Archiv für 19. Februar 2016

Hartz IV: Vernichtung durch Arbeitslosigkeit   Leave a comment

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Das muss man nicht lange kommentieren, da bleibt nur Fassungslosigkeit zurück.

Hartz IV: Vernichtung durch Arbeitslosigkeit – die forschreitende Verrohung der Republik

 

Dienstag, 9.2.2016. Eifel. Ja – das erste Mal durfte ich einen „Shitstorm“ beobachten. Auf Facebook natürlich, wo der Mob tobt. Nein wirklich: es war nicht uninteressant. Gut ein Dutzend Menschen – die meisten nach eigenen Angaben aus Berlin – mokierten sich über eine laufende Spendenaktion für eine arbeitslose Frau mit Hund. Kaum jemand von denen war mental noch in der Lage, zu erkennen, was sie eigentlich forderten. Die Frau ist am Ende, wird per Gericht zur Obdachlosigkeit ermuntert, weil man ihr unterstellt, sich absichtlich in Not gebracht zu haben.

Gleichzeitig erhält sie keinerlei Leistungen, weil alles in Bearbeitung ist – da droht Hunger … und Tod. In einer Gesellschaft, die pro Sekunde 313 Kilogramm Lebensmittel wegwirft (siehe Spiegel) ist vielleicht nicht mehr allen bekannt, dass Hunger zu ernsthaften Funktions- und Denkeinschränkungen führt, die schnell zum Tode führen können, aber schon weit vorher die geregelte Organisation des Alltagslebens erschweren bis unmöglich machen, weil man nur noch an Essen denken kann.

In der Tat trat diese kleine, geschlossene Gruppe – die untereinander gut vernetzt schien, so mein Eindruck – vehement auf und wollte, dass alle Hilfeleistungen privater Natur für das Opfer eingestellt werden: Obdachlosigkeit und möglicher Tod eingeschlossen. Ich rede hier ja gerne und oft von der „Generation Doof“ – und den Folgen, wenn die versucht, Politik zu machen … oder auch nur ihr eigenes Leben auf die Beine zu stellen, was aussichtslos scheint, wenn nicht Papas Geld und Beziehungen im Hintergrund die Wege ebnen. Die Begründung war klar: diese Frau hatte früher schon mal um Spenden für ihre Tiere gebeten – offenbar ein Sakrileg für die wohlgenährten Mobber. Was man dort beobachten konnte war – in anderen Worten ausgedrückt – ein „Lynchmob“, der Tod durch Frost und Hunger forderte. Natürlich nicht in diesen Worten … aber das (passive) Versagen von Obdach und Nahrung hat nicht weniger die gleiche Intention wie der (aktive) Strick.

Was vielleicht nur noch wenige wissen: diese Bewegung ist nicht aus dem Volk selbst gewachsen, sie wurde von oben bestimmt – durch die Agenda 2010. Die durch Diäten besonderer Art fett gewordene Führung dieses Landes samt seiner Volksvertreter haben bewusst und mit Absicht eine Kaste der Unberührbaren geschaffen, ein vorher nie dagewesenes Prekariat, mit dem man alles mögliche anstellen sollte – einer wollte sogar, dass sie ihre Organe verkaufen, um überleben zu können. Er war hochrangiger Professor, Mitglied in vielen wichtigen Kommissionen, ein Elitewissenschaftler der besonderen Art – im Geiste von Auschwitz und der gezielten Ausschlachtung von Gaskammermordopfern und ungebremster medizinischer Experimente an lebenden Menschen (siehe Deutschlandradio):

„Wenn jemand existenziell bedroht ist, weil er nicht genug Geld hat, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu finanzieren, muss er meiner Meinung nach die Möglichkeit zu einem geregelten Verkauf von Organen haben.“

Ja – oder man rasiert ihm die Haare ab – zum Gewinn der Industrie, schlägt ihm die Goldzähne heraus und macht aus den Resten Seife – Experimente zu dieser Seife gab es ja schon, nur die industrielle Serienproduktion wurde durch die „Besatzermächte“ aufgehalten (siehe Nizkor).

