sie sich nicht einfach verabschieden können. Dass ein Brexit der City of London als eines der größten Finanzzentren der Welt schaden würde, glaube ich nicht. Dazu ist der Handelsplatz zu global. Allerdings wäre es ein weiterer Schritt in Richtung Zerfall der EU. Zum ersten mal würde die Union nicht expandieren, sondern schrumpfen. Ein gefährlicher Trend.“

Wie kann der Zerfall aufgehalten werden?

Varoufakis: „Wir müssen uns zusammensetzen und vernünftig über rationale Lösungen nachdenken. Derzeit bestimmen die einzelnen Interessen der Länder die Debatten. Die vielen Flüchtlinge sind aber kein griechisches oder deutsches Problem. Sie sind ein europäisches Problem. Wir sollten also eine gemeinsame Strategie entwickeln. Ich gründe deshalb am 9. Februar in Berlin eine grenzübergreifende Bewegung für mehr Demokratie.“

Warum gründen Sie diese Organisation ausgerechnet in Berlin?

Varoufakis: „Deutschland ist das Herz Europas. Doch die Verbitterung ist groß, derzeit hassen die Deutschen die Griechen und die Griechen hassen die Deutschen. Die Dämonisierung des Landes muss aber aufhören, wenn wir ein starkes Europa wollen. Also setze ich ein positives Signal.“

 

„Herr Ex-Finanzminister, warum wirken die Milliardenkredite in Griechenland nicht?“

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Gruß Hubert