Archiv für 24. Oktober 2016

Der Auschwitz-Mythos – Wilhelm Stäglich   Leave a comment

.

Es gibt ja mehr Holocaust-Leugner als man glauben würde. Der ehemalige Luftwaffenoffizier Wilhlem Stäglich war so einer. Ich habe mir mal so einen Holocaust-Leugner als Beispiel heraus genommen – deren gibt es ja viele.

Man braucht sich ja nur den folgenden Satz anzuschauen:
„Das war also eine recht praktische Einrichtung zur Massenvernichtung, nur bleibt die liebste Erfindung jüdisch-bolschewistischer Greuelpropaganda – die „Gaskammern“ – dabei auf der Strecke.“

Jüdisch-bolschewistischer Greuelpropaganda (natürlich da treffen sich ja zwei Erzfeinde von Nazis, Juden und Kommunisten), Gaskammern eine Erfindung.

http://www.germanvictims.com/wp-content/uploads/2013/06/StaeglichWilhelm-DerAuschwitz-mythos1979390S.1.pdf  S. 165

Natürlich „germanvictims“ (im Link enthalten), die Deutschen als Opfer.

Wilhelm Stäglich (* 11. November 1916; † 5. April 2006) war im Zweiten Weltkrieg Offizier bei der Luftwaffe, später Richter am Finanzgericht Hamburg und zählte zu der Gruppe der Revisionisten, die den Holocaust leugnen.
[…]
1979 erschien im Tübinger Grabert Verlag Stäglichs Buch Der Auschwitz-Mythos – Legende oder Wirklichkeit, in welchem er die Existenz von Gaskammern in den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nationalsozialisten bestritt und behauptete, dass alle Dokumente über den Holocaust Fälschungen seien. Bereits 1980 wurde dieses Buch vom Landgericht Stuttgart bundesweit beschlagnahmt und 1982 durch eine Entscheidung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften in die Liste der jugendgefährdenden Schriften aufgenommen. Der Beschlagnahmebeschluss wurde 1983 vom Bundesgerichtshof bestätigt. Daraufhin leitete die Universität Göttingen ein Verfahren gegen Stäglich ein, mit welchem ihm die Doktorwürde, die er dort 1951 erlangt hatte, aberkannt wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_St%C3%A4glich

Dr. Wilhelm Stäglich – Ansprache „Leuchter-Kongreß“, München, 23. März 1991

.

.
.

Wilhem Stäglich

Wilhem Stäglich
.
.

Wilhelm Stäglich war Lufwaffenoffizier und arbeitete nach dem Krieg als Finanzrichter in Hamburg. Wegen seiner fortgesetzten rechtsextremistischen Aktivitäten wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, das mit seiner vorzeitigen Pensionierung bei befristeter Kürzung der Bezüge endete.

Stäglichs Buch „Der Auschwitz-Mythos“ erschien 1979 beim rechtslastigen Grabert-Verlag. Das Werk ist ein Klassiker der Holocaust-Leugnung. Man findet dort eine ganze Reihe von Verdrehungen und Unwahrheiten, die von späteren Autoren dankbar aufgegriffen wurden.

Ganz vorne im Buch wartet Stäglich, wie er wohl meint, mit einer scheinbar sensationellen Aussage über die Gaskammern auf:

Denn inzwischen hatte sich selbst das Institut für Zeitgeschichte in München — vermutlich im Hinblick auf die Forschungsergebnisse des französischen Historikers Prof. Paul Rassinier zu folgender Mitteilung veranlaßt gesehen:
„Weder in Dachau noch in Bergen-Belsen noch in Buchenwald sind Juden oder andere Häftlinge vergast worden. Die Gaskammer in Dachau wurde nie ganz fertiggestellt und in Betrieb genommen . . . Die Massenvernichtung der Juden durch Vergasung begann 1941/42 und fand ausschließlich an einigen wenigen hierfür ausgewählten und mit entsprechenden technischen Einrichtungen versehenen Stellen, vor allem im besetzten polnischen Gebiet (aber nirgends im Altreich) statt.“

W. Stäglich, Der Auschwitz-Mythos, S. 6

Stäglich bewertet dies als „Rückzug auf der ganzen Linie“, was freilich nicht der Wahrheit entspricht. Dass die Massenvergasungen der Juden im Osten stattfanden, ist seit Jahrzehnten bekannt. Dies schließt allerdings die Existenz von Gaskammern im „Altreich“ keineswegs aus. Das entstellte Zitat des Historikers Broszat, das Stäglich hier verwendet hat, taucht recht häufig in den Werken der Holocaust-Leugner auf.

