Falschnachrichten-Erfinder als Geschäftsidee   4 comments

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Es ist schon unglaublich, wie sich jemand das Falschmeldungen erzeugen zur Geschäftsidee macht, wie Jestin Coler vom Unternehmen „Disinfomedia.inc“ (man beachte im Firmennamen das disinfo…) um damit viel Geld zu verdienen. Da ersinnen Autoren einer Firma Falschmeldungen. Die Wahrheit zu verkünden schreiben sich heute sehr viele auf die Fahnen. Man muss aber schon genau hinschauen. Gefährlich ist bei manchen Falschmeldungen, dass sie ja wahr sein könnten und es sich erst viel später herausstellt, dass es eine fake news war. Fake news haben sehr oft zum Ziel Stimmungen zu erzeugen und dem politischen Gegner zu schaden, ein maßgeblicher Exponent der politischen Gegenseite soll schlecht aussehen. Solche Firmen profitieren davon dass Falschmeldungen nachgefragt werden. Ein neuer Beruf ist entstanden: Falschnachrichten-Erfinder.

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Die News „Papst unterstützt Trump“ wurde fast eine Million Mal auf Facebook geteilt – sie war aber frei erfunden. Wer setzt solche Fake News in die Welt? Und warum? Im US-Radio sprach nun erstmals ein Mann, der damit sein Geld verdient.

Von Nicole Markwald, ARD-Studio Los Angeles

Als die Reporterin vom National Public Radio (NPR) an der Tür von Jestin Coler in einem Vorort von Los Angeles klingelt, fertigt der sie rasch an der Tür ab. Er habe kein Interesse mit ihr zu sprechen. Coler bekam Besuch von der NPR-Journalistin, weil er Gründer und Chef des Unternehmens Disinfomedia.inc ist. Die Firma unterhält etliche Falschnachrichten-Seiten, wie viele es genau sind, wollte Coler nicht verraten, als er sich kurze Zeit später doch zu einem Interview bereit erklärte.

Inzwischen beschäftigt er mehrere Autoren

Jestin Coler ist einer der Falschnachrichten-Macher. Regelmäßig veröffentlicht er echt wirkende Nachrichten, die allerdings frei erfunden sind. Ein Beispiel: Er setzte vor zwei Jahren die Geschichte in die Welt, dass im US-Bundesstaat Colorado Lebensmittelmarken zum Kauf von Marihuana genutzt worden seien. „Daraufhin legte ein Abgeordneter im Kongress von Colorado einen Gesetzesvorschlag vor, der die Verwendung von Lebensmittelmarken für den Kauf von Gras verbot. Obwohl das eine reine Fantasiegeschichte war“, erzählt er.

Jestin Coler ist 40, verheiratet, Familienvater. Warum er 2013 mit dem Verfassen von falschen Nachrichten begann, erklärt er so: „Ich wollte eine Webseite schaffen, die von der ultrarechten Bewegung wahrgenommen wird. Mein Ziel war, offenkundig falsche oder ausgedachte Geschichten zu platzieren, um dann hinterher darauf zu verweisen, dass es reine Erfindung waren.“

25 bis 30 Autoren ersinnen Falschmeldungen

Inzwischen beschäftigt er 25 bis 30 Autoren. Coler erzählt, dass es ihn überrascht habe, wie häufig seine Fake News im zurückliegenden Wahlkampf bei Google oder Facebook angeklickt worden seien. Wie jene Geschichte, dass ein FBI-Agent, der im E-Mail-Skandal von Hillary Clinton verwickelt gewesen sei, tot aufgefunden wurde.

Der Artikel mit seiner reißerischen Überschrift schien von der Zeitung „Denver Guardian“ zu stammen. Nur: Eine solche Zeitung gibt es gar nicht. „Die Leute wollten das hören“, erzählt Coler. „Alles an der Geschichte hatte ich mir ausgedacht: die Stadt, die Leute, den Sheriff, den Typen vom FBI.“ Die Social-Media-Experten seiner Firma hätten den gefälschten Artikel dann gezielt bei Trump-Anhängern und in Trump-Foren platziert. „Und die Geschichte verbreitete sich wie ein Lauffeuer.“

Bis zu 40.000 Dollar im Monat

Und mit jedem Klick werden seine Seiten interessanter für Werbetreibende. Zwei andere Autoren für Falschmeldungen, die die „Los Angeles Times“ in Long Beach ausfindig machte, gaben an, pro Monat zwischen 10.000 und 40.000 Dollar mit Werbung auf ihren Seiten einzunehmen. Facebook und Google haben inzwischen angekündigt, keine Werbung auf Seiten mit erfundenen Geschichten mehr zulassen zu wollen.

Jestin Coler, der Mitglied bei der Demokratischen Partei ist, glaubt übrigens  nicht, dass Falschmeldungen, wie er sie verbreitet, dazu beigetragen haben, dass Hillary Clinton die Wahl verlor. Sie sei schlicht „keine gute Kandidatin“ gewesen.

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Falschnachrichten-Erfinder als Geschäftsidee

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 16. Dezember 2016 von hubert wenzl in Medien, Politik, Uncategorized

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4 Antworten zu “Falschnachrichten-Erfinder als Geschäftsidee

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  1. Hi Papa,

    warum über den großen Teich . . . gehen?
    ARD und ZDF sind Spitzenreiter im verbreiten von Falschmeldungen. Dass man da schon von FekeNews Fabriken sprechen kann.

    Ich erinnere an die Ukraine Berichterstattung. Was sogar befreundeten Ländern zu weit ging und der Medienrat die ARD wegen falscher Berichterstattung gerügt hatte.
    Das Gleiche Libyen betreffend und nun Syrien.
    Es betrifft alle Interventionen und Kriege die der Westen geführt hatte und noch führt. Begonnen mit dem Kosovo bis in die Gegenwart.
    Und dazu kommt dann noch Putin und jetzt auch noch Trump.
    Der westen oder was sich so nennt, braucht Feindbilder um seine eigenen Verbrechen zu verdecken. Die Lüge muss durch Gesetze gestützt werden, nicht die Wahrheit, die steht von alleine. Weil es da nichts zu verschleiern gibt.

    Aber auch die eigene Geschichte . . . Indem vieles anders war als uns über alle Medien unentwegt suggeriert wird. Es ist doch paradox die eigene Geschichte zu hinterfragen, als Straftatbestand deklarieren.

    Frage:
    Fake News – wann ist denn eine Meldung fasch? Weil das die Leitmedien verbreiten muss das ja nicht wahrer sein als was mir meine Urgroßeltern erzählt haben, oder ich mit meinen Sinnen selbst wahrnehme.
    Mama und ich haben da schon viel darüber geschrieben. Wieso braucht es Mut die Wahrheit zu sagen, während wir in einer Tour belogen werden – und das vom Staat. Der immer nur so viel zugibt, was er nicht mehr leugnen kann . . . . Ich erspare mir an dieser Stelle beispiele zu nennen.

    https://sabnsn.wordpress.com/2016/12/15/zur-wahrheit-gehoet-mut-ein-deutsches-maedchen/

    https://sabnsn.wordpress.com/2016/12/13/fakenews-der-neue-kampfbegriff-das-volk-zum-schweigen-zu-bringen/#comment-4758

    Auch wenn du die Quelle der Videos ablehnen tust, behandeln sie genau das Thema.
    Das Establishment wird in anbetracht der Bundestagswahlen 2017 nervös, und hat mit FakeNews ein Instrument ersonnen, gegen jede unliebsame Meinung vorgehen zu können.
    Wer entscheidet dann aber ob eine Meinung Wahr oder Unwahr ist ??? Das alleine ist doch schon pervers und eine Diskriminierung der Menschen.
    Indem man sie für unmündig erklärt selbst entscheiden zu können wem sie glauben.

    Wie lautet ein Sprichwort:
    „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht mehr, auch wenn er danach 1000 Mal die Wahrheit spricht.“

    Und so haben sich die Staatlichen Medien und die Politik, selbst das Verrauen beim Volk entzogen. Ein Regime das sich nur noch mit Zensur, totaler Überwachung und Gesinnungskontrolle an der Macht halten kann hat jeden Anspruch verwirkt sich demokratisch zu nennen. Denn gerade die feie Meinungsäußerung, (ob wahr oder unwahr spielt da keine Rolle – dass muss jeder mündige Bürger dann für sich entscheiden), ist ein fundamentaler Eckpfeiler der Demokratie.

    Kampf gegen Fake-News als Deckmantel für kommende Internetzensur? | 16.12.2016
    >>https://youtu.be/_SYF1itB2Xw

    Wie leicht die Macht der „Bilder“ von den Medien missbraucht werden kann | 15.12.2016
    >>https://youtu.be/PsM1m9vBO0g

    Augenzeugen aus Aleppo: Die syrische Regierung greift keine Zivilisten an | 14.12.2016
    >>https://youtu.be/Tegcb1grHug

    Medienkommentar: Widersprüchliche Berichterstattung zu Aleppo… | 16.12.2016
    >>https://youtu.be/KzuidWxm_gM


    glG Babette

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  2. Hi Babette

    Die „News“ „Papst unterstützt Trump“, war ohne Frage eine fake news, denn der Papst kritisierte Präsidentschaftsbewerber Trump „Der ist kein Christ“. (tagesschau.de) Diese augenscheinlichen Unwahrheiten sind nicht mal so gefährlich, auch wenn diese Meldung unbegreiflicherweise fast eine Million Mal auf Facebook geteilt wurde. Aber gegen Dummheit ist ja kein Kraut gewachsen. Es müssten einem da ja gleich Zweifel kommen, denn allein bei der Flüchtlingsfrage nimmt der Papst eine dezidiert entgegengesetze Stellung ein. Gefährlich sind vielmehr Meldungen, wo man nicht wissen kann, ob sie so stimmen könnten und sie plausibel klingen.
    Und nach wie vor ist für mich die Quelle das entscheidendes Kriterium. Denn wenn mir da das Vertrauen fehlt, wie könnte ich dem dann Vertrauen schenken? Auch da unterscheiden wir uns.

    klagemauer.tv ist für mich zum Beispiel keine vertrauenswürdige Video-Plattform (aus der die 4 Videos von dir sind).
    https://www.youtube.com/user/klagemauerTV

    Das ist für mich leicht durchschaubare Propaganda. Ich habe jetzt nicht genauer recherchiert, es könnte aber leicht Russland-gesteuerte Propaganda sein.

    Quellen/Links: (von klagemauer.tv)
    https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten
    https://de.sputniknews.com/panorama/2… dieser Link geht nicht (Fehler 404), gebe also einen abgewandelten ein:
    https://de.sputniknews.com/panorama/

    Schlußendlich muss halt jeder selbst die Nachrichten aussuchen, die er für glaubwürdig hält oder nicht. In Syrien muss man die Nachrichten mit Vorsicht genießen. Aber ich glaube da auch nicht der syrischen Regierung oder Russland. Ich möchte da gar nicht näher kommentieren was in Aleppo passiert. Assad nennt es Befreiung. Es sollen noch 40.000 Zivilisten dort sein – was mit denen passiert? Aber wie schon gesagt, jeder ist frei zu glauben was er will.

    Ich möchte gar nicht auf alle Punkte eingehen, weil ich sehe dass wir in vielen Dingen verschiedenen Quellen vertrauen.
    Was mir auch heutzutage sehr oft auffällt, dass so vieles umgedreht wird. So bezeichnen sich zum Beispiel klare Demokratie-Verächter als Schützer der Demokratie.

    glG Papa

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  3. Mit Ausnahme in der Mathematik, gibt es keine absolute Wahrheit.

    Der Wahrheitsgrad einer Information wird von dessen Konsens bestimmt, wie viele Menschen sich dieser Meinung anschließen.
    Was wiederum durch eine Abwägung aller zur Verfügung stehenden Meinungen gebildet wird.
    Meinungen auszuschließen muss zwangsläufig zu anderen Ergebnissen führen.
    Je größer der Konsens zu einer Meinung ist, als umso wahrer wird sie angesehen.
    Mehr aber nicht.

    Es macht ja keinen Sinn etwas Wahres zu behaupten, während die ganze Welt einen als Lügner bezeichnet.

    Das trifft umso mehr für Meinungen zu deren Richtigkeit man selbst nicht überprüfen kann.
    Man ist auf Informationen angewiesen, die Richtig oder falsch sein können.
    Dass die Erde eine Kugel ist, z. B. oder dass sich die Erde um die Sonne dreht.
    Darüber besteht heute ein Welt-Konsens. Aber ob das stimmt?

    Anders mit der Behauptung dass CO2 für die Erderwärmung verantwortlich sei.
    Da hier vom System sämtliche Gegenbeweise ausgeblendet werden, wird den Menschen die Möglichkeit genommen zu einem übergreifenden Konsens zu kommen. Dogma.
    Womit die Wahrscheinlichkeit dass das die Aussage eine Lüge ist gegeben ist.

    Auch geschichtliche Ereignisse sind so zu sehen. Per Gesetz eine Meinung als Wahrheit zu deklarieren macht diese nicht wahrer. Die Wahrscheinlichkeit ist aber sehr groß, dass sie unwahr ist. Dogma.

    Letzten Endes obliegt es immer dem Individuum unter Einbeziehung aller ihm zur Verfügung stehenden Informationen abzuwägen, ob etwas wahr oder unwahr ist.

    https://sabnsn.wordpress.com/2014/11/19/wahrheit/

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    glG Betti

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  4. Das was du da anfürhst kommt mir reichlich dogmenhaft vor. Bzw. ist es auch ein Disput um des Kaisers Bart.
    „Dass die Erde eine Kugel ist, z. B. oder dass sich die Erde um die Sonne dreht.
    Darüber besteht heute ein Welt-Konsens. Aber ob das stimmt?“
    .
    Wenn man da annimmt, dass das auch nicht stimmen könnte, dann kann man aufhören sich miteinander zu unterhalten.
    Das ist dann so ähnlich wie im Mittelalter, als Kirchenväter darüber gestritten haben wie viele Haare ein Engel hat.

    .
    Gruß Hubert

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