Die heiße Luft des Donald Trump   Leave a comment

.

Sich groß fühlen kommt der amerikanischen Befindlichkeit sehr entgegen, denn sie lieben ja alles groß. Außerdem verspricht Trump Law and Order, es werde keine Kriminalität mehr unter ihm geben – sagt er. An die Grenze Mexikos werde er eine hohe Mauer erbauen lassen – die Mexiko dann bezahlen muss. Er sagte aber ja so vieles, das ich jetzt nicht wiederholen möchte.

Aus der SZ

Viele fühlen sich vom Republikaner-Kandidaten aufgepumpt, sie fühlen sich größer. Seine Parteitagsrede offenbart, was sich in der Hülle aus Angeberei, Beleidigungen und Lügen verbirgt.

Kommentar von Nicolas Richter, Cleveland

Amerikas Parteitage enden damit, dass Luftballons von der Decke fallen, das passt zum Kandidaten der Republikaner für die Präsidentschaft. Donald Trump ist der Luftballon der US-Politik: Niemand hat ein solch aufgeblasenes Ego wie er, und bei niemandem ist die Substanz so dünn.

Trump hat sich zum Parteitag eine glatte Hülle gegeben: Er hat eine weitgehend moderate, zeitweise staatsmännische Rede gehalten. Diese Rede sollte niemanden täuschen: Trumps Verachtung für Gegner, die schamlose Selbstdarstellung, die Unfähigkeit, mit Kritik und eigenen Fehlern umzugehen – all dies verschwindet nicht wegen einer geglätteten Ansprache.

Man hat Trump oft vorhergesagt, dass sein politisches Projekt rasch platzen würde: Dann nämlich, wenn die Menschen durchschaut hätten, wie leer sein Programm ist, wie wenig sich verbirgt in der Hülle aus Angeberei, Beleidigungen und Lügen. Diese Prophezeiung hat sich nicht erfüllt, weil sich viele Menschen von Trump aufgepumpt fühlen: Sie hören ihm zu und fühlen sich größer. Sie glauben, dass auch ihr Land plötzlich wieder großartiger ist.

„Das System“ hat Trump reich gemacht

Trump hat den Ballon auch bei seiner Parteitagsrede nicht mit Substanz gefüllt. Er macht die Demokratin Hillary Clinton für das Chaos verantwortlich, das der Arabische Frühling hinterlassen hat – ohne zu erklären, wie er die Region befrieden würde. Er verspricht Amerikas Städten Sicherheit und Ordnung, ohne ein originelles Detail zu nennen. Er will den Handel mit China und Mexiko neu regeln – ohne dass jemand weiß, wie er mehr bekommen will, ohne mehr zu geben. Und wie alle Republikaner verheißt er niedrigere Steuern, obwohl der Staat längst überschuldet ist.

Die unglaublichste Botschaft Trumps ist die, dass niemand „das System“ so gut kennt wie er und dass nur er es deswegen reparieren kann. Das System, das Trump genutzt hat, es hat ihn reich gemacht: Er behielt die Erträge für sich und ließ andere die Risiken und Kosten tragen. Trump hat das System auch benutzt, indem er an Politiker beider Parteien spendete, weil ihm das Programm egal war, solange ihm die Beziehungen halfen. Ja, Amerikas Politik ist durch und durch korrupt, aber Trump ist nicht derjenige, der dies ändern wird.

Die Republikanische Partei hat es nicht vermocht, dem Ballon Trump die Luft des Opportunismus zu entziehen. Jetzt bleibt nur das amerikanische Wahlvolk: Es könnte im Herbst daran erinnern, dass Luftballons gut sind für eine Party, nicht aber für eine Partei, und noch weniger für die Präsidentschaft.

http://www.sueddeutsche.de/politik/parteitag-der-republikaner-die-heisse-luft-des-donald-trump-1.3090010

.

Michael Moore ist ja bestimmt kein Trump-Fan, aber er erklärt, warum er befürchtet, dass Trump Präsident werden wird. Das größte Problem der Demokraten ist ihre Kandidatin Hillary Clinton.

Michael Moore erklärt, warum Donald Trump Präsident wird

Der Filmemacher nennt den republikanischen Präsidentschaftskandidaten einen „Teilzeit-Clown und Vollzeitsoziopathen“. Und warnt seine linken Fans gleichzeitig davor, Trump nicht ernst zu nehmen.

