Archiv für 22. März 2017

Kein Verständnis für Tierschutz?   Leave a comment

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Es ist schon schwer zum verstehen, dass es Menschen gibt, die kein Mitgefühl für Tiere haben. Es dürfte ja niemand egal sein, wenn Tiere gequält werden und leiden. Aber manche machen eben einen ganz dicken Strich – oben sind die Menschen und weit unten die Tiere. Rechte und Würde wollen solche Menschen Tieren nicht zugestehen.

Hier ein Artikel dazu von Martin Balluch.

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Als Tierschutzorganisation bekommt man immer wieder sehr aggressive und bösartige Emails, wie jenes oben. Es gibt offensichtlich einige ZeitgenossInnen unter uns, denen Tierschutz an sich ein Dorn im Auge ist. Die meisten dieser Menschen werden vermutlich selbst in die eine oder andere Form des Tiermissbrauchs involviert sein und uns daher als Bedrohung für die Art ihrer Lebensführung ansehen. Das ist, wenn man so will, noch irgendwie verständlich. Doch es gibt auch andere, die es einfach nur irrsinnig ärgert, dass wir uns mit Tierschutz befassen, dass wir uns einmischen, wenn Tiere misshandelt werden, dass wir das Leid und Schicksal der Tiere überhaupt zum gesellschaftlichen oder gar politischen Thema machen.

Beiden gemeinsam ist, dass sie Tieren gegenüber einfach kein Mitgefühl empfinden können. Und das ist schon erstaunlich, ja erschreckend, dass das möglich ist. Wer, bitte schön, kann unberührt bleiben, wenn Tiere unter Schmerzen leiden? Warum klingeln da nicht die Spiegelneuronen wie verrückt? Aber es geht, aus der Praxis wissen wir das. Einfach abschalten, Tiere wie Automaten sehen, die gar nichts empfinden können. Und dazu die Rationalisierung, dass Tiere doch „selbstverständlich“ unvergleichbar zu Menschen wären, dass es falsch sei, sich in sie hinein zu versetzen.

Nebenbei bemerkt scheint es in der Karriereleiter für politische Positionen einen Ausleseprozess zu geben, der Menschen mit Idealismus und ethischer Einstellung, insbesondere zu Tieren, aussondert. Unter PolitikerInnen in Machtpositionen jedenfalls ist eine positive Einstellung zu Tieren, ein Tierschutzempfinden, sehr sehr dünn gesät. Dafür findet man besonders viele JägerInnen. Kann es sein, dass nur jene in die höheren Etagen befördert werden, die auf Einflüsterungen hören oder die die eigene Partei oder die Freunderlwirtschaft über alles andere stellen? So wirkt es jedenfalls nach außen.

Dabei gibt es doch ein breites Lippenbekenntnis zu Tierschutz, er ist ja schließlich Staatsziel. Was ist nun Tierschutzarbeit, wenn nicht das Aufdecken und publik Machen von Missständen, das Anprangern der Verantwortlichen und das Aufzeigen von tierfreundlicheren Alternativen? Diese Tätigkeit müsste dann doch allgemeiner Konsens sein, wer sich zu Tierschutz bekennt, muss sich auch zu dieser Aktivität bekennen. Doch das ist nicht so. Mit anderen Worten, ich vermute hinter jenen zahlreichen Angriffen auf unsere Arbeit eine Grundeinstellung gegen Tierschutz, ein totales Fehlen empathischer Regungen Tieren gegenüber, ein eiskaltes Herz und ein beschränktes Hirn. Es ist für mich total erstaunlich, wie sich so ein pathologischer Zustand einstellen kann. Wo kommt das her? Was ist da bei der Sozialisation falsch gelaufen? Wie lässt sich das heilen?

Oder müssen wir einfach akzeptieren, dass ein nicht unerheblicher Teil unserer Mitmenschen diesbezüglich aus einer anderen Welt zu kommen scheint?

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Kein Verständnis für Tierschutz?

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Gruß Hubert