Archiv für März 2016

Anders Behring Breivik beklagt sich über seine Haftbedingungen   Leave a comment

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Breivik hat 77 Menschen getötet und hat hunderten Menschen unendliches Leid zugefügt. Er fordert von dem Land, dessen Werte er verachtet, ein besseres Leben ein. Die Isolationshaft die Breibik beklagt soll ihn von Mitinsassen schützen. Das verstehe ich auch, da werden schon andere Kategorien von Häftlingen in Gefägnissen von Mitinsassen verfolgt… man kann sich dann erst vorstellen bei einem Massenmörder.
Im Gefängnis stehen ihm 3 Räume und ein kleiner Innenhof zur Verfügung. Er darf Zeitungen lesen, Fernseh schauen und hat eine Spielekonsole (was spielt er damit: Nazispiele?). Breivik will klagen, dass bei ihm Menschenrechte verletzt werden. Für die Hinterbliebenen der Opfer ist das nur schwer zu ertragen und empfinden das als Provokation. Auch ein Massenmörder hat ein Beschwerderecht
Breivik empfindet Haft als „Folter“. Und was sind die ausgelöschten Menschenleben und das Leid der Angehörigen für ihn? Die Haftbedingungen sind mehr als ausreichend und er kann froh sein in einem Land wie Norwegen verurteilt worden zu sein.
Ich kann nur staunen über so eine Unverschämtheit und Frechheit.
Unfassbar wohin Rassenwahn und Fremdenhass einen Mensch führen kann. Kaum sind ihm im Gerichtssaal die Handschellen abgenommen, erhebt er seine Hand zum Hitlergruß.

 

Warum sich Anders Breivik schlecht behandelt fühlt

Anders Breivik beklagt sich über Kopfschmerzen und die Untersuchung seiner Körperöffnungen. Dabei sind seine Haftbedingungen nicht so schlecht – es gibt sogar einen Pfefferkuchenhaus-Wettbewerb.

Von , Skien
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Verletzen die Haftbedingungen die Menschenrechte des verurteilten Rechtsextremen? Die Isolationshaft schade seiner psychischen Gesundheit, klagt Anders Breivik in einem Gerichtsverfahren. Quelle: Die Welt

http://www.welt.de/politik/ausland/article153333934/Warum-sich-Anders-Breivik-schlecht-behandelt-fuehlt.html

Breivik will Mitgefühl – von einem Land, das er verachtet

Schon die nüchterne Zusammenfassung seines Vorhabens verschlägt einem den Atem. Dieser Mensch, der absichtlich, planvoll und mit Freude vor allem Jugendliche auf Utøya erschossen hat, nur weil sie der von ihm verhassten Arbeiterpartei angehörten, beruft sich auf so grundlegende Fundamente wie die Menschenrechte? Der Mann, der sein Leben nicht auf die Reihe bekam und der mit seinen Mordtaten der freiheitlichen Gesellschaft ihre Verwundbarkeit vorführte, beschwert sich über einen Mangel an Zivilisation und Mitgefühl, die ihm Norwegen schulden würde? Breivik, so verrückt es klingt, fordert von dem Land, dessen Werte er verachtet, ein besseres Leben ein.

http://www.welt.de/politik/ausland/article153289501/Breivik-stellt-den-Rechtsstaat-auf-die-haerteste-Probe.html

 

Massenmörder Breivik klagt über kalten Kaffee

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Seine Situation sei vergleichbar mit der von Nelson Mandela, der in Südafrika auf der Insel Robben Island ebenfalls als „politischer Gefangener“ festgehalten worden sei.

[…]
Zu seiner Ideologie gibt er an, sich von einem „Antidschihadisten“ zu einem „friedvollen Nationalsozialisten“ gewandelt zu haben, der nunmehr auf Gewalt verzichte. „Ich bin Nationalsozialist, seit ich zwölf Jahre alt war“, so der Kläger. „Ich habe diese Botschaft in einer antidschihadistische Kleidung verpackt.“

Seine Taten seien eine politisch motivierte Aktion gewesen, und seine Behandlung nach dem 22. Juli empfinde er als „Rache“ für die Anschläge. Unter anderem führt er an, dass er „Fertiggerichte“ serviert bekäme, manchmal sogar das gleiche Gericht zwei Tage hintereinander. „Alle, die in Oslo-West wohnen, wissen, dass dieser Umstand schlimmer als Waterboarding ist“, meinte Breivik.

http://www.welt.de/politik/ausland/article153359873/Massenmoerder-Breivik-klagt-ueber-kalten-Kaffee.html

 

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„Wir mussten dafür sorgen, dass Breivik überlebt“

In der Abteilung G für besonders gefährliche Gefangene säßen mehrere Häftlinge ein, die viel isolierter seien als Breivik und nur eine Zelle zur Verfügung hätten, erklärt der Anstaltsleiter weiter. Breivik stünden immerhin drei Räume zur Verfügung. „Es gibt Gefangene, die tatsächlich Schäden durch die Haft erleiden, und das ist nicht hinnehmbar“, so Bjarkeid. Breivik gehöre aber nicht dazu. „Wir kümmern uns hier um den Falschen“, so der Direktor. In der Abteilung G sitzen laut Bjarkeid 30 bis 40 Häftlinge ein, die zu den gefährlichsten und unberechenbarsten Kriminellen des Landes gehören.

„Arbeit war unter seiner Würde“

Eine angebliche Isolation könne er auch nicht erkennen, da Breivik von sich aus Besuch absage. „Er wollte den Besuchsdienst des Roten Kreuzes nicht empfangen, weil er meinte, die Organisation stehe mit der norwegischen Regierung in Verbindung“, sagte Bjarkeid. „Wir haben ihm auch die Möglichkeit gegeben, im Gefängnis zu arbeiten, aber das war unter seiner Würde.“

http://www.welt.de/politik/ausland/article153414382/Wir-mussten-dafuer-sorgen-dass-Breivik-ueberlebt.html

 

Schön sieht er wirklich nicht aus. Der Hochsicherheitsknast von Skien, zwei Autostunden südlich von Oslo gelegen, umringt eine sieben Meter hohe Betonmauer. Überall starren Kameras auf die Außenwelt, Besucher kommen nur durch eine Sicherheitsschleuse in die graue Festung. Hier, in der „Abteilung mit besonders hoher Sicherheit“, wird Anders Behring Breivik eingesperrt. Er hat drei Zimmer mit insgesamt 31 Quadratmetern zur Verfügung, einen Heimtrainer und eine Playstation.

Das verstoße gegen seine Menschenrechte, meint Breivik – und verklagt den Staat Norwegen, der ihm diese Haftbedingungen angedeihen lässt. Am ersten Tag des Prozesses lieferten sich Kläger und Beklagte gleich einen ersten Schlagabtausch. Und es sieht so aus, als habe es Breivik sogar besser im Knast, als man dachte.

In der zum Gerichtssaal umfunktionierten Turnhalle des Gefängnisses sitzen 55 Journalisten, darunter 15 aus dem Ausland, dazu einige Psychiater und leitende Beamte aus dem Strafvollzug. Sieben bewaffnete Polizisten passen auf, dass der Kläger nichts Unüberlegtes tut. Das Verfahren wird per Videoübertragung nach Oslo ins Gericht gesendet, wo ebenfalls Journalisten und einige Hinterbliebene von Opfern von Breiviks Bluttaten zusehen. Breivik hat 2011 77 Menschen bei einem Bombenanschlag in Oslo und bei einem Amoklauf auf der Insel Utøya getötet.

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Anders Behring Breivik beim Hitlergruß, der in Norwegen nicht illegal ist

Breivik beginnt den Tag mit einem Hitlergruß. Nachdem ihm die Polizisten die Handschellen abgenommen haben, reckt er den rechten Arm sekundenlang hoch, die Kameras klicken erwartungsgemäß, die ersten Bilder landen wenige Minuten später auf den Nachrichtenseiten. Niemand greift ein, kein Raunen ist zu hören. Das ist ein ziviles Verfahren und das Hochrecken des Armes ist, anders als in Deutschland, in Norwegen nicht strafbar. Man erduldet es also.

Breiviks Gesicht ist kantiger geworden, die Augen sind tiefer in die Höhlen gerutscht. Er hat sich die Haare abrasiert und sieht trotz des schwarzen Anzuges tatsächlich wie ein klassischer Skinhead-Nazi aus.

Anwalt Øystein Storrvik stellt zu Beginn fest, dass das Verfahren sehr wichtig für Breivik sei, da es Auswirkungen für sein Leben im Gefängnis habe. Und da wird er lange sein: Der Massenmörder wurde 2012 zu mindestens 21 Jahren Sicherungsverwahrung verurteilt, die theoretisch bis zum Lebensende verlängert werden kann.

Den Massenmörder plagt ein Kopfschmerz

Viel kann Storrvik aber nicht mehr auf den Tisch legen. Er bezweifelt, dass sein Mandant immer noch so gefährlich sei, wie die Justizbehörden behaupteten. Durch die strenge Haft könne er ohnehin keine Straftaten verüben.

Breivik werde schlecht behandelt, behauptet der Anwalt. Mehr als 800 Ganzkörperuntersuchungen inklusive aller Körperöffnungen habe er über sich ergehen lassen müssen, so Storrvik. Das hätten auch weibliche Aufseherinnen übernehmen müssen, da nicht immer genug Männer auf seiner Station gewesen seien.

Außerdem sei er isoliert und habe eine Art „Isolationskopfschmerz“ entwickelt, so Storrvik. Dieser sei mit normalen Schmerzmitteln nicht zu bekämpfen. Besucher trennt eine Glasscheibe von Breivik, nur einmal durfte er für fünf Minuten seine Mutter umarmen, die damals kurz vor dem Tode stand.

Nach dem zweistündigen Vortrag, in dem Storrvik vor allem die Rechtslage erörterte und auf die Europäische Menschenrechtskonvention (EMK) einging, die er verletzt sieht, ergreift Marcus Embeland das Wort. Zusammen mit seiner Kollegin Adele Matheson Mestad vertritt er das Königreich Norwegen – und die beiden haben eine Fülle von Dokumenten, Vermerken und Notizen zusammengetragen, in denen Breiviks Leben im Knast lückenlos dokumentiert wird.

