Archiv für 5. August 2016

Unsere Heimat und die vaterländische Pflicht   Leave a comment

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Zuerst mal zurück in die Vergangenheit. Inpiration für diesen Beitrag war für mich ein Satz wo man sich für Gott und Vaterland aussprach. Da fiel mir gleich der Spruch auf Sterbebildern vom 1. Weltkrieg ein: Gestorben für Gott, Kaiser und Vaterland. Im Nationalsozialismus hieß es dann: Gestorben für Führer, Volk und Vaterland. Begriffe wie Vaterland, Gott wurden missbraucht und Menschen benützt und durch gewissenlose Propaganda verführt.

Verführt, betrogen, elendiglich, sinnlos gestorben und irgendwo begraben.

http://www.dhm.de/archiv/ausstellungen/lebensstationen/2_163.htm

Zum 1. Weltkrieg.

Begeisterung und Verklärung

Der Ruf der Zeit ist ein Ruf zur vaterländischen Pflicht. Diese vaterländische Pflicht ist für den Christen Gottesdienst und Christusdienst.” – So äußerte sich der Kieler Theologieprofessor Erich Schaeder auf einer christlichen Studentenkonferenz im zweiten Kriegsjahr. Die Aussage ist bezeichnend für die Stimmung in der deutschen Christenheit von Beginn des Krieges an. Der Krieg weckte Begeisterung – und wurde sogleich verklärt in einer Art und Weise, die uns heute sehr befremdet. Ohne viel Federlesens haben die deutschen Christen Gott für ihre nationale Sache reklamiert. Theologen und andere christliche Gelehrte, aber auch christliche Politiker wie der spätere Reichskanzler Georg Michaelis: sie haben das Weltgeschehen als Handeln Gottes gedeutet. Das “Evangelische Allianzblatt” machte am 27. September 1914 auf mit einem Artikel über “Gottes Sprache in ernster Zeit”: “In dem Donnern der Kanonen, in den Kriegen und Empörungen unserer Tage, in dem Sterben so vieler Tausende liegt eine Sprache der Ereignisse, in welcher Gott selbst sein Wort bestätigt und mit heiligstem Ernst den Herzen nahe bringt. … Die Weltgeschichte ist das Weltgericht… Gott will, dass wir diesen schwersten Krieg, den die Menschheitsgeschichte gekannt hat, als einen Beweis seiner Gütigkeit, Geduld und Langmut erkennen lernen. … Die Masse der Feinde um unser Vaterland, das demütig vertrauende Bekenntnis unsres Kaisers, das Wunderbare unserer großen Siege – und nicht zum wenigsten auch unsere Verluste -, das alles soll uns zu der beugenden Anbetung bringen, dass wir Gott allein die Ehre geben…”

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 Der Artikel war offensichtlich geschrieben worden unter dem Eindruck der siegreich beendeten Schlachten von Tannenberg und an den Masurischen Seen. Als er in Druck ging, war es allerdings vorbei mit den großen Siegen. Die Marne-Schlacht Mitte September hatte nicht den erhofften Durchbruch des deutschen Heeres gebracht; die verfeindeten Armeen krallten sich im Boden fest und gruben sich ein. Das große Sterben hatte begonnen – in Galizien und in Flandern, in Nordfrankreich und in Kurland. Gottes Gütigkeit, Geduld und Langmut?

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In der Heimat bekam man von den wahren Vorgängen auf den Schlachtfeldern nur wenig mit. Dafür wurden Legenden gesponnen. Auch in christlichen Blättern. Z.B.:

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“Deutschland ist durch der Gegner falsches und heimtückisches Gebaren mit hineingezogen und … schließlich genötigt worden, auch seinerseits das Schwert zu ergreifen.”

