Archiv für 12. August 2016

Warum distanzieren sich muslimische Verbände nicht (oder kaum) bei islamistischen Anschlägen   1 comment

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Man muss sich immer wieder ärgern, wenn man sieht, dass sich Islam-Verbände nicht (oder kaum) von islamistische Terroranschlägen distanzieren. Sie müssen oft erst dazu gedrängt werden und tun es oft nur halbherzig. Außerdem wird immer wieder die unsinnige Phrase gedroschen, die Anschläge hätten nichts mit dem Islam zu tun – trotz der Schreie vor dem Morden: „allahu akbar“ (Allah ist groß oder der Größte).

Hier ein Artikel von n24.de über Loyalität der Türken.

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Meinung zur Erdogan-Demonstration in Köln

Türken in Deutschland müssen ihre Loyalität klären

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Bei islamistischen Anschlägen hört man wenig, aber für Erdogan demonstrieren Zehntausende. Das wirft Fragen nach der Verbundenheit der türkischen Community mit unserer Demokratie auf.

Vor 24 Jahren attackierte ein Mob in Rostock-Lichtenhagen Asylbewerber und Vietnamesen. Wenig später kamen bei einem Brandanschlag in Mölln drei Türken ums Leben. Die Deutschen waren entsetzt.

Man hätte damals sagen können: Das hat mit Deutschsein nichts zu tun, die überwältigende Mehrheit der Nachkriegsdeutschen hat noch nie einen Ausländer angegriffen, Deutsche dürften jetzt nicht unter Generalverdacht gestellt werden.

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Es geschah aber etwas anderes: Eine öffentliche Debatte begann, eine intensive Selbstbefragung, eine Suche nach den Ursachen, die Landsleute zu solchen Taten brachten. Sichtbarer Höhepunkt war eine Lichterkette, bei der 400.000 Münchner schweigend protestierten – ein Drittel der Stadtbevölkerung.

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Nach der jüngsten Serie von Anschlägen durch junge Muslime, nach dem ersten islamistischen Selbstmordattentat in Deutschland warten viele auf eine Reaktion der Muslime in Europa. Auch sie leben in ihrer überwältigenden Mehrheit friedlich. Aber wo ist das vernehmbare Entsetzen, wo die Debatte, wo die Selbstbefragung?

 

Muslimische Verbände mussten gedrängt werden

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Es gab einen Versuch im Januar 2015, nachdem Islamisten ein Massaker bei „Charlie Hebdo“ verübt hatten – aber er endete kläglich. Am Brandenburger Tor fand eine prominent besetzte Mahnwache für Toleranz statt, ein paar Tausend Menschen kamen zusammen, die meisten Mitglieder deutscher Parteien und Gewerkschafter. Viele muslimische Verbände mussten mit sanftem Druck zur Teilnahme bewegt werden, sie mobilisierten nur widerwillig oder gar nicht.

Wenn es aber, wie jetzt am Sonntag wieder in Köln, darum geht, hierzulande einem türkischen Präsidenten zu huldigen, der seit Jahren sein Land islamisiert und gerade den Rechtsstaat abräumt, dann lassen sich offenbar spielend erwartete 30.000 Menschen mobilisieren.

Das wirft Fragen nach der Verbundenheit weiter Teile der türkischen Community mit der bundesrepublikanischen Demokratie auf. Bei der türkischen Parlamentswahl Ende 2015 stimmten die Türken in Deutschland zu 60 Prozent für Erdogan, zehn Prozentpunkte mehr als in der Türkei selbst. Europaweit erzielte die AKP nur in Österreich einen noch höheren Wert.

 

Nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ hielt der muslimische Bürgermeister von Rotterdam eine bemerkenswerte Rede, die in einem Aufruf an seine Glaubensbrüder gipfelte: „Wenn ihr die Freiheit nicht wollt, packt um Himmels willen eure Koffer und geht.“ Wer hält heute so eine Rede in Deutschland?

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Warum distanzieren sich muslimische Verbände nicht (oder kaum) bei islamistischen Anschlägen

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Gruß Hubert