Im Übrigen ist dies ein Punkt, an dem man ernstlich an der Intelligenz der Auschwitzleugner zweifeln muss. Als Beweis für ihre Sache bieten sie ausgerechnet ein Zitat an, aus dem unmissverständlich hervorgeht, dass die Massenvernichtung stattgefunden hat.

Zur so genannten Wannsee-Konferenz trägt Stäglich das altbekannte Argument der „Revisionisten“ vor, im Protokoll sei von Massenmord nicht die Rede, denn es sei dort um Auswanderung gegangen. Das in diesem Zusammenhang oft auftauchende Wort „Endlösung“ erlaube jedenfalls nicht die Annahme, hier sei ein Massenmord geplant worden.

Stäglich wirft schließlich die Frage auf, warum Heydrich sich auf dieser Sitzung nicht klar ausgedrückt habe – gerade so, als müsste man von einer Verbrecherbande, die soeben einen Massenmord organisiert hat, selbstverständlich erwarten können, das sie dies auch im Klartext niederschreibt.

Seine Kritik bringt Stäglich schließlich folgendermaßen auf den Punkt:

Mit anderen Worten also: Nur Heydrich wußte, was er wollte, sagte es aber nicht. Was sollte dann aber die ganze Konferenz?

Stäglich, Auschwitz-Mythos, S. 47

Herr Stäglich war offensichtlich über die Quellenlage nicht sehr gut im Bilde. Nicht nur Heydrich, sondern auch alle anderen Anwesenden haben sehr genau gewusst, dass sie auf dieser Besprechung einen Massenmord verabredet haben. Sie haben dies zwar nicht explizit ins Protokoll geschrieben (auch wenn es für sich genommen schon deutlich genug ist), sie haben aber in ihren Unterhaltungen im Anschluss an den offiziellen Teil der Besprechung keinen Zweifel daran gelassen, dass es um den Judenmord ging und dass sie Heydrich genau richtig verstanden hatten.

Ein beliebter Ansatzpunkt der Auschwitzleugner ist auch die Behauptung, die Krematorien vor allem im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau hätten nicht die nötige Kapazität gehabt, um die Opfer der Gaskammern zu verarbeiten. Stäglich schreibt:

Auch über die Verbrennungskapazität der Birkenauer Anlagen gibt es keine zuverlässigen Unterlagen. Zwar wird in der Literatur immer wieder aus einem angeblichen Bericht des Chefs der Zentralbauleitung, SS-Sturmbannführer Bischoff, vom 28. Juni 1943 zitiert, demzufolge die einzelnen Krematorien folgende Verbrennungskapazität pro Tag (!) gehabt haben sollen:
I altes Krematorium (Stammlager) 340 Leichen
II neues Krematorium (Birkenau) 1440 Leichen
III neues Krematorium (Birkenau) 1440 Leichen
IV neues Krematorium (Birkenau) 768 Leichen
V neues Krematorium (Birkenau) 768 Leichen
Zusammen 4756 Leichen
Die Fundstelle für diesen Bericht wird nicht mitgeteilt. Man beruft sich in der Regel insoweit auf ein „Kalendarium von Danuta Czech“.

Stäglich, Auschwitz-Mythos, S. 74

Das ist ein schönes Stück „Revisionismus“, denn in Danuta Czechs „Kalendarium“ wird auf Seite 533 die Fundstelle für dieses Dokument genannt: SS im Einsatz, S. 269.

Wenn er diese Seite in D. Czechs Buch jemals aufgeschlagen hat, muss Stäglich die Quellenangabe gesehen haben. Sie steht nicht irgendwo versteckt im Text oder in einer Fußnote, sondern unübersehbar hervorgehoben außerhalb des Textblocks, auf dem rechten Rand, der für eben solche Angaben reserviert ist.

Es gibt sogar ein Foto des Originaldokuments, doch es ist natürlich nichts Neues, dass die „Revisionisten“ das vorhandene Beweismaterial nicht kennen oder nicht zu kennen vorgeben.

