Archiv für 8. März 2016

Luchsschützin ist die Jagdkarte los   Leave a comment

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Meist sind es Leute der „feinen Gesellschaft“, Prominente, die der Jagd, oder auch Sport, Vergnügen, Leidenschaft, wie sie dieses feige und niederträchtige Tun oft nennen, frönen. Bei Menschen würde man es kaltblütigen Mord nennen – warum nicht auch bei Tieren? Für mich sind das nichts anderes als Lustmörder. Da man auf Menschen nicht schießen darf, „begnügt“ man sich notgedrungen mit Tieren. Das verstehe ich unter Abschaum, wenn ich Menschen da einordnen sollte. Einen Luchs abzuschießen, der streng geschützt ist, braucht schon sehr verwerfliche Menschen, die auch davor nicht Halt machen. Wie kann man so schöne und seltene Tiere wie einen Luchs abschießen? Aber wenn manche Jäger irgendein Wild sehen, dann kennen sie keine Hemmung mehr. Die Lust des Tötens ist größer. Im Gebüsch hätte sie einen Fuchs vermutet. Vermutet? Und was wenn es ein Mensch oder ein Kind gewesen wäre? Das kennen wir schon, was da schon alles verwechselt wurde… Im Wald lebt man als Spaziergänger oder Wanderer nicht ungefährlich wegen dieser Jäger.

Ihr Mann fuhr auch noch  betrunken mit seinem Geländewagen zu seiner Jagdhütte und mähte einen Stromverteiler der Energie AG um. Auch das passiert nicht so selten, dass Jäger betrunken bei der Jagd sind und so mit Geländewagen herumfahren.

Ich hoffe die Berufung geht für das Ehepaar negativ aus.

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Luchsschützin ist die Jagdkarte los

MOLLN, LINZ. Magistrat Linz entzog Ingrid W. Jagdkarte, jetzt entscheidet Landesverwaltungsgericht.

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Luchsschützin ist die Jagdkarte los

Abschuss eines Luchses wurde mit Entzug der Jagdberechtigung bestraft. Bild: Weihbold

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„Solche Leute haben mit einer Jagdwaffe mit Wald nichts verloren“, sagt der Direktor des Nationalparkes Kalkalpen, Erich Mayrhofer. Die Bezirksbehörde des Linzer Magistrats hat das ähnlich gesehen. Der Linzerin Ingrid W. als auch deren Gatten Harald W. wurde ein Bescheid zugestellt, dass die Jagdkarte entzogen wird und das Waidhandwerk nicht mehr ausgeübt werden darf.

 

Die Frau hatte behauptet, irrtümlich im Jagdrevier ihres Mannes in Kleinreifling einen Luchs abgeschossen zu haben, weil sie im Gebüsch einen Fuchs vermutet hätte. Gemeinsam mit ihrem Ehemann fuhr sie aber geradewegs mit dem Kadaver des getöteten Kuders zu einem Tierpräparator, um die Trophäe ausstopfen zu lassen. Mit dem illegalen Abschuss des Luchses steht das Wiederansiedelungsprojekt der Raubkatzen mit den Pinselohren an der Kippe, der Nationalpark muss das gewilderte Tier nun wieder aufwändig nachbesetzen. Ingrid W. wurde für ihren angeblichen „Fehlschuss“ am Landesgericht Steyr zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt, erst vor kurzem hat auch das Linzer Oberlandesgericht den Richterspruch in seinen wesentlichen Teilen bestätigt.

Von der Bezirksverwaltung des Linzer Magistrates hat es geheißen, man warte den Strafprozess ab. Unterdessen hat nicht nur Ingrid W. einen Bescheid zum Entzug der Jagdkarte zugestellt bekommen, sondern auch ihr Ehemann Harald W. Dieser ließ Zweifel an seiner Zuverlässigkeit aufkommen, als er betrunken mit seinem Geländewagen fuhr und auf dem Weg zu seiner Jagdhütte einen Stromverteiler der Energie AG niedergemäht hatte. Der Leiter der Linzer Bezirksverwaltung, Rudolf Huber, verwies auf Anfrage der OÖNachrichten auf seine Amtsverschwiegenheit. Aus selbigem Grund erteilte auch das Landesverwaltungsgericht keine Auskunft. Die OÖNachrichten konnten allerdings in Erfahrung bringen, dass das Verfahren nun beim Landesverwaltungsgerichtshof liegt, demnach das Ehepaar W. Berufung eingelegt hat.

