Böhmermann – Erdogan – Merkel   3 comments

.

Wenn man sich in Merkel-typischer Unterwürfigkeit und Manier auf einen Deal mit einem Despoten wie Erdogan einlässt, dann wird man erpressbar. Erdogan hat ja  Ministerpräsident Davutoglu aus dem Amt gejagt und will ihn eventuell durch seinen Schwiegersohn ersetzen. Das ist ja nichts Ungewöhnliches bei einem Autokraten. Er will nicht mehr alle Abmachungen, die Davutoglu mit der EU ausgehandelt hatte, einhalten. Die EU müsste ihm also die Visafreiheit vorenthalten – mal sehen was passiert.

http://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-davutoglu-111.html

Merkel wusste bei dem Schmädgedicht von Böhmermann nichts schnelleres und besseres zu tun als ergebenst und unterwürfigst Erdogan beizustehen und das Schmähgedicht als „bewusst verletzend“ zu bezeichnen. Ekelhaft diese Unterwürfigkeit und diese Anbiederung der Bundeskanzlerin (so macht sie es ja auch bei Obama).

.

Böhmermann provoziert wieder

MEINUNGSFREIHEIT

Einige Wochen war Jan Böhmermann abgetaucht. Jetzt kritisiert er in einem Interview die deutsche Bundeskanzlerin. Über Erdogan äußert er sich auch nicht gerade respektvoll.

 .
 (Bild: Carstensen Nietfeld)

 

Der Satiriker Jan Böhmermann (35) hat in einem „Zeit“-Interview Bundeskanzlerin Angela Merkel deutlich kritisiert und damit erneut Widerspruch provoziert. In seinem ersten großen Interview nach wochenlanger Zurückhaltung antwortete der TV-Moderator schriftlich und mit farbenfrohen Emojis auf die Fragen der Wochenzeitung. Der Kanzlerin hält er vor, sie habe ihn nach der Veröffentlichung seines Schmähgedichts über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan „filetiert, einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert und einen deutschen Ai Weiwei aus mir gemacht*.

Merkels Formulierung, das Gedicht sei „bewusst verletzend“ kommentiert Böhmermann so: „Und wo wir gerade bei ungefragten persönlichen Geschmacksurteilen wären: Ich finde das apfelgrüne Kostümoberteil sowie das lilafarbene Samtsakko der Bundeskanzlerin ‚bewusst verletzend‘.“ Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Mittwoch in der Bundespressekonferenz lediglich, er kommentiere dieses Interview nicht.

Weiterer Ärger möglich

Ob Böhmermann weiteren rechtlichen Ärger riskiert, weil er sich im Interview abfällig über Erdogan äußert, ist noch offen. Die Mainzer Staatsanwaltschaft, bei der die Strafanträge gegen Böhmermann eingangen sind, hat noch nicht darüber entschieden, ob sie den „Zeit“-Artikel in die Ermittlungen einbezieht. Generell sei es aber möglich, auch Äußerungen von Beschuldigten oder anderen Personen heranzuziehen, die außerhalb eines Verfahrens abgegeben werden, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Böhmermanns Äußerungen stoßen nicht überall auf viel Verständnis: „Was für eine Selbstverliebtheit“, kommentierte der Politologe und Publizist Albrecht von Lucke die Statements des Satirikers in der „Hamburger Morgenpost“ vom Mittwoch. „Da wagt sich Böhmermann mit einer inszenierten Beleidigung aus dem geschützten Studio auf das glatte Parkett der Weltpolitik und beklagt sich nun darüber, dass er dafür die Konsequenzen zu tragen hat. Dabei ist er nicht das Opfer Merkels, sondern der eigenen Verwechslung von Spaß und Realität.“

Über 1000 Kommentare

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier („Übermedien.de“) twitterte: „Eigentlich war das mit dem Schweigen vorher gar keine schlechte Idee gewesen.“ Kleine Teile des Interviews waren am Dienstag bei „Zeit Online“ zu lesen. Dort gab es am Mittwochmittag bereits mehr als 1000 Kommentare unter dem Text, manche verständnisvoll, viele auch nicht. Böhmermann übertreibe es mit der Opferrolle, ist ein Kritikpunkt.

Der Grimmepreisträger, der das umstrittene Gedicht „Schmähkritik“ Ende März in seiner ZDFneo-Show „Neo Magazin Royale“ vorgetragen hatte, erläutert erstmals seine Absichten:

„Ich habe versucht, meinen Zuschauern anhand einer knapp vierminütigen satirischen Nummer zu erklären, was eine freiheitliche und offene Demokratie von einer autoritären, repressiven De-facto-Autokratie unterscheidet, die sich nicht um Kunst- und Meinungsfreiheit schert.“ Und er betont, wie wichtig der Kontext seiner Ansicht nach ist: „Jeder, der dieses Gedicht aus dem Zusammenhang nimmt und losgelöst von der ganzen Nummer vorträgt, hat nicht alle Latten am Zaun.“

Mit Erdogan zum Tee

Auf die Frage, ob er Erdogan beleidigen wollte, antwortete Böhmermann: „Nein, Präsident Erdogan zu beleidigen, ist mir zu doof. Ich denke, das hat man auch dem reichlich bescheuerten Schmähgedicht angemerkt.“

Der Satiriker kann sich grundsätzlich vorstellen, Erdogan mal zum Tee zu treffen: „Wenn er alle inhaftierten Journalisten und Oppositionellen freilässt, aufhört, die Kurdenfrage militärisch lösen zu wollen, und er offen und öffentlich den Völkermord der Türken an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges anerkennt, gerne. Aber bitte bei ihm zu Hause – er soll ja eine fette Bude haben.“

.