(Ich gebe hier das Foto nicht wieder, weil es nur schlecht leserlich ist; wer will, sieht es im Link)

Stäglich bedient in seinem Werk auch die Rubrik „böse ausländische Greuelhetze“. Er bezieht sich zu diesem Zweck auf ein 1936 in Frankreich von Lion Feuchtwanger herausgegebenes Buch mit dem Titel Der gelbe Fleck:

Im selben Jahr 1936 sprach der Jude Lion Feuchtwanger in seinem in Paris erschienenen Buch „Der gelbe Fleck“ jeder Wahrheit zuwider davon, daß 500.000 deutsche Juden von der „Ausrottung bedroht“ seien, obwohl zu jener Zeit — von Übergriffen einzelner Fanatiker abgesehen — kaum einem Juden ein Haar gekrümmt wurde.

Stäglich, Auschwitz-Mythos, S. 148

Es ist nicht Feuchtwanger, sondern vielmehr Stäglich, der Behauptungen aufstellt, die „jeder Wahrheit zuwider“ laufen. In „Der gelbe Fleck“ ist sehr wohl von der physischen Ausrottung der Juden in Deutschland die Rede – freilich nicht durch Mordanstalten in Polen, sondern durch systematische Vernichtung der Lebens- und Existenzgrundlage.

Auch die unwahre Behauptung, der Kommandant von Auschwitz sei durch Folterungen zu seiner Aussage gezwungen worden, taucht auf Seite 176 auf.

Als Beleg für die angeblichen Folterungen benutzt Stäglich die autobiographischen Aufzeichnungen, die Höß in polnischer Gefangenschaft niederschrieb, um im gleichen Atemzug zu behaupten, der Mann sei dort einer Gehirnwäsche unterzogen worden:

Es kann aber überhaupt keinen Zweifel daran geben, daß es diesen geschulten kommunistischen Inquisitoren damals allein darauf ankam, wie in allen im kommunistischen Machtbereich bekanntlich nicht seltenen Schauprozessen im Wege der „Gehirnwäsche“ einen geständigen und reuigen Angeklagten zu produzieren, den man möglichst auch noch zur Abgabe eines schriftlichen „Geständnisses“ bewegen konnte.

Stäglich, Auschwitz-Mythos, S. 260

Das ist ein interessanter Gedankengang: Höß sei einer Gehirnwäsche unterzogen worden und habe eine unglaubwürdige Aussage verfasst, die ihm von den Folterern in den Mund gelegt worden sei.

Demnach hätten die „kommunistischen Inquisitoren“ Höß durch Folterung zu der Aussage gezwungen, dass er gefoltert worden ist.

So dumm, wie Stäglich es hier unterstellt, sind die „kommunistischen Inquisitoren“ natürlich nicht gewesen; so dumm sind eigentlich nur „Revisionisten“.

Es fragt sich noch, für wen dies peinlicher ist – für Stäglich, der diese Fehlleistung offenbar nicht bemerkt hat, oder für die gläubigen Konsumenten dieser „revisionistischen“ Literatur, die so eine Art von „Wahrheitssuche“ widerspruchslos schlucken.

.

Der Auschwitz-Mythos – Wilhelm Stäglich

.

Thies Christophersen

1973 veröffentlichte er auf Anregung Manfred Roeders die Broschüre Die Auschwitz-Lüge, deren Titel zum Synonym der Holocaustleugnung wurde. Christophersen versuchte in seiner Schrift nachzuweisen, dass im KZ Auschwitz die Häftlinge gut behandelt worden seien. So sei bei der Arbeit getanzt und gesungen worden. Die Häftlinge seien ordentlich verpflegt worden. Die Broschüre wurde 1978 eingezogen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Thies_Christophersen

.

Gruß Hubert

 

Rationale aller Länder, vereinigt Euch!   1 comment

.
Es ist interessant zu sehen, wie gleiche Gruppen, wie zum Beispiel Radfahrer und Autofahrer. Skifahrer und Snowboarder. Raucher und Nichtraucher, zusammenhalten und sich in Oppostion zur anderen Gruppe verhalten.

Die stärksten Kleber für solche potenziell aggressiven Gruppen sind Religion, Ethnie und Nationalismus.