Genüsslich nimmt Embeland die Kritik, der Rechtsstaat lasse sich vorführen, in seinem Vortrag auf. „Der Kläger nimmt das Zivilklagerecht gegen den Staat in Anspruch. Ich begrüße es, dass er die Mittel des Rechtsstaat nutzt, um seine Sache prüfen zu lassen“, so Embeland. „Das sehe ich als einen Sieg der Gesellschaft an, die der Kläger angegriffen hat.“

Der Prozessbevollmächtigte legt wenig überraschend dar, dass der Staat keine Verletzung des Artikels 3 oder 8 der EMK erkennen kann. „Zuerst einmal ist eine Freiheitsstrafe nicht in sich selbst unmenschlich.“ Das habe der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte auch klargestellt. „Eine Strafe soll wehtun“, so der Anwalt. „Es ist ungemütlich und es soll sehr ungemütlich sein, eine lange Haftstrafe abzusitzen“, so Embeland.

Breivik beim Pfefferkuchenhaus-Wettbewerb

Nicht nur Breiviks Taten würden seine Gefährlichkeit belegen, auch sein Manuskript sei eine Handlungsanweisung für Nachahmungstäter. Es gebe ein hohes Fluchtrisiko; auch sei vorstellbar, dass der Kläger im Gefängnis Geiseln nehmen würde. „Breivik ist einfach ein sehr gefährlicher Mann. Das ist der Hintergrund für sein strenges Haftregime.“

Breivik erhielt auch konkrete Angebote, um sich die Zeit zu vertreiben. Er hätte Schach spielen können oder Uni-Hockey, aber das lehnte er per Brief ab: Er sei „überhaupt nicht interessiert an diesen Aktivitäten“, liest Embeland aus Breiviks Schreiben vor. Am liebsten hätte er eine Spielekonsole, und die bekam er auch. Besuchsangebote vom Roten Kreuz lehnte er ab.

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Die höfliche Bitte, den Hitlergruß zu unterlassen

Die Anwältin sagt, dass Breivik immer noch hohes Ansehen im rechtsextremen Milieu genieße. Durch das Bilden von Netzwerken könne er durchaus auch aus der Zelle heraus gefährlich wirken. Breivik erhält Briefe, in denen Anhänger ihn loben: „Die Explosion im Regierungsviertel war super“, schrieb einer. „Wärest du doch noch früher nach Utøya gekommen“, heißt es in einem anderen Brief. Deutsche Rechtsextremisten feiern ihn in russischen sozialen Medien, wie die norwegische Polizei herausgefunden hat. Wie groß die Zahl der Unterstützer wirklich ist, weiß aber niemand zu sagen.

Breivik selbst wird sich am Mittwoch drei Stunden lang äußern dürfen. Sein Anwalt hat ihm geraten, dass mit dem Hitlergruß sein zu lassen. „Das macht man nicht vor einem norwegischen Gericht“, sagt er. Auch Richterin Helen Sekulic bittet ihn am Ende der Verhandlung, es zu lassen. „Warum?“, fragt Breivik. „Das ist doch ein alter Gruß, den Ihre Vorväter schon ausgeübt haben.“

„Ich würde es trotzdem zu schätzen wissen, wenn Sie das lassen würden.“

„Einverstanden, ich werde es versuchen“, sagt Breivik.

 

Anders Behring Breivik beklagt sich über seine Haftbedingungen

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Gruß Hubert

 

 

Ostern – Auferstehung – Tod für „Osterlämmer“   Leave a comment

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An den EKD-Präsident Herr Präsident Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Herrn Dr. Goldenstein

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Bedford-Strohm,
sehr geehrter Herr Dr. Goldenstein,

uns graut es heute schon vor Ostern! Warum fragen Sie? Weil in diesen Tagen schon das Markieren der sogenannten Osterlämmer beginnt. Wenige Wochen nach ihrer Geburt sollen diese Tierchen ihrer Mutter entrissen werden, um einem anachronistischen Osterbrauch nach zu einem fragwürdigen Gaumenkitzel degradiert zu werden.

Massenhafte Tötungen für ein christliches Fest der Liebe und des Lebens? Das verträgt sich in unseren Augen überhaupt nicht! Sollte es nicht vielmehr möglich sein, in einem Land, in dem Fleisch ohnehin zur billigen Massenware verkommen ist und deshalb zu Lasten von Tierwohl und Umwelt täglich auf den meisten Tischen zu finden ist, gerade an solchen Feiertagen mal darauf zu verzichten?

Leider ist diesbezüglich seitens der Kirche aber nur wenig hinsichtlich dieser Problematik zu vernehmen. Nach unserer Auffassung würde es aber zu den originären Aufgaben der Kirche gehören, die Stimme auch für unsere Mitgeschöpfe zu erheben. Rund 10 Mio Mitbürger sind deshalb zu Vegetariern geworden und lehnen es ab, leidens- und empfindungsfähige Lebewesen zu konsumieren.

Bitte tragen Sie den Gefühlen dieser immer größer werdenden Bevölkerungsgruppe Rechnung und rufen zur Abkehr vom „traditionellen“ Lammbraten zu Ostern auf. Lämmer gehören auf die Weide! Sie sind das Sinnbild der Lebensfreude – erhalten Sie das bitte soweit wie möglich. Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen aus dem Wendland

Karl-Heinz Greve, 29459 Clenze-Quartzau

Frances Süsses Cats und weitere Unterzeichner/innen

Petition

https://www.change.org/p/jetzt-die-osterl%C3%A4mmer-retten-ostern?recruiter=38844791&utm_campaign=signature_receipt_twitter_dialog&utm_medium=twitter&utm_source=share_petition

 

Bemerkung:

Man kann es nicht mal erwarten bis das Schaf älter ist. Nein, man will in egoistischer Weise ein ganz junges Tier, da ist das Fleisch ja besonders zart. Ein Christ sagte zu mir einmal, dazu sind sie ja da (zum fressen). Da sage ich dann lieber kein Wort mehr und wende mich von solchen Menschen ab.

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Da es heute bei den meisten Jüngeren viel Unwissen über Christentum und christliche Bräuche gibt, möchte ich hier einige Erklärungen dazu geben, warum so viele Christen gedankenlos Lamm zu Ostern essen und warum das ein christlicher Brauch ist.

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An Ostern wird in Deutschland traditionell Lamm gegessen. Aber warum?

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Vorausschicke ich, dass die Seite KEINE Vegetarier-Seite ist, wie man aus dem Link unten erkennen kann (wildfleisch-online-bestellen).

Es ist wohl sehr wahrscheinlich eine Jäger- oder von diesen gesponserte Seite. Aber die Erklärungen wurden ja aus einem Heiligenlexikon entnommen und sind gut.

Das ökumenische Heiligenlexikon erklärt, warum Christen seit jeher Lamm an Ostern verspeisen: “Das Lamm – oder eine junge Ziege – ist Symbol der Wehrlosigkeit gegen wilde Tiere, den Scherer und den Schlächter, es ist das klassische Opfertier im Alten Testament. Auch Jesus Christus wird als Lamm bezeichnet: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt (Johannesevangelium 1, 29). Im christlichen Altertum legte man Lammfleisch unter den Altar. Es wurde geweiht und am Auferstehungstag als erste Speise verzehrt. ” (Zitat). Damit sollten sich die Gläubigen zum Fest der Auferstehung an die Leiden Jesu – das Lamm Gottes – erinnern. “Jesus gilt als vollkommenes und endgültiges Opfer Gottes für die Sünde des Menschen.” (Zitat)

“Das Osterlamm steht somit im christlichen Glauben für Reinheit und Unschuld und erinnert unter anderem an den Tod Jesu Christi, der als Lamm Gottes ohne Schuld für die Menschen am Kreuz gestorben ist. Außerdem steht das Jungtier für neues Leben und ist damit gleichzeitig ein Symbol für die Wiederauferstehung Christi, der an Ostern gedacht wird. Schließlich handelte es sich im frühen Christentum auch um ein Opfertier, dass man zur Messe an Ostern weihen ließ, um es anschließend als erste Mahlzeit nach der langen Fastenzeit zu verspeisen.” (Zitat) So erklärt sich, warum die Tradition an Ostern Lamm zu essen, so sehr in unserer Kultur verankert ist.

http://www.wildfleisch-online-bestellen.de/wir-lieben-wildfleisch/ostern-lamm-essen/

Hier noch zum guten Appetit (Bild ganz unten auf der obigen Seite)

Wir wünschen viel Freude mit dem Lamm– und Ziegenfleisch von http://www.wildfleisch-online-bestellen.de und wünschen Ihnen schöne Ostern. (Man sieht hier eindeutig, dass es von einer Jägerseite stammen muss).
Das Foto stammt von der Seite:
http://www.schulbilder.org/bild-ostern-jesus-mit-dem-lamm-i25550.html

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Focus:

Osterlamm: Das Sinnbild für den Opfertod Jesu entstand aus dem Ritual der Juden, zum Passahfest in Gedenken an Gott ein Lamm zu schlachten. Im Christentum wurde das Osterlamm symbolisch zum „Lamm Gottes“. Johannes der Täufer weist auf Jesus mit den Worten: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt“. Lammfleisch gilt deshalb als traditionelle Osterspeise.

http://www.focus.de/panorama/welt/brauchtum-traditionen-zu-ostern-lamm-hase-feuer-und-ei_aid_732577.html

 

Aus dem Heiligenlexikon:

Das Lamm – oder eine junge Ziege – ist Symbol der Wehrlosigkeit gegen wilde Tiere, den Scherer und den Schlächter, es ist das klassische Opfertier im Altes Testament. Auch Jesus Christus wird als Lamm bezeichnet: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt (Johannesevangelium 1, 29). Im christlichen Altertum legte man Lammfleisch unter den Altar. Es wurde geweiht und am Auferstehungstag als erste Speise verzehrt.

Im 12. Jahrhundert wurden erstmals nachweislich Eier geweiht. Eier gelten seit jeher als Fruchtbarkeitssymbol; im Mittelalter waren sie als Zahlungsmittel bedeutend. Sie wurden zum Symbol der Auferstehung Christi, weil seine Auferstehung aus dem Grab dem Schlüpfen der Küken aus der Schale verglichen wurde.

Neben Eiern wurden bald auch Schinken, Milchprodukte und Brot zur Weihe gebracht. Man wollte die lange Fastenzeit mit dem Verzehr der geweihten Speisen würdig beenden.

(Anmerkung: Das nennen sie würdig beenden).

https://www.heiligenlexikon.de/Kalender/Ostern.html

(Das erinnert ja auch an den muslimischen Ramadan, die schlemmen ja auch nach ihrer Fastenzeit).

Es gibt also außer dem Osterlamm auch noch Schinken von der sogenannten Weihe (wird am Ostersamstag oder am Ostersonntag nach der Messe vom Priester „geweiht“). Christen können ja nie genug vom Fleisch bekommen, besonders an hohen Feiertagen, wie auch zu Weihnachten.

