Archiv für 3. März 2017

Kritik am Umgang mit Ratten- Tierversuche   Leave a comment

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Der Umgang mit Ratten wäre dringend zu überdenken – aus ethischen und aus wissenschaftlichen Gründen. Es kann nicht sein, dass man völlig mitleidlos mit Ratten umgeht und Tierschutzgesetze bricht. Die Ratte kommt in der Sympathiewertung bei Menschen schlecht weg. Ratten haben das aber nicht verdient.

Hier ein Beitrag von Prof. emer. Dr. Franz bei tierrechte.de

Grußwort: „Die Ratte verdient es, im Mittelpunkt unserer Gefühle zu stehen!“

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Der Tierarzt und Zoologe Prof. Dr. Franz Paul Gruber ist der diesjährige Schirmherr des Versuchstiers des Jahres 2017.

Er findet, dass die Ratte verdient, dass wir unserem Umgang mit ihr überdenken –  aus ethischen und aus wissenschaftlichen Gründen.

Die „Karriere“ der Ratte als „Versuchstier“ begann in den 1860er Jahren in London mit grausamen Wettbewerben: Ein auf das Töten von Ratten dressierter Terrier, brauchte etwa fünfeinhalb Minuten, um 100 Ratten in einer kleinen Arena tot zu beißen. Darauf wurden hoheWetten abgeschlossen. Das Englische Tierschutzgesetz von 1825 erlaubte diese Art der „Schädlingsbekämpfung“. Da die Rattenfänger bald mit ihren Lieferungen nicht mehr nachkamen, entstanden daraus die ersten professionellen Rattenzuchten, aus denen schon bald die ersten Albinoratten entstanden. Für diese besonderen Tiere interessierten sich bald die „Wissenschaftler“ unter den wettlustigen Zuschauern. So kam die Ratte ins Labor.

Die Punks und die Ratten

In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Ratten auch als Haustiere „entdeckt“. In meiner Berliner Zeit am Institut für Versuchstierkunde verging kaum eine Woche, in der nicht irgendein liebenswerter „Punk“ um Ratten nachsuchte. Natürlich war das auch als Provokation gedacht: ein Tier, das (fast) alle Menschen verabscheuten, auf der Schulter sitzen zu haben oder aus dem Ärmel kriechen zu lassen. Doch Ratten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Deswegen wird auch immer häufiger hinterfragt, was für einen wissenschaftlichen Nutzen es denn wirklich hat, diese neuen Freunde in Labors zu Tode zu quälen.

Menschen sind keine 70 kg Ratten

Sprach man früher noch von einer „grausamen Notwendigkeit“, die uns im Geiste des medizinischen Fortschritts zu Tierversuchen geradezu verpflichte, wird an diese „Notwendigkeit“ heute auch in Forscherkreisen nicht mehr so unerschütterlich geglaubt. „Menschen sind keine 70 Kilo-Ratten“ klärte uns Thomas Hartung 2009 in Nature auf (3). Es lohnt sich, dazu seinen Artikel des „Look back in anger – what clinical studies tell us about preclinical work“ (3) zu lesen.

Übertragbarkeit fragwürdig

Doch damit nicht genug: 95 Prozent aller Medikamente, die sich im Tierversuch als Erfolg versprechend darstellten, erweisen sich als untauglich für den Menschen. Hierzu ein kleines Beispiel: Die meisten heutigen Lebertransplantationen müssen durchgeführt werden, weil sich Medikamente beim Menschen toxisch auf die Leber auswirken. Im Tierversuch war dies zuvor nicht feststellbar. Tierexperimentell tätige Wissenschaftler haben jedoch ihre Überzeugungen. Es bringt nichts, sie dafür zu verteufeln. Wir sollten sie stattdessen dazu bringen, diese Überzeugungen in Frage zu stellen und nach neuen Wegen zu suchen.

Leid im Labor

Welche Tiere uns näherstehen und welche nicht, entscheiden die meisten Menschen unterschiedlich. Die Ratte kommt bei dieser Abwägung meist nicht gut weg. Deswegen habe ich diese Schirmherrschaft gerne übernommen. Denn solch liebenswerte und schlaue Geschöpfe wie Ratten verdienen es, im Mittelpunkt unserer Gefühle für die Kreatur zu stehen. Die Ratte war als die „Alkoholratte“ 2007 schon einmal das Versuchstier des Jahres. Die Berliner Tierversuchsgegnerin Brigitte Jenner schrieb damals „Die den Ratten bei dieser Forschung zugefügten Leiden durch Isolierung, Immobilisierung und anderen Stress, durch belastende Verhaltenstests und durch Entzug sind gravierend. Ich habe sie gesehen, die süchtigen, isoliert in kleinsten kahlen Käfigen gehaltenen, vor sich hinstarrenden Ratten – ein Anblick, den ich nicht vergessen kann.“ Wollen wir hoffen, dass wir es doch einmal vergessen können, was wir den Tieren angetan haben –  wenn Tierversuche endlich Vergangenheit sind.

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http://www.tierrechte.de/themen/das-versuchstier-des-jahres/2017-02-27-10-09-32

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Schwimmen bis zur Verzweiflung, um Depression zu simulieren

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Versuchsbeschreibungen

Hier haben wir einige Bespiele von Versuchen des Schweregrads „schwer“ aufgeführt, die in jüngster Zeit in Deutschland durchgeführt worden sind. Die Angaben beruhen auf in Fachzeitschriften veröffentlichten Artikel. Diese und weitere Versuchsbeschreibungen finden Sie auch unter www.datenbank-tierversuche.de.

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Schwimmen bis zur Erschöpfung, um Depression zu simulieren („forcierter Schwimmtest“)
Elektroschocks, denen das Tier nicht entkommen kann („erlernte Hilflosigkeit“)
Tod durch Vergiftung
• Versagen eines Herzschrittmachers
Wirksamkeitstests von Impfstoffen
• Bestrahlung mit Todesfolge
Tod durch Abstoßungsreaktion von Transplantaten
Metastasierende Tumore und fortschreitenden, tödliche Tumore
• Knochenbrüche
Versagen mehrerer Organe
Xenotransplantation (Organtransplantation von einer Tierart auf eine andere)
Anzüchten von mit schwerem Leid verbundenen genetischen Störungen, z.B. Huntington Krankheit
Stoffwechselkäfig mit schwerer Einschränkung der Bewegungsfreiheit über einen längeren Zeitraum
• längere Einzelhaltung von Primaten oder Hunden
• Immobilisierung zur Herbeiführung von Magengeschwüren oder Herzversagen

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http://www.schwimmen-bis-zur-verzweiflung.de/versuche.html

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Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche und die Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg kritisieren die Genehmigungspraxis von Tierversuchen als „Farce mit reiner Alibifunktion“. 98,6 % aller beantragten Tierversuche passieren das Prozedere, obwohl sie in gravierendem Konflikt mit dem Tierschutzgesetz stehen.

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https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/presse/aktuelle-pressemitteilungen/2334-genehmigungspraxis-tierversuche

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Hier noch ein Video wie unverantwortlich man am Max Plank-Institut mit Ratten und anderen Tieren umgeht.

TIERVERSUCH AUßER KONTROLLE – Ein Praktikum am MPI// SOKO Tierschutz e.V.

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 3. März 2017 von hubert wenzl in Tiere, Tierschutz, Uncategorized

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