Archiv für 1. Oktober 2016

Eine kleine Ballade von der Mäusefrau, die in Villons Zelle Junge bekam   Leave a comment

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Hör zu: Es ist kein Tier so klein, dass nicht von dir ein Bruder könnte sein.

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Eine kleine Ballade von der Mäusefrau, die in Villons Zelle Junge bekam – (Ernst Busch, gesprochen)

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Eine kleine Ballade von dem Mäuslein

das in Villons Zelle Junge bekam

 

Es schwamm der Mond in mein Gemach hinein,
weil er da draußen so allein
bei den entlaubten Bäumen stand.
Ich habe ihm ein Kissen hingerückt,
damit er ruhen konnte, und er tats beglückt
sich untern Kopf. Ich legte ihm die Hand
schnell auf die Augen, und da schlief er auch.
Mich aber plagte schlechte Luft im Bauch.

Sie plagte mich, bis eine Uhr schon zwölfe schlug.
Da hatte ich verdammt genug
und ließ sie ab, die Luft. Davon ist zwar
der Mond nicht aufgewacht, doch in dem Fenstereck
die Mäusefrau. Sie hat im ersten Schreck
geboren, was noch gar nicht gar nicht fällig war.
Die kleinen rosa Schnauzen piepsten da so nett,
dass ich sie zu mir nahm ins warme Bett.

Mein Gott, die lütten Dinger, noch ganz nackt
und blind: Wie hat das Elend mich gepackt!
Ich glaub, dass mir was Nasses in die Augen kam.
Dabei hat manches Mädchen schon von mir
ein Kind gekriegt und starb vor Scham.
Die armen Würmer aber kuschten sich
in meine Hand, als wäre ich ihr Vater Mäuserich.

Zuletzt war auch die Mäusefrau so zahm
geworden, dass sie schwänzelnd zu mir kam.
Die schwarzen Augen glänzten froh und gross
in mein Gesicht hinein.
Und plötzlich war ich auch so mäuseklein
wie dieses Tier und nahm es in den Schoß.
Ich habe wohl die ganze Nacht mit ihr verbracht
und an kein andres Weib dabei gedacht.

Nachgedanken:

Im milden Licht der Winternacht
hab ich mich zu den Mäusen aufgemacht.
Du aber fragst, warum denn nur?
Hör zu, es ist kein Tier so klein,
das nicht von dir ein Bruder könnte sein.

 


Text: François Villon, Nachdichtung: Paul Zech

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http://angerweit.tikon.ch/lieder/lied.php?src=villon/maeuslein
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François Villon – Redl

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gruß hubert

 

Von feigen und mutigen Kabarettisten   Leave a comment

Unglaublich diese Schere im Kopf, wo man aus Angst vor islamischen Befindlichkeiten Selbstzensur übt, um mit hypersensiblen Muslimen nicht zu kollidieren. Alle Nicht-Muslime werden als Feinde des Islam gesehen. Es gibt keine kulturelle Freiheit im Islam.

Für die Freiheit und das Leben aller Tiere!

Andreas Thiels Bühnenkarriere als Satiriker neigt sich gemäss seinem Interview in der NZZ vom 16. August dem Ende entgegen. An der Frisur wird es nicht liegen, auch wenn sie mir nicht gefällt. Zu weit hat er sich offenbar in Sachen Islam aus dem Fenster gelehnt, der Ritterschlag vom «Allergrössten» (Schawinski) zum Rassisten dürfte ihm den Rest gegeben haben.

Selbst im kulturellen Bereich ist der Einfluss der als Religion getarnten Staatsideologie «Islam» unübersehbar. Ein vermeintlich neues Phänomen? Mitnichten, nur für diejenigen, die sich wie die drei Affen verhalten und seit Jahrzehnten Augen, Ohren und Mund vor Mohammed und seinen ergebenen Kameraden verschliessen.

Ein Blick zurück: Freimütige Äusserungen prominenter Kabarettisten und Satiriker, die sonst vor keinem Tabubruch zurückschrecken, belegen seit Jahren eine Selbstzensur, die vor allem deshalb erschreckend ist, weil sie nicht einmal mehr für Aufsehen sorgt. Hape Kerkeling: «Ich würde und werde mich mit dem Islam öffentlich nicht beschäftigen. Aus Angst.»…

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Veröffentlicht 1. Oktober 2016 von hubert wenzl in Uncategorized