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Gruß Hubert

 

 

Zu Treffen mit seinem Retter schwimmt Pinguin jährlich 5000 Kilometer   Leave a comment

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Man sieht wie wenig wir Menschen wissen, was in Tieren vorgeht, wenn man liest, dass ein Magellan-Pinguin 5.000 Kilometer jährlich zu seinem Retter schwimmt. Aber vor allem Christen in ihrem Glauben, dass der Mensch das Wichtigste auf der Welt sei, sich selbst gar in unvergleichlicher Hybris für die Krone der Schöpfung halten, können und wollen sich auch nicht in ein Tier hineinversetzen. Es fehlt ihnen jede Empathie dazu. Höchst egoistisch haben sie nur ihr eigenes Heil im Kopf, weil sie glauben, sie könnten dann ewig leben. Jedenfalls ist noch wenig erforscht welche Gefühle Tiere haben. Zu so einer Freundschaft sind wohl sehr wenige Menschen fähig.
Hier aber zu der erfreulichen Geschichte. Tiere sind wirklich oft eine Wohltat und Balsam für die Seele, wenn man sich das Verhalten so einiger Menschen ansieht. Man kann sich da regelrecht wieder erholen. Tiere beschämen uns Menschen immer wieder. Man muss nur diesem Mann und dem Pinguin zuschauen – wenn man Augen dafür hat. Manche Menschen haben ja nur ausschließlich ihr eigenes Wohl im Sinn, alles andere interessiert sie nicht.

 

Ein Pinguin aus Patagonien (Südamerika) ist im Laufe von vier Jahren etwa 5.000 Kilometer jährlich geschwommen, um eine Zeitlang mit seinem Retter Joao Pereira de Souza zu verbringen, wie die Zeitung The Independent berichtet.

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Loyal penguin travels thousands of miles to meet his rescuer

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2011 hatte der Mann dem in Rio de Janeiro ans Ufer geworfenen, mit Öl bedeckten und bereits im Sterben liegenden Pinguin geholfen. Er nannte den Vogel Dindim. „Ich liebe Pinguine, wie eigene Kinder, und glaube, dass sie mich auch mögen. Dindim erlaubt keinem anderen Menschen, außer mir, sich anzufassen. Er legt sich auf meine Knie, ich kann ihn baden, füttern und auf den Arm nehmen“, zitiert die Zeitung Pereira de Souza.

Dem Mann zufolge bleibt der Magellan-Pinguin von Juni bis Februar bei ihm, bis er sein Gefieder erneuert hat. Dann würde er verschwinden, jedes Jahr aber zurückkehren.

„Ich habe noch nie so etwas gesehen. Ich glaube, der Vogel hält Pereira für ein Mitglied seiner Familie, und vielleicht gar für einen Pinguin, wie er selbst. Wenn er Joao sieht, wedelt er mit dem Schwanz wie ein Hund und schreit vor Freude“, so der Biologe Joao Paulo Krajewski.

Magellan-Pinguine werden bis zu 25 Jahre alt. Sie kommen im Süden Südamerikas vor. Ihren wissenschaftlichen Namen erhielt die Art wegen ihrer Häufigkeit an den Küsten der „Terra Magellanica“, die etwa dem Gebiet von Patagonien entspricht. Einzelne Vögel kommen auch in Rio de Janeiro und in Südperu vor.

Zu Treffen mit seinem Retter schwimmt Pinguin jährlich 5000 Kilometer

 

Patagonian Penguin Finds Second Home in Brazil


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Gruß Hubert

Josemaria Escriva und sein „Werk Gottes“   1 comment

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Es ist schon interessant und sagt über die katholische Kirche viel aus welche Gestalten sie selig oder später auch heilig sprechen, so wie bei diesem Josemaria Escriva (genauer: Josemaria Escriva de Balaguer) aus Spanien. Dieser gründete das Opus dei (Werk Gottes), welches alles daran setzt im Geheimen zu arbeiten und danach trachtet in wichtige Positionen einzudringen, zum Beispiel in die Wirtschaft. Die Selbstgeißelungen des Bußgürtelfetischisten Josemaria Escriva,  die er an sich ausübte und auch anderen Mitgliedern von Opus dei anordnete, neben der Unterwerfungssucht, zeigen auf eine stark deformierte Psyche hin. Da hätte ein Psychotherapeut wohl eine ewige Beschäftigung gefunden. Aber auch kranke Persönlichkeiten können großen „Erfolg“ haben.

Der Aussteiger Klaus Steigleder sagt über das Opus dei: Das Opus dei ist ein straff organisierter Geheimbund erzkonservativer Fanatiker, die weltweit Schlüsselpositionen in Staat und Gesellschaft besetzen. Oft wird das Opus dei auch die Katholische Mafia genannt.

 

„Gesegnet sei der Schmerz“

Josemaria Escriva und sein „Werk Gottes“

 

Josemaria Escriva de Balguer y Albas wurde am 9.1.1902 in Baebastro (Spanien) geboren. Er wuchs unter ärmlichen Verhältnissen und dem prägenden Einfluss einer streng gläubigen Mutter auf. Schon in frühen Jahren war der kleine Escriva überzeugt, von Gott zu einer besonderen Mission ausgewählt zu sein. 1920 trat er in das Königliche Priesterseminar San Carlos in Saragossa ein, wo seine Kommilitonen ihn u.a. wegen seiner ausgeprägten Leidenschaft für Selbstgeißelungen arg hänselten. Escriva ließ sich jedoch von seinem Weg nicht abbringen und wurde 1925 zum Priester geweiht. Drei Jahre später – um exakt zu sein: am 2. Oktober 1928 – geschah dann (zumindest der Legende nach) etwas Ungeheuerliches. Escriva saß gerade in seiner kleinen Kammer im Wohnheim des heiligen Vinzenz von Paul und dachte über die Worte des Bartimäus nach: „Herr, mach, dass ich sehe!“ (1) Da – so formulierte es zumindest ein halbes Jahrhundert später die Postulation für die Seligsprechung Escrivas – „gefiel es Gott, ihn zu erleuchten: er sah das Opus Dei, wie der Herr es wollte und wie es im Laufe der Jahrhunderte sein würde.“ (2)

Derart inspiriert begann Escriva „Apostel“ um sich zu scharen. In den ersten Jahren wuchs das Opus Dei allerdings nur spärlich, man lebte, predigte, geißelte sich meist in schäbigen Unterkünften, die Beichte musste Escriva mitunter sogar in der Küche abnehmen. Aber es kam noch schlimmer: Im spanischen Bürgerkrieg musste der junge Ordensgründer kurzerhand untertauchen. Er versteckte sich in einer psychiatrischen Klinik und spielte dort fünf Monate lang den Geisteskranken (der er in gewisser Hinsicht sicherlich auch war.)

Erst unter der Diktatur Francos konnte Escriva sein Imperium aufbauen. Dank geschickter Verhandlungen mit der Römischen Kurie gelang es Escriva, dem Opus Dei einen neuen Rechtsstatus zu verschaffen. Das nun unter dem Begriff „Säkularinstitut“ firmierende „Werk Gottes“ unterstand direkt dem Papst, war also der Kontrolle der örtlichen Bischöfe entzogen. Escriva versprach Pius XII. im Gegenzug „ein Corps kalter Krieger bereitzustellen, die in zentralen wirtschaftlichen Bereichen und Ministerien in der gesamten freien Welt diskret den Einfluss der katholischen Kirche machen könnten.“ (3)

Aufgrund seiner radikal antiliberalen und antikommunstischen Ausrichtung fand Escrivas Orden in den folgenden Jahren einflussreiche Bündnisgenossen (u.a. die CIA). Die finanziellen Ressourcen wurden unterdessen immer üppiger. Escriva konnte Niederlassungen in mehr als achtzig Ländern der Welt gründen. Als der „ehrwürdige Vater“, wie Escriva in Opus Dei-Kreisen genannt wurde, 1975 in Rom starb, hinterließ er eine kampfstarke Eliteorganisation, die Führungspositionen innerhalb wie außerhalb der katholischen Kirche innehatte. Unter Papst Johannes Paul II gelang es dem Nachfolger Escrivas, Alvaro del Portillo, den Einfluß des Opus Dei noch weiter auszubauen. Heute kann kaum eine kirchliche Entscheidung getroffen werden, ohne dass das Opus Dei in die Planungen mit einbezogen wird.

Escrivas Hauptwerk „Der Weg“: Die ideologische Grundlage des Opus Dei

Wenden wir uns nun den vermeintlich „göttlich inspirierten“ Worten Escrivas zu, für dessen schnelle Seligsprechung 1992 sich immerhin 69 Kardinäle und nahezu 1300 Bischöfe (mehr als ein Drittel des Weltepiskopates!) in Briefen an den Papst ausdrücklich eingesetzt haben.

In seinem Hauptwerk, der millionenfach aufgelegten Schrift „Der Weg“ (4) legt Escriva in exakt 999 Punkten seine „Lebensordnungsprinzipien“ dar, die zur „Heiligung des Alltags“ führen sollen. Herauszuheben sind hier vor allem:

1. das unaufhebbare Prinzip des blinden Gehorsams gegenüber den geistlichen Leitern, die den Willen Gottes repräsentieren:

„Gehorcht, wie ein Werkzeug in der Hand des Künstlers gehorcht, das nicht danach fragt, warum es dies oder jenes tut. Seid überzeugt, daß man euch nie etwas auftragen wird, das nicht gut ist und nicht zur Ehre Gottes gereicht.“ (Spruch Nr. 617)

„Hierarchie. – Jeder Teil an seinem Platz. – Was würde aus einem Bilde von Velazquez, wenn jede Farbe ihren Platz verließe, wenn sich jeder Faden aus der Leinwand löste, wenn jedes Holzstück des Rahmens sich vom anderen trennte.“ (Nr. 624)

„Gehorchen … sicherer Weg. Den Vorgesetzten mit rückhaltlosem Vertrauen gehorchen…, Weg der Heiligkeit. Gehorchen in deinem Apostulat…, der einzige Weg; denn in einem Werk Gottes muß dies der Weg sein: daß man gehorcht oder geht.“; (Nr. 941)

2. das Prinzip der Abtötung/Buße und Demut als Mittelpunkt des persönlichen Heilsplans:

„Wenn du dich nicht abtötest, wirst du nie ein Mensch des Gebetes.“ (Nr. 172)

„Wo keine Abtötung, da keine Tugend.“ (Nr. 180)

„Wir wollen in dem armen gegenwärtigen Leben den Leidenskelch bis zum letzten Tropfen leeren. – Was bedeuten zehn, zwanzig oder fünfzig Jahre Leid…, wenn dann die Herrlichkeit kommt, für immer, für immer…, für immer?“ (Nr. 182)

