Archiv für 26. August 2016

Das „Schweinehochhaus“ in Sachsen-Anhalt   1 comment

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Tierschutzgesetze zählen nicht, wenn es um die Ware Fleisch geht. Da interessiert es nicht mehr, dass es ein Tier ist, das auch Bedürfnisse hat und fühlt was mit ihm gemacht wird. Die Schweine spüren am besten am eigenen Leib was Kapitalismus bedeutet und dass es keine Sau interessiert wie es ihnen geht. Sie werden in tierquälerischen Kastenständen gehalten, deren eh schon viel zu knapp bemessenes Mindestmaß noch unterschritten wird. Aber das Veterinäramt ist genervt! Können denn diese Tierschützer nicht das Maul halten?… – die sollen nicht stören beim Profite machen. Sind ja eh nur Schweine, nicht? Die Politik macht illegale Tierhaltung legal, segnet alles ab.

 

Hier ein Bericht von Kontraste – ARD, vom 25.08.2016.

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Massentierhaltung im „Schweinehochhaus“ Amtlich verordnete Tierquälerei?

Wie ein Schwein gehalten werden darf, das ist bundesweit amtlich geregelt: im aktuellen „Handbuch Tierschutzüberwachung in Nutztierhaltungen“. Verfasst im Jahr 2012 auf Initiative der Landwirtschaftsminister, verstößt es jedoch grundlegend gegen das Tierschutzgesetz. Da wundert es wenig, dass Tierschützer im so genannten „Schweinehochhaus“ in Sachsen-Anhalt immer wieder auf unhaltbare Zustände stoßen: Tierquälerei mit amtlichem Siegel.

Anmoderation: Eine Zuchtsau in der Massentierhaltung: Haben Sie eine Vorstellung, wie viele Ferkel so eine Sau pro Jahr in unseren Tierfabriken zur Welt bringt? Es sind – 180! Fernab in ländlichen Gebieten wird künstlich besamt, gemästet und geschlachtet, was der Markt verlangt. Der Konsum, er boomt, es geht nicht mehr um Tiere, sondern nur noch um die Ware Fleisch. Tierschutzgesetze, sie stören meist.  Axel Svehla und Diana Kulozik zeigen Ihnen, wie es die Politik den Schweinemästern leicht macht, solche Gesetze zu umgehen.- Scheinbar ganz legal.

 

Dies ist ein Hochhaus. Erbaut in den 60er Jahren in Maasdorf, Sachsen-Anhalt. Aber was ist das? Ein Bunker, ein Gefängnis? Die Anwohner nennen den einmaligen Bau: Schweinehochhaus. Auf 6 Etagen werden hier 500 Sauen und ihre Ferkel gehalten.

Der Betreiber: die JSR Hybrid. Das Ziel des Unternehmens: Making pork more profitable.

Was das heißt, haben Tierschützer dokumentiert. Hier wird Zuchtsauen ausgetrieben, was ihre Umwandlung zur Gebärmaschine stört: freie Bewegung, artgerechtes Verhalten in der Gruppe. Circa 180 Ferkel werden einer Zuchtsau in 4 Jahren abgepresst, danach wird sie geschlachtet. Weit verbreitet wie hier im Schweinehochhaus: nur 70 cm breite, sogenannte Kastenstände: Käfige wäre wohl zutreffender. Hinlegen und ausstrecken kann sich das Tier nicht. Es ist zu groß, hochgezüchtet auf über 90 cm, die sogenannte Risthöhe.

Wir suchen Kontakt zum Betreiber des Schweinehochhauses, um die Aufnahmen aus seinem Betrieb zu überprüfen. Doch statt ein Interview zu ermöglichen, werden wir beobachtet, wird die Polizei alarmiert.

Polizei

„Nicht erschrecken, hier ist nur die Polizei“

Kontraste

„Machen wir überhaupt nicht.“

Und wir werden vom Eingangstor vertrieben.

Person

„Ab, runter hier!“

Hier ist angeblich alles in Ordnung.

Kontraste

 „Also es gibt hier keine einzige Sau, die mit einer Risthöhe von 90 in ’nem 70er Kasten ist?“

Person

„Ne.“

Kontraste

„Sind Sie sicher?“

Person

„Ja, Da bin ich sicher.“

Was sagt die Kontrollbehörde, das zuständige Veterinäramt dazu? Sie müsste etwas wissen, denn die Zustände im Schweinehochhaus waren von Tierschützern wiederholt kritisiert worden. Die vorletzte Kontrolle fand  am 18. Mai  dieses Jahres  statt. War etwas zu beanstanden? Ein Interview gibt es nicht. Schriftlich wird mitgeteilt:

Zitat Veterinäramt Köthen

Der Betrieb erfüllt die geltenden tierschutzrechtlichen Bestimmungen (…) Es wird kein Bedarf gesehen, das Thema zum zigsten Mal aufzugreifen.

