Nach diesen Regeln arbeiten Journalisten   1 comment

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Finde ich recht interessant welche Regeln es da im Journalismus gibt.

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AfD-Vize Gauland beklagt die Arbeitsweise der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Doch haben die Redakteure – wie von ihm behauptet – gegen Regeln der Berichterstattung verstoßen? Eine Übersicht, was im politischen Journalismus üblich ist.

Nachdem die Kritik an seinen vermeintlichen Äußerungen über Fußballnationalspieler Jérôme Boateng nicht abreißen wollte, knöpfte sich AfD-Vize Alexander Gauland die Journalisten vor, die ihm den ganzen Schlamassel nach seiner Darstellung mutmaßlich eingebrockt haben. Er habe in der vorigen Woche ein „als vertraulich klassifiziertes Hintergrundgespräch“ mit den beiden Redakteuren geführt, schrieb Gauland in einer Rundmail an seine Parteifreunde.

Dass bei diesem Gespräch auch der Satz über Boateng gefallen sein könne, wollte Gauland nicht ausschließen. Er habe dem jedoch keine Bedeutung beigemessen, da das Gespräch „nicht zur Veröffentlichung bestimmt war“, schreibt er. Die Journalisten hätten sich jedoch „leider nicht an die Abmachungen gehalten, mir aber auch nicht irgendwelche Zitate zur Autorisierung vorgelegt“, klagt Gauland weiter. Haben die Redakteure der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ („FAS“) also unsauber gearbeitet?

Kein Rechtsanspruch

Die Autorisierung von Zitaten ist im Hauptstadtjournalismus zu einer gängigen, wenngleich umstrittenen Praxis geworden. Zahlreiche Gesprächspartner bestehen mittlerweile darauf, wörtliche Zitate vorgelegt zu bekommen, bevor sie veröffentlicht werden. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es nicht, es hat sich über die Jahre jedoch zu so etwas wie einem Gewohnheitsrecht entwickelt, auf das viele Politiker nicht mehr verzichten wollen.

Das gilt jedoch nicht für alle. Es gibt immer noch Gesprächspartner, die auf eine Autorisierung verzichten. Dies soll auch im Fall Gauland so gewesen sein, schreibt die „FAS“ in einer Stellungnahme: „Wie in früheren Gesprächen auch bestand Herr Gauland nicht auf einer Autorisierung von Zitaten. Herr Gauland stufte nur den Teil des Gesprächs, in dem er sich über AfD-Führungspolitiker äußerte, als Hintergrund ein und bat, daraus nicht zu zitieren. Daran hat sich die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung gehalten“, heißt es.

„Lieber verzichten“

Laut Deutschem Journalistenverband (DJV) ist der „FAS“ damit nichts vorzuwerfen: „Wenn vor Beginn eines Interviews keine Autorisierung vereinbart wurde, heißt die Regel: Es gilt das gesprochene Wort. Das müsste Alexander Gauland wissen, denn er war über ein Jahrzehnt lang Mitherausgeber einer Zeitung, kennt also die Spielregeln im Journalismus genauso gut wie die Journalisten der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung““, so Frank Überall, Vorsitzender des DJV, zu tagesschau.de.

Wie viele andere Journalisten sieht Überall die gängige Autorisierungspraxis kritisch. Die meisten Politiker, Prominenten und Unternehmenschefs versuchten ihre Aussagen im Nachhinein zu glätten und zu beschönigen. „In solchen Fällen sollten Journalisten auf das Interview lieber verzichten. Denn das ist dann mehr Werbebotschaft als kritische Information.“

Mit dieser Meinung steht der DJV-Vorsitzende nicht allein da. Auch laut Pressekodex ist ein Interview dann journalistisch korrekt, „wenn es das Gesagte richtig wiedergibt“, heißt es in den Richtlinien des Presserats. Eine Pflicht zur Autorisierung nennt der Pressekodex nicht. Auch in anderen Ländern wird die deutsche Autorisierungspraxis eher skeptisch beäugt. So verbot beispielsweise die damalige Chefredakteurin der „New York Times“ im Jahr 2012 ihren Mitarbeiter explizit, Interviewpartnern Zitate noch einmal zur Freigabe vorzulegen.

Vertraulichkeit muss gewahrt bleiben

Doch was ist mit dem Vorwurf, die „FAS“ hätte aus einem als „vertraulich klassifiziertem“ Gespräch zitiert? Auch hier gibt es keine festen Regeln. Allerdings hat sich im politischen Berlin die Klassifizierung von Informationen in drei Kategorien eingebürgert: unter 1, unter 2 und unter 3. Sie orientieren sich an der Satzung der Bundespressekonferenz, eines Vereins, in dem zahlreiche Hauptstadtjournalisten organisiert sind und der regelmäßig hochrangige Gesprächspartner und die Sprecher der Ministerien einlädt.