„Ich nenne dir die wahren Schätze des Menschen auf dieser Erde, damit du sie dir nicht entgehen läßt: Hunger, Durst, Hitze, Kälte, Schmerz, Schande, Armut, Einsamkeit, Verrat, Verleumdung, Gefängnis.“ (Nr. 194)

„Wenn das Weizenkorn nicht stirbt, bleibt es ohne Frucht. – Möchtest Du nicht Weizenkorn sein, durch Abtötung sterben und volle Ähren hervorbringen? – Jesus segne dein Feld.“; (Nr. 199)

3. die mit dem Prinzip der Abtötung zusammenhängende radikale Körper- und Lustfeindlichkeit sowie die Glorifizierung des Schmerzes:

„Gesegnet sei der Schmerz. – Geliebt sei der Schmerz. – Geheiligt sei der Schmerz … Verherrlicht sei der Schmerz!“ (Nr. 208)

„Sage deinem Leib: Lieber will ich mir einen Sklaven halten als selber dein Sklave sein.“ (Nr. 214)

„Dein größter Feind bist du selbst.“ (Nr. 225)

„Behandle deinen Körper sorglich; aber schone ihn nicht mehr, als es einem verräterischen Feind zusteht.“ (Nr. 226)

„Wenn du begriffen hast, daß der Leib dein Feind und Feind der Verherrlichung Gottes ist, weil er deine Heiligung bedroht, warum faßt Du ihn dann so weich an?“; (Nr. 227)

4. das trotz aller Demütigkeit vorfindbare Elitedenken:

„Dutzendmensch werden? Du … zum großen Haufen gehören, der du zur Führung geboren bist?! Bei uns haben Laue keinen Platz. Sei demütig, und Christus wird aufs neue in dir die Glut seiner Liebe entfachen.“; (Nr. 16)

5. die Forderung nach ständiger „Gewissenserforschung“:

„Gewissenserforschung. – Eine tägliche Arbeit. Wer ein Geschäft betreibt, vernachlässigt die Buchführung nicht. Gibt es ein wichtigeres ‘Geschäft’ als das Geschäft des ewigen Lebens?“ (Nr. 235)

„Prüfe dich, ruhig und mit Mut. – Ist es nicht so, daß deine schlechte Laune und deine Traurigkeit, die grundlos, scheinbar grundlos sind, aus deiner mangelnden Entschlossenheit herrühren, die feinen aber ganz ‘konkreten’ Schlingen zu zerreißen, die deine Begehrlichkeit dir – mit raffinierten Entschuldigungen – gelegt hat.“; (Nr. 237)

6. der als unaufkündbar verstandene, apostolische Auftrag, „Menschen zu gewinnen“:

„Menschen gewinnen. – das ist das sichere Zeichen echten Eifers.“ (Nr. 793)

„Klein ist deine Liebe, wenn du nicht alle Menschen retten willst. – Und arm ist deine Liebe, wenn du nicht aus tiefer Seele wünschst, andere Apostel mit deiner Verrücktheit anzustecken.“ (Nr. 796)

„Die Welt hallt noch wider von dem göttlichen Ruf: ‘Feuer auf die Erde zu werfen, bin ich gekommen, und wie wünschte ich, daß es schon brenne.’ – Und du siehst doch: fast überall ist es erloschen… Willst Du dich nicht aufmachen, den Brand überall auszubreiten?“; (Nr. 801)

7. als Grundlage von allem: der unerschütterliche, weil nicht argumentativ angreifbare Glaube an die christliche, genauer: katholische „Heilsbotschaft“:

„Mit welchem infamen Scharfsinn argumentiert Satan gegen unseren katholischen Glauben! Aber sagen wir uns stets, ohne uns auf Diskussionen einzulassen: Ich bin ein Sohn der Kirche.“ (Nr. 576)

Escrivas Hauptwerk – man muss es so hart formulieren – strotzt nur so vor Banalität und blinder Autoritätsfixierung. Aber gerade hierin scheint sein immenser Erfolg begründet zu sein. In einer von Unsicherheiten und Unübersichtlichkeiten gezeichneten Welt entfaltet das Opus Dei nach Meinung vieler Beobachter seine Attraktivität vor allem durch „klare, einfache, unkomplizierte Leitlinien in der Spiritualität, der Theologie, der Schrift“. (5)

(Anmerkung: genau so eine Anziehungskraft hat auch der Islam auf simple Gemüter, nämlich durch einfache unkomplizierte Leitlinien).

Um auch jeden letzten Zweifel, jede kleinste Spur von Unstimmigkeit und Unsicherheit zu vermeiden, entwickelte Escriva ein bis ins letzte Detail durchkalkuliertes Regelwerk. Hierzu meinte der prominente Opus Dei-Aussteiger Vladimir Felzmann: „Der Gründer gab nicht nur grobe Umrisse oder Prinzipien vor – wie es etwa Jesus Christus tat -, die dann in der lebendigen Kirche verändert werden können. Vielmehr kodifizierte er seine gesamte Lehre soweit wie möglich. Ich denke besonders an die praktischen Anweisungen, die eine minutiöse talmudähnliche Vorschrift sind, die alles enthält. Das wird bewahrt. Man kann daran nichts verändern.“ (6)

Zensur und Abtötung: Leben in den Fängen des „Octopus Dei“

Die für Escriva charakteristische antipluralistische Denkhaltung zeigt sich insbesondere in der Konzeption des sogenannten „Lebensplans“, den die sogenannten „NumerarierInnen“ (Vollmitglieder des Opus Dei) sklavisch einzuhalten haben. Im „Lebensplan“ wird der gesamte Tagesablauf eines Opus Dei-Mitglieds nahezu auf die Minute genau festgelegt: z.B. wann aufgestanden, gefrühstückt, der Bußgurt angelegt, gebetet, gegeißelt, gelernt wird. Eine Theorie/Praxis-Differenz ist im Opus Dei nicht festzustellen. Die Vorstellungen Escrivas, die für die Gläubigen den Willen Gottes repräsentieren, werden peinlich genau in die Praxis umgesetzt. Die Opus Dei-Pädagogik setzt hier auf ein „lebenslanges Lernen“ von Demut, Gehorsam, Abtötung.

Dieser Lernprozeß beginnt meist bereits im Alter von 14 Jahren. Die offizielle Aufnahme ins Opus Dei erfolgt zwar erst mit 17 Jahren, zuvor hat der/die KandidatIn jedoch meist eine dreijährige Eingliederungszeit als „AspirantIn“ hinter sich. Auf die „anfängliche Formung“ der vierzehn- bis siebzehnjährigen Jugendlichen legt das Opus Dei besonderen Wert. In diversen Jugendclubs und auf Jugendfahrten werden geeignete Jugendliche gezielt angelockt und durch geschickte Manipulierungstechniken langsam auf den von Escriva vorgezeichneten Weg gebracht. (7) Ist der/die AspirantIn dann ordentliches Mitglied, wird es in speziellen Schulungen und durch die täglichen Unterweisungen von Seiten der Zentrumsleiter weiter im Sinne der Opus Dei-Ideologie geformt.

Das Eindringen von Pluralismus, Meinungsvielfalt wird durch eine strenge Zensur verhindert. Hierzu heißt es in der internen Schrift „Vademecum für die örtlichen Räte“: „Konkret darf man ohne die notwendige Erlaubnis nicht lesen: die Bücher, die von der zuständigen kirchlichen Behörde ausdrücklich verworfen sind; die Bücher und Artikel von nicht-katholischen Autoren, die ausdrücklich religiöse Themen behandeln, es sei denn, sie enthalten mit Gewißheit nichts gegen Glaube oder Sitten; die Schriften, die im Widerspruch zum Glauben und zu den Sitten stehen; die Bücher, denen die kirchliche Approbation fehlt, und die diese nach dem Kirchenrecht … benötigen würden; die Werke von Autoren marxistischer Ausrichtung, wobei zu beachten ist, daß der Einfluß dieser Ideologie sich auf vielen kulturellen und wissenschaftlichen Gebieten zeigt; die Bücher, die zwar nicht ausgesprochen antikatholisch, häretisch, unmoralisch usw., aber doch zweideutig und verwirrend (und darum gefährlich) im Hinblick auf Glauben und Moral sind.“ (8)

Doch selbstverständlich bergen nicht nur Bücher eine Gefahr für die Einheit von Glauben und Moral, auch in persönlichen Briefen können sich Passagen einschleichen, die für Verwirrung sorgen könnten. Darum greift die Opus Dei-Führung auch in diesem Falle liebevoll zensierend ein: „Leute, die dem Werk erst kurz angehören, sind dankbar, wenn die Mitglieder des Örtlichen Rats die Lektüre der an sie gerichteten Briefe wohlwollend übernehmen – dies gehört zur Aufgabe der Formung -, denn so können sie ihnen Orientierung, Hilfestellung und den geeigneten geistlichen oder apostolischen Rat geben.“ (9)

Widerspruch gegen die Zensurregelungen ist freilich nicht erlaubt, Kritik im höchsten Maße angstbesetzt, denn – wie der Opus Dei-Aussteiger Klaus Steigleder betont: „Zu der Ausbildung des Opus Dei gehört neben vielem anderen die Vermittlung großer Angst vor ewiger Verdammnis und Hölle. […] Wer … den sicheren Weg des Gehorsams im Opus Dei, wer seine Berufung verläßt, begibt sich in eine große Gefährdung, in die Gefahr ewiger Verdammnis. Er gibt einen sicheren Weg auf und beginnt höchst unsichere und heikle Wege zu beschreiten.“(10)

Folge: Opus Dei – AnhängerInnen sind in der Regel in erschreckendem Maße intolerant, autoritätshörig, unkritisch und fanatisch missionarisch. Darüber hinaus sind sie sexuell hochgradig gehemmt, was kaum verwunderlich ist, müssen sie doch für jedes individuelle Glück – im wahrsten Sinne des Wortes – „Höllenängste“ durchstehen. (11)

Damit das Opus Dei-Mitglied nicht vom sicheren Wege abkommt, wird es nicht nur angehalten, ständig sein Gewissen zu erforschen, es wird auch von seinen GlaubensgenossInnen überprüft und kontrolliert. Für außerhalb der Vereinigung stehende Menschen sind Opus Dei-Mitglieder nur insoweit offen, als sie möglicherweise zukünftige Apostel der Organisation sein könnten, denn Opus Dei zielt stets darauf ab, „Menschen zu gewinnen“. Hierzu heißt es in einer internen Schrift: „Wir haben den großen Ehrgeiz, die Institutionen der Völker, der Wissenschaft, Kultur, Zivilisation, Politik, Kunst und sozialen Beziehungen zu heiligen und zu christianisieren. Alles sollte christlich sein als ein kollektiver gesellschaftlicher Ausdruck des Glaubens des Menschen und als ein Werkzeug, Seelen zu retten, sie in ihrem Glauben zu erhalten und zu Gott zu führen“ (12)

