Archiv für 21. Januar 2017

Alt-Right-Bewegung: Trumps rechtsextreme Freunde   Leave a comment

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Wes Geistes Kind Trump ist zeigt deutlich ein Artikel aus der ZEIT.
Zeig mir deine Freunde, und ich sag dir wer du bist. Mit einer Alt-Right-Bewegung sollte ein amerikanischer Präsident nichts zu tun haben. Aus der Alt-Right-Bewegung stammt auch Trumps wichtigster Berater Steve Bannon. Das ist alarmierend.

Hier der Artikel aus der ZEIT

Alt-Right-Bewegung: Trumps rechtsextreme Freunde

Im Umfeld des künftigen US-Präsidenten greift eine Bewegung mit faschistischen Zügen nach der Macht. Sie will ein rassistisches, weißes Land und das Recht des Stärkeren.

Alt-Right-Bewegung: Der künftige US-Präsident Donald Trump und sein Berater Steve Bannon im Oktober 2016 bei einem Besuch im Gettysburg National Military Park
Der künftige US-Präsident Donald Trump und sein Berater Steve Bannon im Oktober 2016 bei einem Besuch im Gettysburg National Military Park © Jonathan Ernst/Reuters

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Der junge Mann am Rednerpult im Washingtoner Ronald Reagan Building benutzte genüsslich ein deutsches Wort, doch er scheiterte am Umlaut, sodass es ihm im breiten Amerikanisch zu „Luugenpresse“ geriet. Richard Spencer war berauscht vom Erfolg. Donald Trumps Wahlsieg hatte alle Einschätzungen der Medien widerlegt. Mit der Niederlage Hillary Clintons sei eine Wende vollzogen, der drohende Abstieg aufgehalten.

Lebhaft illustrierte Spencer den Verfall der einstmals großen, weißen amerikanischen Nation zu einer „kranken, ekelerregenden Gesellschaft, geführt von Korrupten, verteidigt von Hysterischen, trunken von Selbsthass und Degeneration.“ Verantwortlich dafür seien die liberalen Eliten mitsamt ihrem Anhang aus Schwarzen und Hispanics.

 Die Dramaturgie der Agitation gebietet, dass auf den Niedergang Erlösung folgt. Also berichtete Spencer anschließend von der Hoffnung. Er fand sie in jenen Familien, die stundenlang in den Flughäfen der Provinz auf Trump gewartet hatten. Liebevoll bewachten sie die schlafenden Kinder in ihrer Mitte: ein mächtiges Bild, das ihm gezeigt habe, wie in seinem Volk wieder Identität und Stärke erwachte.

Bei seinem Publikum, den Teilnehmern der Jahrestagung des National Policy Institutes (NPI) vom 19. November, stieß er damit auf offene Ohren. In diesem von Spencer geleitetem privaten Thinktank der äußersten amerikanischen Rechten stehen Identität und Selbstbehauptung des weißen Mannes im Zentrum.

Eine faschistische Rede wie aus dem Lehrbuch

Spencer beschwor den Mythos von Niedergang und Rettung des „weißen Amerikas“, der „Kinder des Lichts“. Seit Trumps Wahlsieg sah er wieder Hoffnung. Seine Rhetorik von der Wiedergeburt einer großen weißen Nation barg einen deutlichen Nachhall aus den zwanziger, dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Als sei das nicht genug Ausweis der Gesinnung, schloss er mit „Heil Trump“, „Heil unserem Volk“, „Sieg Heil“. Einige Zuhörer riss es von ihren Stühlen, den rechten Arm weit ausgestreckt. Videoschnipsel davon gelangten an die Öffentlichkeit. Der vollständige Redetext, den Spencer im Journal der NPI veröffentlichte, lässt keinen Interpretationsspielraum: Die begeisterten Zuhörer im Washingtoner Ronald-Reagan-Center hatten einer faschistischen Rede wie aus dem Lehrbuch gelauscht.