 

Luchsschützin ist die Jagdkarte los

 

Gruß Hubert

 

Morddrohungen gegen afrodeutschen Pfarrer – „Nach der Vorabendmesse bist du fällig“   Leave a comment

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Vorausschicken möchte ich, dass ich kein religiöser Mensch bin. Aber was man gegen den gebürtigen kongolesischen Pfarrer in der oberbayerischen Gemeinde Zorneding betrieben hat, geht einfach nicht.
Nach rassistischen Attacken und Morddrohungen warf der Zornedinger Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende das Handtuch und gab seinen Rücktritt bekannt.
Die Behörden ermitteln wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung.

Morddrohungen gegen afrodeutschen Pfarrer Horst Seehofer: „Völlig inakzeptabel“

Der Rücktritt des Zornedinger Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende schlägt hohe Wellen. Der gebürtige Kongolese sah sich in seiner Gemeinde massiven Beleidigungen und Drohungen ausgesetzt und trat am Sonntag zurück. CSU-Chef Seehofer bezeichnete die Anfeindungen gegen den Geistlichen im Gespräch mit dem BR als „völlig inakzeptabel“.

Stand: 08.03.2016

Er fühle sich jetzt erleichtert, sagte der Pfarrer am Montagmorgen und bitte um Verständnis für seinen Abschied am Ende des Monats. Vorgestern hatte Olivier Ndjimbi-Tshiende die Gemeinde im Gottesdienst über seinen Weggang aus der Pfarrei unterrichtet. Ausschlaggebend seien „die Erfahrungen der letzten Zeit.“ Die Situation sei sehr belastend für ihn gewesen. Näheres führte er nicht aus.

Ab sofort ein Pfarrer ohne Pfarrei: Olivier Ndjimbi-Tshiende

Es ist das Ende einer Eskalation – ein Musterbeispiel dafür, was Worte anrichten können. Im Oktober 2015 hatte die Zornedinger CSU-Politikerin Sylvia Boher im Parteiblatt „Zorneding Report“ gegen eine „Invasion“ afrikanischer „Militärdienstflüchtlinge“ gehetzt. Der Pfarrer – ein gebürtiger Kongolese – widersprach ihren Thesen, worauf Bohers Parteifreund Johann Haindl ihn als „Neger“ titulierte (siehe Kasten unten). In den folgenden Monaten erhielt Ndjimbi-Tshiende Schmähbriefe und massive Drohungen, bis er jetzt einen Schlussstrich zog.

Online-Petition für Pfarrer gestartet

Das Erzbistum München und Freising nahm das Abschiedsgesuch des Pfarrers mit großem Bedauern an, sagte Bistumssprecher Bernhard Kellner. „Wir bedauern das sehr und stehen an seiner Seite.“

Die Kirchengemeindemitglieder reagieren zum Teil schockiert. Der evangelische Pfarrer Manfred Groß berichtet, sein katholischer Kollege habe ihm mehrmals erzählt, dass er auch in seiner Zeit vor Zorneding immer wieder wegen seiner Hautfarbe beleidigt worden sei. Groß will im Kirchenvorstand und im Gespräch mit der politischen Gemeinde darauf dringen, ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Nun wurde eine Online-Petition gestartet, damit der Pfarrer bleibt.

„Wenn wir den Weggang des Pfarrers nun stillschweigend akzeptieren, überlassen wir kriminellen Nationalsozialisten das Feld. Wir signalisieren, dass es in Deutschland wieder so weit ist, dass eine Gruppe, die Angst verbreitet, nicht mit Gegenwehr zu rechnen hat.“

Julia Peters-Klopp

Deshalb möchte die Initiatorin der Petition, Julia Peters-Klopp, dass „unser Pfarrer bleibt – und dass die Bevölkerung aufbegehrt gegen diese Art der Machtergreifung“.

