Archiv für 1. Mai 2017

Die NSDAP, Hitler und der 1. Mai   Leave a comment

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Gestern gab mir jemand den Hinweis, dass der 1. Mair auch bei der NSDAP ein Feiertag war. Ja es war ein Feiertag, nur fehlte das Wichtigste. Mit der Bennenung „Nationaler Feiertag des deutschen Volkes“, fehlte jeglicher Bezug auf die Arbeit. Hier möchte ich einiges im Interesse der Fakten zurecht rücken.

Goebbels vermerkte in seinem Tagebuch: „Am 1. Mai wird es ganz groß. Am 2. Mai werden wir dann die Gewerkschaftshäuser besetzen.“

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Aus http://www.dhm.de ein Auszug.

Massenaufmärsche und aufwändig arrangierte Kundgebungen sollten den Eindruck von Arbeiterfreundlichkeit vermitteln. Für Adolf Hitler und Joseph Goebbels aber waren die Feiern nur wirkungsvoll inszenierter Auftakt zur Zerschlagung der Gewerkschaften am 2. Mai 1933.

Unter den nationalsozialistischen Feiertagen nahm der 1. Mai in den folgenden Jahren eine herausragende Stellung ein. Seine ursprüngliche Bedeutung als der wichtigste Festtag der internationalen Arbeiterschaft verdrängten die Nationalsozialisten: Wurde der 1. Mai 1933 noch als „Feiertag der nationalen Arbeit“ begangen, so fehlte mit der Bezeichnung „Nationaler Feiertag des deutschen Volkes“ ab 1934 jeglicher Bezug zur Arbeit. Mit der Umbenennung beriefen sich die Nationalsozialisten auf uraltes, vorgeblich germanisches Brauchtum. Der 1. Mai galt ihnen als „den ewigen Lebenskreislauf bejahender“ Festtag zum Frühlingsbeginn. Der Maibaum als zentrales Symbol wurde, wie es in vielen Gegenden Deutschlands schon vorher praktiziert worden war, mit einem oder mehreren Kränzen geschmückt. Ein einzelner Kranz stand dabei für den Jahreskreis, bis zu drei verschieden große Kränze symbolisierten die im Lauf eines Jahres größer werdende Bahn der Sonne. Hinzu kamen unter dem NS-Regime Dekorationen wie Hakenkreuze, die Symbole der Deutschen Arbeitsfront (DAF) und ihrer Freizeitorganisation „Kraft durch Freude“ (KdF) sowie die Insignien verschiedener Berufsgruppen der Arbeit und des Handwerks.

Schon Wochen vor dem 1. Mai wurden Gebäude, Straßen und Festplätze überall in Deutschland geschmückt, Festzüge vorbereitet und Lieder einstudiert. Hierbei erwartete die Staatsmacht von NS-Organisationen wie der Hitler-Jugend (HJ), dem Bund deutscher Mädel (BDM) oder der DAF besonders eifriges und vorbildliches Engagement. Die Feierlichkeiten begannen zumeist am Abend des 30. April mit dem „Mai-Einsingen“. Neben Frühlingsliedern wurden solche Lieder gesungen, die dem beabsichtigten Charakter des Fests als einer „politischen Kundgebung“ entsprachen. Am Feiertag selbst fanden in den meisten Orten Festumzüge statt. An vorderster Stelle marschierten zumeist Abordnungen von Wehrmacht, Sturmabteilung (SA), Schutzstaffel (SS) und der HJ.

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Pflanzung einer „Hitler-Eiche“, 1933

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Die NSDAP, Hitler und der 1. Mai

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Hier noch ein Auszug aus http://www.dw.com

Eine unabhängige Arbeiterschaft mit freien Gewerkschaften – für das NS-Regime undenkbar. Mit einer Mischung aus Populismus, Propaganda und Terror brachten die Nazis die Arbeiterschaft unter ihre Kontrolle.

[…]

Bereits seit dem späten 19. Jahrhundert feierte die internationale Arbeiterbewegung den 1. Mai als „Tag der Arbeit“. Ein staatlicher Feiertag war der erste Tag des Monats Mai bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland aber keineswegs. Wer an diesem Tag zu den Umzügen und Feiern ging, musste einen Tag Urlaub nehmen. Oder gar auf seinen Tageslohn verzichten. Mit dem Beginn der nationalsozialistischen Diktatur änderte sich dies. Schon am 7. April 1933 erklärte das Kabinett Hitler den 1. Mai zum „Feiertag der nationalen Arbeit“. Damit war ein neuer staatlicher – und damit arbeitsfreier – Feiertag geschaffen. Und noch ein „Geschenk“ machte Hitler den Arbeitern: Sie erhielten trotzdem den vollen Lohn.

Am 1. Mai bot die NSDAP ein gigantisches Spektakel auf, um die Menschen zu beeindrucken: Es gab riesige Umzüge, an deren Spitze die Organisationen der NSDAP marschierten: die Hitlerjugend, die Schutzstaffel SS sowie die Sturmabteilung SA. An dem Widerspruch, dass die SA in den Wochen zuvor auch viele Arbeiterführer mit Terror und Gewalt verfolgte, mochten sich die Verantwortlichen nicht stören. In Berlin fand die zentrale Kundgebung statt, auf der Adolf Hitler persönlich sprach. Per Radio wurde die Rede auch in den letzten Winkel Deutschlands übertragen. Paraden, Musik, Darbietungen von Kunstfliegern und zum Schluss ein gewaltiges Feuerwerk: Die Nazis boten den Hunderttausenden von Berlinern ein wahres Massenspektakel. Joseph Goebbels war überaus zufrieden: „Überwältigend. Ganz unfassbar noch in seinen Ausmaßen.“

Der wahre Plan

Kaum jemand ahnte, dass Hitler mit den Feierlichkeiten zum 1. Mai einen ganz anderen Plan verfolgte. Dazu hatte Goebbels in seinem Tagebuch vermerkt: „Am 1. Mai wird es ganz groß. Am 2. Mai werden wir dann die Gewerkschaftshäuser besetzen.“ Gemeint waren die Häuser der freien Gewerkschaften, in denen sich die Arbeiter organisierten. Ihre Unabhängigkeit vom Staat war den Nationalsozialisten ein Dorn im Auge, sie wollten die alleinige Vertretungsmacht über die Arbeiter besitzen. Denn, so das Kalkül, eine organisierte Arbeiterschaft hätte durch Massenstreiks den Nazis Widerstand bei der Errichtung ihrer Diktatur leisten können.

 

Die SA besetzte am 2. Mai die Gewerkschaftshäuser – bereit bei Widerstand auch Gewalt anzuwenden

[…]

Er war nun der Nationale Feiertag des deutschen Volkes. Das Wort Arbeit entfiel stillschweigend. Sein Ziel hatte Hitler ohnehin erreicht: Mit den freien Gewerkschaften war seit dem 2. Mai 1933 eine weitere Institution ausgeschaltet worden, die den Nationalsozialisten hätte gefährlich werden können.

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Der 1. Mai und die Nationalsozialisten

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Und heute

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Der „III. Weg“, eine Neonazi-Partei

http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2015/02/26/der-iii-weg-konkurrenz-fuer-die-npd-in-thueringen_18750

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Gruß Hubert