Der selige, Hitler- und Franco-freundliche Escriva ließ selbst keinen Zweifel daran, daß im Notfalle auch „heiliger Zwang“ eingesetzt werden müsse, falls es mit der freiwilligen Christianisierung einmal nicht so richtig klappen sollte: „Um ein irdisches Leben zu retten, wendet man unter dem Beifall aller jede mögliche Gewalt an, um den Menschen vom Selbstmord zurückzuhalten. – Sollen wir nicht den gleichen Zwang anwenden, den heiligen Zwang, um das Leben vieler zu retten, die idiotischerweise unbedingt den Selbstmord ihrer Seele verüben wollen.“(13)

Dass das Opus Dei, die „katholische Mafia“ (Mettner), die Rede vom heiligen Zwang durchaus ernst meint, hat es nicht nur durch die aktive Teilnahme an der Franco-Diktatur bewiesen. In der Gegenwart versucht das „Werk Gottes“ durch geschickte, personalstrategische und wirtschaftliche Manöver die bereits erreichten Machtpotentiale auszubauen. Es ist weiterhin auf dem Weg nach oben und – wer weiß? – vielleicht tritt bald ein, was nach Angabe Felzmanns, führende Opus Dei-Leute heute offen formulieren: „In 20, 30 Jahren wird das einzige, was von der Kirche bleibt, Opus Dei sein. Die ganze Kirche wird Opus Dei sein. Denn wir haben den klaren, sicheren, orthodoxen Blick in bezug auf alles. Der Gründer ist ja von Gott erwählt worden, die Kirche zu retten. Deshalb ist Gott mit uns.“ (14)

Fazit

Den Sachverständigen der Kongregation für Heiligsprechungen zufolge steht Escriva „in der Geschichte der Spiritualität auf einer Stufe mit den legendären Größen“. (15) Wohl wahr. Wer sonst in der katholischen Kirche pflegte solch intimen Kontakt mit Diktatoren, Waffenschiebern und Ausbeutern? Wer sonst konnte ein streng nach Rom blickendes, autoritäres Führersystem innerhalb solch kurzer Zeit aufbauen? Zweifellos: Josemaria Escriva, der fromme Bußgürtelfetischist, der sich nicht nur mit Inbrunst blutig geißelte, sondern auch der geplagten katholischen Kirche immer wieder mit Millionenbeträgen aushalf, ist in der Tat ein leuchtendes Vorbild – für alle jenseitsblinden Diesseitsverächter und katholischen Folterknechte. Kurzum: ein würdiger Heiliger in spe. Ein Mann, dessen durchschlagender Erfolg bestens die Inhumanität jener „allein seligmachenden“ Kirche belegt, die sich selbst als einzigartigen „Rückhalt der Liebe in unserer Welt“ stilisiert. Ein Mann zudem, dessen Lebensgeschichte eindrucksvoll den Wahrheitsgehalt jenes Satzes bestätigt, den man mit Karlheinz Deschner gerne den würdevollen Heiligsprechungskonkregationen entgegen schleudern würde:

„Je größer der Dachschaden, desto schöner der Aufblick zum Himmel.“

 

Josemaria Escriva und sein “Werk Gottes”

(Unter: Die Seligen)

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Hier noch einige Details über den Bußgürtel, der der körperlichen Abtötung dienen soll, erklärt von Klaus Steigleder, einem Aussteiger von Opus dei, aus dem „Spiegel“.

Recht früh erfuhr ich von einer „körperlichen Abtötung“ als „Gewohnheit“ des Opus Dei, dem „Sleeping“: Ein Numerariermitglied schläft jede Woche eine Nacht auf dem Fußboden seines Schlafzimmers, sofern dieser nicht aus Stein ist. Dies gilt aber nur für Numerarier, die in einem Haus des Opus Dei zusammenwohnen; wohnt ein Mitglied noch bei seinen Eltern, soll und darf es das „Sleeping“ nicht vornehmen, da die Gefahr besteht, daß die Eltern jemanden dabei „ertappen“ und sich wundern könnten.

Relativ spät hingegen erfuhr ich durch einen Priester des Opus Dei von der „Gewohnheit“, täglich einen „Bußgürtel“ zu tragen und wöchentlich sich zu geißeln. Ich war völlig überrascht und sagte ihm, daß ich gar nicht wisse, was man sich unter einem „Bußgürtel“ vorzustellen habe. Der Priester meinte, mein Leiter habe mir das wohl zu erklären versäumt.

Aus einem Schrank holte er ein kettenartiges, dreireihiges und vielgliedriges Metallband, das aus einem starken Draht gefertigt war und nach der „Innenseite“ hin zahlreiche Spitzen hatte. An einem Ende des Metallbandes war eine Schnur befestigt. Der Priester erklärte mir, daß man den „Bußgürtel“ mit den Spitzen nach innen um den Oberschenkel lege, die beiden Enden mittels der Schnur zusammenziehe, bis der Gürtel fest sitzt, und dann verknote. Der „Bußgürtel“ werde täglich zwei Stunden getragen, Sonn- und Feiertage ausgenommen. Die Geißel sei aus Schnüren mit Knoten gefertigt und werde einmal in der Woche benützt, indem man sich damit für die Dauer eines „Credo“, eines „Salve Regina“ oder eines anderen Gebetes auf das blanke Hinterteil schlage.

[…]

Das Tragen des „Bußgürtels“ ist äußerst schmerzhaft, vor allem beim Sitzen. Die Metallspitzen graben sich tief in die Haut ein und hinterlassen als Spuren kleine rote Punkte. Mehr noch schmerzt der Gebrauch der Bußgeißel. So schmerzhaft es auch war, sich selbst zu geißeln, als weitaus unangenehmer und qualvoller empfand ich es, das durchdringende Knallen zu hören, wenn ein anderer sich mit der Geißel schlug – was ich, als ich in Bonn im „Studienzentrum“ der Vereinigung wohnte, häufig erleben mußte.

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http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14020034.html

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sanjosemaria011

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Gruß Hubert

 

HIOB und der stumme Gott   1 comment

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Theologen drehen und winden sich, wenn sie nicht weiter wissen. Dann werden sie schwammig, nebulös in ihrer Sprache und verlieren sich im Ungewissen. So auch, wenn es um das Leid in der Welt geht. Dann kommt auch gerne der Spruch, dass Gottes Wege unergründlich sind.

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Der Kläger Hiob tut im Alten Testament, wovor heutige Theologen und Exegeten stets zurückschrecken: Er beschuldigt Gott selbst, Ursache des ungerechten und unschuldigen Leidens zu sein und darüber ebenso schweigen wie über die Folgen. Das Wort über die Zustände Gottes und der Menschen bleiben unversöhnt; gerade die lieber Gott macht diese Welt nicht mehr heil.

„Nackt übernachten sie, der Kleidung bar; selbst in der Kälte fehlt ihnen die Decke. Vom Regenguß der Berge triefen sie und schmiegen sich ohne Schutz an die Felsen. Man raubt das Feld der Waisen und nimmt als Pfand von Armen selbst den Mantel. Halbtote rufen aus der Stadt empor, die Seele der Misshandelten schreit auf. Doch Gott bleibt stumm auf ihre Klage“ (Hiob 24,7-12).

Alles Leid der Menschen, der Tiere und Pflanzen, das wirklich zu beseitigen ist (weil es von Menschen, Christen, Kirchen verantwortet wird), muss von den Menschen selbst angegangen werden. Unsereins sollte das Bessere nicht vom Tod und dem angeblichen Leben nach diesem erwarten, sondern von sich selbst. Dies war der Antike noch bewusst: Ihre Menschen fürchteten den Tod weit weniger als die Menschen des christlichen Abendlandes – weil sie lebten, während den Christen das Leben mit seinen Sinnen aberzogen wurde. Da der Wandel des Christenmenschen im Himmel sein sollte (Phi. 3,20), blieb für die Erde wenig über. Irdisches Leid ist für viele Christen weithin unerheblich; sie sehen nicht recht ein, weshalb sie sich im Jammertal engagieren sollen.

„Daran erkennen wir geschwind, / wie jämmerlich sie selber sind.“

Lebendige Menschen sollten nicht den Tod aus der Welt schaffen wollen, sondern die Übel, die aufzuheben sind, die Leiden, die in der Faulheit, Gleichgültigkeit, Unwissenheit, der Menschen ihren Grund haben. Sie sind die Schrecklichsten.

Aus „Sex und Folter in der Kirche – 2000 Jahre Folter im Namen Gottes“ von Horst Herrmann, S. 146.

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 12. März 2016 von hubert wenzl in Kirchenkritik, Religionskritik, Uncategorized

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Bargeldabschaffung – Der gläserne Zahler   Leave a comment

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Die Abschaffung von Bargeld würde große Gefahren und Nachteile für den Bürger mit sich bringen. Vor allem würde man gläsern.

Für die Konjunktur ist die Sparerei Gift. Zentralbanken suchen schon jetzt nach Wegen, Sparer dazu zu bewegen, ihr Geld auszugeben. Eine Idee sind Negativzinsen. Sparer können das Instrument aushebeln, indem sie ihr Geld abheben und zuhause unters Kopfkissen legen. Ohne Bargeld haben sie diese Möglichkeit nicht mehr, sie wären Negativzinsen schutzlos ausgeliefert. Den Leuten werden immer mehr Freiheiten genommen. Die wenigsten alten Leute würden mit Kreditkarten umgehen können und auch nicht wollen.

 

Der gläserne Zahler

Für Regierungen, Noten- und Geschäftsbanken ist Bargeld lästig. Einige Ökonomen fordern deshalb die Abschaffung von Münzen und Banknoten. Doch dies wäre ein massiver Eingriff in das Eigentumsrecht, sagt der Münchner Ökonom Gerald Mann.

Von: Verena Schälter

Euroscheine und -münzen auf einem Tisch | Bild: colourbox.com

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Solche heftigen Reaktionen hatte Peter Bofinger nicht erwartet. Es habe „einen regelrechten Shitstorm“ gegeben. Was war passiert? Der Wirtschaftsweise hatte vor einigen Wochen die Abschaffung des Bargeldes gefordert – zur Empörung vieler Deutscher. Schließlich zahlt man in der Bundesrepublik am liebsten in bar, wie eine aktuelle Studie der Bundesbank zeigt. Bofinger ist aber nicht der einzige, der für ein Ende des Bargeldes plädiert. Doch was würde das Ende des Bargelds praktisch bedeuten?

BR.de/nachrichten:Herr Mann,Kredit- und EC-Karten, Paypal oder die Digitalwährung Bitcoin sind alles keine Erfindung des letzten halben Jahres – warum kocht die Debatte um die mögliche Abschaffung des Bargeldes gerade jetzt hoch?

