Archiv für 10. Dezember 2016

Aggressionen in Berliner Rettungsstelle   7 comments

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Unglaublich was da in einer Berliner Rettungsstelle abgeht. Wie soll da eine Krankenschwester arbeiten? So ein Stress ist ja nicht durchzuhalten.

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„Ich stech dich ab!“

Beispiel Urban-Krankenhaus: Unfassbare Beleidigungen des Rettungsstellenpersonals sind in Berliner Kliniken an der Tagesordnung, berichtet unser Gastautor.

Michael de Ridder
Im Dauerstress. Die Arbeit auf den Rettungsstellen der Berliner Krankenhäuser ist extrem strapaziös.
Im Dauerstress. Die Arbeit auf den Rettungsstellen der Berliner Krankenhäuser ist extrem strapaziös.Foto: pathdoc Fotolia
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Schwester G., zitternd und den Tränen nahe, ringt nach Worten. Worte für etwas, dem sie im Kreuzberger Klinikum Am Urban seit Jahren hilflos ausgesetzt ist. „Doktor“, stammelt sie, „ich bin fertig … kann und will nicht mehr … diese Aggressionen … mag mir das nicht mehr antun … so viel Gehässigkeit … es ist so erniedrigend … ich will raus hier und wieder im Stationsdienst arbeiten.“

Gerade war Schwester G. an der Rezeption von einem Patienten, einem jungen Rumänen, bespuckt worden und nur die Glasscheibe zwischen ihr und dem Patienten hatte Übleres verhindert.

Wie kam es dazu? Der junge Mann hatte eine Versicherungskarte vorgelegt, auf der ein Geburtsdatum angegeben war, das schwerlich mit dem jugendlichen Aussehen des Patienten zu vereinbaren war und Schwester G. hatte ihn um ein Ausweispapier zwecks Überprüfung seiner Personalangaben gebeten. „Nach meiner Bitte um ein Ausweispapier schrie er mich an, rastete total aus, spuckte erst auf den Boden, dann in meine Richtung … und rauschte ab!“

Immer wieder kommt es zu tumultartigen Szenen

Keine Aufgabe in unseren Krankenhäusern ist auf Dauer belastender und kräftezehrender als die, die Pflegekräfte und Ärzte in einer Rettungsstelle zu bewältigen haben. Da ist das zahlenmäßig nicht vorhersehbare Patientenaufkommen, dem die Personalausstattung oft nicht gerecht wird und längere Wartezeiten daher oft unvermeidlich sind; da ist die Notwendigkeit, wirklich Schwerstkranke frühzeitig zu erkennen und vorzuziehen; die häufigen Verständigungsschwierigkeiten mit Patienten, die nur über unzureichende deutsche Sprachkenntnisse verfügen, sind ein enormes Hindernis für deren zügige Versorgung; da ist das Beharren mancher Patienten darauf, dass gerade ihre Beschwerden keinen Aufschub dulden; die überzogene Anspruchshaltung vieler Hilfesuchender: nicht vier, sondern 20 Tabletten Paracetamol fordern sie; da ist die oft zeitraubende Suche nach einem Klinikbett für stationär aufzunehmende Patienten; und schließlich sind da viele Patienten mit Bagatellbeschwerden, die einfach zu bequem sind, ihren Hausarzt aufzusuchen.

Immer wieder eskaliert diese Gemengelage zu tumultartigen Szenen, zu Beschimpfungen übelster Art, zu Drohungen und gewalttätigen Übergriffen auf Pflegekräfte und Ärzte. Gewiss – an Kommunikation und Verhalten von Menschen, die wegen einer tatsächlichen oder vermeintlichen akuten körperlichen Erkrankung oder psychischen Krisensituation in einer Rettungsstelle Hilfe suchen, sind andere Maßstäbe anzulegen als an das Verhalten von Kunden in einem Supermarkt. Doch auch in einer medizinischen Notfalleinrichtung darf und muss ihr Personal auf einem Minimalstandard von Respekt und Umgangsformen bestehen.

Hingegen ist ein nicht geringer Teil der Patienten – bei Weitem nicht allein „Ausländer“, wie man unterstellen könnte – weit davon entfernt, diesen einzuhalten. Im Gegenteil, sie betrachten die Erste-Hilfestellen als eine Art rechtsfreien Raum, in dem das Personal und Mitpatienten allein nach ihrer Pfeife zu tanzen haben. Sie fordern „hier und sofort“ behandelt zu werden; und wenn nicht, sinkt die Schwelle zu verbalen Ausfällen und zur Randale oftmals sekundenschnell.

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Hier weiterlesen:

Aggressionen in Berliner Rettungsstelle

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Hier noch einige der Pöbeleien gegen das Krankenhauspersonal.

In seiner Zeit als Chefarzt am Urban-Klinikum vor mehreren Jahren hat unser Autor beispielhaft über einen Zeitraum von 14 Tagen Pöbeleien gesammelt, die das Krankenhauspersonal über sich ergehen lassen musste. Wir gaben sie hier wieder.

„Bist du überhaupt ’ne Krankenschwester, du alte Fotze?“

Antwort eines jungen türkischen Mannes, der nach 40-minütiger Wartezeit zum zweiten Mal von der Aufnahmeschwester darauf hingewiesen wird, dass die Behandlung seiner Mutter noch nicht abgeschlossen ist.

„Du hast mir gar nichts zu sagen, du Wichser, verpiss dich und tu Deine Arbeit, ich bezahl dich!“ (gemeint: durch seine Krankenkassenbeiträge)

Kosovarischer Migrant mittleren Alters zum Rettungsstellenleiter, der ihn darauf hingewiesen hatte, dass der Tragenstauraum kein Aufenthaltsraum für Patienten sei und ihn in die Patienten-Wartezone begleiten wollte.

„Du fette Boulette! Halts Maul! Halt die Fresse! Fick dich!“

Junger Mann im Wartebereich zu einer Schwester. Er wollte unbedingt zu seinem Freund, der in einem Behandlungsraum der Rettungsstelle wegen einer Schnittverletzung behandelt wurde. Das wurde ihm verwehrt, weil die Behandlungsräume übervoll waren.

„Wirst schon sehen, was du davon hast – wenn der in zehn Minuten nicht wieder draußen ist, kriegste was aufs Maul! Das wirste nicht vergessen!“

Angetrunkener Mann, der seinen alkoholisiert gestürzten Vater mit einer Kopfplatzwunde in die Rettungsstelle bringt und sofortige Versorgung verlangt.

„Warte, dich krieg ich draußen, du alte Nutte!“

Mit seiner Behandlung unzufriedener Patient zu einer Schwester, der mit nur sechs mitgegebenen Paracetamol-Tabletten nicht einverstanden war.

„Ey, haste mal ne Kippe für mich, du alter Schwuler, bin auf Entzug!“

Drogenabhängiger nach Abszessbehandlung vor Verlassen der Behandlungsräume zu einem Pfleger.

„Gibt’s in diesem Scheißkrankenhaus nur so dreckige Schlampen wie dich?“

Rentner zur Aufnahmeschwester, die ihm erklärte, dass im Wartebereich das Rauchen nicht gestattet ist.

„Rassistenschwein!“

Migrant zum Rettungsstellenleiter, der ihm erklärt hatte, dass Patienten nach Dringlichkeit und nicht nach Reihenfolge ihres Eintreffens behandelt werden.

„Hier sind alle so Scheiße!“

Junge Türkin, die nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr ärztlich beraten worden war, jedoch keine „Pille danach“ erhalten hatte, weil das Zeitfenster von fünf Tagen schon überschritten war.

„Du verpisster Idiot! Ich warte schon über eine Stunde!“

Patient zu einem Pfleger, der ihn gerade zur Behandlung gebeten hatte.

„Halt’s Maul, du Arsch! Ein Wort noch und ich stech dich ab!“

Mann unbekannter Herkunft zu einem Pfleger, der ihn aufgefordert hatte, das Handyverbot zu beachten.

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http://www.tagesspiegel.de/wissen/aggressionen-in-berliner-rettungsstelle-poebeleien-durch-patienten-und-angehoerige-im-wortlaut/14947350-2.html

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Gruß Hubert

 

 

Veröffentlicht 10. Dezember 2016 von hubert wenzl in Medizin, Uncategorized

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Das Kopftuch   Leave a comment

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Ich halte die Symbolik eines Kopftuches als Demonstration sich nicht in eine säkulare Gesellschaft einfügen und integrieren zu wollen. Richterinnen, Lehrerinnen und Polizistinnen mit Kopftuch geht gar nicht. Leute, die im Dienst des Staates stehen müssen die Neutralität wahren. Muslime müssen erst noch lernen, dass man eine Religion kritisieren darf.

Ich finde der folgende Beitrag ist ein gutes Statement gegen das Kopftuch von Ronai Chaker.

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Für mich ist es ein identitäres, politisches Symbol der Abgrenzung. Ich vergleiche es häufig mit einem Symbol des religiösen Nationalismus. Die Kopftuchträgerinnen wollen als Muslima wahrgenommen werden und nicht als säkulare Mitglieder unserer Gesellschaft. Diesen Anspruch stellen sie an ihr Gegenüber.

Man kann es auch nicht mit der Berufskleidung einer Nonne vergleichen, denn die Haare einer Nonne sind kein Geheimnis. Sie selbst betrachten ihre Robe als Arbeitskleidung. Und ich kenne keine Christin die dazu gezwungen wird eine Nonne zu werden, aber den Kopftuchzwang gibt es eben und dieser Tatsache muss man sich stellen.

Oft heißt es von Muslima, dass sie aufgrund des Kopftuches diskriminiert und aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

Die Wahrheit ist, dass sie sich selbst bewusst ausgrenzen wollen und sich damit an erster Stelle selbst diskriminieren. Sie machen keinen Halt davor diese Symbolik in eine säkulare Gesellschaft, ohne Rücksicht auf die Freiheiten anderer, integrieren zu wollen. Und das halte ich für dreist und egoistisch.

Ich kann mir keine Richterinnen und Polizistinnen mit Kopftuch vorstellen, die ein solch unter Kritik stehendes Symbol tragen und damit den Staat repräsentieren. Sollte der Staat das zulassen, wäre unsere Gesellschaft gezwungen ein Kopftuch mitzutragen und damit auch die Geschlechterapartheid der islamischen Welt. Das fasse ich unter Diskriminierung.

Auch finde ich es nicht in Ordnung, wenn die Juristerei so weit in die Freiheit der Unternehmer eingreift, dass sie ihnen und ihrem Unternehmen durch ihre Angestellten ein Kopftuch aufzwingen. Derzeit gibt es tatsächlich einen Rechtsstreit über diese Thematik und ich würde ein solches Urteil für fatal halten, denn es würde nicht nur Unternehmer ihrer Freiheit berauben, sondern junge moderne Migrantinnen diskriminieren, die nichts mit dem islamischen Glauben zutun haben, aber durch ihren Hintergrund damit in Verbindung gebracht werden könnten.

De Facto würden Unternehmer darauf verzichten, Migrantinnen einzustellen, weil sie befürchten würden, dass diese sich später ein Kopftuch aufziehen. Dadurch hätten sie ebenfalls Barrieren auf dem Arbeitsmarkt.

Damit würde man die Diskriminierung von jungen Migrantinnen fördern, die nichts mit den islamischen Glauben zutun haben. Das würde eindeutig zu weit gehen. Man kann nicht für eine Gesellschaftsgruppe etwas einfordern und dadurch nichts weiter erreichen, als es für andere Frauen auf dem Arbeitsmarkt nur noch schwieriger zu machen .

Ein Unternehmer sollte selbst darüber entscheiden dürfen, ob er diese Symbolik in seinem Unternehmen zulässt.

Zahlreiche Männer fühlen sich vom Kopftuch diskriminiert, weil in diesem auch ein Vorwurf impliziert ist, seine männlichen Triebe nicht beherrschen zu können. Und das dürfen diese Männer auch zu Geltung bringen.

Die Frage ist, wer diskriminiert hier wen mit seinen andauernden Forderungen der Gesellschaft ein Symbol aufzuzwingen, was bei vielen Befremdung hervorruft und nicht ohne Grund weltweit unter Kritik steht?

Bei der Jurisprudenz bekomme ich oft das Gefühl, dass die religiöse Glaubensfreiheit über die Freiheiten aller anderen gehoben wird, auch wenn sie die Freiheiten anderer in erheblichem Ausmaß tangieren. Anzumerken wäre hier die negative Glaubensfreiheit, die den selben Stellenwert hat, wie die Religionsfreiheit.

Zum Beispiel steht für mich die Freiheit einer Kopftuchträgerin (Lehrerin), nicht über der Freiheit von Schülern. Schülern steht es zu (besonders an staatlichen Schulen) von Lehrpersonal Neutralität einzufordern, denn diese haben schließlich eine Schulpflicht und sind damit gezwungen am Unterricht des Personals teilzunehmen. Des Weiteren übt eine Kopftuchtragende Lehrerin auch Druck auf junge Migrantinnen muslimischen Glaubens aus. Die wahren Opfer haben es eben nicht so leicht, wie eine Betül Ulusoy, Gümusay und Co. für ihre freiheitlichen Rechte einzutreten. Aber wir sollten es ihnen leicht machen. Sie sind Schutzbefohlene. Schulen sind ein Raum der Freiheit und sollten das auch bleiben.

Ob man ein Kopftuch tragen möchte, kann jeder für sich selbst entscheiden, aber ein ausländisches Aussehen, einen ausländischen Nachnamen? Schüler zu sein? All das kann man sich nicht aussuchen. Kann man nicht einfach abnehmen. Man ist determiniert. Daher müssen Kopftuchträgerinnen auch damit zurecht kommen, wenn ein großer Teil der Bevölkerung dem Kopftuch kritisch gegenübersteht.

Es gibt gerechtfertigte Kritikpunkte, die man nicht einfach ausradieren kann und auch nicht darf!

Wir brauchen keine Propaganda die uns erzählt, dass das Kopftuch der „neue Feminismus“ sei und die neue „Emanzipation“ der Frau. Das Kopftuch impliziert in sich Apartheid und Moralvorstellungen, die einer freien Gesellschaft nicht gerecht werden. Das Kopftuch trägt in unserer Gesellschaft, mit seinen andauernden Forderungen, zu einem erheblichen Ausmaß an Diskriminierung bei, über das wir endlich mal anfangen sollten, offen zu sprechen.

Ein Kopftuch in staatlichen Berufen lehne ich strikt ab, weil ich diese frauenverachtende Symbolik der Apartheid nicht unterstütze und sie mit unseren Werten der Gleichberechtigung nicht in Einklang bringen kann. Zudem auch der Meinung bin, dass der Staat diese Symbolik der Bevölkerung nicht aufzwingen darf.

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Das Kopftuch

 

Veröffentlicht 10. Dezember 2016 von hubert wenzl in Islam, Uncategorized

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