Archiv für 17. Mai 2017

Gefälschte Medikamente   Leave a comment

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Es ist erschreckend, wenn man nicht mal sicher ist, ob das Medikament das man nimmt, echt ist oder gefälscht. Man verschwendet da eigentlich keinen Gedanken daran, dass mit einem Medikament etwas nicht in Ordnung sein könnte. Eine Recherche von Journalisten ergab, dass es da ganz schwere Missstände gibt. Viele Medikmante werden zum Beispiel in Indien hergestellt. Von einem Subunternehmen, dann wieder von einem Subunternehmen usw. Man kann sich vorstellen, dass die Kontrolle und die Übersicht irgendwann verloren geht.

Aus Tagesschau.de

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Begünstigen Pharma-Konzerne Fälschungen?

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Wichtige Unterlagen für Produktion und Handel von Medikamenten sind seit Jahren online abrufbar. ARD-Recherchen zeigen, dass die Pharma-Branche davon weiß, aber wenig dagegen unternimmt – und damit Fälschungen begünstigt.

Mehrere Jahre lang waren die Verpackungsdaten von 349 Medikamenten der 22 weltweit größten Pharma-Firmen auf einem Server in Kolumbien abrufbar. Befinden sich gefälschte Medikamente in Originalverpackungen, haben Patienten und sogar Apotheker kaum eine Chance, Fälschungen von Originalen zu unterscheiden.

Bereits 2014 machte das ARD-Magazin „Plusminus“ vor allem Pfizer und Bayer auf die Problematik aufmerksam. In einer Stellungnahme bestritt Bayer damals die Qualität der Druckvorlagen. Experten jedoch attestieren weiterhin, dass es sich bei diesen um hochauflösende Original-Druckdaten der Hersteller handelt, mit Hilfe derer Medikamentenfälscher Original-Verpackungen erstellen können. Pfizer behauptete gegenüber dem Magazin Plusminus in einer Stellungnahme Juli 2014: „Wie bereits telefonisch besprochen, hatte Pfizer keine Kenntnis davon, dass diese Dateien im Internet abrufbar sind.“

Doch wie sich nun herausstellt, war Pfizer mutmaßlich seit 2011 über das Ausmaß der freien Verfügbarkeit hochsensibler Firmendaten im Internet informiert. Dokumente, die der ARD exklusiv vorliegen, legen den Schluss nahe, dass sogar die oberste Führungsriege von Pfizer über die immensen Datenlecks informiert war.

Streng vertrauliche Daten abrufbar

Der US-Pharma-Konzern Pfizer war mit den meisten Medikamenten – insgesamt 105 – auf dem kolumbianischen Server vertreten. Die betroffenen Medikamente sind etwa für zwei Drittel des Jahresumsatzes des amerikanischen Konzerns verantwortlich.

Darüber hinaus waren bei nahezu sämtlichen Pfizer-Medikamenten editierbare Zollunterlagen sowie das „Certificate of Analysis“ abrufbar. Bei Letzterem handelt es sich um die Laborunterlagen der betreffenden Medikamente, die – chemisch aufgeschlüsselt – die Reinheit und den korrekten Wirkstoffgehalt attestieren. Die Dokumente sind mit dem Vermerk „streng vertraulich“ gekennzeichnet und gelten als Geburtsschein eines Medikaments. Großhändler weisen mit solchen Unterlagen die Echtheit ihrer Medikamente bei ihren Abnehmern nach. Fälscher können umso leichter ihre illegalen Medikamente in Umlauf bringen, wenn sie die notwendigen Dokumente besitzen.

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Auf die Frage, wieso sich neben den Verpackungsdaten auch streng vertrauliche Laborberichte und Zolldokumente befanden, schweigt Pfizer.

Keine Reaktion

Das umfangreiche Datenleck wurde bereits am 20. November 2011 von Fälschungsexperte Andreas Schneider aufgedeckt und an Pfizer gemeldet. Ein halbes Jahr lang kontaktierte Schneider eine Vielzahl von Abteilungen bei dem Pharma-Riesen. Doch der Konzern reagierte nicht. Der der ARD exklusiv vorliegende E-Mail-Verkehr zwischen der Detektei und dem Konzern zeigt, dass sogar die Führungsebene rund um den heutigen Vice Executive President Doug Lancler, der damals Chief Compliance Officer war, über die Dimensionen des Datenlecks und die enorme Gefahr, die von diesem ausgeht, informiert war.

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Ein Themenabend im Ersten widmet sich am Mittwoch, 17. Mai mit dem Spielfilm „Gift“ und der anschließenden Dokumentation „Gefährliche Medikamente“ der Problematik.

Von Daniel Harrich und Patricius Mayer, BR

Hier weiterlesen:

Gefälschte Medikamente

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Gruß Hubert

 

Veröffentlicht 17. Mai 2017 von hubert wenzl in Medizin, Uncategorized

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