Ja – wir tönen soviel herum im „Kampf gegen Rechts“ … doch dort, wie wirklich „rechts“ lebt und wirkt, schaut kaum einer hin. Das wächst Tag für Tag. Und der Ungeist jener Zeit, den wir zu Unrecht als in der Vergangenheit gefangen ansehen, breitet sich heute wieder aus: der Arbeitslose ersetzt den Juden als Sündenbock – und wehe er geht mit seiner Armut an die Öffenlichkeit, eine sozialen Hinrichtung in sozialen Medien ist ihm gewiss!

Doch nicht nur seine Organe sollte der Arbeitslose verlieren – zur Sicherstellung der Rechte der „Leistungselite“ sollte er auch sein Wahlrecht verlieren (siehe scharf-links) – eine alte Idee aus den Kreisen der AfD (ja – dort war auch der Organverkaufsförderer Hauptzeichner der Partei – wir werden also möglicherweise unter der AfD ganz besondere „Reformen“ erwarten dürfen). Ratten sollten sie jagen, diese Arbeitslosen, Hundekot aufsammeln, sie sollten besondere Uniformen bekommen, damit der Bürger sie auf offener Straße erkennen kann, man wollte sie schon in Lagern halten und macht ständig deutlich, dass jeder Cent, den man in sie investiert, vollkommen vergeudet ist, weil die nur in Alkohol und Zigaretten investieren – neuerdings will man die sogar durch Hausbesuche zum frühen Aufstehen motivieren, jedenfalls, wenn sie alleinerziehend sind und Kinder haben. Ja – natürlich, die kleinen Sechsjährigen stehen alleine auf, ziehen sich alleine an, machen sich Frühstück, putzen sich von selbst die Zähne und gehen dann wohlgelaunt in die Schule, während Mama noch schläft …

solche Idiotien wachsen nur dort, wo zuviel Geld auf zu wenig Geist trifft … wie ebenfalls in diesem Fall (siehe Freitag):

„Man müsse der Unterschicht den Hahn zu drehen, denn nur ein ungeborenes Kind aus diesem Milieu, ist auch ein gutes Kind, denn es schlägt einem schon keinen Baseballschläger den Kopf“

Das fordern von Steuergeldern reich gemachte Professoren, deren üppige Pensionen den Steuerzahler in Zukunft EINE BILLION EURO kosten werden. Soviel zum Thema Parasiten und Schmarotzer – und soviel zur Motivation, andere Leistungsempfänger auszurotten – was man natürlich nicht mehr in den deutlichen Worten von früher äußert … möglicherweise weil immer noch US-Truppen im Land sind?

[…]

Ja – Sie haben richtig gelesen: Arbeitslose werden jetzt richtig ausgeschlachtet. Nehmen die einen Hundekotsammeljob oder das Rattenjagen nicht an, werden sie VIER JAHRE LANG sanktioniert. Schon die normale Arbeitslosigkeit führt zu Mangelernährung (siehe Zeit) und einer Epedemie an psychischen Krankheiten – eine logische Folge des von der Regierung gewünschten „Drucks“ (siehe Spiegel), beides Erkenntnisse aus dem Jahre 2013, die 2016 zu schärferen Sanktionen führen: „Vernichtung durch Arbeitslosigkeit“ ist an Stelle der „Vernichtung der Arbeit“ getreten – der Geist scheint der gleiche … oder?

Die Zahl der Toten unter Hartz IV steigt rasant an – doch das interessiert keinen (siehe Freitag):

„Die Schätzungen liegen bei mind. 1000 Hartz IV – Suizide pro Jahr und die Zahl ist ansteigend.

Jedes Jahr kommen etwa 5000 Hartz IV Obdachlose dazu! Und, das in einem der reichsten Länder der Welt.“

Hier weiterlesen:

Hartz IV: Vernichtung durch Arbeitslosigkeit

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Gruß Hubert

 

 

Dieter Hildebrandt über Politik in Deutschland   Leave a comment

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Klaus W.
Wenn der deutsche Michel wenigstens verstehen würde was man ihm da sagt und sagte, hätten wir jetzt nicht solche Zustände. RIP Dieter.