Gerald Mann: Ich glaube, dass die Diskussion an Brisanz gewinnt, weil es aktuell nicht darum geht, Alternativen zur Barzahlung zu finden. Vielmehr sind hier Kräfte am Werk, die ganz konkret das Bargeld abschaffen wollen.

Zur Person:

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Gerald Mann war Unternehmensanalyst in einer Großbank. Später arbeitete er als Geschäftsführer und Berater im Verlagswesen sowie als freiberuflicher Dozent, unter anderem in der Volksrepublik China. Heute ist er Professor für Volkswirtschaftslehre und Gesamtstudienleiter an der FOM Hochschule in München. Er ist außerdem Autor des Buches „Bargeldverbot“.

BR.de/nachrichten:Wer oder was sind diese Kräfte?

Mann: Nun, da wären zum Beispiel US-Ökonomen wie Ken Rogoff, ehemals Chefökonom des Internationalen Währungsfonds oder Larry Summers. Außerdem gibt es auch Finanzinstitutionen, die ihr Geschäftsmodell auf den bargeldlosen Zahlungsverkehr ausgerichtet haben und von einer Abschaffung profitieren würden.

BR.de/nachrichten:Dass die Finanzbranche eine Abschaffung befürwortet, leuchtet ein. Aber welche Argumentation verfolgen Rogoff und Summers?

Mann: Sie sagen, dass es einen „Ersparnisüberhang“ gibt, dass also die Leute ihr Geld zu sehr horten, anstatt es auszugeben. Nun verlangen einige Institute bereits Negativzinsen. Das heißt, wer Geld bei der Bank spart, muss bezahlen anstatt Zinsen zu kassieren. Diese Negativzinsen müssten auch bei Lieschen Müller ankommen, denn nur so wird sparen weniger attraktiv und die Wirtschaft kommt in Schwung  – ich nenne das „Konsumverweigerungssteuer“. Allerdings kann Lieschen Müller momentan noch ihr Geld einfach abheben und so die Negativzinsen umgehen. Würde das Bargeld abgeschafft, müsste sie zahlen.

So zahlen die Deutschen

BR.de/nachrichten: In diesem Fall wäre es ja auch für Regierungen interessant, das Bargeld abzuschaffen?

Mann: Auf jeden Fall – außerdem ist da ja noch ein anderer Aspekt: Solange es Bargeld gibt, besteht immer eine Möglichkeit eines Bankenruns. Das wäre ein absolutes Misstrauensvotum gegenüber dem Staaten- und Bankensystem.

BR.de/nachrichten: In diesem Fall könnten die Menschen nicht mehr vollständig über ihre eigenen Ersparnisse verfügen?

Mann: Genau, das wäre ein massiver Eingriff in das Eigentumsrecht. Aber wenn, dann erfolgt die Abschaffung sowieso schleichend. Zuerst werden die großen Geldscheine abgeschafft, dann sinkt die Obergrenze der Beträge, die man in bar abheben darf – in einigen europäischen Ländern gibt es solche Regelungen bereits. Schließlich werden Barzahlungen einfach nicht mehr möglich sein und damit wird jede Transaktion nachvollziehbar. Die Arbeit der schon jetzt mächtigen Geheimdienste wird noch leichter und es entsteht der „gläserne Zahler“. Ich nenne das „NSA plus“.

[…]

BR.de/nachrichten:Entstehen dadurch aber nicht auch Gefahren durch Hacker?

Mann: Hier muss man zwei Dinge unterscheiden: Einerseits die großen Cyber-War-Angriffe, wenn also Kriege nicht mehr auf dem Schlachtfeld sondern virtuell geführt werden. Nehmen wir an, ein Land wird angegriffen und die komplette Stromversorgung lahmgelegt. Das allein würde ausreichen, um eine Panik auszulösen. Wenn es in so einer Situation aber kein Bargeld mehr gibt, kommt erst einmal niemand mehr an sein Geld, es sind keine Transaktionen mehr möglich und das Chaos wäre perfekt.

Andererseits glaube ich, dass die Gefahr für einzelne Konten oder Banken nicht größer ist als jetzt. Taschendiebstähle oder Banküberfälle finden dann eben virtuell statt. Gleichzeitig werden die Geldinstitute ihre Sicherheitsvorkehrungen kontinuierlich aufrüsten.

BR.de/nachrichten:Was wären denn die Vorteile einer bargeldlosen Gesellschaft?

Mann: Nun ja, Straftaten wie Steuerhinterziehung, Korruption, Geldwäsche oder Schwarzarbeit wären weitaus schwieriger zu begehen. Aber ob sich die so vollständig auslöschen lassen, ist schwer zu sagen. Auch die Mafia ist ja durchaus erfindungsreich.

BR.de/nachrichten: Welche Alternativen hätten die Menschen, sollte das Bargeld abgeschafft werden?

Die Menschen könnten wirtschaftliche Transaktionen mit Bargeld fremder Länder abwickeln. Edelmetalle könnten Verwendung finden oder Regionalwährungen oder Gutscheinsysteme. Menschen werden erfinderisch, wenn man ihnen das Bargeld nimmt, die geprägte Freiheit, wie es der russische Schriftsteller Dostojewskij formulierte. Aber auch der Staat hat Möglichkeiten, diese Alternativen zu unterbinden oder zu erschweren.

BR.de/nachrichten: Was glauben Sie, wie der Zahlungsverkehr der Zukunft aussieht? Wird das Bargeld abgeschafft?

Mann: Selbst wenn das Bargeld erhalten bleibt, wird der elektronische Zahlungsverkehr immer stärker zunehmen – allein schon deshalb, weil die Kosten für bargeldlose Zahlungen deutlich geringer sind. Das heißt aber nicht, dass es auch für die Verbraucher billiger wird.Es ist davon auszugehen, dass die Banken mit den niedrigeren Kosten ihre Gewinnmargen erhöhen wollen.

 

Bargeldabschaffung – Der gläserne Zahler

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Der Verzicht auf Bargeld bringt erhebliche Nachteile mit sich. Mögliche Szenarien sind:

 

  • Verlust der Anonymität beim Einkauf

  • signifikanter Anstieg der Cyber-Kriminalität wahrscheinlich

  • viele ältere Menschen müssten sich erstmals auf elektronischen Zahlungsmitteln einstellen

  • die visuelle Kontrolle über die eigenen Finanzen geht verloren, die gerade für Kinder und das Erlernen von Umgang mit Geld wichtig ist

  • Probleme für Menschen, die als kreditunwürdig eingestuft werden

  • Möglichkeit, Menschen aus dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben „abzuschneiden“ durch Verwehrung der technischen Zahlungsmöglichkeit

Die Möglichkeit der Überwachung aller Geldtransaktionen bringt zwangsläufig nicht abzuschätzende Risiken mit sich. Diejenigen, die Zugriff auf diese Fülle an sensiblen Daten erhalten, würde zu viel Macht verholfen.

Das Sinnbild vom „gläsernen Menschen“ dürfte gerade auch in diesem Kontext sehr gegenwärtig werden. Zudem ist die Gefahr, dass alle gesammelten Informationen einander zugeordnet und auf ihrer Grundlage Personenprofile erstellt werden können ein durchaus denkbares Szenario. Nach einer vorteilhaften Entwicklung für die Bürger sieht das nicht aus.

 

https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/nur-bares-ist-wahres-die-abschaffung-von-bargeld-birgt-risiken/

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Gruß Hubert

 

Für Selfie musste der Schwan sterben -Tiermissbrauch   Leave a comment

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Ich könnte kotzen – bzw. kann ich gar nicht so viel kotzen, wie ich da müsste – wenn ich von solchen Ereignissen erfahre. Solche Unmenschen haben weniger als ein Spatzenhirn (die sind ja nicht so dumm) und einen Charakter wie eine Jauchegrube. Die vom Schwan gehörte in einen Sandsack zu stecken, dass sie auch ersticken würde. Die Eigenverliebtheit mit den Selfies ist ja nicht zu fassen – Narzissmus in Höchstform.

Für ein Selfie töten sie ein Tier. Im Beitrag von Yahoo steht: „Dass Menschen im Kampf um das beste Selfie manchmal sogar ihr Leben riskieren, ist traurig – aber bekannt.

Für mich wäre das überhaupt nicht traurig wenn es solche beträfe, die für ein Selfie ein Tier töten, wie hier im Beitrag. Die könnten von mir aus ruhig immer weiter zurück gehen und für das beste Selfie und einen Berg hinunter stürzen. Wie zum Beispiel diese blöde Kuh mit dem Schwan.

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Dass Menschen im Kampf um das beste Selfie manchmal sogar ihr Leben riskieren, ist traurig – aber bekannt. Nun macht sich ein neuer grausamer Trend bemerkbar: Tiere werden für vermeintlich tolle Schnappschüsse vor die Kamera gezerrt und zu Tode gequält. Jüngstes Opfer ist dieser Schwan aus Mazedonien.

Was genau im Kopf dieser bulgarischen Touristin vor sich ging, als sie den wehrlosen Schwan brutal aus dem Wasser zerrte, ist bekannt: Sie wollte ein tolles Selfie knipsen! Um dieses Foto zu ermöglichen, packte sie das schöne Tier, das im Ohridsee in Mazedonien nichtsahnend seine Runden schwamm – und zog es gewaltsam ans Ufer. Augenzeugen berichteten der „Macedonia Online“, dass der Schwan verzweifelt kämpfte, um sich aus den Fängen der Selfie-Irren zu befreien.

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Unbarmherzig hielt die Touristin den zappelnden und fauchenden Schwan am Flügel fest und lächelte weiter, bis sie ihr Foto hatte. Dann ließ sie seinen leblosen Körper einfach am Ufer zurück – wo der Schwan kurze Zeit später starb.

Einige Monate zuvor starb ein Baby-Delfin in Argentinien. Denn anstatt das gestrandete Tier wieder zurück ins Meer zu bringen, knipsten die umstehenden Touristen lieber Selfies. Der kleine Delfin verstarb aufgrund starker Dehydrierung noch am Strand.

(Anmerkung: gaffende, gehirnamputierte Masse… egoistisch sowieso)

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(Bilder: Twitter / Facebook)

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Für Selfie musste der Schwan sterben -Tiermissbrauch

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Siehe auch #animalabuse

https://twitter.com/hashtag/animalabuse

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Gruß Hubert

Ted Cruz gefährlicher als Trump – eine Ordnung die gruselt   Leave a comment

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Ted Cruz ist gefährlicher als Trump weil er erzkonservativ, Spross einer evangelikalen Bewegung und felsenfest überzeugt ist von seinem Glauben und seiner Ideologie. So führte er zum Beispiel Krieg gegen die Krankenversicherung von Obama mit einer Vehemenz sondergleichen. Trump würde die Politik durcheinander wirbeln, Cruz aber für eine Ordnung sorgen, die einfach nur gruselt. Populismus, Konservatismus und Religion das ist das Rezept von Ted Cruz. Eine sehr gefährliche Mischung.