.

Hier eine Kolumne aus dem Spiegel.

Donald Trump, die AfD, Le Pen – Rechtspopulisten ist gelungen, woran die Linke gescheitert ist: ein internationales Identifikationsangebot für Verlierer der Globalisierung zu schaffen. Zeit für eine Gegenbewegung.

.

Zwei Fäuste

Getty Images Easy Access/ EyeEm -Zwei Fäuste
.
.
.

Es gibt ein auf den ersten Blick kurios wirkendes Experiment, das unter Psychologen sehr berühmt, sonst aber wenig bekannt ist. Durchgeführt hat es in den frühen Siebzigerjahren in Bristol ein Team um den Sozialpsychologen Henri Tajfel. Die Forscher zeigten Versuchspersonen Bilder von Wassily Kandinsky und Paul Klee und fragten sie, welche ihnen besser gefielen. Auf Basis dieser Urteile wurden die Personen einer Klee- oder Kandinsky-Gruppe zugeteilt. Sie erfuhren dabei nicht, wer die übrigen Gruppenmitglieder waren.

Anschließend wurden die Versuchspersonen gebeten, mithilfe eines aufwendigen Verfahrens immer wieder kleine Geldsummen an die beiden Gruppen zu verteilen – mit dem expliziten Hinweis, dass die Entscheidung keinen Einfluss auf ihre eigene Belohnung hatte. Und siehe da: Klee-Freunde bevorzugten die ihnen völlig unbekannten anderen Klee-Freunde, Kandinsky-Fans die anderen Kandinsky-Fans.

Diese Experimente sind als „minimal group paradigm“ in die Geschichte der Sozialpsychologie eingegangen. Der Befund wurde oft repliziert und auch kritisiert, über die genauen Wirkfaktoren wird seit Jahrzehnten gestritten. Unbestritten ist aber: Es ist erstaunlich einfach, Menschen dazu zu bringen, sich einer bestimmen Gruppierung zugehörig zu fühlen. Und das hat oft Konsequenzen für ihr Verhalten gegenüber anderen.

Die stärksten Kleber sind Religion, Ethnie und Nationalismus

Wenn Ihnen das zu theoretisch ist, lassen Sie mal eben die folgenden Beispiele auf sich wirken: Radfahrer und Autofahrer. Skifahrer und Snowboarder. Raucher und Nichtraucher. Jogger und Walker. Apple-Fans und Windows-Freunde. Konsolenspieler und PC-Spieler.

Schon solche ziemlich arbiträr wirkenden Zugehörigkeiten können, das hat vermutlich jeder schon erlebt, zu äußerst emotionalen Auseinandersetzungen führen. Ist die Gruppe schärfer definiert, stärker abgegrenzt, kann es schnell blutig werden: Schiiten und Sunniten. Hutu und Tutsi. Türken und Armenier. Und so weiter.

Die stärksten Kleber für solche potenziell aggressiven Gruppen sind Religion, Ethnie und Nationalismus. Deshalb war das „internationale Proletariat“ so ein Geniestreich. Marx und Engels erdachten gewissermaßen aus dem Nichts eine Gruppe, der man sich ohne Ansehen von Nation, Religion, Hautfarbe zugehörig fühlen konnte. Was immer man sonst vom Marxismus halten mag: Die beiden nahmen die Globalisierung vorweg und erfanden gleich ein globales Gegengewicht. Eine Gruppe, die über gemeinsame Interessen definiert war, über Grenzen hinweg.

Internationale Solidarität unter Nationalisten

Und damit kommen wir, so kurios das scheinen mag, zu Donald Trump und zur AfD. Trump ist der Kandidat, die AfD die Partei der gefühlt Abgehängten. Einer aktuellen, von der „FAZ“ in Auftrag gegebenen Studie zufolge finden 38 Prozent der AfD-Anhänger, sie gehörten „zu denen, die zurückbleiben, während es vielen anderen in Deutschland immer besser geht“. Bei den Anhängern der Linken sind es nur 33 Prozent.