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Die „Grundstimmung am Ort“: tief gespalten

Auch Zornedings erster Bürgermeister Piet Mayr bedauert den Abschied des Pfarrers; die Vorgänge gäben „nicht die Grundstimmung am Ort wieder“. Hinter den Drohungen vermutet er „Psychopathen“. Doch die Gemeinde ist gespalten. 2014 sorgte die Unterbringung von 35 minderjährigen Flüchtlingen für Auseinandersetzungen; eine Schule, die ein Hilfsprojekt erarbeitete, wurde mit fremdenfeindlichen Mails bombardiert. Im November 2015 erteilte Mayr auf einer Versammlung Flüchtlingshelfern unter Verweis auf die Gemeindeordnung Redeverbot, wofür er lauten Beifall erhielt.

Die CSU-Spitze hatte sich heute Vormittag beharrlich zu dem Rücktritt des Pfarrers ausgeschwiegen, Generalsekretär Andreas Scheuer hatte sogar die Bitte des BR um eine Stellungnahme abgelehnt und dafür viel Kritik eingesteckt. Umso deutlicher äußerte sich Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause. Der Pfarrer sei „Opfer eines fremdenfeindlichen Mobs, der sich auch durch die nur halbherzig zurückgenommenen rassistischen Äußerungen der örtlichen CSU-Funktionäre befeuert fühlen durfte.“

Seehofer veruteilt Geschehen als „völlig inakzeptabel“

Gestern Nachmittag erklärte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer gegenüber dem BR:

„Das ist völlig inakzeptabel und ich verurteile das total. Die bayerische Polizei und Justiz muss alles daran setzen, das aufzuarbeiten. Null Toleranz ist da bei uns in Bayern der Maßstab.“

Horst Seehofer

Einen Zusammenhang mit der Rolle der CSU vor Ort wollte Seehofer allerdings nicht erkennen. „Das wurde damals von den Verantwortlichen schon aufgearbeitet.“

Scheuer und Aigner fordern harte Strafen

Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat reagiert: Er sagte, dass seine Partei die Drohungen „aufs Schärfste“ verurteile, die nun „mit aller Härte des Gesetzes aufgeklärt“ werden müssten.

Auch die CSU-Bezirksvorsitzende, Staatsministerin Ilse Aigner, und der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Huber verurteilten mittlerweile die Umstände, die zum Rücktritt von Ndjimbi-Tshiende führten.

„Wir bedauern den Rücktritt von Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende zutiefst und verurteilen die Umstände, die dazu geführt haben, auf das Schärfste! Diejenigen, die solche Drohungen aussprechen, müssen mit aller Härte des Gesetzes verfolgt und bestraft werden. Ausländerfeindlichkeit und jede Form von Rassismus dürfen nicht toleriert werden.“

Ilse Aigner und Thomas Huber in einem schriftlichen Statement

Aigner: CSU trifft keine Schuld

Wie Parteichef Horst Seehofer stritt aber auch sie jede Verbindung zur Rolle der CSU ab:

„Wir verwahren uns aber auch gegen Unterstellungen, dass die CSU mit den Drohungen gegen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende in irgendeiner Verbindung steht. Einen solchen Zusammenhang herzustellen, ist böswillig.“

Ilse Aigner und Thomas Huber in einem schriftlichen Statement

Ende eines Gastspiels

Zur Begrüßung noch freundlich: Der „Zorneding Report“ vom Dezember 2012

Wohin der Zornedinger Pfarrer jetzt wechselt, ist noch nicht bekannt. Ndjimbi-Tshiende bittet um Verständnis dafür, dass er keine weiteren Interviews geben und sich nicht mehr zu den Vorgängen äußern wolle.

Der 66-Jährige, der 1979 die Priesterweihe empfangen hat, ist habilitierter Philosoph. Seit 2009 gehört er dem Münchner Diözesanklerus an, seit 2012 ist er Pfarrer in Zorneding. Bei seiner Einführung hatte das CSU-Blatt „Zorneding Report“ noch über „das Glück“ geschrieben, „als Pfarrer an einen Ort gekommen zu sein, wo viele Gläubige noch Heimat empfinden und gestalten“. Ndjimbi-Tshiende selbst hatte seine „Vision für die Gemeinde“ in einem Vorstellungstext so formuliert:

„Die schwierigste Aufgabe des Menschen als solchem scheint wohl dies zu sein: Verstehen und verstanden werden (…) Wo Menschen sind, entstehen auch Probleme, diese sind mit der Vernunft zu lösen, Emotionen lassen eher die Lage explodieren.“

Olivier Ndjimbi-Tshiende 2012

„Nach der Vorabendmesse bist du fällig“

Die Äußerungen der CSU-Lokalpolitiker scheinen das Klima in Zorneding massiv verschlechtert zu haben. Noch im Oktober hatte Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt, er habe bisher in Zorneding keine Ausgrenzung erfahren. Danach erhielt er immer mehr Schmähpost, darunter auch massive Drohungen mit Formulierungen wie „Ab mit dir nach Auschwitz“ und „Nach der Vorabendmesse bist du fällig“. In drei Fällen hat der Pfarrer Anzeige erstattet. Die Behörden ermitteln wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung.