Böhmermann – Erdogan – Merkel

.

Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 7. Mai 2016 von hubwen in Humor, Kultur, Politik, Uncategorized

Getaggt mit , , , , ,

3 Antworten zu “Böhmermann – Erdogan – Merkel

Abonniere die Kommentare per RSS.

  1. Ich möchte hierauf mit meinem Beitrag: “Sultanine“ antworten.
    https://sabnsn.wordpress.com/2016/05/07/sultanine/
    .
    Aber auch: Wann wird Merkel endlich der Prozess gemacht
    https://sabnsn.wordpress.com/2016/05/02/wann-wird-merkel-endlich-der-prozess-gemacht/
    wo es um TTIP geht und die Rolle die Merkel dabei spielt.
    .
    Es geht um Merkel – um die Politik in unserem Land. NICHT um Böhmermann!
    .
    Ich finde auch dass Böhmermann zu sehr in den Mittelpunkt gestellt wird statt das, was er anprangert.
    Das wird wie üblich nur kommentiert oder gar zensiert, wenn es nicht im Sinne unserer Sultanine ist. Und unsere Leitmedien überbieten sich in Selbstzensur und singen vereint “Hosiannah“ auf Merkel.
    .


    (auch auf fb enternt)
    .
    Und was die Meinungsfreiheit betrifft, versuche man einmal, sich als Kritiker etwa der Merkel’schen Flüchtlingspolitik zu äußern. Der Satz ist noch gar nicht zuende gesprochen, schon findet man sich in der rechtsextremen Ecke Dunkeldeutschlands wieder und hat jeden Anspruch verwirkt, Mitglied dieser mustergültigen Demokratie zu sein.
    Während man den linken Abschaum gewähren lässt, werden Bürger die sich politische engagieren – nur nicht im merkelschen Sinne, einer beispiellosen Hetzkampagne, persönlichen Diffamierungen bis hin zu Morddrohungen durch den toten Pöbel ausgesetzt.
    Das ist die Bundesrepublik heute in der III Regentschaft Merkel. Eine Gefahr nicht nur für Europa sondern für den Weltfrieden.
    .
    Was ich vermisse sind Alternativen zur merkelschen Politik zu nennen.
    Auf Probleme hinweisen ändert noch nichts.
    Was soll verändert werden und vor allen Dingen von wem?

    Wenn einer sagt: “Merkel muss weg“ passiert gar nicht,
    auch bei 100 oder 1000 oder 100 000 nicht.
    Wenn aber 20 Millionen sagen: “Merkel muss weg“ gibt es nur noch 2 Möglichkeiten:
    Merkel geht ins EXIL – oder die NATO wird aktiv und bombt Deutschland in die Steinzeit.
    Wie sie das überall taten und tun wenn . . .


    Gruß Sabine

    Gefällt mir

  2. Bei aller Kritik an Merkel, möchte ich sie doch nicht mit dem Autokraten Erdogan vergleichen. Mir geht es hauptsächlich um Erdogan und auch um die Freiheit der Kunst, wenn man auch darüber diskutieren kann, wie wertvoll Böhmermanns Schmähgedicht war. Aber er sagte ja selbst, dass er testen wollte, was man in Deutschland sagen darf. Wie man gesehen hat nicht viel, wenn es um die Politik wegen der Flüchtlinge geht, die Erdogan ja vor allem für Merkel aufhalten soll.
    Die große und wahre Schande ist wie schnell Merkel vor Erdogan eingeknickt ist und Böhmermann auf dem Altar der Interessen geopfert hat. Und es ist schon noch ein beträchtlicher Unterschied zur Pressefreiheit in Deutschland, denn in der Türkei landen Journalisten im Gefängnis wenn sie was schreiben was dem großen türkischen Diktator nicht passt (jetzt gerade wieder zwei Journalisten, einer fast 6 Jahre und der andere 5 Jahre).
    .
    Gruß Hubert

    Gefällt mir

  3. Erdoğan braucht die Fassade nicht mehr

    .

    Warum Davutoğlus Abgang überfällig war.

    .
    Zwei Wochen ist es her, dass Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel ihr Pendant Ahmet Davutoğlu besucht hat. Damals hing das Konterfei des Premiers über drei Stockwerke eines Hauses. Für das Protzporträt auf der Fassade ist keine Verwendung mehr, denn auch Erdoğan braucht die Fassade Davutoğlu nicht mehr. Man sollte sich hüten, den meist verbindlich auftretenden Professor zu verharmlosen, er ist ein strammer Ideologe.

    Im Vergleich zu Erdoğan war er trotzdem das freundliche Gesicht – und jemand, der einen recht guten Draht nach Brüssel pflegte.

    Für eines aber war Davutoğlu nicht zu haben: für seines „Sultans“ Machtfantasien in Sachen Präsidialsystem. Da Erdoğan sich nicht mehr ansatzweise bemüht, seine autoritären Züge zu kaschieren, war Davutoğlus Abgang überfällig. Dass ein künftiger Ja-Sager-Premier ihm aber mehr schadet als nützt, dazu fehlt Erdoğan der Weitblick.
    .
    http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/4982609/Erdogan-braucht-die-Fassade-nicht-mehr?ref=yfp
    .
    Gruß Hubert

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: