Archiv für 7. September 2016

Soll man Kinder kriegen oder nicht?   Leave a comment

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Zumindest interessante Gedanken, die man sich mal durch den Kopf gehen lassen kann. Oder man muss oder zumindest sollte man wissen, dass es das auch gibt. Auch wenn es ein absolutes Tabu-Thema ist. „Wer nicht zeugt, macht sich schnell verdächtig, ein egoistischer Menschenfeind zu sein.“ Ich habe auf einem Blog eine wilde – oder sollte ich sagen eine wüste (?) Diskussion darüber miterlebt. Ja, man kann damit in ein Wespennest stechen.

Jedenfalls würde dann die Welt… nein die Menschen aussterben. Ob das gut wäre oder nicht? Auch darüber gibt es geteilte Meinungen. Sicher ist nur, dass sich die Erde weiter drehen würde.

Antinatalismus ist eine Philosophie, die der menschlichen Reproduktion ablehnend gegenübersteht. Das Wort leitet sich vom lateinischen natalis, „zur Geburt gehörig“, ab. Das Gegenteil von Antinatalismus ist der Pronatalismus.“

[…]

„Eine Reihe von Staaten verfolgt oder verfolgte über lange Zeit eine antinatalistische Politik. Der Grund dafür ist meistens die Sorge über ein zu schnelles Bevölkerungswachstum. Zu diesen Staaten gehören zum Beispiel Indien und die Volksrepublik China. Mit der chinesischen Ein-Kind-Politik, laut der eine Familie nur ein Kind haben durfte, sollte das Bevölkerungswachstum unter Kontrolle gehalten werden.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Antinatalismus

Aus heise.de

Soll man Kinder kriegen oder nicht?


„Nein!“, sagen die Antinatalisten

„Man muss die Menschen bei ihrer Geburt beweinen, nicht nach ihrem Tode“, meinte Montesquieu. Das philosophische Weltbild des Antinatalismus ist in der Öffentlichkeit und in den Medien noch immer ein Tabu-Thema. Doch was hat es mit diesem Weltbild auf sich?

So etwas gibt es selten im Fernsehen, zumal in den USA: einen waschechten Antinatalisten, also eine Person, die vehement das Kinderkriegen kritisiert. Doch in der erfolgreichen HBO-Krimiserie True Detective (2014) zieht der Polizist Rustin Cohle (gespielt von Matthew McConaughey) gleich in der ersten Episode so richtig vom Leder und verflucht die Existenz der Menschheit:

Ich glaube, dass das menschliche Bewusstsein ein tragischer Fehltritt in der Evolution ist. Wir sind uns zu bewusst über uns selbst geworden; die Natur hat einen Aspekt der Natur geschaffen, der sie von sich selbst trennt. Wir sind Lebewesen, die den Naturgesetzen zufolge gar nicht existieren sollten. Wir sind Dinge, die sich an der Illusion abmühen, dass sie ein Selbst haben. Unsere Gattung könnte, so glaube ich, etwas ehrenhaftes tun, nämlich unsere Programmierung ablehnen, mit der Fortpflanzung aufhören, Hand in Hand dem Aussterben entgegenlaufen, eine letzte Mitternacht, Brüder und Schwestern sagen dem Übel einfach Adieu.

Polizist in True Detective

Das klingt ganz nach Schopenhauer, dem Misanthropen, der wohl nur seinen Pudel wirklich liebte. Und ja, der Drehbuchautor Nic Pizzolatto ist stark von Schopenhauer beeinflusst – ebenso vom Schriftsteller Thomas Ligotti, der existenzphilosophische Horror-Romane schreibt und Nic Pizzolatto auch gleich des Plagiats beschuldigt hat.

In seinem düsteren Sachbuch „The Conspiracy Against the Human Race“ (2011) schreibt Ligotti ganz nonchalant: „Nichtexistenz hat noch niemandem geschadet, aber Existenz schadet allen.“ Antinatalismus in Reinform. Als die erste Staffel von True Detective ausgestrahlt wurde, gab es in den USA teils heftige Diskussionen. Aber warum provoziert das Thema eigentlich so sehr?

Kinder zeugen – die elementare Aufgabe des Menschen?

Menschen ohne Nachwuchs – vor allem Frauen – erregen Argwohn. In den Köpfen vieler Menschen hat sich anscheinend die Meinung eingenistet, dass der Mensch seine ihm ureigenste Aufgabe zu erfüllen habe: die Fortpflanzung, die evolutionstechnisch unabdingbare Reproduktion zum Fortbestand des Homo sapiens. Ohne Kinder keine Zukunft. Wer nicht zeugt, macht sich schnell verdächtig, ein egoistischer Menschenfeind zu sein.

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Deshalb schnürt es vielen die Kehle zu, wenn sie solche Sätze lesen: „Nicht geboren zu werden, ist unbestreitbar die beste Lage. Leider steht sie niemandem zu Gebot. […] Meine Vision der Zukunft ist so genau, dass ich, falls ich Kinder hätte, sie sofort erwürgen würde.“ Diese Zeilen stammen aus einem Buch mit dem vielsagenden Titel „Vom Nachteil, geboren zu sein“ (1973). Sein Autor: der Philosoph und Aphoristiker E.M. Cioran (1911-1995), einer der vehementesten Antinatalisten überhaupt.

Viele unterschreiben ohne Wenn und Aber die Behauptung, dass Kinder glücklich machen. Aber Studien und Umfragen helfen bei der philosophischen Frage des Kinderkriegens wenig weiter. Es gibt etliche Studien, deren Kernaussage darin gipfelt, dass die meisten Paare mit Kindern in den ersten vier Jahren glücklicher sind als Kinderlose, sich das Glücksempfinden aber nach vier Jahren in etwa die Waage hält. Im statistischen Mittel, versteht sich.

Eine großangelegte Studie mit mehr als 20.000 Teilnehmern kommt sogar zu dem Urteil, dass Kinder unglücklicher machen als eine Scheidung oder Kündigung. Untersucht haben die Wissenschaftler vor allem die Tatsache, weshalb Eltern in Deutschland nach dem ersten Kind kein weiteres mehr zeugen. Einige mögen also mit Kindern ihre „Selbstverwirklichung“ erreichen, andere erblicken in den kleinen Gören ihr Unglück. So zum Beispiel jene israelischen Mütter, die 2015 für einen Eklat sorgten, weil sie öffentlich kundtaten, dass sie es bereuen, Kinder auf die Welt gebracht zu haben.

Anlass war eine Studie der israelischen Soziologin Orna Donath, in der Mütter solche Dinge sagen wie: „Seit den ersten Wochen nach der Geburt habe ich die Entscheidung bereut. Eine Katastrophe. Sofort habe ich gemerkt: Das ist nichts für mich. Mehr noch: Es ist der Albtraum meines Lebens. Ich wollte keine Mutter sein.“

Für manche entpuppt sich der sogenannte Kindersegen eben doch als Fluch – oder sie zeugen erst gar keine. Für Orna Donath ist Mutterschaft vor allem ein „kulturelles und historisches Konstrukt“, und damit verbunden auch die gesellschaftliche Norm, Kinder in die Welt zu setzen.

Mitverantwortlich für dieses Konstrukt ist wohl die Religion: Interessanterweise waren alle drei großen Weltreligionen zunächst antinatalistisch – das Ziel war die Vereinigung mit Gott im Jenseits. Hier und da zeugen noch ein paar Bibelstellen von diesen Wurzeln: „Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäugt haben!“ (Lukas 23:29). Nach und nach wurden die drei Weltreligionen pronatalistisch, auch, um sich besser ausbreiten und missionieren zu können.

Der Buddhismus und der Jainismus hingegen haben sich ihre Tendenz zum Antinatalismus bewahrt: Ziel ist es, den ewigen und stets leidvollen Kreislauf von Geburt-Tod-Wiedergeburt (Samsara) zu durchbrechen. Während sich der Islam nicht explizit gegen Verhütung ausspricht, haben östliche Religionen meist überhaupt keine Probleme damit. Apropos: Verhütungsmethoden machen einen Antinatalismus in der Praxis überhaupt erst möglich, gesetzt, dass man weiterhin die Freuden des Sex erleben möchte.

Patrick Spät

 

Soll man Kinder kriegen oder nicht?

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Gruß Hubert

 

Keine Subventionen für die „Produktion“ von Fohlen für den Schlachthof!   Leave a comment

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Hier der Text aus einer Petition. Es ist ein Skandal, dass die EU Schlachtfohlen mit Subventionen fördert. Es wird die Zucht von Fohlen gefördert, von denen aber über 90 Prozent den „Schönheitsidealen“ nicht entspricht und die dann in Schlachthöfen, nach langen Transportwegen, landen. Skrupellose Züchter hoffen, dass sie für ein besonders schönes Fohlen (also den Zuchtidealen entsprechend) einen hohen Preis erzielen.

„Wenige Monate junge Pferdekinder, die gerade brutal von ihren Müttern weggerissen wurden, finden sich zitternd in schrecklichem Lärm gefangen. Viele erwartet ein qualvoller Transport zur Mastfarm und der Tod in Akkordschlachtung.“

(Aus animal-spirit.at)

 

Die Szenen sind dramatisch: Hunderte Haflinger- und Norikerfohlen, die bislang auf Alpenwiesen grasten und die Urlaubsgäste erfreuten, werden ihrem Idyll entrissen und zu den Pferde-Auktionen im Salzburger transportiert. Dort werden sie versteigert. Die meisten von Schlachtern. Denn Freizeitreiter interessieren sich kaum für die Pferde. Zur Zucht „taugen“ sie nicht, wenn sie nicht den Rassestandards entsprechen. Dafür gilt Fohlensalami in Italien als Delikatesse.

Die Schlachter ersteigern die Fohlen, verfrachten die verstörten und panischen Fohlen oft gegen deren heftigen Widerstand brutal in die Lader. Es folgt ein stunden-, manchmal tagelanger quälender Transport durch Italien. Er endet in den Mastbetrieben. Hier werden die Fohlen in Anbindehaltung bis zur Schlachtung gemästet. Das bedeutet: Monatelanges, regloses Stehen ohne Sozialkontakte, bis das Schlachtgewicht erreicht ist. Die Mütter der Schlachtfohlen werden derweil zurücktransportiert ins Urlaubsidyll, um für die Feriengäste des nächsten Jahres ein weiteres Fohlen zur Welt zu bringen.

Schlachtfohlen gefördert durch die EU

Die brutale Praxis der „Produktion“ von Schlachtfohlen wird in Österreich indirekt durch EU-Gelder und damit durch Steuern gefördert. Denn das Österreichische Programm für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL) fördert die Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen. Dazu zählen auch die Noriker. Unterstützt wird dieses Programm durch EU-Subventionen, beispielsweise aus dem Regionalentwicklungsfond.
Die meisten der Fohlen jedoch werden getötet und zu Wurst verarbeitet. Die Steuermittel dienen also nicht dem Erhalt der Rasse, sondern der „Produktion“ von Schlachtfohlen.

Deshalb fordern wir das Österreichische Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft unter Minister Andrä Rupprechter auf, die finanzielle Förderung der Norikerzucht zu stoppen.

Herr Minister Rupprechter, stoppen Sie die subventionierte Schlachtfohlenproduktion!

Sehr geehrter Herr Minister,
die Zucht des Österreichischen Norikers im Salzburger Land wird mit dem Ziel der Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen über das ÖPUL Programm des Ministeriums gefördert. Hierbei werden Steuergelder der österreichischen Bürger sowie EU-Mittel eingesetzt. Doch entgegen des Förderungsziels wird ein Großteil der Norikerfohlen nicht zur Erhaltungszucht eingesetzt, sondern an Mast- und Schlachtbetriebe verkauft. Diese Händler, meist mit Sitz in Italien, kaufen die Fohlen auf und nach den Pferdeauktionen im Salzburger Land sowie mittlerweile vermehrt auch direkt vom Hof der Landwirte. Unter tierschutzwidrigen Bedingungen werden die Fohlen dann zu italienischen Mastbetrieben transportiert, wo sie meist in Anbindehaltung monatelang auf ihren Tod warten.
Als Tierschützer und Steuerzahler können wir nicht akzeptieren, dass öffentliche Gelder für die „Produktion“ von Schlachtfohlen eingesetzt werden! Wir fordern Sie deshalb auf, die finanzielle Förderung der Norikerzucht in Österreich einzustellen.
Setzen sie damit ein Zeichen für den respektvollen Umgang mit Tieren und einen verantwortungsvollen Einsatz von Steuergeldern!

Text aus einer Petition.

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Fohlen freikaufen

In Österreich und Deutschland werden jeden Herbst über 3000 Haflinger- und Norikerfohlen auf Pferdemärkten versteigert. Ihr weiterer Lebensweg ist kurz, aber umso grausamer. Nach einer zermürbenden Fahrt im Tiertransporter landen die meisten der von ihren Müttern brutal weggerissenen Fohlen in Mastställen, viele davon sind in der Nähe von Padua, um später weiter nach Süditalien gekarrt zu werden. Dort endet das Leben dieser Tierbabies im Akkordschlachtbetrieb.

https://www.animal-spirit.at/

Wer spenden will, kann es hier tun

https://www.oncharity.at/animal/

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Gruß Hubert