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Der Kriegsgegner wurde diffamiert und schlecht gemacht. Auch christliche Zeitschriften gaben sich für Propaganda her: In Deutschland wurde gegen das englische “Händlertum” gewettert, gegen den angeblich in England herrschenden “Geldgeist”. Christliche Autoren in England revanchierten sich mit Ausfällen gegen die “kulturlosen Hunnen” und gegen die “deutsche Barbarei”. Bis ins dritte Kriegsjahr hinein steigerten sich die antienglischen Vorwürfe bis ins Bizarre. In der Zeitschrift “Der Hilfsbote” gerieten schließlich sogar die beliebten Heilslieder aus der englischen Erweckungsbewegung ins Fadenkreuz: “Man denke an Lieder wie ‘Welch Glück ist’s, erlöst zu sein’ oder ‘Ich weiß einen Strom, dessen herrliche Flut…’: All diesen Liedern fehlt die klare und bestimmte Verkündigung des Herrn in seinen Taten und Worten… – Die große Befreiung von der Oberflächlichkeit des englischen Liedes konnte nur durch ein so gewaltiges Ereignis wie diesen Krieg erwirkt werden. Wir erhoffen uns davon eine Neubelebung deutschchristlicher Dichtung und deutschgeistlicher Musik…

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http://www.lebenshaus-alb.de/magazin/002457.html

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Pfarrer Hans Milch – Deines Vaterlandes Hoffnung / Remix

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CHRIS ARES – Heimat // Musikvideo // 2016 HD (prod. by Balkanoo Beatz)
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Kreuzweg Ost – Für Kaiser, Gott und Vaterland [HelheimPaganArt Channel]

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Heute gibt es keine soldatischen Helden mehr

In den Gefallenenanzeigen kann man zumindest bis 1944 herauslesen, wie die Hinterbliebenen zum Dritten Reich standen. Wie dies auch immer war, alle starben den „Heldentod“. Doch es war ein elender, jämmerlicher und unnützer Tod. In Kriegs- und Massengräbern, in Schlammlöchern oder auf dem Grunde der Meere lagen bei Kriegs­ende rund vier Millionen tote deutsche Sol­daten – vier Millionen betrogene und ver­führte Helden. Generationenlang galt der Tod eines Soldaten im Krieg als „Heldentod“. Unzählige Denkmäler künden davon. Doch die Schrecken des Zweiten Weltkriegs verursachten in Deutschland einen Wertewandel. Die Helden rekrutieren sich heute eher aus der Welt des Sports und der Unterhaltung. Setzt ein erneuter Wandel ein? Werden die inzwischen in internationalen Auslandseinsätzen kämpfenden Bundeswehrsoldaten und -soldatinnen zu neuen Helden? Das ZDF suchte in seinem Dokumentarfilm „Heldentod – Der Mythos von schönen Sterben“, eine Zeitreise durch mehr als 200 Jahre deutscher und europäischer Geschichte, nach Antworten. Eine davon:

„Der Soldatentod auf dem ,Feld der Ehre’ wurde in Deutschland zum ersten Mal in den so genannten Befreiungskriegen 1813/14 gepriesen. Was heute Angst macht, galt bis 1945 als eine bewundernswerte Leistung. Doch der Tod auf den Schlachtfeldern Europas war niemals ,süß und ehrenvoll’ und wurde auch nicht wirklich als das Höchste im Leben eines Mannes sehnsüchtig erstrebt!“

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die bisherige Tradition und Praxis vom Tod fürs Vaterland in Frage gestellt. Die Zerstörungen und Unmenschlichkeiten zweier Weltkriege führten in Deutschland dazu, dass es als wenig ehrenhaft galt, fürs Vaterland zu sterben.

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http://www.rothenburg-unterm-hakenkreuz.de/der-fuehrer-bat-zum-totentanz-heldentod-im-untergang-und-in-den-gefallenenanzeigen-verfuehrt-betrogen-elend-gestorben-und-irgendwo-begraben/

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attentat-auf-hit-hit-gruss

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 5. August 2016 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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