„Eine Schande“ – Reaktionen @BR24 (Forum und Facebook)

Hans Grassl

Leider ist das nicht das erste Mal, dass in Zorneding ein Pfarrer gehen musste, weil er einigen Ortshonoratioren nicht passte. Wir haben vor 27 Jahren Zorneding verlassen, weil wir das erlebt haben. Der Ungeist hat anscheinend in Zorneding einen festen Stand.

Hans-Joachim Waldheim

Für alle ach so christlichen Bayern: Der erste Mensch, und somit Adam, war ein Schwarzer.

Morddrohungen gegen afrodeutschen Pfarrer – „Nach der Vorabendmesse bist du fällig“

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Siehe auch:
http://www.welt.de/vermischtes/article153030131/Die-grosse-Erschuetterung-von-Zorneding.html

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„Kritik der schwarzen Vernunft“ Der kamerunische Historiker Achille Mbembe

Achille Mbembe kennt die afrikanische und die europäische Perspektive. Sein preisgekröntes Buch untersucht historische und gegenwärtige Zusammenhänge von Rassismus und Kapitalismus und die Vorgeschichte der Globalisierung.

Schon der Titel macht deutlich, das Achille Mbembe das europäische Denken mit seinen eigenen Mitteln kritisieren will. Und er verweist gleich auf einen der ganz großen Texte der Philosophiegeschichte: Die „Kritik der reinen Vernunft“ von Immanuel Kant. Der Aufklärer fragt darin nach den „Bedingungen der Möglichkeit“ von Erkenntnis. Und ein analoges Unterfangen, historisch und politisch gewendet sozusagen, hat Achille Mbembe angegangen: Was waren und sind die Bedingungen für den beispiellosen Siegeszug des Kapitalismus?

Das Konzept des „Negers“

Eine wichtige Voraussetzung für diesen Siegeszug sind nach Mbembe Asymmetrien von Macht und Reichtum. Und eines der Hauptthemen in Mbembes Buch ist der Zusammenhang von Kapitalismus und Rassismus: Rassistische Konzepte vom „Neger“ wurden in der frühen Neuzeit wirksam, in der sich ein Markt bildete, der alles, eben auch den Menschen, zur Ware machte. Mbembe untersucht das Fortwirken dieses Narrativs der Ausgrenzung bis in die Gegenwart. Und seine These ist, dass der geistesgeschichtliche Hintergrund dieser Entwicklung historisch nicht gegen die europäische Idee der Aufklärung arbeitete, sondern Teil von ihr war.

Achille Mbembe über …

Neger

„Auf phänomenologischer Ebene bezeichnet der Ausdruck zunächst einmal keine bedeutungstragende Realität, sondern eine Lagerstätte oder eher noch eine Kruste aus Dummheiten und Phantasmen, die der Westen (und andere Teile der Welt) zusammenbraute und mit der er Menschen afrikanischer Abstammung überzog, noch bevor sie in das Netz des im 15. und 16. Jahrhundert aufkommenden Kapitalismus gerieten. Als ein lebendiges menschliches Wesen mit bizarren Formen, von den Strahlen des Himmelsfeuers geröstet, mit einer übermäßigen Ausgelassenheit ausgestattet, von Freude überwältigt und vom Verstand verlassen, ist der Neger vor allem anderen ein – gigantischer und phantastischer – Körper, ein Glied, Organe, eine Farbe, ein Geruch, Fleisch und Blut, eine unerhörte Ansammlung von Empfindungen.“

 

http://www.br.de/radio/bayern2/kultur/kulturjournal/achille-mbembe-kritik-der-schwarzen-vernunft-100.html

 

Gruß Hubert