Archiv für 25. Oktober 2016

„Die Auschwitzlüge“   Leave a comment

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Leider gibt es zu viele Holocaustleugner, so dass ein Beitrag dem auch nur ansatzweise gerecht werden könnte. Hier einige weitere solcher Nazis oder Neonazis und Holocaustleugner.

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Thies Christophersen (* 27. Januar 1918 in Kiel; † 13. Februar 1997 in Molfsee[1]) war ein deutscher Holocaustleugner und Landwirt.

Christophersen trat 1931 in das Deutsche Jungvolk ein. 1944 wurde er als SS-Sonderführer in einer Versuchsanstalt für Pflanzenschutz des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamts nahe dem Konzentrationslager Auschwitz eingesetzt.[3]

Nach 1945 war Christophersen nach eigenen Angaben politisch in der CDU und in der Deutschen Partei aktiv, bevor er in die Nationaldemokratische Partei Deutschlands eintrat. Ende der 1960er Jahre beteiligte er sich an der Gründung der „Notgemeinschaft Deutscher Bauern“. Beruflich betätigte sich Christophersen als Landwirt in Schleswig-Holstein. Seit 1965 gab er das Monatsblatt „Deutscher Bauer“ heraus, das er später an Gerhard Frey veräußerte.

1973 veröffentlichte er auf Anregung Manfred Roeders die Broschüre Die Auschwitz-Lüge, deren Titel zum Synonym der Holocaustleugnung wurde. Christophersen versuchte in seiner Schrift nachzuweisen, dass im KZ Auschwitz die Häftlinge gut behandelt worden seien. So sei bei der Arbeit getanzt und gesungen worden. Die Häftlinge seien ordentlich verpflegt worden. Die Broschüre wurde 1978 eingezogen.

[…]

1986 entging er strafrechtlicher Verfolgung durch Umzug nach Dänemark, das Christophersen nicht nach Deutschland auslieferte. Die Leitung der seit 1969 von ihm herausgegebenen Zeitschrift Die Bauernschaft übergab er im selben Jahr an Ernst Zündel. Von Dänemark aus hatte er auch einen Versandhandel für nationalsozialistische Devotionalien betrieben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Thies_Christophersen

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Argumente gegen rechtsextreme Vorurteile

Als sich der Altnazi Otto Ernst Remer (Generalmajor a.D. und nach 1945 jahrzehntelang einer der Protagonisten der Neonazi-Szene) 1992 wegen Leugnens des Völkermords vor Gericht verantworten musste, beauftragte er einen Diplom-Chemiker mit einem „Gutachten über die Bildung und Nachweisbarkeit von Cyanidverbindungen in den ‚Gaskammern‘ von Auschwitz“. Mit Tabellen und Kurven, Zahlen und „chemischen Analysen“ sollte einmal mehr bewiesen werden, dass die Morde in Auschwitz naturwissenschaftlich gar nicht möglich waren. Nach ihrem Verfasser heißt diese Schrift auch „Rudolf-Report“. Rudolf betätigt sich unter dem Namen Germar Scheerer (ebenso unter dem Pseudonym Ernst Gauss) inzwischen im Ausland weiterhin einschlägig, er ist Chefredakteur einer Zeitschrift „Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung“, die sich der Leugnung des Holocaust widmet. Vom Gericht wurde das Gutachten seinerzeit nicht akzeptiert.

Die Leugner des Holocaust spekulieren mit solchen Methoden auf die Unsicherheit des Publikums gegenüber den historischen und moralischen Problemen, greifen verbreitete Vorbehalte und Stereotype gegen Juden auf und arbeiten geschickt mit Verschwörungstheorien und nationalistischen Emotionen. Seit 1985 ist die Leugnung des Holocaust in der Bundesrepublik strafbar, weil sie eine Beleidigung der Opfer darstellt.

http://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/37986/argumente-gegen-rechte-vorurteile?p=2

Der als Terrorist verurteilte Manfred Roeder, der mit einem Vortrag an der Führungsakademie der Bundeswehr für Schlagzeilen sorgte, präsentiert sich als Führer einer rechten APO. NPD und Kirchenfunktionäre leisten ihm Schützenhilfe.
Im „Musikantenstadl“ wäre er einer unter vielen. Lederhose, grüne Kniestrümpfe, Trachtenjanker – so sehen Menschen aus, die zur Blasmusik schunkeln, bis der Watzmann wankt. Inmitten der Jungen Nationaldemokraten mit den kahlgeschorenen Köpfen in Leipzig wirkt der 69jährige mit dem freundlich-jovialen Habitus eher fehl am Platz. Doch sobald Manfred Roeder zu reden beginnt, wird klar: Hier wächst zusammen, was zusammengehört.