Von Bernd Graff

Michael Moore, der Filmregisseur und Oscar-Preisträger, Autor des Bestsellers „Stupid White Men“, ist nie um klare Worte und Gesten verlegen. Autoritäten sind ihm zuwider, der Mann zeigt dann Kante, egal in welcher Kunstform. Ein Aufwühler, ein Bilderstürmer ist er.

Nachdem die Republikanische Partei Donald Trump zu ihrem Präsidentschaftskandidaten gekürt hat, erscheint es Moore notwendig, sich an seine „Freunde“ zu wenden. In einem offenen Brief, den er auf seiner Website und bei der Huffington Post veröffentlicht hat, weist er darauf hin, dass er schon vor einem Jahr prophezeit habe, Trump werde Kandidat.

Nun müsse er die „even more depressing news“, die noch deprimierendere Nachricht, kundtun: Dabei bleibe es nicht, Trump werde jetzt auch der nächste Präsident der Vereinigten Staaten. Man werde sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass dieser „Teilzeit-Clown und Vollzeitsoziopath“ demnächst mit „Mr. President“ angesprochen werde.

Gelächter und Fremdschämen über diesen Narzissten als bloße Abwehrreflexe

Natürlich würde man jetzt in bestimmten Kreisen den Kopf schütteln und wolle das nicht wahrhaben. Aber, so Moore, die Kopfschüttler lebten in einer Blase, in einer Echokammer voller Gleichgesinnter, die davon überzeugt seien, das amerikanische Volk werde niemals einen Idioten zum Präsidenten wählen. Auch Gelächter und Fremdschämen über diesen Narzissten seien bloß Abwehrreflexe.

Ebenso die Argumente, dass ein Volk nie gegen seine eigenen Interessen wähle oder dass die Mehrheit von Frauen und Jungwählern, von Latinos und Schwarzen Trump ablehne. Schon die 16 Mitkandidaten der Republikaner hätten so gedacht – und was sei von ihnen geblieben? Eben.

Dann benennt Moore sachlich argumentierend die fünf Gründe, warum Trump die Wahl im November gewinnen werde.

Erstens werde sich Trumps Wahlkampf auf die Great-Lakes-Region konzentrieren, die Staaten Michigan, Ohio, Pennsylvania, Wisconsin, die – wegen der heruntergekommenen Autoindustrien – der Rostgürtel genannt werden. In diesen ehemals von Demokraten dominierten Staaten hätten die Menschen schon in den Vorwahlen für Trump gestimmt. Trump habe ihnen damals Unterstützung und nun Strafzölle auf Auslands-Importe versprochen.

Zweitens gebe sich Trump als letzte Hoffnung des „wütenden weißen Mannes“, der eine Frau nie und nimmer als Boss dulden wolle, und dem diese ganze Transgender-Correctness auf die Nerven gehe. Demnächst müsse man sich vermutlich von einem Hamster regieren lassen.

Das allergrößte Problem ist nicht Trump, sondern Hillary Clinton

Drittens sei das allergrößte Problem bei dieser Wahl nicht Trump, sondern die Demokratin Hillary. Niemand glaube ihr, viele fürchteten, dass sie einen Krieg anzetteln könnte. Sie verkörpere eine alte Politik, die nur an den eigenen Vorteil, nicht an das Wohl des Volkes denke. Viertens würden die unterlegenen Bernie-Sanders-Befürworter zwar mutmaßlich für Hillary stimmen, aber eben nicht enthusiastisch, sondern nur deprimiert das kleinere Übel wählen. So werde ihnen im entscheidenden Moment die Energie fehlen, weitere Wähler mit an die Urnen zu ziehen – wie es die Obama-Fans seinerzeit vorgemacht hätten.

Fünftens werde es in Anlehnung an ein Wahldebakel der Neunzigerjahre in Minnesota auch noch den „Jesse Ventura Effekt“ geben. Damals wurde ein Wrestler zum Gouverneur gewählt, weil die Bürger seinen Konkurrenten einen Denkzettel verpassen wollten. Die Wut sei jetzt ähnlich groß, das politische System und seine Akteure seien herabgewirtschaftet, den Showmenschen habe man eben gewählt – „weil man es konnte“.

Selten hat man Moore so niedergeschlagen erlebt. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. In der nächsten Woche wolle er darlegen, heißt es am Ende des Pamphlets, wie man Trump doch noch verhindern könne.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/us-wahlen-michael-moore-erklaert-warum-donald-trump-praesident-wird-1.3093645

.

Gruß Hubert

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: