Archiv für 16. Dezember 2016

Falschnachrichten-Erfinder als Geschäftsidee   4 comments

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Es ist schon unglaublich, wie sich jemand das Falschmeldungen erzeugen zur Geschäftsidee macht, wie Jestin Coler vom Unternehmen „Disinfomedia.inc“ (man beachte im Firmennamen das disinfo…) um damit viel Geld zu verdienen. Da ersinnen Autoren einer Firma Falschmeldungen. Die Wahrheit zu verkünden schreiben sich heute sehr viele auf die Fahnen. Man muss aber schon genau hinschauen. Gefährlich ist bei manchen Falschmeldungen, dass sie ja wahr sein könnten und es sich erst viel später herausstellt, dass es eine fake news war. Fake news haben sehr oft zum Ziel Stimmungen zu erzeugen und dem politischen Gegner zu schaden, ein maßgeblicher Exponent der politischen Gegenseite soll schlecht aussehen. Solche Firmen profitieren davon dass Falschmeldungen nachgefragt werden. Ein neuer Beruf ist entstanden: Falschnachrichten-Erfinder.

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Die News „Papst unterstützt Trump“ wurde fast eine Million Mal auf Facebook geteilt – sie war aber frei erfunden. Wer setzt solche Fake News in die Welt? Und warum? Im US-Radio sprach nun erstmals ein Mann, der damit sein Geld verdient.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

Als die Reporterin vom National Public Radio (NPR) an der Tür von Jestin Coler in einem Vorort von Los Angeles klingelt, fertigt der sie rasch an der Tür ab. Er habe kein Interesse mit ihr zu sprechen. Coler bekam Besuch von der NPR-Journalistin, weil er Gründer und Chef des Unternehmens Disinfomedia.inc ist. Die Firma unterhält etliche Falschnachrichten-Seiten, wie viele es genau sind, wollte Coler nicht verraten, als er sich kurze Zeit später doch zu einem Interview bereit erklärte.

Inzwischen beschäftigt er mehrere Autoren

Jestin Coler ist einer der Falschnachrichten-Macher. Regelmäßig veröffentlicht er echt wirkende Nachrichten, die allerdings frei erfunden sind. Ein Beispiel: Er setzte vor zwei Jahren die Geschichte in die Welt, dass im US-Bundesstaat Colorado Lebensmittelmarken zum Kauf von Marihuana genutzt worden seien. „Daraufhin legte ein Abgeordneter im Kongress von Colorado einen Gesetzesvorschlag vor, der die Verwendung von Lebensmittelmarken für den Kauf von Gras verbot. Obwohl das eine reine Fantasiegeschichte war“, erzählt er.

Jestin Coler ist 40, verheiratet, Familienvater. Warum er 2013 mit dem Verfassen von falschen Nachrichten begann, erklärt er so: „Ich wollte eine Webseite schaffen, die von der ultrarechten Bewegung wahrgenommen wird. Mein Ziel war, offenkundig falsche oder ausgedachte Geschichten zu platzieren, um dann hinterher darauf zu verweisen, dass es reine Erfindung waren.“

25 bis 30 Autoren ersinnen Falschmeldungen

Inzwischen beschäftigt er 25 bis 30 Autoren. Coler erzählt, dass es ihn überrascht habe, wie häufig seine Fake News im zurückliegenden Wahlkampf bei Google oder Facebook angeklickt worden seien. Wie jene Geschichte, dass ein FBI-Agent, der im E-Mail-Skandal von Hillary Clinton verwickelt gewesen sei, tot aufgefunden wurde.

Der Artikel mit seiner reißerischen Überschrift schien von der Zeitung „Denver Guardian“ zu stammen. Nur: Eine solche Zeitung gibt es gar nicht. „Die Leute wollten das hören“, erzählt Coler. „Alles an der Geschichte hatte ich mir ausgedacht: die Stadt, die Leute, den Sheriff, den Typen vom FBI.“ Die Social-Media-Experten seiner Firma hätten den gefälschten Artikel dann gezielt bei Trump-Anhängern und in Trump-Foren platziert. „Und die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer.“

Bis zu 40.000 Dollar im Monat

Und mit jedem Klick werden seine Seiten interessanter für Werbetreibende. Zwei andere Autoren für Falschmeldungen, die die „Los Angeles Times“ in Long Beach ausfindig machte, gaben an, pro Monat zwischen 10.000 und 40.000 Dollar mit Werbung auf ihren Seiten einzunehmen. Facebook und Google haben inzwischen angekündigt, keine Werbung auf Seiten mit erfundenen Geschichten mehr zulassen zu wollen.

Jestin Coler, der Mitglied bei der Demokratischen Partei ist, glaubt übrigens  nicht, dass Falschmeldungen, wie er sie verbreitet, dazu beigetragen haben, dass Hillary Clinton die Wahl verlor. Sie sei schlicht „keine gute Kandidatin“ gewesen.

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Falschnachrichten-Erfinder als Geschäftsidee

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 16. Dezember 2016 von hubert wenzl in Medien, Politik, Uncategorized

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