Ein amerikanischer Präsident, der den äußersten rechten Rand in Begeisterung versetzt – noch vor wenigen Jahren hätte dies eine Klarstellung über die Bedeutungslosigkeit dieses lunatic fringe nach sich gezogen. Heute aber holt sich Donald Trump einen Protagonisten dieses Milieus in seinen engsten Beraterstab. Denn Spencer und das NPI zählen zur sogenannten Alt-Right, jener „alternativen Rechten“, aus der auch Trumps wichtigster Berater Steve Bannon stammt. Das ist alarmierend.

Veröffentlicht 21. Januar 2017 von hubert wenzl in Politik, Uncategorized

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Trump behält auch als Präsident seinen aggressiven Wahlkampfmodus bei   4 comments

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Trump hat in seiner Antrittsrede seinen aggressiven Wahlkampfton beibehalten. Keine Spur von staatsmännischem Verhalten. Er legt es auf Konfrontation mit seinen politischen Gegnern und dem „Establishment“ an, von dem Milliardäre ja selbst ein Teil davon sind. Was meinen denn da die Armen? Trump würde sie auch reich machen? Ich sage lieber nicht, was ich darüber denke. Die USA war noch nie so gespalten. Trump tut nichts um das amerikanische Volk zu versöhnen. Und dann wundert man sich über Proteste und Krawalle. Wer Wind sät wird Sturm ernten. Wenn ich in den USA leben würde, würde ich auch sagen, das ist NICHT MEIN Präsident. Er werde das Land GROSS machen. Ja große Töne spucken und poltern kann er.

Die erste Amtshandlung war die Gesundheitsreform außer Kraft zu setzen. Es wäre ja schrecklich wenn alle Leute versichert wären, auch die Ärmsten. Vor allem die Tea Party hat ja von Anfang scharf gegen Obamacare geschossen, wie zum Beispiel diese Palin. Ich bin mir sicher, dass auch Leute von ganz unten und Gestrandete Trump gewählt haben. Denen kann man nur gute Gesundheit wünschen. Die von der Tea Party sind ja fundamental christlich und evangelikal. Ich weiß nicht was daran christlich sein soll, wenn man Leute von einer Gesundheitsversorgung ausschließt, und sie vor den Krankenhäuser verrecken können, weil sie nicht krankenversichert sind? Aber wie heißt es ja so treffend: die dümmsten Kälber wählen sich ihren Metzger selber. Ob Trump sich heimlich denkt eure Armut kotzt mich an? Denn solche Leute wie Trump und andere Reiche denken sich ja oft, wenn jemand nicht „tüchtig“ genug ist und ganz unten landet, dann ist er selber schuld. Neoliberale bringen für Gestrandete und Außenseiter keine Empathie auf.

Es gab also von Trump keine ausgestreckte Hand, keine Geste der Versöhnung. Stattdessen einen aggressiven Nationalismus und das egozentrische Amerika zuerst. Das wichtigste bei Trump ist sein ICH und seinem extremen Narzissmus zu frönen. Zuerst kommt ER und dann das amerikanische Volk. Alles wird dem untergeordnet was ihm nützt. Voraussagen kann man wohl, dass er als Präsident noch reicher werden wird.

Auch Trump wird lernen müssen, dass er nicht alleine die Welt regieren kann und Verbündete braucht. Ab jetzt gibt es keinen Pardon und keine Ausreden mehr. Trump muss liefern.

Aus cash.ch

„Es werde an diesem Tag nicht nur die Macht von einer Regierung an die nächste weitergegeben, erklärte Trump am Freitag nach seiner Vereidigung vor dem Kapitol in Washington. Vielmehr werde die Macht aus der Hauptstadt an die Bevölkerung zurückgegeben. Seine Amtszeit werde der Regel folgen: „Amerika zuerst“. Er werde das Land wieder „groß machen“.“

Wenn er die Macht an die Bevölkerung zurück gibt, dann haben wir den Idealzustand der Demokratie, die Volksherrschaft. Da bin ich dann ja gespannt, was er davon einhaltet.