Trump-Fans, AfD-Anhänger und die der britischen Brexit-Partei Ukip, des französischen Front National, der österreichischen FPÖ oder von Victor Orbáns Fidesz-Partei haben auch sonst viel gemeinsam: Sie haben oft etwas gegen Migranten, gegen „Political Correctness“, gegen Emanzipation und gegen gleiche Rechte für Menschen, die nicht heterosexuell sind. Und gegen Freihandelsabkommen. Gegenseitig aber mögen sie sich. Plötzlich gibt es da ein – internationales! – Identifikationsangebot für die Abgehängten und Wütenden. Internationale Solidarität unter Nationalisten.

Fast aus Versehen und mit viel Hilfe durch das soziale Internet ist eine Art reaktionäre Internationale entstanden. Von der sozialistischen Internationalen dagegen, der proletarischen Solidarität gegen die Mächte des Kapitals, hört man derzeit eher wenig. Auch und gerade die linken Parteien Europas denken und reden im Jahr 2016 allzu oft erschreckend national.

Verschwörungstheorien als politisches Instrument

TTIP und Co. bieten für Rechte wie Linke gleichermaßen Angriffsflächen, ja, zum Teil scheinen sie wie geschaffen dafür, Verschwörungsgedanken zu nähren: geheime Verhandlungen, geheime Dokumente, geheim tagende Schiedsgerichte ohne demokratische Legitimation und so weiter. Hier verschwört sich doch ganz offensichtlich das globale Kapital mit irgendwelchen dubiosen „Eliten“, hinter verschlossenen Türen.

Nun ist es die große Stärke der Rechten, Verschwörungstheorien als politisches Instrument zu benutzen. Im Fall des Freihandelsgegners Donald Trump reicht das bekanntlich bis hinauf zum Kandidaten persönlich.

Tatsächlich, und dafür braucht man gar keine Verschwörungstheorie, bräuchte der globale Kapitalismus mehr denn je dringend ein ebenfalls global organisiertes Gegengewicht. Die Konzerne haben die Methode perfektioniert, nationale Regierungen zu ihrem eigenen Nutzen gegeneinander auszuspielen, egal, ob es um Steuervermeidung, Arbeitnehmerrechte, den Klimawandel oder Abgasmauscheleien geht.

Wir brauchen eine aufgeklärte, globale Zivilgesellschaft

Die Politiker, die quasi versehentlich zu Vertretern der reaktionären Internationale geworden sind, haben es irgendwie geschafft, den Eindruck zu erwecken, sie seien das Gegengewicht zu dieser Entwicklung. Dabei ist Nationalismus – und darum geht es all den genannten Parteien in Wahrheit – als Mittel zur Lösung globaler Probleme völlig ungeeignet.

Was die Welt gut gebrauchen könnte, wäre eine globale Zivilgesellschaft, die sich jenseits von Religion, Ethnie und Nation darüber verständigte, wie der globale Kapitalismus im 21. Jahrhundert zu zähmen sei. Eine aufgeklärte, eine rationale Internationale gewissermaßen, ein Identifikationsangebot jenseits der Reaktion. So eine globale Zivilgesellschaft könnte enorme Macht entfalten, wenn sich ihr genügend Menschen zugehörig fühlten. Es gibt zwischen diesem Wunsch und Rassismus, Sexismus und Nationalismus keinen logischen Sinnzusammenhang, im Gegenteil.

Es wird höchste Zeit, den gefühlt Abgehängten klarzumachen, dass diese neue Gruppe, der sie sich seit neuestem zugehörig fühlen, ihnen nicht helfen kann. Dass die reaktionäre Internationale nur eine Richtung kennt: auf den Abgrund zu.

Eine Kolumne von

Rationale aller Länder, vereinigt Euch!

.

Wenn die wechselvolle Geschichte von Islam und Europa eines zeigt, dann dies: Sobald die organisierte Religion – egal welche – dazu ermächtigt wird, politische und gesellschaftliche Normen zu setzen, wird es gefährlich. Denn wer sich auf einen letzten Grund, auf eine unbedingte Macht berufen darf, der muss keine rationalen Begründungen mehr liefern. Der kann Massaker ebenso anordnen wie die Zerstörung von Kulturgütern. Das gilt für das Christentum ebenso wie für den Islam.

Quelle Spiegel
.
.

Gruß Hubert

Veröffentlicht 24. Oktober 2016 von hubert wenzl in Uncategorized

Getaggt mit , , ,