„Die Mitteilungen auf den Pressekonferenzen erfolgen: unter 1. zu beliebiger Verwendung oder unter 2. zur Verwertung ohne Quelle und ohne Nennung des Auskunftsgebenden oder unter 3. Vertraulich“, heißt es in Paragraph 16 der Satzung der Bundespressekonferenz.

In der Praxis bedeutet unter 1, dass Mitteilungen und Zitate unter voller Nennung der Quelle verwendet werden dürfen. Unter 2 dürfen zwar die Informationen genannt werden, die Quelle bleibt aber anonym. Hier kommen die berüchtigten „gutinformierten Kreise“ ins Spiel. Gespräche, die unter 3 geführt werden, sind nur für den Hinterkopf. Sie dürfen in der Berichterstattung nicht zitiert werden.. „Vertrauliche Informationen helfen uns, Zusammenhänge besser zu verstehen“, so Gregor Mayntz, Vorsitzender der Bundespressekonferenz zu tagesschau.de.

Die Praxis hat auch für die Befragten Vorteile: „Spitzenpolitiker können ihr Handeln besser erklären, wenn sie darauf vertrauen können, dass nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird“, sagt Gerd Depenbrock zu tagesschau.de. Der ehemalige Hörfunkkorrespondent ist Vorsitzender des Deutschen Presseclubs, eines Journalisten-Vereins, der monatlich zwei- bis dreimal Hintergrundgespräche veranstaltet. Mitglieder, die sich nicht an die vereinbarte Vertraulichkeit halten, droht der Ausschluss aus dem Club. Gleiches gilt für die Bundespressekonferenz. „Wir achten natürlich darauf, dass unsere Regeln eingehalten werden“, sagt Gregor Mayntz.

„Bruch aller Regeln“?

Die „FAS“ betont im Fall Gauland jedoch, dass es sich nicht um ein Hintergrundgespräch, sondern um ein „klassisches Informationsgespräch“ gehandelt habe. „Wir haben also notiert und wir haben übrigens auch aufgehört mit unseren Notizen in dem Moment, wo Herr Gauland gesagt hat, was er jetzt sage, das sei nicht mehr zum Schreiben“, so Eckart Lohse, einer der Autoren des Artikels, in dem das Gauland-Zitat erschien.

Der AfD-Vize schreibt in seiner Nachricht hingegen vom „Bruch aller Regeln“, durch den der Partei ein Schaden entstanden sei. Er kündigte rechtliche Schritte gegen die „FAS“ an, um eine Unterlassungserklärung der Zeitung zu erwirken.

Von Julian Heißler, tagesschau.de

Nach diesen Regeln arbeiten Journalisten

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 1. Juni 2016 von hubert wenzl in Medien, Politik, Uncategorized

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Eine Antwort zu “Nach diesen Regeln arbeiten Journalisten

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  1. Wenn dem so wäre, wo sind dann die ganzen kritischen Beiträge zu Multi-Kulti, zum Klimawahn, zur EU und und und . . .
    Ich kann mir nicht vorstellen dass die interviewten Personen das nicht erlaubt haben zu veröffentlichen.
    Hier werden wir wieder voll verarscht.
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    Statt nach den 6 journalistischen „W“ zu recherchieren, wie ich das noch gelernt habe:
    Wer
    Wann
    Wo
    Wie
    Was
    Warum
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    Journalisten sollten neutral und wahrheitsgemäß berichten und sich jeder Wertung enthalten, die niemals neutral sein kann.
    Ob etwas Gut oder Böse ist, hängt immer von einem Standpunkt ab.
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    Heute wird nicht mehr informiert (recherchiert) sondern eine bestimmte Meinung suggeriert.
    Der Wahrheitsgehalt spielt dabei KEINE Rolle. Es wird teils gelogen dass sich die Balken biegen. Halbwahrheiten bis hin zu offene Lügen sind an der Tagesordnung.
    Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen wiedergegeben – und dann in einem gänzlich anderen Sinn Kommentiert.
    Worauf die Bereffenden dann einer beispiellosen Hetzkampagne ausgesetzt werden.
    Das ist heutiger politischer Journalismus. Fernab jeder Ethik und Moral.
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    Fällt keinem auf, dass das momentan ausschließlich die AfD betrifft.
    Weder die NPD, noch die Linke, noch Putin ist momentan im Visier der Meinungsmacher.
    Ein Schelm, wer meint dass das ein Zufall ist. Da steckt System dahinter!
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    Während Journalisten die wahrheitsgemäß berichten in ihrer Existenz zerstört werden. Indem sie bei keinem der Mainstream-Medien wieder eine Anstellung finden, noch Verlage die ihre Werke publizieren. Auch das lässt erkennen . . . wie demokratisch unser System ist.


    glG Sabine

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