[…]
„Philosopie und Trump

Bislang teilen diese Meinung jedoch viele Amerikaner nicht. Trumps Zustimmungswerte liegen laut Umfragen bei 40 Prozent. Seit Jimmy Carter 1977 war kein Präsident beim Amtsantritt so unbeliebt. Durch die Bevölkerung zieht sich ein tiefer Graben. Und auch im Ausland und an den internationalen Finanzmärkten ist die Verunsicherung gross angesichts Trumps kritischer Äusserungen über Freihandelsabkommen und Militärbündnisse wie die Nato, seinen Plänen für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko und seinen zahlreichen Ausfällen – etwa gegen Frauen, Muslime, Einwanderer oder die Medien.“ (Reuters)
https://www.cash.ch/news/top-news/erste-rede-trump-greift-establishment-1034310

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Aus freiepresse.de

Trump bleibt sich selbst treu

Donald Trump ist als neuer Präsident der USA vereidigt worden

Von Christoph Ulrich
erschienen am 20.01.2017

Nun hat es Donald Trump endlich geschafft. Der Immobilienmilliardär mit dem gewaltigen Ego residiert im Weißen Haus und muss regieren. Die Welt fragt sich mit ängstlichem Blick nach Amerika, ob er das auch kann. Seine Unberechenbarkeit, sein provozierendes diplomatisches Unvermögen und sein fehlendes Wissen über historische und politische Zusammenhänge hat er in den vergangenen Monaten zur Genüge zur Schau getragen. Seine erste Chance, der Welt zu zeigen, dass er ein ernst zu nehmender Staatsmann der Supermacht USA sein kann, hat er bei seiner Antrittsrede grandios verpasst. Trump blieb im billigen Wahlkampfmodus seines pathetischen Slogans: Amerika zuerst. Oder man könnte auch sagen: Trump blieb sich selbst treu. Bleibt nur zu hoffen, dass diese amerikanische TV-Reality-Show am Freitag zu Ende gegangen ist. Donald Trump muss jetzt liefern.

Positives Denken soll ja gesund sein und es hat in den vergangenen Wochen vielen Anlegern ganz stattliche Wertzuwächse ihrer Depots gebracht, weil sie auf die von Trump angekündigten Konjunkturprogramme gesetzt haben. Seit Trumps Wahlsieg sind die Aktienkurse gestiegen, und zwar nicht nur in Amerika. Denn die Aussicht auf Milliardeninvestitionen in die marode Infrastruktur der USA könnte nicht nur dort für einen Konjunkturaufschwung sorgen, sondern die gesamte Weltkonjunktur positiv beeinflussen.

Vorausgesetzt allerdings, Trumps Rhetorik gegen den Freihandel wird nicht zur offiziellen Wirtschaftspolitik der Vereinigten Staaten. Spätestens wenn er das vorhat, müssen ihm seine republikanischen Parteifreunde die Rote Karte zeigen. Der Freihandel und nicht der Protektionismus gehört schließlich zur politischen DNA der Republikaner. Seine Aufforderung am Freitag, amerikanische Produkte zu bevorzugen, hat das Konfliktpotenzial schon mal deutlich gemacht. Dass die Welt der Wirtschaft komplizierter ist, müsste Trump eigentlich wissen. Er hat ja Wirtschaftswissenschaft studiert.

Eine wirtschaftsfreundliche Politik könnte Trump auch beim Steuersystem betreiben. Er hat niedrigere Steuern angekündigt und will vor allem den Mittelstand entlasten. Außerdem will er das Steuersystem radikal vereinfachen. Das sind schöne Vorhaben – ob sie gelingen, steht in den Sternen.

Soweit das Positive. Nach der Antrittsrede könnte man glauben, Deutschland und Europa drohe vom neuen US-Präsidenten nichts als Ärger. Doch auch Donald Trump wird bald merken, dass die USA Verbündete braucht, wenn er in der Welt etwas erreichen, etwas verändern will. Europas Politiker müssen auf die Lernfähigkeit des international unerfahrenen US-Präsidenten setzen. Ihm muss klargemacht werden, dass es nicht nur um „Deals“ und ökonomische Vorteile geht, sondern dass sich die USA und Europa auch als Wertegemeinschaft verstehen. Der Kampf um die Einheit des Westens hat begonnen.

http://www.freiepresse.de/POLITIK/MEINUNGEN/Trump-bleibt-sich-selbst-treu-artikel9815389.php#

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Gruß Hubert