Archiv für 27. April 2017

Tierversuche sind ethisch nicht vertretbar   Leave a comment

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Tierversuche gaukeln den Menschen eine falsche Sicherheit vor. In der EU sterben jährlich 197.000 Menschen an den Nebenwirkungen von Medikamenten,, die laut Tierversuchen ungefährlich hätten sein sollen.

Hier ein Artikel dazu von Martin Balluch.

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Wie gut sind wissenschaftliche Argumente gegen Tierversuche?

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Unsere Kampagne für ein besseres Tierversuchsgesetz im letzten Jahr hat mich mit vielen Personen zusammengebracht, die auf wissenschaftlicher Basis Für oder Wider Tierversuche argumentiert haben. Das ethische Argument gegen Tierversuche, jedenfalls wenn man Bewusstsein bei Tieren anerkennt, ist ziemlich klar. Doch insbesondere der Schweizer Hans Ruesch wird mit dem Bemühen verbunden, wissenschaftlich statt ethisch gegen Tierversuche zu argumentieren, wenn auch insbesondere Ruesch seine Aversion gegen ethische Argumente in pathologische Dimensionen trieb.

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Das wissenschaftliche Argument, kurz zusammengefasst, besagt, dass der Test der Wirkung von Substanzen im Menschen, von medizinisch bis toxikologisch, durch Versuche an nichtmenschlichen Tieren eine falsche Sicherheit vorgaukelt. Und tatsächlich unterscheiden sich verschiedene Tierarten – darunter der Mensch – physiologisch in so vieler Hinsicht, dass dieses Argument vieles für sich hat. 197.000 Menschen sterben pro Jahr allein in der EU nur an den Nebenwirkungen von Medikamenten, die laut Tierversuch für den Menschen aber völlig ungefährlich hätten sein sollen.

Die EU finanzierte das „Adverse Drug Reaction“ Programm mit € 5,88 Millionen, dessen Ergebnisse im Oktober 2012 veröffentlicht wurden. Danach hätten viele Medikamente durch computergestütztes Data-mining schon viel früher als gefährlich ausgesondert werden können. 92% aller Medikamente, die im Tierversuch erfolgreich waren, zeigen beim Menschen entweder keine Wirkung oder sind sogar gefährlich. Das wissenschaftliche Argument gegen Tierversuche jedenfalls für die Abschätzung der Verträglichkeit von Stoffen, mit denen Menschen in Berührung kommen, von Medikamenten über Industriechemikalien bis zu Kosmetika, ist jedenfalls stark. Der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, Tonio Borg, hat jetzt bestätigt, an der Deadline für das Verbot von Tierversuchen an Kosmetika in der EU, dem 11. März 2013, festhalten zu wollen.

Doch zwei Drittel aller Tierversuche dienen nicht der Prüfung der Verträglichkeit von Substanzen für Menschen oder der medizinischen Wirkung von Medikamenten am Menschen. Gegen veterinärmedizinische Versuche am Tier lässt sich schon nicht mehr wissenschaftlich argumentieren. Ähnlich gelagert ist die Situation bei Tierversuchen in der Grundlagenforschung. Wenn ich wissen will, welche Auswirkung eine genetische Veränderung bei diesem oder jenem Tier hat, dann ist der entsprechende Tierversuch wissenschaftlich sicher vernünftig, wenn auch ethisch fragwürdig. Nicht von ungefähr sinkt seit Jahren die Anzahl von Tierversuchen für die Verträglichkeitsprüfung, während der Anteil der Grundlagenforschung in der Tierversuchsstatistik unaufhaltsam steigt: in Österreich zwischen 2000 und 2010 von 19,4% auf 32%.

Das New Scientist, als eine Zeitung, die die relevantesten neuen Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zusammenstellt, ist voll mit Tierversuchsberichten. Hier ist kein Ende abzusehen, die Ethik allein ist offenbar nicht Argument genug. Umso erfreulicher, dass in der Ausgabe vom 15. Dezember 2012, Seiten 32-33, unter dem Titel „humane solution“ die Kritik an Tierversuchen zweier ehemaliger ForscherInnen im Bereich der Pharmazie wiedergegeben wird. Allerdings sind die beiden mittlerweile im Safer Medicines Trust in England aktiv, der im Übrigen von einer beeindruckenden Liste von ForscherInnen aus dem Tierversuchsbereich unterstützt wird, http://www.safermedicines.org/advisors.shtml, obwohl er sich gegen Tierversuche wendet. Das allerdings hauptsächlich in Sachen Verträglichkeitstests – und der Kreis schließt sich.