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Dieter Hildebrandt über Politik in Deutschland

 

 


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Dieter Hildebrandt – DSDGS, Renten-Uschi, Rentner-Rap

 

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Gruß Hubert

Die Integrations-Debatten-Verweigerer   Leave a comment

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Auch wenn die hässlichen Vorkommnisse von Köln schon eine Weile her sind, finde ich, dass der Beitrag eine gute Analyse der Sicht der verschiedenen politischen Richtungen ist, die teilweise zu abstrusen Schlüssen vor allem von rot-grüner Seite führten, um nicht wahr sein zu lassen, was nicht wahr sein darf. Die Realitätsferne ist kaum zu übertreffen.

Die sexuellen Übergriffe in Köln seien “inszeniert”. Oder wären “nicht schlimmer als das Oktoberfest”. In weiten Teilen der politischen Landschaft zeigen sich die Auswüchse ideologisierten und realitätsfernen Denkens.

köln flüchtlinge

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Die Dimensionen der Vorfälle in Köln und anderen deutschen und europäischen Großstädten erwiesen sich in den vergangenen Tagen als immer größer. Selbst die New York Times hat sich jetzt dem Thema angenommen. Das Versagen des Rechtsstaates, der Integrations- und der Flüchtlingspolitik lässt sich nicht länger vertuschen. Die Beispiellosigkeit der sexuellen Übergriffe machen eine Auseinandersetzung nunmehr unvermeidlich.

Doch an dieser Stelle soll es nicht um die Konsequenzen für die Flüchtlingsfrage oder die Integration gehen, sondern um eine Debattenkultur, die einen nüchternen und sachlichen Umgang mit genau dieser drängenden Thematik geradezu verhindert.

In den Sozialen Netzwerken und den Medien werden alle möglichen Details der Kölner Silvesternacht thematisiert, instrumentalisiert und auch relativiert. Der Diskurs ist teilweise völlig entartet. Bedenklich sind die wenig bis gar nicht differenzierten, nach dem Weltbild der jeweiligen Peergroup ausgerichteten Argumentationsmuster.

Dass zum Beispiel die Übergriffe in Köln und andernorts der ideale Nährboden für den Rechtsextremismus und rechtspopulistische Parteien sind, wird dieser Tage auf allen Kanälen digitaler Mitteilungsmöglichkeiten deutlich. So oder so würde man von dem Ungeist rechtsextremer Demonstrationen, den Angriffen auf den Straßen oder den aufgrund grassierender Hetze geschlossenen Foren der Zeitungen hören. Zwangsläufig. Sowohl von der Politik als auch von der rot-grünen Community wird geradezu übereifrig darauf hingewiesen. Geht es nach diesem Milieu, genauer dem linksalternativen Bürgertum, dann könnte man es dabei schon belassen.

Das ist nichts Neues. Lange, erst recht nach der Zunahme der Fremdenfeindlichkeit in den letzten Jahren, wollte kaum einer über die Integrationsprobleme sprechen. Probleme, von denen eigentlich jeder weiß, das es sie schon lange gibt. Wie etwa das in allen Städten zu beobachtende, aggressive Gruppenauftreten halbstarker Jungs mit nordafrikanischen, arabischen oder türkischen Migrationshintergrund – wenn auch bisher in kleineren Maßstäben.

Den linken Argumenten, basieren sie denn auf Fakten, kann man teilweise durchaus folgen. Die Menschen, die auf den 1. Januar 2016 für die sexuellen Nötigungen und Diebstähle verantwortlich waren, sind nicht repräsentativ für die Flüchtlinge als Ganzes. Selbst wenn es sich auf den Bahnhöfen ausschließlich um Flüchtlinge gehandelt haben sollte, gemessen an der Gesamtzahl von über eine Millionen in Deutschland Aufgenommenen hätte sich nur ein verschwindend geringer Prozentsatz strafbar gemacht. Auch wenn insgesamt rund zehn Prozent der Flüchtlinge straffällig werden, dürfte diese überdurchschnittlich hohe Zahl vor allem der Perspektivlosigkeit geschuldet sein.

Dennoch hat spätestens dieser 1. Januar – objektiv gesehen – gezeigt, dass wir vor Konfliktpotentialen bisher unbekannten Ausmaßes stehen. In der Negation, dass es sich hier ganz offenbar um Symptome einer von der Bundeskanzlerin initiierten Zuwanderungspolitik ohne Grenzen und Regeln handelt, wird jetzt von den Leugnern der Integrationsproblematik über das Ziel hinausgeschossen.