Er wettert gegen „die Flut von Fremden“, verdammt den „vaterlandslosen Pöbel“ und droht, er werde „als erster die Spitzhacke“ gegen ein Holocaust-Mahnmal schwingen.
Roeder läßt keinen Zweifel aufkommen, daß er von einer modernen „Neuen Rechten“ nicht viel hält. Er rühmt „das große Erlebnis der Kameradschaft im Dritten Reich“, schwärmt davon, wie Hitler „das Arbeitslosenproblem gelöst“ habe und verklärt den Nationalsozialismus als „Versuch eines dritten Weges zwischen Kapitalismus und Kommunismus“. Das kommt an bei Kameraden in Ost und West. Die Konzentrationslager ab 1933 sind aus seiner Sicht schlicht „Maßnahmen“ gewesen, „um einen kommunistischen Umsturz abzuwehren“. Der Applaus steigert sich bei solchen Sprüchen zur Begeisterung.

[…]
In der „Moralischen Aufrüstung“ (MRA), einer missionarischen Bewegung, die der Amerikaner Frank Nathan Daniel Buchman in den dreißiger Jahren aufgebaut hatte, konnte Roeder diese Neigung ausleben. Er gehörte zum kadermäßigen Kern der weltweit operierenden MRA, den „Fulltimern“, die sich als „geschulte Menschen-Erneuerer“ begriffen.
Die MRA war stark von einem autoritären Kollektivismus geprägt. Ihre Vordenker wetterten gegen „Individualismus und Selbstsucht“, forderten, „alles für etwas Großes zu geben“ und propagierten „Führung“ sowie mystische Erlösungsversprechen. Auf frühere Nationalsozialisten wie Roeder wirkten derlei Sätze wie ein ideologisches Methadonprogramm.

1970 startete er eine Kampagne gegen die Sexwelle – nach einem Kinoabend mit Oswald Kolles Aufklärungsfilm „Dein Mann – das unbekannte Wesen“, den Roeder flugs als „Schweinkram“ einstufte.
Fortan zog der Saubermann gegen die „allgemeine Sittenverwilderung“ zu Felde. Er bekämpfte Sexmessen mit Farbbeuteln und Buttersäure. Mit solchen Radauaktionen für die „Erneuerung des Volkes“ begann Roeders geistige Rückreise zu den ideologischen Mythen seiner frühen Jugend.
Im Kampf gegen den Sittenverfall gründete er 1970 die „Deutsche Bürgerinitiative“ und verließ die CDU. Einen Verbündeten fand er ab 1972 in dem früheren SS-Mann Thies Christophersen, der während des Zweiten Weltkriegs Wachmann im Konzentrationslager Auschwitz war.
Roeder ermunterte ihn, eine Schrift zu verfassen, die den Massenmord an Juden leugnete: „Die Auschwitz-Lüge“. Er selbst schrieb 1973 das Vorwort, in dem er gegen „jüdische Weltherrschaftscliquen“ wetterte und behauptete, Hitler habe „gar nicht die Juden umbringen“ wollen.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7870264.html

Ernst Zündel ist auch so ein bekannter Exponent der Holocaustleugner.

„Seit 1994 ist Zündel mit einer eigenen, den Holocaust leugnenden Homepage im Internet vertreten. Da Holocaustleugnung in Kanada strafbar ist, wird die Seite von den Vereinigten Staaten aus durch Zündels Ehefrau Ingrid Zündel-Rimland betreut. Sein auf der Internetseite geführtes Emblem entspricht farblich und strukturiert der Hakenkreuzfahne, statt des Kreuzes ist im weißen Kreis ein stilisiertes Z eingelassen.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Z%C3%BCndel

Richter Ulrich Meinerzhagen folgte in seiner Begründung weitgehend der Argumentation der Staatsanwaltschaft. „Sie sind ein rassistischer Agitator, ein Hetzer und ein Brandstifter“, schleuderte er dem 67-Jährigen in der Urteilsbegründung entgegen. Meinerzhagen zitierte nochmals sichtlich angewidert Passagen aus Zündels Schriften mit antisemitischen und rassistischen Inhalten, die er über seine Homepage „Zundelsite“ und in sogenannten Germania-Rundbriefen verbreitet hatte. Darin wetterte er gegen Israel als „Zufluchtsort geistigen Weltgangstertums“, leugnete die Existenz von Gaskammern und den Massenmord an Juden in deutschen Vernichtungslagern.

[…]
Ob dieses makabre Spiel mit dem heutigen Urteil sein Ende gefunden hat, ist offen. Rieger jedenfalls kündigte schon im Vorfeld an, ein anderes Urteil als einen Freispruch nicht zu akzeptieren und in die Revision zu gehen.

Aus seiner Sicht macht das Sinn. Der Prozess gegen Ernst Zündel stellt deswegen erneut die Frage, ob die Strafbarkeit der Leugnung des Holcaust, ein Sondermerkmal deutscher Rechtsprechung, nicht genau das hervorbringt, was sie eigentlich verhindern soll: Eine Plattform für die Neonazis.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/holocaust-leugner-hoechststrafe-fuer-zuendel-nach-bizarrem-prozess-a-466617.html

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Eingangstor des Konzentrationslagers Auschwitz

Foto – Dnalor 01 – CC BY-SA 3.0 at – Wikimedia Commons

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Der Spruch Arbeit macht frei wurde durch seine Verwendung als Toraufschrift an den nationalsozialistischen Konzentrationslagern bekannt.

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Gruß Hubert