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Alle fürchten sich vor „The Donald“ – doch Trump ist politisch gesehen ein Waisenknabe im Vergleich zu Ted Cruz. Als Präsident würde dieser Amerika umkrempeln wie kaum ein anderer zuvor.

Mit diesen Siegen, sagte Ted Cruz, habe sich der Schwung geändert: in seine Richtung, meinte der Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur der Republikanischen Partei. Am Dienstag gewann der Texaner bei den parteiinternen Vorwahlen in den Bundesstaaten Maines und Kansas. Mittlerweile ist er der eigentliche Gegenspieler von Donald Trump.

Die Kader wollen Trump nicht. Der ist ihnen zu abseits der Parteilinien, zu sehr sich selbst. Zu unvorhersehbar und verrückt. Auch verantwortungslos und egomanisch. Nun läuft es auf einen Zweikampf zwischen ihm und Cruz zu – denn der 45-jährige Senator hat als einziger noch Chancen Trump die Präsidentschaftskandidatur zu nehmen.

Bei allem Kopfschütteln sollte nicht vergessen werden: Cruz ist zwar ein ganz anderer Politiker als Trump, der in Wirklichkeit vielleicht gar keiner ist. Cruz aber steht für Überzeugungen, die Amerika in einen Gottesstaat verwandeln wollen. Das wäre ein noch größerer Schlag für das Land.

 

Aus der Mitte der fundamentalistischen Bewegung

Cruz wird gemeinhin als erzkonservativ bezeichnet. Er ist Liebling der Tea-Party-Gruppierung und Spross der evangelikalen Bewegung. Schlau, gebildet und bestens ausgebildet ist der Sohn eines Kubaners und einer US-Bürgerin. Was so freundlich und kompetent daherkommt, hat einen harten Kern.

Trump hat keine feste Ideologie, er wechselt Ansichten und Wahrheiten wie sein Jackett. Cruz dagegen ist ein einsamer Wolf, der wirklich dem Staat mit tiefster Skepsis gegenübersteht. In Washington führte er Krieg gegen die Regierung von Präsident Barack Obama, gegen die eingeführte Krankenversicherung und mit einer Vehemenz, die mit der Blockadehaltung der Republikaner den Staat wegen ausbleibender Haushaltsbeschlüsse zu Zahlungsunfähigkeiten brachte und lähmte. Trump redet, was ihm spontan einfällt. Cruz dagegen hat einen Plan.

Ehen von Schwulen und Lesben? Teufelszeug. Abtreibung? Das Böse schlechthin. Klimawandel? Doch nicht von Menschenhand. Diplomatie mit Iran? Lächerlich. Waffenbesitz? Ein absolutes Recht.

Während Trump sich im Lauf der Jahre ein Netzwerk von Mächtigen aufgebaut hat, im Staat nach Unterstützern seiner persönlichen Karriere gesucht hat, will Cruz im Grunde Staatliches zerstören. Er will ein anderes Amerika. Eines, in dem der Staat harte Strafen gegen „Fehlverhalten“ ausspricht und sich ansonsten zurückhält. Der Aufstieg des Ted Cruz erzählt viel über die Geschichte von Amerika.

Das umkämpfte Amerika

Von Beginn an gab es in der Gründungsgeschichte der USA verschiedene Strömungen und Denkschulen. Sie kämpften schon immer um die Ausrichtung dieser „Vereinigten Staaten“. Und es gab immer eine Bewegung, die aus Amerika einen theokratischen Staat machen wollte; ungefähr das, was man in Iran „velayet-e fakih“ nennt – die Herrschaft der Rechtsgelehrten, ersonnen von Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini. Durchgesetzt hat sich dieser Flügel in den USA nie. Aber machtlos ist er nicht.

Ein Präsident Trump würde die Politik durcheinander wirbeln. Er würde Unordnung bringen. Cruz dagegen würde für eine Ordnung sorgen, die einfach nur gruselt.

Ein Kommentar von Jan Rübel

Bild: dpa

Ted Cruz gefährlicher als Trump – eine Ordnung die gruselt

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Gruß Hubert

Luchsschützin ist die Jagdkarte los   Leave a comment

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Meist sind es Leute der „feinen Gesellschaft“, Prominente, die der Jagd, oder auch Sport, Vergnügen, Leidenschaft, wie sie dieses feige und niederträchtige Tun oft nennen, frönen. Bei Menschen würde man es kaltblütigen Mord nennen – warum nicht auch bei Tieren? Für mich sind das nichts anderes als Lustmörder. Da man auf Menschen nicht schießen darf, „begnügt“ man sich notgedrungen mit Tieren. Das verstehe ich unter Abschaum, wenn ich Menschen da einordnen sollte. Einen Luchs abzuschießen, der streng geschützt ist, braucht schon sehr verwerfliche Menschen, die auch davor nicht Halt machen. Wie kann man so schöne und seltene Tiere wie einen Luchs abschießen? Aber wenn manche Jäger irgendein Wild sehen, dann kennen sie keine Hemmung mehr. Die Lust des Tötens ist größer. Im Gebüsch hätte sie einen Fuchs vermutet. Vermutet? Und was wenn es ein Mensch oder ein Kind gewesen wäre? Das kennen wir schon, was da schon alles verwechselt wurde… Im Wald lebt man als Spaziergänger oder Wanderer nicht ungefährlich wegen dieser Jäger.

Ihr Mann fuhr auch noch  betrunken mit seinem Geländewagen zu seiner Jagdhütte und mähte einen Stromverteiler der Energie AG um. Auch das passiert nicht so selten, dass Jäger betrunken bei der Jagd sind und so mit Geländewagen herumfahren.

Ich hoffe die Berufung geht für das Ehepaar negativ aus.

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Luchsschützin ist die Jagdkarte los

MOLLN, LINZ. Magistrat Linz entzog Ingrid W. Jagdkarte, jetzt entscheidet Landesverwaltungsgericht.

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Luchsschützin ist die Jagdkarte los

Abschuss eines Luchses wurde mit Entzug der Jagdberechtigung bestraft. Bild: Weihbold

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„Solche Leute haben mit einer Jagdwaffe mit Wald nichts verloren“, sagt der Direktor des Nationalparkes Kalkalpen, Erich Mayrhofer. Die Bezirksbehörde des Linzer Magistrats hat das ähnlich gesehen. Der Linzerin Ingrid W. als auch deren Gatten Harald W. wurde ein Bescheid zugestellt, dass die Jagdkarte entzogen wird und das Waidhandwerk nicht mehr ausgeübt werden darf.

 

Die Frau hatte behauptet, irrtümlich im Jagdrevier ihres Mannes in Kleinreifling einen Luchs abgeschossen zu haben, weil sie im Gebüsch einen Fuchs vermutet hätte. Gemeinsam mit ihrem Ehemann fuhr sie aber geradewegs mit dem Kadaver des getöteten Kuders zu einem Tierpräparator, um die Trophäe ausstopfen zu lassen. Mit dem illegalen Abschuss des Luchses steht das Wiederansiedelungsprojekt der Raubkatzen mit den Pinselohren an der Kippe, der Nationalpark muss das gewilderte Tier nun wieder aufwändig nachbesetzen. Ingrid W. wurde für ihren angeblichen „Fehlschuss“ am Landesgericht Steyr zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt, erst vor kurzem hat auch das Linzer Oberlandesgericht den Richterspruch in seinen wesentlichen Teilen bestätigt.

Von der Bezirksverwaltung des Linzer Magistrates hat es geheißen, man warte den Strafprozess ab. Unterdessen hat nicht nur Ingrid W. einen Bescheid zum Entzug der Jagdkarte zugestellt bekommen, sondern auch ihr Ehemann Harald W. Dieser ließ Zweifel an seiner Zuverlässigkeit aufkommen, als er betrunken mit seinem Geländewagen fuhr und auf dem Weg zu seiner Jagdhütte einen Stromverteiler der Energie AG niedergemäht hatte. Der Leiter der Linzer Bezirksverwaltung, Rudolf Huber, verwies auf Anfrage der OÖNachrichten auf seine Amtsverschwiegenheit. Aus selbigem Grund erteilte auch das Landesverwaltungsgericht keine Auskunft. Die OÖNachrichten konnten allerdings in Erfahrung bringen, dass das Verfahren nun beim Landesverwaltungsgerichtshof liegt, demnach das Ehepaar W. Berufung eingelegt hat.

 

Luchsschützin ist die Jagdkarte los

 

Gruß Hubert

 

Morddrohungen gegen afrodeutschen Pfarrer – „Nach der Vorabendmesse bist du fällig“   Leave a comment

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Vorausschicken möchte ich, dass ich kein religiöser Mensch bin. Aber was man gegen den gebürtigen kongolesischen Pfarrer in der oberbayerischen Gemeinde Zorneding betrieben hat, geht einfach nicht.
Nach rassistischen Attacken und Morddrohungen warf der Zornedinger Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende das Handtuch und gab seinen Rücktritt bekannt.
Die Behörden ermitteln wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung.

Morddrohungen gegen afrodeutschen Pfarrer Horst Seehofer: „Völlig inakzeptabel“

Der Rücktritt des Zornedinger Pfarrers Olivier Ndjimbi-Tshiende schlägt hohe Wellen. Der gebürtige Kongolese sah sich in seiner Gemeinde massiven Beleidigungen und Drohungen ausgesetzt und trat am Sonntag zurück. CSU-Chef Seehofer bezeichnete die Anfeindungen gegen den Geistlichen im Gespräch mit dem BR als „völlig inakzeptabel“.

Stand: 08.03.2016

Er fühle sich jetzt erleichtert, sagte der Pfarrer am Montagmorgen und bitte um Verständnis für seinen Abschied am Ende des Monats. Vorgestern hatte Olivier Ndjimbi-Tshiende die Gemeinde im Gottesdienst über seinen Weggang aus der Pfarrei unterrichtet. Ausschlaggebend seien „die Erfahrungen der letzten Zeit.“ Die Situation sei sehr belastend für ihn gewesen. Näheres führte er nicht aus.

