Über 2 Millionen US-Dollar für Lobbyarbeit wegen Kindesmissbrauch von kath. Kirche   1 comment

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Ich frage mich wie viel die katholische Kirche im US-amerikanischen Bundesstaat New York Entschädigungen für Kindesmissbrauch zahlen müsste, wenn sie bis 2015 mehr als 2,1 Millionen US-Dollar an Firmen gezahlt hat um kürzere Fristen durchzusetzen, in denen von Missbrauchsopfern gegen Kindesmissbrauch geklagt werden könnte. Die ausgegebenen 2,1 Millionen müssen sich schließlich ja rentieren.

Hier ein Artikel von hpd.de

Katholische Kirche in New York

Über 2 Millionen US-Dollar für Lobbyarbeit gegen Reform der Gesetzgebung zum Kindesmissbrauch

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Koffer voll Geld

 

Über 2,1 Millionen US-Dollar investierte die katholische Kirche von New York in Lobbyarbeit gegen eine Reform der Gesetzgebung zum Kindesmissbrauch – Foto: pixabay.com / CC0 Public Domain

 

BERLIN. (hpd) Nach Recherchen der Zeitung „New York Daily News“ hat die katholische Kirche im US-amerikanischen Bundesstaat New York einflussreiche Lobby-Firmen engagiert, um ein Gesetz zu verhindern, das es Opfern von Kindesmissbrauch erleichtern würde, eine Entschädigung zu erhalten.

Laut New York Daily News zahlte die Bischofskonferenz des Staates New York von 2007 bis 2015 mehr als 2,1 Millionen US-Dollar an die Firmen Wilson Elser Moskowitz Edelman & Dicker, Patricia Lynch & Associates, Hank Sheinkopf und Mark Behan Communications, um Lobbyarbeit gegen den Child Victims Act zu betreiben, der eine Reform der Gesetzgebung zum Kindesmissbrauch im Bundesstaat New York anstrebt.

Der Child Victims Act sieht eine Neugestaltung der zeitlichen Begrenzung für die Verfolgung von Missbrauchsfällen vor. Derzeit ist es Erwachsenen, die als Kind missbraucht wurden, im Bundesstaat New York nach ihrem 23. Geburtstag nicht mehr möglich, gegen die Täter im Zivilverfahren Klage zu erheben und so eine Entschädigung zu erhalten. Darüber hinaus sieht der Child Victims Act für Opfer, die nach der gegenwärtigen Rechtslage keine Klage mehr einreichen können, die Möglichkeit vor, binnen einer Frist von einem Jahr ihren Fall vor ein Zivilgericht zu bringen.

Die von der Kirche bezahlte Lobbyarbeit richtete sich vor allem gegen diese Einjahresfrist, die es auch Opfern älterer Missbrauchsfälle ermöglichen würde, Ansprüche geltend zu machen.   

In einer E-Mail an die New York Daily News nahm der Sprecher der Bischofskonferenz, Dennis Poust, Stellung zu den Vorgängen:

„Die katholische Bischofskonferenz betreibt in vielen Bereichen Lobbyarbeit. Von der Sterbehilfe (…) bis zur Strafrechtsreform“, schrieb Poust und betonte, dass die Lobby-Aktivitäten der Bischofskonferenz vollkommen gesetzeskonform seien und wie verlangt gegenüber der staatlichen Joint Commission on Public Ethics offengelegt würden. „Darüber hinaus geben wir keinen weiteren Kommentar ab.“

Von Daniela Wakonigg

 

Über 2 Millionen US-Dollar für Lobbyarbeit wegen Kindesmissbrauch von kath. Kirche

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Gruß Hubert

 

Eine Antwort zu “Über 2 Millionen US-Dollar für Lobbyarbeit wegen Kindesmissbrauch von kath. Kirche

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  1. Hier noch ein Kommentar dazu.

    Klaus Bernd am 27. Juni 2016
    Eine entlarvende Aktion, die deutlich zeigt, dass für der r.k.K. nach wie vor die Vertuschung Priorität hat; die e-mail von Poust muss man als Eingeständnis werten, dass die Meldung stimmt.
    Noch interessanter der Bericht der BZ über die ersten „Ergebnisse“ der Studie, auf die hier verlinkt wird.
    2013 in Auftrag gegebeben, „hat sie gerade erst richtig begonnen“ – zur Erinnerung: es ist jetzt Juni 2016 – „und soll bis Ende 2017 laufen“.
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    „„Wir kriegen von den Diözesen bisher alles, was wir anfordern“, sagte Dieter Dölling vom Kriminologischen Institut der Universität Heidelberg.“
    Ich sag’s mal andersrum: wir haben – anders als Pfeiffer – bisher nichts angefordert, was uns die Diözesen nicht geben wollten ?.
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    „sagt Bischof Stephan Ackermann, Beauftragter der Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs. Aktenvernichtung in größerem Stil habe es dabei nicht gegeben.“
    Keine Aktenvernichtung in größerem Stil ?, in kleinerem Stil aber wohl schon ?; also nur die allerpeinlichsten Fälle ?.
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    „„Es geht um Erkenntnisse, welche Strukturen Missbrauch begünstigt haben“, sagt Bischof Ackermann. Es geht aber nicht um Namensnennung, Strafverfolgung oder Diözesen-Bashing.“
    Es geht also nach wie vor um Strafvereitelung und Begünstigung von Straftaten. Ist hier nicht angebracht, wenigstens heute noch strafrechtlich relevante Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft zu übergeben ?
    Und die Schuldzuweisung an die „Strukturen“ kennt man schon zur Genüge aus allen möglichen Skandalen als billige Ausrede.

    Bashing scheint zur Zeit im klerikalen Sprachgebrauch in Mode zu sein als eine Art Martyrium, das Klerus und Kirche erleiden müssen. Schon beim letzten Rüffel von Bergoglio an die Adresse fehlbarer Bischöfe wurde schon mal vorsorglich „Bischofs-Bashing“ befürchtet. Das soll natürlich eventuelle Whistle-Blower, die sich durch die Aussagen des Papstes ermutigt fühlen könnten, vorsorglich in die Schmuddelecke stellen. Die Umstände der Aufklärung der Vorgänge um den „Protzbischof“ von Limburg haben doch wohl klargemacht, dass eher die übergroße Unterwürfigkeit gegenüber der kirchlichen Hierarchie das Problem ist.

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    „Ackermann geht davon aus, dass der Skandal die Kirche seit 2010 geläutert hat. Das Schuldbewusstsein sei gewachsen.“
    Ganz einfach gesagt: Davon gehe ich nicht aus. Es sind immer noch dieselben „Strukturen“ am Werk. Und dass das Schuldbewusstsein der Täter gewachsen ist, hilft keinem Opfer. Das wahre Gesicht zeigt sich in dieser Aktion der Bischofskonferenz von New York. Und solange man apologetisch von „Vertuschung“
    spricht und nicht juristisch korrekt von Strafvereitelung und Begünstigung von Straftaten, kann ich keine Läuterung erkennen. Überhaupt scheinen die Kultbeamten davon auszugehen, dass das halbherzige Eingeständnis „früherer“ Übeltaten ihren selbstverliehenen Anspruch, moralische Authorität zu sein, in besonderer Weise untermauern würde. Auch davon gehe ich nicht aus.

    Liken

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