Der Umstand, dass es sich bei der über-tausendfachen Zusammenrottung und den im Schutz der Menge agierenden Tätern rund um den Kölner Hauptbahnhof mittlerweile nachweislich um Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum handelte, drängt zur Verteidigung des brüchig gewordenen ideologischen Fundaments. Da wird alleine die Thematisierung als Islamophob tabuisiert. Da mündet die reflexhafte Amnestie für alles Ausländische und speziell Muslimische gar in der Leugnung des Täterprofils oder in abstrusen Verschwörungstheorien: Zum Beispiel, dass die Behörden diese Ansammlungen absichtlich zugelassen hätten, um der Stimmungsmache gegen Flüchtlinge Vorschub zu leisten. Zeugen der Übergriffe werden als ausländerfeindliche Schauspieler „entlarvt“.

Diese im Netz kursierenden Mutmaßungen und Behauptungen stellen den wahren Sachverhalt regelrecht auf den Kopf: Dass nämlich die Behörden Informationen über die Täter aufgrund ihrer politischen Brisanz zurückzuhalten versuchten. Für viele unvorstellbar zudem, das sich nun auch die Hinweise verdichtet haben, dass es zu einem großen Teil doch um Flüchtlinge handelte. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Mit den Stigmatisierungen und dem in “die rechte Ecke stellen”, trägt der linksgrüne Generalkonsens maßgeblich zum Erfolg des Rechtspopulismus bei. Denn wer in “die rechte Ecke gestellt” wird, kann mitunter auch von rechts abgeholt werden. Dass man sich zwar die Bekämpfung von Faschismus und Patriarchalismus auf die Fahnen schreibt, diesen aber nicht im Islamismus zu erkennen imstande oder willens ist, zeugt im Übrigen von einem blinden Fleck im linken Denken.

Der Generalkonsens macht sich auch in einer seit Jahrzehnten existierenden Praxis der etablierten Parteien bemerkbar. Probleme der Ausländer- und Einwanderungspolitik wurden verschwiegen oder schöngeredet. Bislang “warnte” man krampfhaft davor, die Vorkommnisse mit den Flüchtlingen in Verbindung zu setzen. Auch die Kölner Bürgermeisterin ließ voreilig verkünden, es gebe keine Hinweise, dass es sich bei den Tätern um eben solche handelte. Was aber jetzt, da es diese Verbindung allen Anschein nach doch gibt?

Natürlich ist diese Frage heikel, und das nicht ohne Grund. Die erste Gewalt gegenüber sechs Pakistanern und einem Syrer als unmittelbare Reaktion auf Köln gab es bereits. Das Bild von Straßenschlachten zwischen „Bürgerwehren“ und Ausländern ‒ oder solchen, die dafür gehalten werden ‒ ist längst nicht mehr abwegig. Gerade das zeigt aber, was passiert, wenn eine dringende Auseinandersetzung über eine unkontrollierte Einwanderung mit all ihrer Integrationsproblematik verweigert wird.

Der Debatte einen Bärendienst erweisen auch die absurden Umdeutungsversuche des mit dem rot-grünen Spektrum eng verbandelten Gender-Feminismus. Eigentlich hätten dessen Galionsfiguren um Anne Wizorek und Anna-Mareike Krause ‒ angesichts der auch vom Tahrir-Platz in Kairo und als “Taharrush Gamea” bekannten massiven Formen sexueller Gewalt ‒ endlich wieder ernstzunehmenden Gesprächsstoff. Wenn sie sich denn – anstatt mit Frauenquote und Herrenwitzen ‒ einmal näher mit dem von Hamed Abdel-Samad beschriebenen Frauenbild des Islam beschäftigen würden.

Stattdessen relativieren sie: Das alles sei allen Ernstes kein Problem von spezifisch muslimischen Männern, sondern auf das männliche Rollenbild in Deutschland insgesamt zurückzuführen. Solche Formen der Rape Culture wären Teil eines schon immer existierenden Problems und auf jedem Oktoberfest zu beobachten. Dieses Narrativ reicht bis zu Renate Künast. In Windeseile wurde so eine argumentative Umgehungstrasse eingerichtet, die zur Sippenhaft des stereotypen „angry white man“ führt.