Bis Tierversuche in der Grundlagenforschung aus rein ethischen Gründen beendet werden, wird wahrscheinlich noch viel Wasser die Donau hinunterfließen.

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Tierversuche sind ethisch nicht vertretbar

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Gruß Hubert

Veröffentlicht 27. April 2017 von hubert wenzl in Tierschutz, Uncategorized

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Erdogan, nächstes Ziel – die Todesstrafe   Leave a comment

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Man darf auf keinem Fall in Österreich oder auch in anderen EU-Staaten ein Referendum für Türken zulassen, wo es um die Todesstrafe geht. Der Demokratie-Verächter Erdogan ist eindeutig auf Säuberungskurs.

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Hier eine Kolumne von Hans Rauscher auf derstandard.at

Türkei: Todesstrafen-Referendum

Erdogan will als nächsten Schritt die Todesstrafe als zusätzliches Instrument der Säuberung wiedereinführen Der Eindruck täuscht, dass in der Türkei gerade die eine Hälfte der Bevölkerung die andere Hälfte einsperrt. Zuletzt wieder ein paar tausend Angehörige der Polizeikräfte. Wir haben es hier eher mit einer „Säuberung“ nach dem Vorbild Stalins in den Dreißigerjahren des vergangenen Jahrhunderts zu tun. Damals wurden Millionen Sowjetbürger unter den verschiedensten Vorwänden verhaftet, eingesperrt, in Lager verfrachtet und letztlich umgebracht.

Letzteres ist in der Türkei nicht der Fall, aber sonst ergeben sich große Ähnlichkeiten. Die „Tschistka“ (Säuberung) konnte jeden treffen, ob einfachen Bürger oder hochgestellten kommunistischen Funktionär bis in die unmittelbare Umgebung Stalins. Es reichte, die Opfer als „sozial schädliche“ und „sozial gefährliche Elemente“ zu bezeichnen. Im Fall von Erdogans Säuberung geht es gegen tatsächliche oder angebliche Anhänger des islamischen Predigers Gülen, in Wirklichkeit aber darum, jeden Widerstand auszurotten. Erdogan will als nächsten Schritt die Todesstrafe als zusätzliches Instrument der Säuberung wiedereinführen. Zu diesem Zweck will er eine Volksabstimmung abhalten, auch unter den Auslandstürken in Europa und anderswo. Es wäre gut, wenn sich die österreichische Regierung rechtzeitig darauf einstellt:

Eine solche Abstimmung darf hierzulande nicht stattfinden. Juristische Gründe dafür werden sich finden lassen.

(Hans Rauscher, 27.4.2017) –

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Erdogan, nächstes Ziel – die Todesstrafe

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Hier passend dazu noch eine Kolumne vom selben Autor über

Starker Führer

Die Hardcore-Anhänger eines undemokratischen Systems machen heute schon fast ein Viertel aus 43 Prozent erachten einen „starken Mann“ an der Spitze Österreichs für sehr oder ziemlich wünschenswert. Das erhob das Sora-Institut. Und wir regen uns über die 73 Prozent Austrotürken auf, die für Erdoğans Ermächtigungsgesetz gestimmt haben? Gemach, gemach. Günther Ogris vom Sora-Institut erläutert, was die 43 Prozent bedeuten.

„Es geht um eine stärkere Führung im jetzigen – demokratischen – System“. Die 43 Prozent wollen, dass die Regierung auch wirklich regiert. Es folgt nun ein großes „Aber“: „Man sollte einen starken Führer haben, der sich nicht um Parlament und Wahlen kümmern muss.“ Dafür gibt es jetzt 23 Prozent Zustimmung, vor zehn Jahren nur 14 Prozent. Das, liebe Leute, ist der Wunsch nach Ablöse der Demokratie durch autoritäre Herrschaft.

Die Hardcore-Anhänger eines undemokratischen Systems machen also heute schon fast ein Viertel aus. Die Zustimmung zur Demokratie als „bestem System“ ist übrigens auch gesunken. Erklärung: „Die Menschen“ fühlen sich ignoriert, haben Zukunftsängste. Vermutung: Mit dem Kanzler als Pizzaboten wird das nicht besser, auch nicht mit einer ÖVP, die nur Obstruktion betreibt und auf den Messias Kurz starrt, mit Grünen, die sich dem Sektierertum hingegeben haben, und Neos, die auf das Ja der kapriziösen Irmgard Griss warten. Leute, es brennt, und ihr diskutiert die Uniformen der Feuerwehrleute. (Hans Rauscher, 20.4.2017) –

Starker Führer: 23 Prozent Hardcore

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Gruß Hubert