Ab sofort ein Pfarrer ohne Pfarrei: Olivier Ndjimbi-Tshiende

Es ist das Ende einer Eskalation – ein Musterbeispiel dafür, was Worte anrichten können. Im Oktober 2015 hatte die Zornedinger CSU-Politikerin Sylvia Boher im Parteiblatt „Zorneding Report“ gegen eine „Invasion“ afrikanischer „Militärdienstflüchtlinge“ gehetzt. Der Pfarrer – ein gebürtiger Kongolese – widersprach ihren Thesen, worauf Bohers Parteifreund Johann Haindl ihn als „Neger“ titulierte (siehe Kasten unten). In den folgenden Monaten erhielt Ndjimbi-Tshiende Schmähbriefe und massive Drohungen, bis er jetzt einen Schlussstrich zog.

Online-Petition für Pfarrer gestartet

Das Erzbistum München und Freising nahm das Abschiedsgesuch des Pfarrers mit großem Bedauern an, sagte Bistumssprecher Bernhard Kellner. „Wir bedauern das sehr und stehen an seiner Seite.“

Die Kirchengemeindemitglieder reagieren zum Teil schockiert. Der evangelische Pfarrer Manfred Groß berichtet, sein katholischer Kollege habe ihm mehrmals erzählt, dass er auch in seiner Zeit vor Zorneding immer wieder wegen seiner Hautfarbe beleidigt worden sei. Groß will im Kirchenvorstand und im Gespräch mit der politischen Gemeinde darauf dringen, ein gemeinsames Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Nun wurde eine Online-Petition gestartet, damit der Pfarrer bleibt.

„Wenn wir den Weggang des Pfarrers nun stillschweigend akzeptieren, überlassen wir kriminellen Nationalsozialisten das Feld. Wir signalisieren, dass es in Deutschland wieder so weit ist, dass eine Gruppe, die Angst verbreitet, nicht mit Gegenwehr zu rechnen hat.“

Julia Peters-Klopp

Deshalb möchte die Initiatorin der Petition, Julia Peters-Klopp, dass „unser Pfarrer bleibt – und dass die Bevölkerung aufbegehrt gegen diese Art der Machtergreifung“.

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Die „Grundstimmung am Ort“: tief gespalten

Auch Zornedings erster Bürgermeister Piet Mayr bedauert den Abschied des Pfarrers; die Vorgänge gäben „nicht die Grundstimmung am Ort wieder“. Hinter den Drohungen vermutet er „Psychopathen“. Doch die Gemeinde ist gespalten. 2014 sorgte die Unterbringung von 35 minderjährigen Flüchtlingen für Auseinandersetzungen; eine Schule, die ein Hilfsprojekt erarbeitete, wurde mit fremdenfeindlichen Mails bombardiert. Im November 2015 erteilte Mayr auf einer Versammlung Flüchtlingshelfern unter Verweis auf die Gemeindeordnung Redeverbot, wofür er lauten Beifall erhielt.

Die CSU-Spitze hatte sich heute Vormittag beharrlich zu dem Rücktritt des Pfarrers ausgeschwiegen, Generalsekretär Andreas Scheuer hatte sogar die Bitte des BR um eine Stellungnahme abgelehnt und dafür viel Kritik eingesteckt. Umso deutlicher äußerte sich Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause. Der Pfarrer sei „Opfer eines fremdenfeindlichen Mobs, der sich auch durch die nur halbherzig zurückgenommenen rassistischen Äußerungen der örtlichen CSU-Funktionäre befeuert fühlen durfte.“

Seehofer veruteilt Geschehen als „völlig inakzeptabel“

Gestern Nachmittag erklärte der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer gegenüber dem BR:

„Das ist völlig inakzeptabel und ich verurteile das total. Die bayerische Polizei und Justiz muss alles daran setzen, das aufzuarbeiten. Null Toleranz ist da bei uns in Bayern der Maßstab.“

Horst Seehofer

Einen Zusammenhang mit der Rolle der CSU vor Ort wollte Seehofer allerdings nicht erkennen. „Das wurde damals von den Verantwortlichen schon aufgearbeitet.“

Scheuer und Aigner fordern harte Strafen

Auch CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat reagiert: Er sagte, dass seine Partei die Drohungen „aufs Schärfste“ verurteile, die nun „mit aller Härte des Gesetzes aufgeklärt“ werden müssten.

Auch die CSU-Bezirksvorsitzende, Staatsministerin Ilse Aigner, und der CSU-Kreisvorsitzende Thomas Huber verurteilten mittlerweile die Umstände, die zum Rücktritt von Ndjimbi-Tshiende führten.

„Wir bedauern den Rücktritt von Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende zutiefst und verurteilen die Umstände, die dazu geführt haben, auf das Schärfste! Diejenigen, die solche Drohungen aussprechen, müssen mit aller Härte des Gesetzes verfolgt und bestraft werden. Ausländerfeindlichkeit und jede Form von Rassismus dürfen nicht toleriert werden.“

Ilse Aigner und Thomas Huber in einem schriftlichen Statement

Aigner: CSU trifft keine Schuld

Wie Parteichef Horst Seehofer stritt aber auch sie jede Verbindung zur Rolle der CSU ab:

„Wir verwahren uns aber auch gegen Unterstellungen, dass die CSU mit den Drohungen gegen Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende in irgendeiner Verbindung steht. Einen solchen Zusammenhang herzustellen, ist böswillig.“

Ilse Aigner und Thomas Huber in einem schriftlichen Statement

Ende eines Gastspiels

Zur Begrüßung noch freundlich: Der „Zorneding Report“ vom Dezember 2012

Wohin der Zornedinger Pfarrer jetzt wechselt, ist noch nicht bekannt. Ndjimbi-Tshiende bittet um Verständnis dafür, dass er keine weiteren Interviews geben und sich nicht mehr zu den Vorgängen äußern wolle.

Der 66-Jährige, der 1979 die Priesterweihe empfangen hat, ist habilitierter Philosoph. Seit 2009 gehört er dem Münchner Diözesanklerus an, seit 2012 ist er Pfarrer in Zorneding. Bei seiner Einführung hatte das CSU-Blatt „Zorneding Report“ noch über „das Glück“ geschrieben, „als Pfarrer an einen Ort gekommen zu sein, wo viele Gläubige noch Heimat empfinden und gestalten“. Ndjimbi-Tshiende selbst hatte seine „Vision für die Gemeinde“ in einem Vorstellungstext so formuliert:

„Die schwierigste Aufgabe des Menschen als solchem scheint wohl dies zu sein: Verstehen und verstanden werden (…) Wo Menschen sind, entstehen auch Probleme, diese sind mit der Vernunft zu lösen, Emotionen lassen eher die Lage explodieren.“

Olivier Ndjimbi-Tshiende 2012

„Nach der Vorabendmesse bist du fällig“

Die Äußerungen der CSU-Lokalpolitiker scheinen das Klima in Zorneding massiv verschlechtert zu haben. Noch im Oktober hatte Pfarrer Olivier Ndjimbi-Tshiende in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt, er habe bisher in Zorneding keine Ausgrenzung erfahren. Danach erhielt er immer mehr Schmähpost, darunter auch massive Drohungen mit Formulierungen wie „Ab mit dir nach Auschwitz“ und „Nach der Vorabendmesse bist du fällig“. In drei Fällen hat der Pfarrer Anzeige erstattet. Die Behörden ermitteln wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung.

„Eine Schande“ – Reaktionen @BR24 (Forum und Facebook)

Hans Grassl

Leider ist das nicht das erste Mal, dass in Zorneding ein Pfarrer gehen musste, weil er einigen Ortshonoratioren nicht passte. Wir haben vor 27 Jahren Zorneding verlassen, weil wir das erlebt haben. Der Ungeist hat anscheinend in Zorneding einen festen Stand.

Hans-Joachim Waldheim

Für alle ach so christlichen Bayern: Der erste Mensch, und somit Adam, war ein Schwarzer.

Morddrohungen gegen afrodeutschen Pfarrer – „Nach der Vorabendmesse bist du fällig“

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Siehe auch:
http://www.welt.de/vermischtes/article153030131/Die-grosse-Erschuetterung-von-Zorneding.html

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„Kritik der schwarzen Vernunft“ Der kamerunische Historiker Achille Mbembe

Achille Mbembe kennt die afrikanische und die europäische Perspektive. Sein preisgekröntes Buch untersucht historische und gegenwärtige Zusammenhänge von Rassismus und Kapitalismus und die Vorgeschichte der Globalisierung.

Schon der Titel macht deutlich, das Achille Mbembe das europäische Denken mit seinen eigenen Mitteln kritisieren will. Und er verweist gleich auf einen der ganz großen Texte der Philosophiegeschichte: Die „Kritik der reinen Vernunft“ von Immanuel Kant. Der Aufklärer fragt darin nach den „Bedingungen der Möglichkeit“ von Erkenntnis. Und ein analoges Unterfangen, historisch und politisch gewendet sozusagen, hat Achille Mbembe angegangen: Was waren und sind die Bedingungen für den beispiellosen Siegeszug des Kapitalismus?

Das Konzept des „Negers“

Eine wichtige Voraussetzung für diesen Siegeszug sind nach Mbembe Asymmetrien von Macht und Reichtum. Und eines der Hauptthemen in Mbembes Buch ist der Zusammenhang von Kapitalismus und Rassismus: Rassistische Konzepte vom „Neger“ wurden in der frühen Neuzeit wirksam, in der sich ein Markt bildete, der alles, eben auch den Menschen, zur Ware machte. Mbembe untersucht das Fortwirken dieses Narrativs der Ausgrenzung bis in die Gegenwart. Und seine These ist, dass der geistesgeschichtliche Hintergrund dieser Entwicklung historisch nicht gegen die europäische Idee der Aufklärung arbeitete, sondern Teil von ihr war.

Achille Mbembe über …

Neger

„Auf phänomenologischer Ebene bezeichnet der Ausdruck zunächst einmal keine bedeutungstragende Realität, sondern eine Lagerstätte oder eher noch eine Kruste aus Dummheiten und Phantasmen, die der Westen (und andere Teile der Welt) zusammenbraute und mit der er Menschen afrikanischer Abstammung überzog, noch bevor sie in das Netz des im 15. und 16. Jahrhundert aufkommenden Kapitalismus gerieten. Als ein lebendiges menschliches Wesen mit bizarren Formen, von den Strahlen des Himmelsfeuers geröstet, mit einer übermäßigen Ausgelassenheit ausgestattet, von Freude überwältigt und vom Verstand verlassen, ist der Neger vor allem anderen ein – gigantischer und phantastischer – Körper, ein Glied, Organe, eine Farbe, ein Geruch, Fleisch und Blut, eine unerhörte Ansammlung von Empfindungen.“

 

http://www.br.de/radio/bayern2/kultur/kulturjournal/achille-mbembe-kritik-der-schwarzen-vernunft-100.html

 

Gruß Hubert