Allerdings ist es eher unwahrscheinlich, dass 95 Prozent aller deutschen Frauen von alltäglichen Erfahrungen mit sexueller Belästigung und Nötigung berichten könnten, wie es in Ägypten der Fall ist.

Alleine der nun überall rezitierte Vergleich mit dem Münchner Oktoberfest ist abenteuerlich. Die laut Spiegel mittlerweile über fünfhundert (Anmerkung. jetzt ja über tausend) in Köln eingegangen Anzeigen beziehen sich auf Täter aus einer Gruppe von rund tausend Männern.

Auf dem Oktoberfest gab es letztes Jahr zwanzig Anzeigen zu Sexualstraftaten auf 5,9 Millionen Besucher. Umso befremdlicher ist der Versuch, den Vorkommnissen eine verallgemeinerte Sexismus-Debatte a là Brüderle überzustülpen.

Oder anders aufgezogen: Wenn das Männer-Problem der westlichen Welt denn nur annähernd so gravierend wäre, wie der Vergleich nahelegen soll, dann muss es über Jahre ein Schweigekartell dezidiert „chauvinistischer“ Medien von der taz über den Freitag bis zur Emma gegeben haben. Dann wären Anzeigen solchen Ausmaßes in einer Nacht an einem Ort von männlichen Chefredakteuren bislang gezielt vertuscht worden. Womit man dann bei der potentiell nächsten Verschwörungstheorie angelangt wäre. Eine solche Agitation zeigt, das der aktuelle Feminismus nicht mehr Ernst zu nehmen ist.

Vielleicht sind die fragmentierten, kaum an Fakten interessierten Argumentationsmuster von rechts bis links aber auch Symptom einer Gesellschaft, der die Bindekräfte abhanden kommen. Das wohlgemerkt war schon lange vor der Flüchtlingskrise wahrzunehmen. Uns drohen Weimarer Verhältnisse, wenn dem Konfliktpotenzial kultureller und sozialer Gegensätze nicht präventiv begegnet wird.

Das aber erfordert die Aufgabe mindestens zweier Glaubenssätze. Der eine, dass allein der freie Markt über Erfolgs- und Wohlstandsversprechen integrative Wirkung entfalten könne, hat sich unter neoliberaler Rezeptur ins Gegenteil gekehrt. Der andere, dass es nur einer Willkommenskultur, nicht aber der Kontrolle und Regulierung bedürfe, ist spätestens mit Silvester gestorben. Wer mit Luftballons und grenzenloser Naivität an den Bahnhöfen der Republik offene Grenzen fordert, leugnet die elementare Rolle eines souveränen Rechtsstaates als Garant des gesellschaftlichen Friedens.

Um Missverständnissen vorzubeugen, sei nochmals darauf hingewiesen: Natürlich hat die Tatsache, dass uns ähnliche Verhältnisse wie in den französischen Banlieues drohen, nicht nur mit muslimischen Integrationsverweigeren zu tun. Sie ist ebenso Ausdruck einer sozialen Frage, der Gentrifizierung in den deutschen Innenstädten nebst einer abnehmenden sozialen Mobilität zwischen den gesellschaftlichen Schichten. Man geht davon aus, dass nur jeder zehnte Flüchtling eine ausreichende Qualifikation besitzt, um direkt in den Arbeitsmarkt integriert werden zu können. In Schweden zieht sich dieses Problem bis zu sieben Jahren. Zur Realität geworden sind zunehmende Vereinsamung, Verrohung und Perspektivlosigkeit, die längst nicht nur Migranten betrifft. Doch das alles sind keine Argumente für, sondern erst recht gegen eine Schweigemauer.

Abdel-Samad spricht von Auflösungserscheinungen in der arabischen Welt, die zu mehr Individualisierung führen würden. Weder der Staat noch die Familie könnten weiter die Versprechen gegenüber den eigenen Mitgliedern erfüllen. Man kann sich Fragen, inwieweit das auch zunehmend auf die Verhältnisse in der westlichen Welt zutreffend ist.

Artikelbild: Rasande Tyskar / flickr / CC BY-NC 2.0

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Die Integrations-Debatten-Verweigerer

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Siehe auch:

Sexuelle Übergriffe

Lügenzahl vom Oktoberfest

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Gruß Hubert