Das Veterinäramt ist genervt. Von Leute wie ihm, Jan Peifer, Tierschützer. Er hat die Zustände im Schweinehochhaus in kurzen Abständen dokumentiert und Anzeige erstattet. Die Ermittlungen wurden eingestellt, „den Tieren seien keine erheblichen Leiden zugefügt“ worden – meint die Staatsanwaltschaft. Der Aktivist ist empört.

Jan Peifer, Deutsches Tierschutzbüro e.V.

„Man hat hier argumentiert, dass eben diese Missstände behoben seien und dass es gar nicht so schlimm sei. Für die Tiere, die da drin sind ist es eine Hölle, das muss man mal ganz klar sagen.“

Alles Rechtens behaupten die Schweinemäster, wenn gegen ihre Anlagen protestiert wird. Selbst gegen die viel zu engen Kastenstände von 70 cm sei nichts einzuwenden, denn die seien schließlich erlaubt.

Erstaunlicherweise stimmt das. Das  Handbuch “ Tierschutzüberwachung in Nutztierhaltungen“ dient Veterinärämtern und Mastbetreibern als Richtlinie. Es gilt noch in den meisten Bundesländern. Dort heißt es:

Zitat:

„Von der Erfüllung der Anforderung kann (…) ausgegangen werden, wenn Kastenstände (…) mindestens wie folgt beschaffen sind: Für Sauen ….200 X 70 cm.“

So wird der 70 cm breite Kastenstand in der Praxis zur gängigen Norm. Die Verfasser des Handbuchs, beauftragt von den Agrarministern der Länder, ermöglichten damit aber einen ständigen Bruch geltenden Rechts. Denn in der übergeordneten Tierschutz-Nutztierhaltungs-Verordnung ist festgelegt:

Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung § 24 Abs. 4 Nr.2:

„Kastenstände müssen so beschaffen sein, dass jedes Schwein ungehindert aufstehen, sich hinlegen, sowie in Kopf – und Seitenlage die Gliedmaßen ausstrecken kann.“

Die Landwirtschaftsministerin von Sachsen-Anhalt ist erst seit 3  Monaten im  Amt. Die Bilder aus dem Schweinehochhaus überraschen sie.

Hier weiterlesen:

Das „Schweinehochhaus“ in Sachsen-Anhalt

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Gruß Hubert

 

 

Ruhe in Frieden, Lorenzo!   Leave a comment

Es ist eine große Niedertracht einen Stier vor dem unfairen „Kampf“ so zu bearbeiten, dass der Torero meist leichtes Spiel hat um den Stier zu töten. In Wahrheit sind diese „Stierkämpfer“ die größten Feiglinge und Schurken, wo es mich freut, wenn so ein „Nichtswertiger“ dabei den Tod findet – leider viel zu selten. Es ist kaum zu glauben, dass man im 21. Jahrhundert noch in manchen südlichen Ländern solchen barbarischen und tierquälerischen Abmurksen von Stieren frönt. Kein Urlaub in Spanien!

Für die Freiheit und das Leben aller Tiere!

Am Samstag, dem 09.Juli, hatte ein Stierkampf in Spanien ein „trauriges“ Ende gefunden: Der 29-jährige Torero Víctor Barrio verletzte sich im Kampf mit einem Stier tödlich. Aus meiner Sicht ein selbstgewähltes Schicksal und ich verstehe nicht, wie man mit zu Tode gekommenen Tierquälern und Toreros auch nur das geringste Mitleid haben kann. Hierzu ein sehr guter und aufschlussreicher Kommentar von der Bloggerin und Tierschutz-Aktivistin Bettina Marie Schneider auf huffingtonpost.de zum Tod dieses Stierkämpfers in der Arena:

Die Nachricht über den erst 29 Jahre alten Torero, der bei einem Stierkampf so schwer verletzt wurde, dass er starb, macht mich sehr betroffen und ich trauere aufrichtig.

Ich trauere jedoch um den Stier Lorenzo. Denn er war von Anfang an der Verlierer bei diesem unfairen „Kampf“, der keiner war. Er wurde, wie unzählige Stiere, Opfer brutalster Tierquälerei, deren einziger Zweck darin besteht, die blutrünstigen und verrohten Zuschauer zu unterhalten.

Ich weiß nicht, was…

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Veröffentlicht 26. August 2016 von hubert wenzl in Uncategorized